Eduard und Friederika Heilbron

Eduard und Frieda Heilbron waren die ersten, die gezwungen wurden, in dem neu eingerichteten Judenhaus eine Wohnung zu beziehen. Die 7-Zimmer-Wohnung von Albert Frank im ersten Stock war durch verschiedene Baumaßnahmen entsprechend hergerichtet worden. Ob Heilbrons von Anbeginn nur eines der Zimmer erhielten oder ob sie im Laufe der Zeit welche abgeben mussten, ist nicht zu sagen, zumindest verfügten sie 1942 nur noch über einen einzigen Raum.[1]

Das Paar war im August 1931 aus dem süddeutschen Städtchen Aaalen nach Wiesbaden gekommen und hatte hier zunächst in der Rüdesheimer Str. 13 im ersten Stock gewohnt.[2] Auf der Gestapo-Karteikarte ist als letzte Wohnung vor der Judenhausadresse die Klopstockstr. 2 eingetragen, in der sie seit dem 1. Oktober 1936 gelebt haben sollen.

Es ist nicht bekannt, was das Ehepaar Heilbron dazu bewogen haben könnte, von Württemberg nach Wiesbaden zu ziehen. Allerdings stammten beide auch ursprünglich nicht aus dem süddeutschen Raum. Eduard Heilbron war am 2. Januar 1874 in Hagen in Westfalen.[3] und seine Frau Friederike, kurz Frieda genannt, am 26. April 1870 in Heddesheim in der Nähe von Bad Kreuznach geboren worden.

Friederika Stern Eduard Heilbron
Stammbau der Familie Heilbron / Stern / Wartski

Ihr Vater Zacharias Stern übte dort den Beruf eines Metzgers und Kaufmanns aus, ihre Mutter Sara war die Tochter von Isaak und Ester Mendel, geb. Strauß, aus dem etwa 30 km entfernten Niederwiesen. Frieda war das vierte von insgesamt acht Kindern.[4]

 

In Aalen bewohnten die Heilbrons nach ihrer Heirat am 26. Juni 1903 das 1904 von einem Gastwirt und Metzger erbaute Haus in der Bahnhofstr. 18, das sie 1906 erworben hatten. Hier wurden auch die beiden Kinder Wilhelm am 26. Juli 1904 und Irene Gisela am 4. Oktober 1907 geboren. In dem insgesamt vierstöckigen Gebäude wurde in zwei Stockwerken ein Warenhaus eingerichtet, in dem von etwa 30 Angestellten Manufakturwaren, Herren- und Damenkonfektion, Wäsche, Weiß-, Woll- und Kurzwaren, aber auch Haushaltswaren, Geschenkartikel und Spielwaren angeboten wurden.[5]

Aalen Heilbron Kaufhaus 1926
Kaufhaus Heilbron in Aalen 1926 – Mit Genehmigung der Stolperstein-Initiative Aalen

1931 beendete Eduard Heilbron sicher nicht nur aus gesundheitlichen Gründen seine Berufstätigkeit. Die NSDAP hatte schon lange zuvor gegen das Warenhaus gehetzt und in ihrer Chronik im Jahr 1929 notiert: „Auch hier beginnt jetzt die Judenfrage ihre traurige Rolle zu spielen. Dass der Warenhausjude Eduard Heilbron und sein schmieriger Schwiegersohn Wartzki jemals in den Mauern unserer Stadt Aufnahme gefunden haben, bleibt eine ewige Schande.“[6] Das Gebäude wurde für monatlich 1.050 RM verpachtet, zunächst an eine Handelsgesellschaft Wohlwert Staufia G.m.b.H., Göppingen,[7] dann im Juni 1934 an die aus Erfurt stammenden jüdischen Kaufleute Alfred und Kurt Biermann, die die Zeichen der Zeit offenbar nicht wirklich wahrgenommen hatten. Nach der Reichspogromnacht, in der auch die Scheiben des ehemaligen Kaufhauses Heilbron zerschlagen wurden, brachte die Gestapo die beiden neuen Inhaber in die Konzentrationslager Dachau bzw. Buchenwald.[8]

Die arische Frau von Alfred Biermann und ihre Schwester versuchten zunächst den Geschäftsbetrieb durch eine „Namensarisierung“ aufrechtzuerhalten. Das Geschäft firmierte in der folgenden Zeit zunächst unter den Mädchennamen der beiden als Knieser KG, wurde dann 1940 in „Kaufhaus Helm“ umbenannt, nachdem Hedwig Knieser, vormals Biermann, im gleichen Jahr einen arischen Kaufmann namens Georg Helm geheiratet hatte. [9]

Im April desselben Jahres wurde der inzwischen in Wiesbaden lebende Eigentümer des Hauses, Eduard Heilbron, gezwungen, die Immobilie an die Knieser KG zu verkaufen. Ursprünglich, so war es im Kaufvertrag vereinbart, sollte der Preis bei 120.000 RM liegen.[10] Dieser ursprünglich vom Landrat genehmigte Vertrag wurde vom Württembergischen Wirtschaftsminister wiederum nur unter der Voraussetzung bewilligt, dass der Kaufpreis auf 80.000 RM gesenkt würde. Weil man offensichtlich von Staats wegen sich für die neuen Käufer, die „Knieser AG“ bzw. Georg Helm, eingesetzt hatte, forderte der Fiskus nun auch seinen Anteil, nämlich 20.000 RM als sogenannte „Ausgleichsabgabe“ vom Käufer. [11] Der Einheitswert des Geschäftshauses samt Grundstück wurde einfach auf 80.000 RM herabgesetzt. Käufer und NS-Fiskus wollten sich nun die Differenz zwischen altem und neuem Preis teilen. Eduard Heilbron legte dagegen allem Anschein nach Widerspruch ein, denn ein weiteres Schreiben des Württemberger Wirtschaftsministeriums an Eduard Heilbron vom 27. März 1941, das Bezug auf dessen Beschwerde vom 4. Februar 1942 nahm, wurde der Kaufpreis dann wieder angehoben und zwar auf 100.000 RM. Der alte Kaufpreis von 120.000 RM sei allerdings völlig überhöht gewesen, urteilte der zuständige Sachbearbeiter im Ministerium. Ob damit auch die Ausgleichsabgabe hinfällig wurde, ist aus den Akten nicht zu entnehmen. Aus einer Notiz der Entschädigungsbehörde ergibt sich aber, dass Heilbrons tatsächlich 100.000 RM in zwei Raten gezahlt wurden. Nach Abzug der auf dem Grundstück lastenden Schulden wurde ihnen die Restkaufsumme von 20.000 RM auf ein selbstverständlich gesichertes Konto übertragen, auf das sie keinen freien Zugriff hatten.[12]

Insgesamt eine fürwahr gelungene Arisierung, in der nicht nur das Eigentum, sondern zugleich quasi auch eine Ehe arisiert worden war. Vom 22. April 1940 an prangte am ehemaligen „Kaufhaus Heilbron“ im Aalen bis 1947 das neue nun „deutsche“ Firmenschild „Kaufhaus Helm“.

Die erwähnte Sicherungsanordnung unter dem Aktenzeichen JS 296 für die Konten der Heilbrons war bereits am 19. Januar 1940 ergangen. Zu diesem Zeitpunkt war der Verkauf des Hauses noch im Genehmigungsverfahren, wie man der Akte entnehmen kann. Eduard Heilbron hatte aber schon den zunächst oktroyierten Preis von 80.000 RM als Teil seines Vermögens in der mit der Anordnung verbundenen Forderung zur Abgabe einer Vermögensaufstellung angegeben. Diesem Betrag standen aber Schulden in Höhe von fast 60.000 RM gegenüber, sodass er ein Reinvermögen von rund 21.000 RM angeben konnte. Seine Lebenshaltungskosten beliefen sich auf 609 RM. Die Devisenstelle genehmigte ihm diesen Betrag ab Februar 1940 als monatlichen Freibetrag.[13]

Den relativ hohen Betrag für den Lebensunterhalt begründete Eduard Heilbron gegenüber der Behörde mit den Kosten für die Unterbringung des Sohnes Willi in der Heil- und Pflegeanstalt Rommelshausen, die zur Anstalt Stetten gehörte. 420 RM kostete diese Unterbringung monatlich, also Zweidrittel des zugestandenen Betrags. Eduard Heilbron gab in der Erklärung an, dass Willi bereits seit frühester Kindheit an einem psychischen Leiden erkrankt sei.[14] Am 12. Oktober 1911 war er erstmal als Siebenjähriger für etwa eineinhalb Jahre dort zur stationären Behandlung aufgenommen worden. Von 1921 bis zum 10 September 1940 lebte er dann auf Dauer in einem der Heime der Anstalt Stetten. An diesem 10. September 1940 wurde Willi auf Anordnung des Württembergischen Innenministeriums im Rahmen der T4-Aktion mit anderen Patienten in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort noch am gleichen Tag ermordet.[15] Den Eltern wurde der Mord verschwiegen. Sie erhielten auch nicht die sonst üblichen Benachrichtigungen über eine plötzlich aufgetretene Blinddarmentzündung, Blutvergiftung oder dergleichen, mit der der Mord vertuscht werden sollte. Aber immerhin muss ihnen die geplante Verlegung des Sohnes, allerdings ohne Angabe des Zielorts, wohl mitgeteilt worden sein, denn Eduard Heilbron hatte das Innenministerium um Rücknahme der Verlegungsanordnung gebeten  und versucht das Kind in einer anderen Anstalt unterzubringen. Man kann vermuten, dass er eine Ahnung von dem hatte, was geplant war. Eine Antwort des Innenministeriums blieb aus. Am 25. September fragte Eduard Heilbron noch einmal in Rommelshausen an, wohin man seinen Sohn verbracht habe. Er hoffte noch, dass man in dem neuen Heim seine Adresse nicht kenne, er nur deswegen ohne Nachricht geblieben sei. Man teilte ihm von Stetten aus aber mit, dass die Adresse in den Akten stehe, die der Sohn bei seiner Verlegung mitgebracht habe.[16] Kein Wort davon, dass er schon vor zwei Wochen umgebracht worden war.

Wie der Vater von seinem Tod erfuhr ist nicht bekannt. Seine Urne wurde aber auf dem jüdischen Friedhof an der Platter Straße in Wiesbaden beigesetzt.

 

Zu dieser Zeit war die Tochter Irene schon im südamerikanischen Exil. Sie hatte am 26. Januar 1927 den am 1. März 1897 in Königshütte / Oberschlesien geborenen Kurt Wartski geheiratet. Dieser hatte sich im Ersten Weltkrieg freiwillig gemeldet, wurde mehrfach verwundet, diente aber dennoch nach dem Krieg weitere zwei Jahre als Grenzschützer in Oberschlesien, nicht auszuschließen, dass dies in einem der berüchtigten Freikorps geschah.[17]

Kennengelernt hatte sich das Paar wohl in Aalen, wo der gelernte Dekorateur und Schildermaler bis 1931 im Kaufhaus Heilbron angestellt war.

Nachdem Eduard Heilbron sich aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte, verließen auch Irene und Kurt Wartski Aalen und zogen nach Bad Kreuznach, wo Kurt den Lebensunterhalt als „Wanderdekorateur“ verdiente. [18] Das Einkommen reichte aus, um die wachsende Familie zu versorgen, die vom Juni 1932 für fast genau ein Jahr in Bad Kreuznach in der Karlstr. 19 lebte.[19]

Unmittelbar nach dem Machtantritt des Nazis muss es in Bad Kreuznach zu gewalttätigen Übergriffen gegen die Juden gekommen sein. Ein stadtbekannter Nazi und Redakteur des „Angriffs“, genannt „Knüppelkuntze“, habe ihn durch einen Bauchschuss schwer verwundet, sodass er unmittelbar darauf nach Frankreich, nach Paris, geflohen sei, gab er im späteren Entschädigungsverfahren zu Protokoll.

Seine Frau sei mit den Kindern und unter Zurücklassung der gesamten Einrichtung sechs Wochen später gefolgt. Ihr Reisepass, der im Original erhalten geblieben ist, wurde am 6. Juni 1933 in Bad Kreuznach für diese Flucht ausgestellt. Er spiegelt zumindest zum Teil die entbehrungsreiche Odyssee der Familie, zu der bald sechs Kinder gehören sollten, davon vier Kleinkinder bzw. Säuglinge, in den folgenden Jahren wider.[20]

Mit Ausstellung des Passes hatte sie ein bis zum 5. Juli 1933, also auf vier Wochen befristetes Visum für die Ausreise nach Frankreich erhalten. Am 8. Juni überschritten sie die Grenze, eine Arbeitserlaubnis hatten sie –so ist es ausdrücklich im Pass vermerkt – für Frankreich nicht. Im August 1935 wanderten sie gemeinsam weiter nach Spanien, wo zumindest Irene ebenfalls eine Arbeitserlaubnis versagt blieb. Ihr Mann gab aber später an, hier in seinem erlernten Beruf gearbeitet zu haben und auch angemessen bezahlt worden sein.[21] Im baskischen Bilbao, wo sie untergekommen waren, wird es die erhoffte Sicherheit kaum gegeben haben, denn bereits jetzt waren die Konflikte im Vorfeld des Bürgerkriegs, oft schon gewaltsam ausgetragenen, überall zu spüren. Bald schon mussten sie Spanien wieder verlassen.

Aber ob die Angabe von Irene Wartski, die dortige „Linksregierung“ habe sie „mit allen Kindern nach Deutschland zurückgeschickt“ wirklich richtig ist, muss bezweifelt werden. Erst im Februar 1936 gelangte die Volksfront an die Macht, im Pass ist aber als Datum des Übertritts über die französischen Grenze schon der 18. Dezember 1935 angegeben. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass lokale Behörden im Baskenland eine solche Ausweisung anordneten und mit Hilfe des deutschen Konsuls auch umsetzten. Nach Darstellung von Kurt Wartski hatten sie nämlich auf „Veranlassung des deutschen Konsuls in Bilbao“ einen Flüchtlingstransport bestiegen.[22] Aber erst ein weiteres halbes Jahr später betraten sie bei Saarbrücken wieder deutschen Boden. „Der Passinhaber hat heute als Spanien-Flüchtling die Reichsgrenze überschritten,“ ist mit Datum 3. August 1936 in Irene Wartskis Pass eingetragen.

Sie gingen nach Wiesbaden, wo die Eltern von Irene noch in der Klopstockstraße lebten. In der Taunusstr. 19 sollen sie, so die Erinnerung eines ehemaligen Mitbewohners „längere Zeit bis 1937 oder 1938“ gewohnt haben und bestätigten damit die Angaben von Kurt Wartski.[23] Arbeit hatten sie als Juden hier aber nicht finden können, somit waren sie auf die Unterstützung der Verwandtschaft, besonders der Eltern bzw. Schwiegereltern, angewiesen.

Zwar war ihnen vom Konsul in Bilbao versichert worden, auch als Jude gefahrlos nach Deutschland zurückkehren zu können, dennoch wurde Kurt Wartski, etwa ein halbes Jahr nach nachdem sie deutschen Boden betreten hatten, im Januar 1937 als „Rückwanderer“ von der Gestapo im Polizeigefängnis Wiesbadens in „Schutzhaft“ genommen.

Nur unter der Bedingung, dass die Familie nicht nur Deutschland, sondern diesmal Europa wieder verlässt, sei er damals im Mai 1937 wieder frei gekommen, nachdem seine Frau die notwendigen Unterlagen besorgt hatte. Am 15. April 1937 war sein Pass hier in Wiesbaden um ein Jahr verlängert worden, doch die Ausreise verzögerte sich bis September. Jeden Tag habe er sich in dieser Zeit bei der Gestapo melden müssen. Am 2. September – so ist im Pass zu sehen – wurde für 50 RM vom Wiesbadener Polizeipräsidenten ein „Dringlichkeitsbescheinigung nach Columbien erteilt“ – was immer das heißt. Vom Frankfurter Konsulat Kolumbiens hatten sie ein Einreisevisum erhalten. Die Gestapo begleitete die Familie bis an die Grenze bei Saarbrücken. Erst hier wurden ihnen die Pässe für die Weiterreise ausgehändigt.

Diese zweite Flucht, die eigentlich eher eine Vertreibung war, rettete sie zumindest vor der Vernichtung, aber sie verlief alles andere als glücklich. Wieder ging es zunächst über Frankreich – das Durchreisevisum schloss diesmal ausdrücklich die Einreise nach Spanien und seine Einflussgebiete in Marokko aus – nach Südamerika. Von La Rochelle aus traten sie auf der „Santa Ines“ ihre Fahrt an. An der ersten Zwischenstation, dem spanischen Oropesa, kamen sie wegen eines heftigen Sturmes erst verspätet an und verpassten das nächste Schiff, das sie über den Atlantik bringen sollte.[24] Die genaue Route ist nicht bekannt, nur ein Visum Panamas markiert in den beiden Pässen den ungefähren Weg nach Kolumbien, das sie im Oktober 1937 erreichten.

In der Hauptstadt Bogota fand die achtköpfige Familie zunächst eine Zuflucht und Kurt Wartski konnte hier bald wieder seinen erlernten Beruf ausüben. Aber das Höhenklima – die Stadt liegt auf 2650 Metern – vertrugen wie so viele andere Emigranten auch sie nicht. Besonders Kurt Wartski muss darunter gelitten haben. Deshalb entschloss man sich nach eineinhalb Jahren in das auf nur 1500 Meter liegende Cali zu übersiedeln. Die folgenden Jahre hat die Familie in großer Armut verbracht, wie Irene Wartski berichtete. Neben immer wieder auftretenden Malarieanfällen bei den Eltern – die Kinder blieben verschont – seien die mangelhafte Ernährung, die ständige Anspannung bei der Bewältigung des Alltags, die Sorgen um die in Deutschland zurückgebliebenen Verwandten und die Anstrengungen der Flucht die Gründe dafür gewesen, dass sie seit dieser Zeit an einer Vielzahl körperlicher Gebrechen und Krankheiten zu leiden hatte. Zudem wurden in diesen schweren Jahren noch zwei weitere Kinder geboren – kaum vorstellbar, mit welchen Entsagungen, mit wie viel Entbehrungen diese „geglückte“ Flucht verbunden gewesen sein muss.

 

Auch wissen wir nicht, ob der Kontakt zu den Eltern in Wiesbaden aufrechterhalten werden konnte. Seit dem 1. Mai 1940 wohnten diese im Judenhaus Alexandrastr. 6. Zwar sind die genauen Hintergründe des Umzugs nicht bekannt, man kann angesichts des Zeitpunktes dennoch vermuten, dass diese Einquartierung erzwungen worden war.

Ein Großteil der wertvollen Wohnungseinrichtung, von der nicht nur die Tochter, sondern auch Bekannte bzw. Verwandte des Ehepaars zu berichteten wussten,[25] wird vermutlich schon anlässlich dieses Wohnungswechsels verloren gegangen, d.h. in einem der Auktionshäuser Wiesbadens verschleudert worden sein.

Eduard und Frieda Heilbron hatten sogar offensichtlich die schwache Hoffnung aus Deutschland noch herauskommen zu können. Die Aalener Hausverwaltung hatte im Januar 1941, nach dem Verkauf des Hauses, bei der Devisenstelle Frankfurt angefragt, wohin sie den Betrag für die Reichsfluchtsteuer in Höhe von 12.000 RM überweisen solle. Noch im November 1941, im Oktober war gerade ein generelles Auswanderungsverbot für Juden von der Reichsregierung erlassen worden, machte das Finanzamt Wiesbaden die Devisenstelle darauf aufmerksam, dass Heilbrons auszuwandern gedenken.[26] Natürlich war das zu diesem Zeitpunkt ein völlig illusionäres Unterfangen, gleichwohl hatte der Staat die fällige Steuer offenbar kassiert.

Wie das Jahr zwischen dieser Meldung aus dem November 1941 und der Aufforderung der Devisenstelle im Juni 1942, eine aktuelle Aufstellung der Lebenshaltungskosten zu übermitteln, verlaufen ist, ist nicht bekannt. Zeugnisse aus dem Innenleben des Hauses liegen nicht vor.[27]
Das Ehepaar war für den am 1. September 1942 anberaumten Transport nach Theresienstadt vorgesehen. Zwei Tage zuvor, am 30 August 1942, verstarb Eduard Heilbron. Über die Umstände seines Todes gibt es unterschiedliche Versionen. Auf seiner Gestapo-Karteikarte ist zwar „Selbstmord“, im offiziellen Eintrag im Sterberegister jedoch „Herzmuskelinfarkt“ vermerkt.[28] Seine Tochter gab später an, er sei bei der „Verhaftung durch die Staatspolizei“ verstorben, was sie allerdings nicht auf Grund eigener Zeugenschaft aussagen konnte.[29]

Dennoch spricht einiges für diese Variante. Das Schreiben der „Reichsvereinigung der Juden Deutschlands“ vom 20. August 1942, in dem den zu Deportierenden der genaue Ablauf mitgeteilt wurde, besagt, dass sich die Betroffenen am Samstag, den 29. des Monats bis 13 Uhr im Synagogengebäude in der Friedrichstraße mit ihrem Gepäck einzufinden hätten – „Einlass ab 10 Uhr“.[30] Allem Anschein nach war Eduard Heilbron hier nicht erschienen, wenn er einen Tag später in seiner Wohnung verstarb. Es könnte also sein, dass die Gestapo ihn hier abholen wollte und er dabei vor Aufregung einem Herzanfall erlag. Selbstmorde von Juden unmittelbar vor den jeweiligen Deportationen ausgeführt, wurden in den Sterberegistern keineswegs verheimlicht, sodass die angegebene Todesursache nicht in Zweifel gezogen werden muss. Unklar ist allerdings, wo sich seine Frau Friederika zu dieser Zeit aufhielt, ob sie der Aufforderung alleine Folge geleistet hatte oder sich ebenfalls noch in der Wohnung befand. Sie wurde – ohne bei der Beerdigung ihres Mannes am gleichen Tag auf dem jüdischen Friedhof an der Platter Straße teilnehmen und sich von ihm verabschieden zu können – wie geplant am 1. September über Frankfurt nach Theresienstadt deportiert. Nach vier Wochen, am 29. September, wurde sie und 268 weitere Opfer mit dem Transport 1653 weiter nach Treblinka gebracht und ermordet.[31]

 

Die Tochter Irene Wartski gehört zu den wenigen ehemaligen jüdischen Bürgern Wiesbadens, die nach dem Krieg zurückkehrten.[32] Wegen der klimabedingten gesundheitlichen Probleme hatten ihr Mann und sie sich dazu entschlossen und waren zunächst 1957 für elf Monate nach Deutschland gekommen. Weil aber die Kinder und Enkel in Kolumbien zurückgeblieben waren, sie sich hier relativ schnell wieder erholt hatten, wagten sie dann doch noch einmal in das Land ihres Exils zurückzukehren. Auch mussten, sollte es zur endgültigen Übersiedlung nach Deutschland kommen, dort die Verhältnisse geklärt, vorhandenes Eigentum verkauft und der noch unmündige Sohn Peter geholt werden. Da sich ihr Gesundheitszustand dort zudem sehr schnell wieder verschlechterte, entschlossen sie sich 1961 zu diesem Schritt. Von Bremerhafen kommend trafen sie am 6. April mit ihrem jüngsten Sohn, der in Deutschland studieren sollte, in Wiesbaden ein. Es ist zwar nur eine Marginalie, aber dennoch bezeichnend dafür, wie man hier damals mit den Opfern des Nationalsozialismus umging: Das Hotel, das sie bezogen hatten, mussten sie am gleichen Abend wieder verlassen, weil die Zimmer für einen Ärztekongress gebraucht wurden![33]

Für die Zurückgekommenen begann nun der lange Kampf mit den Behörden um Entschädigungen, um Rente, um Erstattung von medizinischen Kosten und vieles andere mehr. Der kleine Laden für Kurz-, Weiß- und Wollwaren, Spielsachen und Papierwaren, den sie am 2. Januar 1962 mit einem Teil der Entschädigungssumme in der Blücherstr. 27, wo sie im zweiten Stock auch wohnten, eröffnet hatten, warf jedoch keinen Ertrag ab. Im Gegenteil, man machte nur Verluste. Beide litten weiterhin an den gesundheitlichen Folgen des Exilaufenthalts, sodass der Laden oft nicht geöffnet werden konnte. Nachdem Kurt Wartski am 1. Mai 1963 im Alter von 66 Jahren verstorben war, gab die Witwe im folgenden Jahr das Geschäft auf.[34]

Am 20. Mai 1997 ist sie in Cali, der Stadt, in der sie die Nazizeit unter schwierigsten Bedingungen überlebte und wo die Familien ihrer vielen Kinder noch immer lebten,[35] im hohen Alter von fast 90 Jahren verstorben.[36]

Juden Judenhaus Wiesbaden Alexandrastr. 6
Stolpersteine in Aalen für die Familie Heilbron/ Wartzky

Fast zwanzig Jahre später wurden am 21. Februar 1918 in Aalen die ersten Stolpersteine verlegt. Sie erinnern in der dortigen Bahnhofstr. 18 an das Schicksal der Familie Heilbron / Wartski, das über viele Jahre eng mit Wiesbaden verbunden war.

 

 

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Anmerkungen:

 

[1] Unbekannte Liste X 1 1942.

[2] HHStAW 518 14201 (66). So die Auskunft des Finanzamts Aalen 1958. Im Familienregister der Stadt Aalen ist festgehalten, dass die Familie am 15.8.1931 nach Wiesbaden verzogen war, siehe Familienregister der Stadt Aalen Fam. Reg. AAH II S. 259-260.

[3] Sein Vater war Moses Heilbron, die Mutter Julia war eine geborene Samuel, siehe Familienregister der Stadt Aalen Fam. Reg. AAH II S. 259-260. Zwar gab es in Hagen eine größere Zahl Familien namens Heilbron, eine genauere genealogische Zuordnung war bisher aber nicht möglich. Auch weitere Informationen zum familiären Hintergrund konnten bisher nicht ermittelt werden.

[4] Zacharias Stern war am 9.10.1835 in Heddesheim geboren worden und starb hier auch am 19.1.1892. Die Eltern waren Elias und Philippina, geb. Ehrenstamm. Sara Mendel war am 5.6.1836 in Niederwiesen geboren worden. Sie verstarb am 26.4.1924 in Heddesheim, dem heutigen Guldental, wo auch ihr Mann begraben ist.

Die acht Kinder der Familie Stern waren: Stern, Moses geb. 29.12.1863 in Heddesheim (Beruf wie der Vater), gest. 24.04.1943 Theresienstadt (deportiert am 25.07.1942); verheiratet mit Kahn, Lina, zuletzt wohnhaft in Duisburg; Stern, Markus geb. 27.02.1866 in Heddesheim, deportiert nach Theresienstadt, am 25.07.1942 weiter nach Treblinka, Todestag unbekannt, verheiratet mit Vogel, Fanny, zuletzt wohnhaft in Duisburg; Stern, Benedict, geb. 15.12.1867 in Heddesheim, weiter nichts bekannt; Stern, Friederika geb.26.04.1870 Heddesheim; Stern, Ludwig, geb. 19.06.1872 Heddesheim, weiter nichts bekannt; Stern, Bertha geb. 09.01.1875 Heddesheim, gest.  21.03.1937 Bad Kreuznach; Stern, Rosalia geb.11.02.1877 Heddesheim, gest. 17.09.1877 Heddesheim; Stern, Heinrich, geb.31.08.1879 Heddesheim,  deportiert am 01.12.1941 nach Riga-Jungfernhof, Todestag unbekannt, verheiratet mit Lindauer, Auguste, zuletzt wohnhaft in Stuttgart. Die Informationen zur Familie Stern verdanke ich einer Mitteilung des Standesamts Langenlonsheim. Die Geburtsurkunde von Friederika Stern mit den Angaben zu den Eltern ist auch in der Entschädigungsakte ihrer Tochter Irene Gisela enthalten, siehe HHStAW 518 43509 (11).

[5] HHStAW 518 14201 (10, 24). Nicht gesichert sind die Angaben über die Zeitangabe über den Kauf des Hauses und die Eröffnung des Geschäfts. Hier wurden die neueren Angaben übernommen, die einem Zeitungsartikel von Erwin Hauer über das Schicksal des Hauses in der „Reichspogromnacht“ entstammen, siehe Schwäbische Post vom 08.11.2005. Die Tochter der Heilbrons, Irene Wartski, hatte in einer eidesstattlichen Erklärung vom 8.7.1957 angegeben, die Firma sei 1903 gegründet worden, also noch vor dem Kauf des Hauses. Siehe HHStAW 518 14201 (24). Möglichweise gab es zuvor ein Geschäft unter einer anderen Adresse.

[6] Zitiert nach Bauer, Karlheinz, Juden im Raum Aalen, in: Aalener Jahrbuch 1984, S. 327. Siehe hier auch die Berichte über die weiteren Anfeindungen, die die Familie Heilbron und die anderen Juden zu etragen hatten, i.B. S. 327-329.

[7] HHStAW 518 14201 (105).
Bauer, Juden im Raum Aalen S. 329 berichtet über die weiteren Geschehnisse und zitiert hier erneut den „Chronisten“ der örtlichen NS-Bewegung, einen Studiendirektor Mutschler:
„Mutschler berichtete darüber: ‚Am 18. September wurde dieses Ramschgeschäft mit echt jüdischen Lockmitteln eröffnet, und der Zulauf war dementsprechend!’ Zur Eröffnung gab es Omnibusfreifahrten für die Kundschaft aus der ländlichen Umgebung. Die örtlichen gewerblichen Vereine hatten vergeblich Protest gegen dieses Geschäft erhoben und die NSDAP agitierte gegen das Unheil der jüdischen Warenhäuser. Am 3. Oktober fand ein öffentlicher Vortrag über ‚Warenhäuser – die Vernichter des Mittelstands’ statt. Der Besuch war schwach. Irgend jemand hatte behauptet, daß an dem Wohlwert-Bau auch ein Nationalsozialist mitgearbeitet habe. ,Mit diesem Einwand, der dann immer wieder ins Feld geführt wurde, glaubte man sich rechtfertigen zu können, wenn man jetzt mit Vorliebe bei Wohlwert einkaufte!’“

[8] Alfred Biermann wurde nach seiner Freilassung später erneut verhaftet und nach Auschwitz verbracht, wo er am 11.8.1941 ums Leben kam, Kurt Biermann gelang zunächst nach seinem KZ-Aufenthalt in Buchenwald die Flucht über Belgien nach Frankreich, aber auch er wurde festgenommen und gelangte ebenfalls nach Auschwitz. Sein Tod ist im Gedenkbuch des Bundesarchivs mit dem 4.9.1942 datiert.

[9] Zuvor war die Ehe mit Alfred Biermann am 14.2.1939 aufgehoben worden. Unter dem Namen „Kaufhaus Helm“ firmierte das Geschäft bis 1947, bevor es an die Firma Coop verkauft wurde, siehe Schwäbische Post vom 8.11.2005.

[10] HHStAW 518 1201 (113) Ein zuvor vereinbarter Verkauf des Hauses an die Kreissparkasse Aalen war von der „Ministerialabteilung für Bezirks- und Körperschaftsverwaltung“ nicht genehmigt worden, siehe HHStAW 519/3 288 (6).

[11] HHStAW 518 14201 (114).Rechtliche Basis für die Abgabe war §15 der Verordnung vom 15.12.1938. Siehe dazu oben Kapitel „Der große Raubzug“.

[12] HHStAW 518 14201 (113) und HHStAW 519/3 288 (14).

[13] HHStAW 519/3 288 (1, 3, 4).

[14] Die Schwester gab an, dass Willi sich zunächst ganz normal entwickelte, dann aber im 4. Lebensjahr nach einer Diphtherieerkrankung und der Behandlung mit einem nicht genannten Serum sich psychisch derart veränderte, dass er in einer Heil- und Pflegeanstalt untergebracht werden musste. HHStAW 518 43509 (73 f.).

[15] Die zeitliche Angabe über die Ermordung  auf dem Eintrag im Namen- und Gedenkbuch der Gedenkstätte Grafeneck. Laut Eintrag im Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz und im Familienregister der Stadt Aalen Fam. Reg. AAH II S. 259-260 fand die Tötung erst am 22.9.1940 statt.

[16] Die Dokumente über den Schriftwechsel zwischen der Anstalt Stetten und Edurad Heilbronn und auch den dort eingetragenen Todestag verdanke ich Herrn Wieland von der Stolpersteininitiative Aalen, die sich ebenfalls mit dem Schicksal ihres ehemaligen jüdischen Mitbürgers Eduard Heilbronn und seiner Familie befasst.

[17] In einem undatierten Brief an die Entschädigungsbehörde gibt er sehr detailliert Auskunft über diese Phase seines Lebens Er schreibt, dass er sich freiwillig  zum Grenadierregiment in Schweidnitz gemeldet habe, dann bis 1918 an der Front im Infanterieregiment 23 des 6. Armeekorps, nur unterbrochen von den zwei Verwundungen, gedient habe. Als Auszeichnungen habe er das EK II und den Orden Schlesischer Adler 2. und 1. Klasse, zudem das Verwundetenabzeichen erhalten. Bei der nach dem Ersten Weltkrieg anberaumten Abstimmung über die Zugehörigkeit Oberschlesiens habe er gegen Polen und für das Deutsche Reich votiert. Alle diese Angaben deuten doch eher auf eine solche zumindest früher vorhandene nationale Haltung hin. Sicher schwingt in der Betonung der erbrachten Leistungen und Opfer auch die Enttäuschung über den „Undank des Vaterlandes“ mit. HHStAW 518 56377 (75).

[18] HHStAW 518 56377 (107). Seine Eltern waren Adolf Wartski und dessen Frau Sara, geb. Goldstein, siehe HHStAW 518 56377 (4).

[19] HHStAW 518 56377 (48). Aufenthaltsbescheinigung. Inzwischen waren die Kinder Werner (1927), Inge (1928) und Herbert (1931) geboren worden und Irene war im Sommer 1933 erneut hochschwanger mit dem vierten Kind Marlene. Siehe Im Eintrag im Reisepass von Irene Wartski HHStAW 518 14201.

[20] Der Reisepass ist im Original in der Entschädigungsakte HHStAW 518 14201 enthalten. Weitere Informationen zur Emigrationsgeschichte enthält die Anamnese eines Arztes von Irene Wartski aus dem Jahr 1963, siehe HHStAW 518 43509 (71-78) und Briefe von Kurt Wartski an die Entschädigungsbehörde, siehe HHStAW  518 56377. Im Reisepass von Irene Wartski sind neben den bereits genannten noch die folgenden Kinder eingetragen: Marlene wurde am 11.7.1933 kurz nach der Fluch und die Zwillinge Lilian und Alice am 10.7. 1934 geboren. Später kamen noch Susanne und Peter hinzu, letzterer am 7.12.1943 im kolumbianischen Exil.

[21] HHStAW 518 56377 (109).

[22] HHStAW 518 56377 (75, 109). In der letzten Quelle gibt Kurt Wartski an, mit „dem Kriegsschiff ‚Bessel’ unter Zurücklassung von Hab und Gut nach Deutschland zurück gekehrt“ zu sein.

[23] HHStAW 518 14201 (12, 16).

[24] HHStAW 518 56377 (72).

[25] HHStAW 518 14201 (28)

[26] HHStAW 519/3 (11, 21). In HHStAW 518 14201 (26) wurde 1957 vom Finanzamt Wiesbaden bestätigt, dass für Eduard Heilbron eine Reichsfluchtsteuer von 8.149 RM festgesetzt und auch entrichtet worden sei.

[27] Die recht genaue Aufstellung der Lebenshaltungskosten gibt aber zumindest einen Einblick in die Lebensgestaltung jüdischer Bürger in der damaligen Zeit. Aus der Gesamtsumme von 480 RM ergibt sich aber, dass die Angaben nur für die Gruppe der Glaubensbrüder gilt, die deutlich mehr als der Durchschnitt an Einkommen zur Verfügung hatte. Die Miete betrug 110 RM, für Heizung Energie fielen etwa 50 RM an, für Lebens- und Genussmittel wurden 200 RM veranschlagt, 20 RM für Arznei (beide chronisch krank), 20 RM für die Reinigung, 30 RM für die Putzfrau, 20 RM für anfallende Reparaturen an Kleidung, Schuhen und Haus, 15 RM für Ersatzanschaffungen, mit 10 RM .wurden Bedürftige unterstützt, für Sonstiges (Friseur) wurden 5 RM ausgegeben. HHStAW 519/3 288 (23).

[28] Sterberegister der Stadt Wiesbaden 1942/1847. Gemeldet wurde der Todesfall von Ludwig Fried aus der Kapellenstr. 26, der Dank der Tatsache, dass er in einer Mischehe lebte, den Holocaust überlebte.

[29] HHStAW 518 14201 (10).

[30] Zit. nach: Juden in Wiesbaden, a.a.O. S. 67.

[31] http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/14407-friederike-heilbronn/. (Zugriff: 18.11.2017). Siehe auch Gottwaldt, Schulle, Judendeportationen, a.a.O. S. 319 f.

[32] Die Autoren des Ausstellungskatalogs „Juden in Wiesbaden“ geben die Zahl der Zurückgekehrten mit 10 an, siehe Juden in Wiesbaden, a.a.O. S. 66.

[33] HHStAW 518 43509 (26).

[34] HHStAW 518 43509 (121-126)

[35] Siehe dazu die Anm. oben. In GENI sind die weiteren Mitglieder der Familie verzeichnet, siehe https://www.geni.com/family-tree/index/6000000000296575888. (Zugriff: 18.11.2017).

[36] Eintrag in der Genealogischen Datenbank der Paul-Lazarus-Stiftung Wiesbaden. Ein Bild des Grabsteins ist zu finden: http://www.cementeriohebreodecali.com/node/1391 (Zugriff: 18.11.2017). Sie muss um 1996 Deutschland wieder verlassen haben, denn letztmalig ist sie im Wiesbadener Adressbuch von 1994/95, hier mit der Adresse Drei-Lilienplatz 1 eingetragen.