Julius Nathan


Regina Beck, Regina Sichel, Julius Beck
Das Juden­haus heu­te
Eige­ne Aufnahme
Regina Beck, Regina Michel, Julius Beck
Lage des ehe­ma­li­gen Juden­hau­ses
Judenhaus Herrngartenstr. 11, Wiesbaden
Bele­gung des Juden­hau­ses Herrn­gar­ten­str. 11

 

 

 

 

 

 

 


Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Stamm­baum der Fami­lie Nathan
GDB

Rela­tiv früh, d.h. unmit­tel­bar vor der Zeit, in der die Juden­häu­ser in Wies­ba­den ein­ge­rich­tet wur­den, hat­te auch Juli­us Nathan in der Herrn­gar­ten­str. 11 eine Unter­kunft gefun­den, war dort aber nicht sehr lan­ge geblie­ben. Er hat­te zu die­sem Zeit­punkt schon auf viel­fa­che Wei­se am eige­nen Leib erfah­ren, wie das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Régime das Leben der jüdi­schen Mit­bür­ger zu zer­stö­ren ver­moch­te, wie auch sei­ne ursprüng­lich in Koblenz ansäs­si­ge Fami­lie zer­ris­sen wor­den war.

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Geburts­ur­kun­de von Juli­us Nathan
HHStAW 518 55242 I (11)

Gebo­ren wur­de Juli­us Nathan am 28. Janu­ar 1898 in Koblenz als Sohn des Kauf­manns Jacob Nathan und sei­ner Frau Sara, gebo­re­ne Han­kel.[1] Das Ehe­paar leb­te damals im Schlacht­haus­weg 1, zog aber spä­ter in die Bal­du­in­stra­ße, wo es in ihrem Haus Nr. 28 ein Geschäft für Metz­ge­rei­be­darf betrieb. Über den wirt­schaft­li­chen Erfolg und den Geschäfts­um­fang lie­gen aber kei­ne genaue­ren Anga­ben vor. Ver­mut­lich gab es auch eine Koope­ra­ti­on mit sei­nem Bru­der Isaak Nathan, der nur weni­ge Häu­ser wei­ter in der Bal­du­in­str. 17 bereits seit der Zeit vor dem Ers­ten Welt­krieg ein Geschäft mit dem glei­chen Ange­bot betrieb. Mög­li­cher­wei­se gab es auch nur einen Laden, den sie gemein­sam führ­ten. Lei­der konn­te bis­her nicht in Erfah­rung gebracht wer­den, wer die Eltern der bei­den Brü­der Jakob und Isaak Nathan waren und woher sie stammten.

Isaak Nathan, gebo­ren am 31. Okto­ber 1871, war mit der am 15. August 1880 in Val­len­dar gebo­re­nen Hen­ri­et­te Loeb ver­hei­ra­tet.[2] Mit ihr hat­te er die bei­den Töch­ter Hed­wig und Gre­te. Die am 21. Juni 1903 in Koblenz gebo­re­ne Gre­te hei­ra­te­te 1925 den Lim­bur­ger Albert Wolf.[3] In der Stadt an der Lahn hat­ten sie sich zunächst nie­der­ge­las­sen. Ange­sichts der wach­sen­den Bedro­hung ergrif­fen sie bereits 1936 die Flucht und zogen zusam­men nach Hol­land, letzt­lich aber erfolglos.

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Mit Geneh­mi­gung des Stadt­ar­chivs Koblenz

Ihr Vater Isaak war in Koblenz wäh­rend der Reichs­po­grom­nacht ver­prü­gelt, ver­haf­tet und nach Dach­au gebracht wor­den. Nach sei­ner Frei­las­sung floh auch er mit sei­ner Frau Hen­ri­et­te nach Hol­land zu sei­ner Toch­ter. Aber nach der deut­schen Beset­zung und dem Beginn der Ver­fol­gung  wur­den auch sie gefasst und in Wes­ter­bork inter­niert. Bei­de wur­den 1943 nach Ausch­witz depor­tiert. Ihr Todes­tag ist in Yad Vas­hem mit dem 5. Febru­ar 1943 ange­ge­ben.[4] Gre­te und ihren Mann Albert depor­tier­ten die Nazis knapp ein Jahr spä­ter am 18. Janu­ar 1944 zunächst nach The­re­si­en­stadt. Am 6. Okto­ber des glei­chen Jah­res brach­te ein ande­rer Zug auch sie in die Gas­kam­mern von Ausch­witz.[5]

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Ein­bür­ge­rungs­an­trag von Hed­wig Stern
https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​3​9​9​8​/​i​m​a​g​e​s​/​4​0​7​3​5​_​1​2​2​0​7​0​1​4​3​9​_​0​0​7​4​-​0​0​1​1​7​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​2​0​1​5​796

Nur die Schwes­ter Hed­wig, genannt Hede, und ihr Mann Fritz, eigent­lich Fried­rich Jacob Stern, konn­ten mit ihren bei­den Kin­dern die­sem Schick­sal durch ihre Flucht in die USA ent­kom­men. Das Paar hat­te am 24. Juni 1928 in Koblenz gehei­ra­tet,[6] wo auch die bei­den Söh­ne Ralph und Her­bert gebo­ren wur­den – Ralph am 13. August 1930. Her­bert am 1. Febru­ar 1932. Spä­ter hat­te sich die Fami­lie noch kurz­zei­tig in Essen nie­der­ge­las­sen, von wo aus sie aber schon im Janu­ar 1936 in die USA emi­grier­te. Von New York zog man dann aber wei­ter nach Kali­for­ni­en, wo in Los Ange­les für sie ein neu­es Leben begann. Bei der Volks­zäh­lung im Jahr 1940 ver­dien­te Fred Stern den Fami­li­en­un­ter­halt als „Polisher“ in einer Möbel­fa­brik. Aber zumin­dest den bei­den Söh­nen schien der sozia­le Auf­stieg zu gelin­gen. Zwar ist nicht bekannt, wel­che Aus­bil­dung Her­bert gemacht hat­te, von Ralph weiß man immer­hin, dass er Zahn­arzt gewor­den war. Aber trotz der gelun­ge­nen Flucht hat­ten Heda und Fred Stern auch in den USA ein trau­ri­ges und tra­gi­sches Schick­sal zu erlei­den. Der jün­ge­re Sohn kam am 1.September 1959 im Alter von nur 27 Jah­ren bei einem Auto­un­fall ums Leben. Ralph, der mit einer Enke­lin des Film­ma­gna­ten Goldwyn–Mayer ver­hei­ra­tet war, starb am 15. Sep­tem­ber 1975 mit 45 Jah­ren bei einem Tauch­un­fall.[7] Fred Stern war nur knapp ein Jahr nach dem Tod sei­nes Soh­nes Her­bert am 27. Juli 1960 in Los Ange­les ver­stor­ben.[8] Heda Stern, der wenigs­tens die fünf Enkel­kin­der geblie­ben waren und die zuletzt in der kali­for­ni­schen Metro­po­le in einem Alters­heim leb­te, wur­de dage­gen 92 Jah­re alt. Sie starb am 6. Okto­ber 1997.[9]

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Grab von Ralph, Heda und Fred Stern
https://de.findagrave.com/memorial/186381178/heda‑n.-stern
Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Grab von Her­bert Stern
https://​de​.fin​da​gra​ve​.com/​m​e​m​o​r​i​a​l​/​1​8​6​3​8​1​2​2​2​/​h​e​r​b​e​r​t​-​f​r​e​d​r​i​c​h​-​s​ter

Isaaks Bru­der Jacob Nathan, der Vater des Juden­haus­be­woh­ners Juli­us Nathan, hat­te am 15. Mai 1892 in Nürn­berg Sara Han­kel gehei­ra­tet. Sie war in der frän­ki­schen Metro­po­le am 27. August 1869 gebo­ren wor­den.[10] Aus der Ehe waren sechs Kin­der her­vor­ge­gan­gen, über deren jewei­li­gen Lebens­weg aber nur sehr weni­ge und eher vage Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen. Abge­se­hen von der Toch­ter The­re­se, die am 2. Novem­ber 1921 im Alter von 27 Jah­ren in Koblenz ver­starb,[11] somit die NS-Zeit nicht mehr erleb­te, wur­de allein Juli­us Opfer des Holo­caust. Allen ande­ren gelang die Flucht in die Ver­ei­nig­ten Staaten.

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Todes­an­zei­ge für Jacob Nathan 1929
Stadt­ar­chiv Koblenz

Es ist nicht bekannt, ob Juli­us Nathan im Ers­ten Welt­krieg ein­ge­zo­gen wor­den war, aber er hat­te vor dem Aus­bruch des Krie­ges offen­bar eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung absol­viert, viel­leicht sogar in den ers­ten Jah­ren der Wei­ma­rer Repu­blik in frem­den Unter­neh­men gear­bei­tet, war aber dann nach dem Tode des Vaters im Jahr 1929 in die väter­li­che Fir­ma ein­ge­stie­gen. Aller­dings war nicht er Inha­ber des Geschäfts gewor­den, son­dern sein Schwa­ger Wil­ly Gott­schalk, der seit 1921 mit sei­ner Schwes­ter Jula /​ Julie ver­hei­ra­tet war.[12] Zwi­schen 1929 und 1933 stand Juli­us Nathan als Han­dels­rei­sen­der in Diens­ten der bei­den. Er soll damals ein wöchent­li­ches Gehalt von etwa 30 RM plus Pro­vi­sio­nen aus den abge­schlos­se­nen Ver­trä­gen erhal­ten haben.[13] Man muss beden­ken, dass das die schlimms­ten Jah­re der Welt­wirt­schafts­kri­se waren und eine rela­tiv siche­re Arbeits­stel­le in die­ser Zeit schon als Pri­vi­leg ange­se­hen wer­den konn­te. Sei­ne frü­he­re Frau gab spä­ter im Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren an, dass er 1933 bei der ursprüng­lich elter­li­chen Fir­ma ent­las­sen wur­de. Zwar war die Fir­ma damals nicht auf­ge­löst wor­den, aber auch sie war von den ers­ten lan­des­weit durch­ge­führ­ten Boy­kott­ak­tio­nen gegen jüdi­sche Geschäf­te betrof­fen, und mög­li­cher­wei­se war die damit ver­bun­de­ne Auf­re­gung auch die Ursa­che für den Tod der Mut­ter Sara Nathan am 3. April 1933.[14] Sei­ne Schwes­ter führ­te mit ihrem Ehe­mann noch bis 1935 den Betrieb wei­ter. Zur Fami­lie gehör­ten inzwi­schen auch die bei­den Söh­ne Hans Mathieu, gebo­ren am 14. April 1922, und Sieg­fried, gebo­ren am 28. Janu­ar 1903. Bei­de waren mit dabei, als sie zusam­men am 8. Juli 1937 von Ham­burg aus kom­mend in New York ame­ri­ka­ni­schen Boden betra­ten.[15] Als ers­te der Fami­lie, die in die USA aus­ge­wan­dert waren, konn­ten sie in den fol­gen­den Jah­ren wei­te­ren Geschwis­tern den Weg dort­hin ebnen.

Juli­us Nathan hat­te beim Tod der Mut­ter schon eini­ge Jah­re nicht mehr in Koblenz gelebt. Wann er nach Wies­ba­den gekom­men war, lässt sich nicht mehr genau datie­ren. In den ein­schlä­gi­gen Adress­bü­chern taucht sein Name in den Zwan­zi­ger­jah­ren nicht auf. Erst­mals ist er in Wies­ba­den aus Anlass sei­ner Ehe­schlie­ßung mit Ama­lie Lui­se Wil­hel­mi­ne Harms, die am 28. Mai 1927 statt­fand, akten­kun­dig gewor­den. Sei­ne in der Hei­rats­ur­kun­de ange­ge­be­ne Adres­se lau­te­te damals Schwal­ba­cher­str. 69.[16]

Sei­ne Frau war Ver­käu­fe­rin und kam aus einem evan­ge­li­schen Eltern­haus. Sie war am 14. Okto­ber 1900 in Wies­ba­den als Toch­ter des Schuh­ma­cher­meis­ters Hein­rich Harms und sei­ner Frau Loui­se, gebo­re­ne Dorn, zur Welt gekom­men. Die Mut­ter war bei der Ehe­schlie­ßung bereits ver­stor­ben, der Vater leb­te als Rent­ner mit sei­nen bei­den Kin­dern Ama­lie und dem Sohn Richard, der eben­falls Schuh­ma­cher gewor­den war, im Hirsch­gra­ben 28. Laut Adress­buch bewohn­te jeder für sich eines von drei Stock­wer­ken des Hau­ses. Auch Juli­us Nathan leb­te mit sei­ner Frau fort­an in die­sem Haus, das ober­halb der Syn­ago­ge am Michels­berg in dem eher pro­le­ta­risch gepräg­ten Berg­kir­chen­vier­tel lag. Noch im Jahr der Ehe­schlie­ßung wur­de am 9. Sep­tem­ber der Sohn Fred Juli­us Jakob gebo­ren, ihr ein­zi­ges Kind.

Zu die­ser Zeit konn­te die Fami­lie noch auf das Ein­kom­men zurück­grei­fen, das Juli­us Nathan als Rei­sen­der für die elter­li­che Fir­ma mit nach Hau­se brach­te. Ab 1933 wur­de die Lage aller­dings schwie­rig, denn nach Aus­sa­ge sei­ner Frau bekam er seit dem Macht­an­tritt der Nazis kei­ne Arbeit mehr, „außer Not­stands­ar­beit“, d.h. kurz­fris­ti­ge Hilfs­ar­bei­ten.[17] Auch sie selbst sei als Ehe­frau eines Juden bei der Arbeits­ver­ga­be dis­kri­mi­niert wor­den und habe kei­ne Stel­le mehr fin­den kön­nen. Gelebt hät­ten sie von einer sehr gerin­gen Arbeits­lo­sen­un­ter­stüt­zung ihres Man­nes.[18] Immer­hin war das Haus in Fami­li­en­be­sitz und der Vater wird, sofern er die nöti­gen Mit­tel besaß, sei­ner Toch­ter in die­ser schwe­ren Zeit auch noch unter die Arme gegrif­fen haben.

Bis Ende 1938 hät­te sie mit ihrem Mann noch in der ehe­li­chen Woh­nung zusam­men­ge­lebt, gab Ama­lie Harms spä­ter im Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren an. Aller­dings war auch Juli­us Nathan im Gefol­ge der Ver­haf­tungs­wel­le wäh­rend des Novem­ber­po­groms als „Akti­ons-Jude“ ver­haf­tet und – wie die meis­ten Wies­ba­de­ner Juden – nach Buchen­wald ver­bracht wor­den. Dort trug er die Häft­lings­num­mer 27181. Nach sei­ner Ent­las­sung am 16. Dezem­ber 1938 kam er wie­der zurück nach Wies­ba­den.[19]

Wenn über­haupt, kann er sich nur noch eine sehr kur­ze Zeit in der Woh­nung im Hirsch­gra­ben auf­ge­hal­ten haben, denn er sei, so gab Ama­lie Harms spä­ter an, im Janu­ar 1939 in die Geis­berg­str. 24, das Gebäu­de des ehe­ma­li­gen Jüdi­schen Schwes­tern­wohn­heims gezo­gen. Allem Anschein nach war die Ehe der bei­den geschei­tert. Schon weni­ge Mona­te spä­ter, am 7. März 1939, wur­de sie dann auch offi­zi­ell wegen Zer­rüt­tung per Gerichts­be­schluss auf­ge­löst.[20] Es waren erheb­li­che Vor­wür­fe, die Ama­lie Harms damals gegen ihren Ehe­mann vor­brach­te. Er sei faul und arbeits­scheu, wür­de sich weder um sie, noch um den gemein­sa­men Sohn küm­mern und wür­de das weni­ge Geld, das sie hät­ten, in Wett­bü­ros ver­schleu­dern. Über­all habe er sich Geld gelie­hen und sie sogar schon bestoh­len. Zudem habe er sie immer wie­der auf übels­te Wei­se beschimpft, wes­halb sie eigent­lich schon viel frü­her die Schei­dung habe ein­rei­chen wol­len. Nur aus Rück­sicht auf das Kind habe sie bis­her von die­sem Schritt abge­se­hen. Juli­us Nathan gab im Ver­fah­ren zu, „dass er sich um die Klä­ge­rin und das Kind nicht küm­me­re und im All­ge­mei­nen sei­nen eige­nen Weg gehe“.[21]

Ein gänz­lich ande­res Bild die­ser Schei­dung zeich­ne­te Ama­lie Harms – sie hat­te mit dem Schei­dungs­ur­teil sofort den jüdi­schen Fami­li­en­na­men Nathan abge­legt und wie­der ihren Mäd­chen­na­men ange­nom­men –[22] nach dem Krieg. Sie gab jetzt an, sie sei „fast täg­lich von dem Gesta­po­se­cre­tär Bode­wig in die Pau­li­nen­str. bestellt“ wor­den. „Er belei­dig­te, bedroh­te und beschimpf­te mich; wenn ich mich jetzt end­lich nicht schei­den ließ, so käme mein Sohn (damals 11 Jah­re) getrennt von mir ins KZ und ich eben­falls ins KZ. Nach Rück­spra­che mit mei­nem Mann, einig­ten wir uns wegen der Schei­dung uns unse­ren Sohn vor dem KZ zu ret­ten.“[23]

Wel­che der bei­den Ver­sio­nen der Wahr­heit am nächs­ten kommt, wird nicht mehr zu klä­ren sein. Ganz sicher gab es die­sen Druck auf Misch­ehen,und gera­de Bode­wig war bekannt für sol­che Aktio­nen.[24] Aber ande­rer­seits ist auch nicht aus­ge­schlos­sen, dass Ehen schei­tern, auch Misch­ehen sind ja nicht gefeit davor, auch wenn man aus heu­ti­ger Sicht gera­de mit ihnen idea­li­sier­te Erwar­tun­gen an Treue, Zusam­men­ste­hen und Soli­da­ri­tät ver­knüpft, die in der Rea­li­tät sicher oft kaum ein­ge­löst wer­den konn­ten. Es gehör­te ja gera­de zum Wesen des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schafts­ge­fü­ges, dass es tief in die pri­va­te Sphä­re hin­ein­reich­te. Daher ist es ja auch nicht abwe­gig, wenn ein Mensch, der sei­nen Beruf ver­lo­ren hat, kei­ne Arbeit mehr fin­det, der sei­ne Rol­le als Ernäh­rer der Fami­lie nicht mehr erfül­len kann, abrutscht und auf Abwe­ge gerät. Wenn dann die eige­ne Part­ne­rin bzw. der Part­ner qua Defi­ni­ti­on des Staa­tes als Fein­din oder Feind wahr­ge­nom­men wird, dann kön­nen weni­ge unbe­dach­te Wor­te Ver­let­zun­gen erzeu­gen, die wie­der­um neue Ver­let­zun­gen evo­zie­ren und schließ­lich ein gemein­sa­mes Leben unmög­lich machen. Soll­ten die Anschul­di­gun­gen von Ama­lie Harms zumin­dest par­ti­ell der Wahr­heit ent­spro­chen haben und nicht nur vor­ge­bracht wor­den sein, um die Schei­dung zu errei­chen, dann soll­te man nicht vor­ei­lig auf cha­rak­ter­li­che Schwä­chen schlie­ßen, son­dern dar­in die Wir­kungs­me­cha­nis­men eines Sys­tems sehen, in dem vie­le zu Opfern wur­den, jeder auf sei­ne spe­zi­fi­sche Weise.

Aber viel­leicht war das Ver­fah­ren vor dem Fami­li­en­ge­richt tat­säch­lich nur eine gelun­ge­ne Insze­nie­rung, um den Sohn vor dem Zugriff von Bode­wig in Sicher­heit zu brin­gen. Ama­lie Harms gab nach dem Krieg an, man habe trotz der Schei­dung eigent­lich eine gemein­sa­me Zukunft geplant. Laut ihrer Aus­sa­ge habe er vor­ge­habt, über Ita­li­en und Chi­na nach Ame­ri­ka zu gelan­gen,[25] wo sei­ne Geschwis­ter bereits leb­ten. Sie selbst und ihr Sohn – so der Plan – soll­ten nach der gelun­ge­nen Flucht bald­mög­lichst nachkommen.

https://www.ancestry.de/imageviewer/collections/3998/images/40735_1220701439_0074-00117?treeid=&personid=&hintid=&usePUB=true&usePUBJs=true&pId=2015796
Ein­bür­ge­rungs­an­trag von Hans Nathan
https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​2​2​8​0​/​i​m​a​g​e​s​/​4​7​2​9​4​_​3​0​2​0​2​2​0​0​5​5​5​7​_​0​5​9​7​-​0​0​5​2​7​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​d​f​7​f​e​0​d​9​0​3​4​b​c​6​3​f​f​4​2​8​8​1​f​d​6​5​e​7​b​3​d​d​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​7​2​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​6​7​3​3​479

In den USA war inzwi­schen nicht nur Juli­us’ Schwes­ter Jula /​Julie mit ihrem Mann Wil­ly Gott­schalk ansäs­sig, auch Theo­dor /​ Theo Nathan war ihnen bereits im August 1938, also noch vor dem Pogrom, mit sei­ner Fami­lie gefolgt. Ihre Visa waren sogar schon im Mai 1938 in Stutt­gart aus­ge­stellt wor­den. Ver­hei­ra­tet war der am 25. Okto­ber 1896 gebo­re­ne Theo­dor mit Her­tha Wolff, die aus Köln stamm­te, wo sie um 1903 zur Welt gekom­men war. Aus der Ehe waren zwei Kin­der her­vor­ge­gan­gen, die bei der Über­fahrt 13 bzw. 9 Jah­re alt waren. Gebo­ren wur­de die älte­re Mar­got am 10. Janu­ar 1925 in Köln, Her­bert am 5. Janu­ar 1929 in Essen, der Stadt, die die Eltern auf der Pas­sa­gier­lis­te als ihren letz­ten Wohn­ort in Deutsch­land ange­ge­ben hat­ten. Als Anlauf­stel­le in New York waren in der Lis­te Gott­schalks ein­ge­tra­gen, die damals in der Uni­ver­si­ty Ave­nue in New York wohn­ten.[26] Als Kon­takt in Euro­pa hat­ten sie den jün­ge­ren Bru­der Hans Nathan ange­ge­ben, der 1938 mit sei­ner Fami­lie noch in Leip­zig in der Tho­ma­si­us­stra­ße leb­te.[27] Dort hat­te der am 13. März 1902 in Koblenz gebo­re­ne Dru­cker am 12. März 1927 auch die Ehe mit Maud /​ Pau­la Ces­in­sky geschlos­sen. Ver­mut­lich kamen in Leip­zig auch die bei­den Söh­ne des Paa­res zur Welt, Ralph am 15. Dezem­ber 1928 und Gun­ter am 26. Juni 1933.[28] Genau am 27. Geburts­tag von Hans Nathan war die Fami­lie von Rot­ter­dam aus mit dem Schiff ‚Zaan­dam’ dann in New York ange­kom­men.[29]
Im April 1940 war auch die am 1. März 1893 gebo­re­ne Karo­li­na /​ Lina, inzwi­schen ver­hei­ra­te­te Frank,[30]  mit ihren bei­den Töch­tern Edith, 20 Jah­re alt, und Lise­lot­te, 16 Jah­re alt, von Sout­hamp­ton aus auf dem Schiff ‚Wes­tern­land’ eben­falls in die USA ein­ge­reist.[31]. Ver­mut­lich hat­te sie sich schon län­ge­re Zeit in Eng­land auf­ge­hal­ten, denn als Kon­takt in Euro­pa gab Karo­li­na Frank Freun­de in Lon­don an. Unklar ist aller­dings, wo ihr Mann Juli­us Frank sich damals auf­hielt, sofern er über­haupt noch leb­te. Auf der Pas­sa­gier­lis­te ist er nicht zu fin­den. Als Anlauf­stel­le in den USA konn­te Karo­li­ne Frank nun ihren Bru­der Theo ange­ben, der mit sei­ner Fami­lie, wie auch sein Bru­der Hans, im New Yor­ker Stadt­teil Bronx leb­te.[32]

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden WiesbadenJacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden

 

 

 

 

 

Über­fahrt von Karo­li­ne Frank mit ihren bei­den Töch­tern Edith und Lise­lot­te von Eng­land in die USA
https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​4​6​1​-​0​2​9​0​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​6​e​d​c​d​a​8​3​d​a​9​1​f​a​2​1​6​1​1​d​0​e​d​e​2​3​5​0​2​4​6​f​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​4​4​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​0​4​0​2​1​1​0​6​5​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE

Ob auch Juli­us Nathan damals noch in stän­di­gem Kon­takt mit sei­nen Geschwis­tern in den USA stand, ist nicht bekannt. Aber sei­ne Vor­be­rei­tun­gen für eine Aus­wan­de­rung waren 1939 schon recht weit gedie­hen. Am 24. August hat­te er von der Geis­berg­str. 24 aus einen Antrag auf die Mit­nah­me von Umzugs­gut gestellt und dar­in als unmit­tel­ba­re Zie­le Ita­li­en und Shang­hai ange­ge­ben.[33] Die not­wen­di­gen Unbe­denk­lich­keits­be­schei­ni­gun­gen der Poli­zei­be­hör­de und der zustän­di­gen Reichs­bank­zweig­stel­le für die Aus­stel­lung eines Rei­se­pas­ses lagen eben­falls vor. Sein Gepäck bestand aller­dings nur aus Hand­ge­päck, einem Kof­fer mit den aller­not­wen­digs­ten Hygie­ne­ar­ti­keln und eini­gen Klei­dungs­stü­cken.[34]

Der Plan schei­ter­te aller­dings sehr schnell, da Juli­us Nathan mit wei­te­ren öster­rei­chi­schen Juden bereits in Mai­land auf­ge­grif­fen, ver­haf­tet und als unwill­kom­me­ner Aus­län­der wie­der an Deutsch­land aus­ge­lie­fert und nach Wies­ba­den zurück­ge­bracht wurde.

Was ihr ehe­ma­li­ger Mann in Ita­li­en gemacht und wovon er gelebt hat­te, konn­te Ama­lia Harms im spä­te­ren Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren nicht sicher sagen. Sie ver­mu­te­te, er habe wie zuvor in Deutsch­land von öffent­li­cher Unter­stüt­zung gelebt. Sie gab auch zu, dass sie nach sei­ner Rück­kehr nur noch „eine lose Ver­bin­dung“ zu ihm gehabt habe,[35] was inso­fern erstaunt, als sie ja in dem glei­chen Ver­fah­ren vor­ge­tra­gen hat­te, dass die Schei­dung nur dem Zweck gedient habe, den Sohn vor dem KZ zu bewah­ren, und man eigent­lich gemein­sam in die USA habe aus­rei­sen wol­len. Die Zeit, die Juli­us Nathan in Ita­li­en ver­brach­te, war auch rela­tiv kurz, sodass sich dar­aus kaum eine Ent­frem­dung zwi­schen den bei­den begrün­den lässt. Auf der Gestapo­kar­tei­kar­te von Juli­us Nathan ist sei­ne Abrei­se nach Ita­li­en mit dem 16. August 1939 ange­ge­ben. Nach sei­ner Rück­kehr war eine neue Kar­tei­kar­te für ihn ange­legt wor­den, laut der er am 29. Sep­tem­ber 1939 bereits wie­der nach Wies­ba­den zurück­ge­kom­men und zunächst im Haus Michels­berg 16, dann ab 2. Novem­ber 1939 im zukünf­ti­gen Juden­haus Herrn­gar­ten­str. 11 unter­ge­kom­men war.

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden, Gestapozentrale Wiesbaden Paulinenstraße
Ehe­ma­li­ge Gesta­po­zen­tra­le Wies­ba­den in der Pau­li­nen­stra­ße
Eige­ne Aufnahme

Juli­us Nathan hat­te nach sei­ner Rück­kehr noch ein­mal für zwei Mona­te Arbeit in einer Pols­te­rei in der Moritz­stra­ße gefun­den. Ob er dort einen regu­lä­ren Lohn erhielt, ist nicht bekannt. Aus einem Ver­merk der Ent­schä­di­gungs­be­hör­de, der auf der Durch­sicht einer nicht mehr vor­han­de­nen Devi­sen­ak­te beruht, geht her­vor, dass er im August 1940 nicht mehr in der Herrn­gar­ten­str. 11, son­dern in der Hoch­stät­ten­str. 17 wohn­te.[36] Ein ent­spre­chen­der Ein­trag auf einer sei­ner Gestapo­kar­tei­kar­ten, der das bestä­ti­gen wür­de, ist aller­dings nicht zu fin­den. Es lie­gen auch kei­ne Infor­ma­tio­nen dar­über vor, wovon er in die­ser Zeit leb­te. Nach Anga­be sei­ner geschie­de­nen Frau war er, nach­dem er die Stel­le in der Pols­te­rei ver­lo­ren hat­te, bis zu sei­ner erneu­ten Ver­haf­tung wie­der arbeits­los. An wel­chem Tag er inhaf­tiert wur­de, ist in den Akten nicht ver­merkt. Sein Sohn Fred bezeug­te aber, dass dies Anfang Juli 1941 gesche­hen sein müss­te. Er kön­ne sich des­halb so gut erin­nern, weil er damals von Bode­wig extra in des­sen „Resi­denz“ in der Pau­li­nen­stra­ße ein­be­stellt wor­den war, um die Mit­tei­lung zu emp­fan­gen.[37]

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden
Ster­be­ur­kun­de von Juli­us Nathan aus Ora­ni­en­burg
https://collections.arolsen-archives.org/archive/4124455/?p=1&s=Julius%20Nathan&doc_id=4124455

Zunächst hat­te man Juli­us Nathan in Wies­ba­den etwa zwei Mona­te in Unter­su­chungs­haft gehal­ten und ihn dann erst in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ora­ni­en­burg /​ Sach­sen­hau­sen über­stellt. In die­ser Zeit, so Ama­lie Harms, habe sie regel­mä­ßig in Ver­bin­dung mit ihm gestan­den, denn er habe ihr alle zwei Wochen eine Nach­richt auf einer der spe­zi­el­len Post­kar­ten des Lagers zukom­men las­sen.[38] Juli­us Nathan ver­starb in Sach­sen­hau­sen am 24. Mai 1942 an Herz- und Kreis­lauf­schwä­che, her­vor­ge­ru­fen durch eine Ruhr­er­kran­kung. Zumin­dest ist das die offi­zi­el­le Ver­si­on, die auf dem Toten­schein ein­ge­tra­gen wur­de.[39] Zwei­fel sind aber ange­bracht, denn im Früh­jahr 1942 begann man auch in Sach­sen­hau­sen mit dem sys­te­ma­ti­schen Ermor­den der Gefan­ge­nen. Waren die Opfer bis­her pri­mär durch Seu­chen, Arbeit, medi­zi­ni­sche Ver­su­che und ein­zel­ne Gewalt­aus­brü­che zu Tode gekom­men, so gab es ab die­sem Zeit­punkt auf dem soge­nann­ten Indus­trie­hof eine Genick­schuss­an­la­ge und ein Kre­ma­to­ri­um. Im Toten­buch des Lagers ist sein Name mit der Häft­lings­num­mer 40114 auf­ge­nom­men.[40]

Jacob Nathan, Koblenz, Sara Hankel Nathan, Julius Nathan, Hans Nathan Maus Paula Nathan Cisinsky, Cesinsky,Jula, Julie Nathan Gottschalk, Willy Gottschalk, Karolina Frank Nathan, Julius Frank, Edith Frank, Lieselotte Frank, Theodort Nathan, Hertha Nathan Wolff, Margot Nathan, Herbert Nathan, Hedwig Nathan Stern, Fritz Stern, Ralph Stern, Herbert Stern, Grete Nathan Wolf, Albert Wolf, Isaak Nathan, Henriette Nathan Loeb, Judenhaus Wiesbaden, Herrngartenstr. 11, Juden Wiesbaden,
Stol­per­stein für Juli­us Nathan am Hirsch­gra­ben 28
Eige­ne Aufnahme

Fred hat­te nach der voll­zo­ge­nen Schei­dung und durch Für­spra­che sei­nes Onkels Hein­rich Harms, der auch sei­ne Schwes­ter Ama­lie mit einer Halb­tags­stel­le in sei­nem Geschäft ver­sorg­te, nach lan­gem ver­geb­li­chen Suchen seit April 1941 eine Lehr­stel­le bei der Far­ben­hand­lung August Sei­bel in der Yorck­str. 14 gefun­den. Im März 1944 leg­te Fred vor der Gau­wirt­schafts­kam­mer Rhein-Main erfolg­reich die Gesel­len­prü­fung ab.[41] Ama­lia Harms ging nach der Schei­dung kei­ne neue Ehe mehr ein. Sie leb­te auch nach dem Krieg unter eher ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen in dem Haus Hirsch­gra­ben 28 im zwei­ten Stock. In die­sem Haus, das zuletzt ihr und ihrem Sohn je zur Hälf­te gehör­te, ver­starb sie am 5. April 1961.[42]

 

Ver­öf­fent­licht: 22. 04. 2021

Letz­te Revi­si­on: 20. 05. 2021

 

 

« zurück                              wei­ter »


 

Anmer­kun­gen:

[1] Geburts­re­gis­ter Koblenz 84 /​ 1898. In Thill, Lebens­bil­der jüdi­scher Koblen­zer, S. 212, wird der Mäd­chen­na­me der Ehe­frau fälsch­li­cher­wei­se mit Min­kel angegeben.

[2] Isaak Nathan war am 31.10.1871 wie sein Bru­der in Val­len­dar gebo­ren wor­den, sie­he Resi­den­ten­lis­te jüdi­scher Ein­woh­ner von Koblenz, StAK DB 6. Mein beson­de­rer Dank gilt den Mitarbeiter*innen des Staats­ar­chivs Koblenz, die mir bereit­wil­lig wesent­li­che Lebens­da­ten der Fami­lie Nathan zur Ver­fü­gung gestellt haben.

[3] Ebd.

[4] https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​n​a​m​e​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​1​1​5​9​8​9​5​9​&​i​n​d=1. und https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​n​a​m​e​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​4​2​7​5​0​7​9​&​i​n​d=1, (Zugriff: 10.5.2021).

[5] https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​n​a​m​e​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​1​1​6​5​6​6​2​2​&​i​n​d=1 und https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​n​a​m​e​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​1​1​6​5​6​3​9​0​&​i​n​d=1. (Zugriff: 10.5.2021).

[6] Hed­wig war am 21.6.1903 in Koblenz, ihr Mann Fried­rich Jacob, der in den USA den Vor­na­men Fred annahm, am 22.7.1888 im rhein­län­di­schen Mar­tin­stein gebo­ren wor­den. Sie­he https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​1​1​9​3​/​i​m​a​g​e​s​/​3​0​6​2​7​_​1​5​1​0​0​1​-​0​1​4​6​4​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​4​2​0​2​0​9​8​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE und https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​3​9​9​8​/​i​m​a​g​e​s​/​4​0​7​3​5​_​1​2​2​0​7​0​1​4​3​9​_​0​0​7​4​-​0​0​1​0​7​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​9​c​a​3​5​5​2​c​a​6​b​1​3​a​e​2​2​d​9​a​7​4​5​1​e​c​8​2​2​7​0​b​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​8​1​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​2​0​1​5​7​8​6​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE. (Zugriff: 10.5.2021). Hier sind auch die Geburts­da­ten der Söh­ne angegeben.

[7] Thill, Lebens­bil­der jüdi­scher Koblen­zer, S. 212, dazu https://​de​.fin​da​gra​ve​.com/​m​e​m​o​r​i​a​l​/​1​8​6​3​8​1​2​2​2​/​h​e​r​b​e​r​t​-​f​r​e​d​r​i​c​h​-​s​t​ern und https://de.findagrave.com/memorial/186381327/ralph‑h.-stern. (Zugriff: 10.5.2021).

[8] https://de.findagrave.com/memorial/186381122/fred‑j.-stern. (Zugriff: 10.5.2021).

[9] https://de.findagrave.com/memorial/186381178/heda‑n.-stern. (Zugriff: 10.5.2021).

[10] Hei­rats­re­gis­ter Nürn­berg 28 /​ 1892.

[11] Gebo­ren wur­de sie am 19.2.1894 in Koblenz, Geburts­re­gis­ter Koblenz 159 /​ 1894.

[12] Wil­ly /​ Wil­li Gott­schalk war am 8.10.1891 in Ober­men­dig als Sohn von Simon und Rosa­lie Gott­schalk, gebo­re­ne Man­del, zur Welt gekom­men. Die Ehe war am 3.3.1921 in Koblenz geschlos­sen wor­den, sie­he Hei­rats­re­gis­ter Koblenz 145 /​1921.

[13] HHStAW 518 55242 I (59).

[14] Sie­he Thill, Lebens­bil­der jüdi­scher Koblen­zer, S. 212. Das Todes­da­tum ist bis­her aber nicht durch stan­des­amt­li­che Doku­men­te gesichert.

[15] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​2​2​8​0​/​i​m​a​g​e​s​/​4​7​2​9​4​_​3​0​2​0​2​2​0​0​5​5​5​7​_​0​5​5​5​-​0​0​4​7​7​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​0​9​0​1​d​9​e​e​b​a​d​0​a​c​6​b​1​0​3​a​0​9​b​a​2​d​5​a​a​1​b​4​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​6​4​4​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​6​2​8​9​888. (Zugriff: 10.5.2021). Hans Mathieu nahm in den USA den Vor­na­men Fred Matthew an. Als Kon­takt in den USA hat­ten sie einen Onkel M. Men­del ange­ge­ben, der damals in New York im Hotel Mar­seil­les wohn­te. Für Deutsch­land war die Adres­se von Wil­ly Gott­schalks Mut­ter in Neu­wied ein­ge­tra­gen, sie­he https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​0​0​6​-​0​4​5​4​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​b​c​3​5​1​1​6​6​1​5​c​a​2​0​c​2​8​8​a​2​d​5​9​d​6​6​a​d​5​f​3​c​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​6​4​5​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​2​3​3​5​8​161. (Zugriff: 10.5.2021).

[16] Hei­rats­re­gis­ter Wies­ba­den 317 /​ 1927. Hein­rich Harms war am 2.3.1854 gebo­ren wor­den, er ver­starb am 4.12.1942. Sei­ne Frau wur­de am 2.9.1858 gebo­ren und ist am 19.1.1912 ver­stor­ben. Bei­de lie­gen auf dem Wies­ba­de­ner Süd­fried­hof begraben.

[17] HHStAW 518 55242 I (3).

[18] Ebd. (61).

[19] Ebd. (28).

[20] Die Schei­dung erhielt am 8.4.1939 Rechts­kraft. Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ter für Juli­us Nathan war der „Kon­su­lent“ Bert­hold Gut­h­mann, sie­he ebd. (85–87).

[21] Ebd.

[22] Hei­rats­re­gis­ter Wies­ba­den 317 /​ 1927.

[23] HHStAW 518 55242 I (3).

[24] Char­lot­te Opfer­mann hat in ihren hin­ter­las­se­nen Schrif­ten eben­falls auf einen sol­chen Fall auf­merk­sam gemacht, in dem sich die Eltern aller­dings dem stän­di­gen Druck des Gesta­po-Beam­ten wider­setzt hat­ten. Es han­del­te sich um das Ehe­paar Leo Rubin­stein, sei­ne evan­ge­lisch getauf­te Frau Mar­got, gebo­re­ne Hein­eck, und den Sohn Rolf, der 1933 gebo­ren wor­den war. Mar­got Rubin­stein war eine ehe­ma­li­ge Schul­ka­me­ra­din von Bode­wigs Frau. Bode­wig ließ – so Char­lot­te Opfer­mann – Leo Rubin­stein am 15.9.1943 nach Ausch­witz und sei­nen Sohn Rolf noch am 14.2.1945 nach The­re­si­en­stadt depor­tie­ren. Bei­de konn­ten nach der Befrei­ung lebend nach Wies­ba­den zurück­keh­ren, Leo Rubin­stein aller­dings erst nach einem län­ge­ren Auf­ent­halt in einem rus­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen­la­ger. Sie­he zu ihrem Schick­sal oben.

[25] HHStAW 518 55242 I (43)

[26] Bei der USC Shoa Foun­da­ti­on sind Bil­der der Fami­lie von Theo­dor Nathan hin­ter­legt, ein­ge­stellt von der Toch­ter Mar­got, sie­he https://​vhaon​line​.usc​.edu/​v​i​e​w​i​n​g​P​a​g​e​?​t​e​s​t​i​m​o​n​y​I​D​=​4​3​9​3​4​&​r​e​t​u​r​n​I​n​d​e​x=0#, die spä­ter Albert Gom­pertz hei­ra­te­te, der eben­falls im Sep­tem­ber 1939 mit sei­ner Mut­ter Bet­ty und sei­nen Brü­dern Fritz und Rolf aus Gel­sen­kir­chen kom­mend in die USA emi­griert war, sie­he https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​3​9​8​-​0​1​3​7​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​0​0​5​4​2​6​283. (Zugriff: 10.5.2021).

[27] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​1​9​5​-​0​3​3​8​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​a​5​1​f​3​5​1​e​4​8​9​c​b​9​5​7​a​6​7​d​5​9​4​c​9​b​8​b​2​9​7​7​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​6​3​5​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​2​3​6​4​4​053. (Zugriff: 10.5.2021).

[28] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​2​2​8​0​/​i​m​a​g​e​s​/​4​7​2​9​4​_​3​0​2​0​2​2​0​0​5​5​5​7​_​0​5​9​7​-​0​0​5​2​7​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​d​f​7​f​e​0​d​9​0​3​4​b​c​6​3​f​f​4​2​8​8​1​f​d​6​5​e​7​b​3​d​d​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​7​2​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​6​7​3​3​4​7​9​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE. (Zugriff: 10.5.2021).

[29] Thill, Lebens­bil­der jüdi­scher Koblen­zer, S. 212 gibt den Namen von Hans Nathans Frau mit Maud, gebo­re­ne Ces­in­sky, an. Auch in sei­ner Ein­be­ru­fungs­re­gis­trie­rungs­kar­te gab Hans Nathan als Kon­takt sei­ne Frau Maud Nathan an. Dass es sich um den glei­chen, in Koblenz gebo­re­nen Hans Nathan han­delt, der am 31.10.1939 in New York sei­nen Ein­bür­ge­rungs­an­trag ein­reich­te, dar­in sei­ne in Leip­zig geehe­lich­te Frau aber Pau­la nennt, ergibt sich schon aus dem glei­chen Geburts­da­tum und –ort. Sie­he https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​2​2​3​8​/​i​m​a​g​e​s​/​4​4​0​2​7​_​0​1​_​0​0​1​1​5​-​0​1​4​0​1​?​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​6​7​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​9​3​2​5​9​5​1​2​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE. (Zugriff: 10.5.2021). Als Kon­takt in Euro­pa ist auf der Pas­sa­gier­lis­te von 1939 zudem ein A. Cis­in­sky in Leip­zig ange­ge­ben. Sie­he https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​2​9​5​-​0​1​2​1​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​0​0​7​1​0​6​837. (Zugriff: 10.5.2021).

[30] Geburts­re­gis­ter Koblenz 210 /​ 1893 und Hei­rats­re­gis­ter Koblenz 93 /​ 1919. Die Ehe war am 3.3.1919 geschlos­sen wor­den. Juli­us Frank war Teil­ha­ber der Schuh­fa­brik Hoff­mann & Frank in Köln-Nippes.

[31] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​4​6​1​-​0​2​9​0​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​6​e​d​c​d​a​8​3​d​a​9​1​f​a​2​1​6​1​1​d​0​e​d​e​2​3​5​0​2​4​6​f​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​4​4​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​0​4​0​2​1​1​0​6​5​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE. (Zugriff: 10.5.2021).

[32] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​4​6​1​-​0​2​9​1​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​6​e​d​c​d​a​8​3​d​a​9​1​f​a​2​1​6​1​1​d​0​e​d​e​2​3​5​0​2​4​6​f​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​2​5​4​4​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​0​4​0​2​1​1​0​6​5​&​l​a​n​g​=​d​e​-DE. (Zugriff: 10.5.2021).

[33] HHStAW 519/​3 21445 (2).

[34] Ebd. (pas­sim).

[35] Ebd. (61).

[36] Ebd. (33). Das Haus gehör­te ursprüng­lich dem jüdi­schen Metz­ger Otto Sichel und sei­ner Frau Lina. Otto Sichel war bereits 1938 ver­stor­ben, die Wit­we hat­te das Haus 1939 ver­kauft und war zu ihrem Sohn Sieg­mund nach Eng­land emi­griert, wo auch sie im Okto­ber 1940 ver­starb. Wer 1940 Eigen­tü­mer des Hau­ses war, konn­te nicht ermit­telt werden.

[37] Ebd. (43).

[38] Ebd. (2).

[39] Ster­be­re­gis­ter Ora­ni­en­burg 1550 /​ 1942.

[40] https://​www​.stif​tung​-bg​.de/​t​o​t​e​n​b​u​c​h​/​m​a​i​n​.​php. (Zugriff: 18.4.2021).

[41] Ebd. (26). Fred Nathan blieb bis 1953 bei die­ser Fir­ma beschäf­tigt, wur­de aber danach haupt­amt­li­cher Gewerk­schafts­se­kre­tär, sie­he ebd. (27, 19). Ama­lie Harms erwähnt in einem ihrer Brie­fe, dass Sei­bel Frei­mau­rer gewe­sen sei und obwohl er dadurch bereits die beson­de­re Auf­merk­sam­keit der Gesta­po erregt hat­te, den­noch ihrem Sohn die Lehr­stel­le gege­ben habe, ebd. (3).

[42] HHStAW 518 55242 I (51).