Emmy Vogel

Wiesbaden, Guthmann Jakob, Berthold, Claire Paul Charlotte Opfermann
Das Judenhaus in der Bahnhofstr. 25 heute
Eigene Aufnahme
Wiesbaden Bahnhofstr. 46 Sebald Strauss
Lage des Judenhauses
Judenhaus Wiesbaden Juden
Belegung des Judenhauses Bahnhofstr. 25

 

 

 

 

 


Obwohl Emmy Vogel 1882 in Wiesbaden geboren wurde, sie zudem mütterlicherseits wie auch väterlicherseits aus sehr alten jüdischen Familie abstammte, die zum Teil bis weit in das frühe 1800 Jahrhundert nachweisbar sind, gibt es nur wenige Informationen über sie selbst. Nicht einmal eine einzige Akte ist im Hessischen Hauptstaatsarchiv über sie vorhanden.

Inzwischen ist aber auch die väterliche Linie von der aus Jugenheim in Rheinhessen stammenden Emmy Vogel sehr gut aufgearbeitet worden.[1] Ihr Urgroßvater war der um 1766 geborene Raphael Vogel, der mit Bella / Martha Teutsch verheiratet war. Aus dieser Ehe sind – soweit bekannt – sechs Kinder hervorgegangen. Eines davon war Moses Vogel, der am 8. Juli 1798 geboren wurde und mit Eva Haas aus Stadecken bei Limburg vermählt war. Die beiden hatten elf Kinder, von denen Salomon, der Vater von Emmy, das sechste war.[2]

Emmy Vogel, Judenhaus, Bohnhofstr. 25, Wiesbaden, Juden Wiesbaden
Stammbäume der Familien Vogel und Auerbach
(GDB-PLS)

Vermutlich im Jahr 1880 hatte dieser die aus Bonn stammende Henriette Auerbach geheiratet und sich mit ihr in Wiesbaden niedergelassen.[3] Hier war er als Weinhändler tätig, ein Beruf, der eine lange Tradition in der Familie hatte. Auch sein älterer Bruder Leopold Vogel, der Bertha Kahn aus Partenheim geehelicht hatte, war ebenfalls im Weinhandel aktiv. Er hatte vermutlich das väterliche Unternehmen übernommen und es später nach Wiesbaden verlegt. Wie aus seinem Testament hervorgeht, scheint er aber wesentlich erfolgreicher als sein Bruder Salomon gewesen zu sein.[4]

Die am 24. Juni 1836 in Bonn geborene Henriette Auerbach, Salomon Vogels Frau, kam aus einer bedeutenden Rabbinerfamilie. Nicht nur ihr Vater, der am 27. Februar 1810 in Neuwied geborene Dr. Aaron Auerbach, hatte von 1839 bis 1877 in Bonn die Stelle eines Oberrabbiners inne, auch ihr Großvater Abraham Auerbach, geboren um 1760 im elsässischen Buxweiler, übte dieses hohe Amt dort bereits vor seinem Sohn aus. Mehrere der acht Söhne – insgesamt hatte der zweimal verheiratete Abraham Auerbach siebzehn Nachkommen – waren in ihren Gemeinden als Rabbi tätig.[5] Kaum minder fruchtbar war die 1842 geschlossene Ehe von Aaron Auerbach und seiner am 16. Januar 1816 in Ladenburg geborenen Frau Eva Löwenthal. Sie gebar immerhin auch dreizehn Kinder, Henriette war das siebte.[6] Aaron Auerbach starb am 2. Dezember 1886, seine Frau am 13. Mai 1905. Beide sind auf dem jüdischen Friedhof in Bonn begraben.[7]

Judenhaus Wiesbaden, Juden, Bahnhofstr. 25
Grabstein von Aaron Auerbach
Steinheim-Institut: Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bonn-Schwarzrheindorf, bns-4074 URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bns-4074 (last modified – 2015-01-02 16:21)
Eva Chava Auerbach, geb. Löwenthal
Grabstein von Eva Auerbach, geb. Löwenthal
Steinheim-Institut: Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bonn-Schwarzrheindorf, bns-4073
URL: http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?id=bns-4073
(last modified – 2015-01-02 16:24)

In der Ehe von Henriette Auerbach und Salomon Vogel wurden zunächst die beiden Töchter Franziska und Emmy, danach die Söhne Max und Arnold geboren, Max am 25. September 1883 und Arnold am 8. März 1885.[8] In der Zeit als Emmy zu Welt kam, wohnte die Familie in Wiesbaden in der Oranienstr. 27. Nach der Geburt von Arnold verließ Salomon Vogel aus nicht bekannten Gründen die Familie und wanderte in die USA aus, wo er am 7. November 1907 verstarb.[9]

Darüber, wie Henriette Vogel es schaffte, die vier Kinder alleine aufzuziehen, ist nichts bekannt, aber es werden ganz sicher schwierige Zeiten für alle gewesen sein, auch dann, wenn sie möglicherweise von ihrer eigenen großen Familie oder der ihres Mannes unterstützt worden war.

Während die Mutter, die am 22. März 1936 in Wiesbaden verstarb, zwar die Machtübernahme der Nationalsozialisten noch erlebte, aber nicht mehr der Vernichtung anheimfiel, überlebte von den Kindern allein Max diese Schreckenszeit. Er soll am 24. November 1956 im Alter von 73 Jahren verstorben sein.[10] Wo und wie es ihm gelungen war, die Zeit zu überstehen, ist nicht bekannt.

Trotz der sicher nicht einfachen Kindheit war es der am 12. Dezember 1880 geborenen ältesten Tochter Franziska [11] gelungen, sich zu einer Opernsängerin ausbilden zu lassen. Zwar konnte nicht ermittelt werden, in welchen Häusern und mit welchem Erfolg sie damals aufgetreten war, aber auch unabhängig davon konnte sie durch ihre Heirat im Jahr 1913 mit dem Würzburger Kaufmann Karl Anton Lonnerstädter einen Platz in einem gehobenen bürgerlichen Milieu finden. Der Vater ihres Ehemanns, Meier Lonnerstädter war noch als Reisender mit Woll-, Weiß- und Strickwaren im Raum Würzburg unterwegs gewesen, hatte aber dann in der Stadt selbst ein Textilgeschäft eröffnet, das offensichtlich sehr gute Erträgnisse abwarf. Nach dem Tod des Vaters hatte Karl Anton das Geschäft zunächst mit seiner Schwester Emma übernommen, die aber nach ihrer Eheschließung aus dem Unternehmen ausstieg und nach Dresden verzog, sodass er ab 1912 Alleininhaber der Firma war.
In dem sehr zentral am Marktplatz 32 gelegenen Geschäftshaus wohnte zunächst auch das Paar zusammen mit Karl Antons Mutter[12] und seit 1914 mit der Tochter Gertrud, die am 17. Juni in Würzburg geboren worden war. Auch die Kriegsteilnahme des Firmeninhabers und die Weltwirtschaftskrise hatte die Geschäftsentwicklung offensichtlich kaum beeinträchtigt, denn 1932 zog die Familie in ein großes, sehr schön gelegenes Haus mit Garten um, das sie bald darauf auch käuflich erwerben konnte.
Aber bald danach begann der politisch erzwungene wirtschaftliche und gesellschaftliche Abstieg. 1938 musste das Geschäft an einen langjährigen Angestellten verkauft werden, sodass Karl Anton Lonnerstädter gezwungen war, eine Anstellung bei der Jüdischen Gemeinde anzunehmen. Dass im Jahr 1939 der NSDAP-Gauleiter Dr. Otto Hellmuth in ihre unmittelbare Nachbarschaft zog, wird dazu beigetragen haben, dass auch das Haus kein sicherer Rückzugsort mehr war. Die Tochter Gertrud hatte zu dieser Zeit Würzburg bereits verlassen und war in die USA ausgewandert. Die Eltern engagierten sich in ihrer Heimatstadt in dem 1933 in Berlin gegründeten Jüdischen Kulturbund, der gerade in den Jahren 1935-1938 den Würzburger Juden ein sehr vielfältiges und abwechslungsreiches Programm bot. Mit Konzerten, Kabarett- und Gesangsabenden versuchte man angesichts der immer unerträglicher werdenden Lebenssituation ein wenig Ablenkung zu verschaffen.[13] Auch Lönnerstädters drangsalierte man mit Hausdurchsuchungen aus willkürlichem Anlass, konfiszierte große Teile des Hausstandes und nötigte sie im Januar 1942 zum Verkauf des Hauses, sodass sie gezwungen waren, zunächst für ein halbes Jahr in das Judenhaus Hindenburgstr. 21, dann für ein weiteres Jahr in das Judenhaus in der Bibrastr. 6 zu ziehen. Bis Juni 1943 waren sie von den Deportationen auf wunderliche Weise verschont geblieben. Als aber im Mai 1943 Himmler die Anweisung erteilte, alle nicht in Mischehe lebenden Juden in Deutschland bis Ende Juni nach Theresienstadt oder Auschwitz zu verschleppen, gehörten auch Lonnerstädters zu den letzten noch verbliebenen jüdischen Ehepaaren. Sie waren unter den 7 Juden, die am 17. Juni zunächst nach Theresienstadt deportiert wurden, 56 weitere wurden am gleichen Tag direkt nach Auschwitz verfrachtet. Wiederum etwa ein Jahr später, am 16. Oktober 1944, mussten auch Karl Anton und Franziska Lonnerstädter von Theresienstadt die Fahrt nach Auschwitz antreten. Wann sie dort ermordet wurden, ist nicht bekannt.[14]

Jedenhaus Wiesbaden Bahnhofstr. 25 Emmy Vogel
Einwohnermeldekarteikarte Arnold und Selma Vogel
Institut für Stadtgeschichte Frankfurt a. M.
Judenhaus Wiesbaden Bahnhofstr. 25, Emmy Vogel, Arnold Vogel
Gewerbekartei Arnold Vogel
Instut für Stadtgeschichte Frankfurt a. M.

Wenige Informationen gibt es auch über das Schicksal des jüngsten Bruders Arnold. Wann er Wiesbaden, wo er am 8. März 1885 geborenen worden war, verlassen hat, ist nicht bekannt. Er lebte seit 1914, vermutlich aus der Hegelstr. 6 kommend, zusammen mit seiner aus Frankfurt stammenden Frau Selma Rosenthal in der Augsburger Str. 11, die ab 1934 in Ingolstädter Straße umbenannt worden war.[15] Mit dieser Adresse erscheint er mit der Berufsbezeichnung Kaufmann auch im Jüdischen Adressbuch Frankfurts aus dem Jahr 1935.[16] Aus dem Eintrag in der Gewerbekartei erfährt man, dass er zumindest seit 1932 einen Handel mit Bettfedern und Möbeln betrieb, der im Brückenweg 36 im zweiten Stock gelegen war. Im Zuge der Verhaftungen nach der Reichspogromnacht wurde auch Arnold Vogel nach Dachau verbracht und dort vom 14. November bis zum 9. Dezember 1938 festgehalten.[17] Nach seiner Rückkehr konnte er das Geschäft nicht weiter betreiben, am 19. Dezember wurde der Betrieb abgemeldet. Zuletzt lebte das Paar in Frankfurt in der Scheffelstr. 26.[18] Etwas verwirrend sind die letzten Eintragungen in der Meldekartei. Es heißt hier einerseits, dass er und seine Frau am 11. Juni 1942 evakuiert worden seien, daneben ist aber auch mit der Datumsangabe 18. November 1943 notiert, dass beide „n[ach] unbekannt“ verzogen seien.[19] Sollten Arnold und Selma Vogel am 11. Juni deportiert worden sein, dann gehörten sie zu dem Transport mit der Bezeichnung Da 18, der etwa 1200 Juden, darunter auch 371 aus Wiesbaden, in das Vernichtungslager Sobibor brachte. Trotz gewisser Unklarheiten kann mit Sicherheit angenommen werden, dass beide in einem der Todeslager im Osten ermordet wurden.[20] Nach dem Ende der Naziherrschaft wurde der Todestag der beiden Verschollenen auf den 8. Mai 1945 festgelegt.

Auch über den zweiten Bruder Max gibt es wenige Informationen. Er war derjenige, der am 23. März 1936 beim Standesamt den Tod seiner Mutter vom Vortag meldete. In der Niederschrift ist sein Beruf mit Schauspieler angegeben.[21] Wie seine Schwester hatte auch er offensichtlich eine künstlerische Karriere angestrebt. Seine Adresse ist auf dem Eintrag mit Körnerstr. 5 in Wiesbaden angegeben, die gleiche Anschrift, wie die der Verstorbenen. Im Jüdischen Adressbuch von 1935 ist er allerdings nicht vermerkt. Dass er im Census von 1939 nicht mehr enthalten ist, könnte möglicherweise darauf hindeuten, dass er zu dieser Zeit Deutschland bereits verlassen hatte, denn er soll den Holocaust überlebt haben. Sein Todestag ist mit dem 24. November 1956 angegeben, unklar ist allerdings, wo der Dreiundsiebzigjährige verstorben sein soll.[22]

Auch über Emmy Vogel, die Bewohnerin des Judenhauses, gibt es nicht viel mehr Informationen. Erstmals, nach ihrem Eintrag in das Wiesbadener Geburtsregister, tritt sie im Jüdischen Adressbuch von 1935 wieder in Erscheinung. Während sie hier noch als Verkäuferin bezeichnet wird, steht auf ihrer um 1939 erstellten Gestapo-Karteikarte im entsprechenden Feld „berufslos“. 1935 lebte sie noch mit ihrer Mutter Henriette, vielleicht auch mit ihrem Bruder Max zusammen in der Körnerstr. 5. Danach begann auch für sie die Zeit, in der ihr das Zuhause genommen wurde. Vier Mal musste sie in den folgenden Jahren die Wohnung wechseln. Auch wenn es keine Dokumente darüber gibt, so ist sicher davon auszugehen, dass diese Umzüge nicht freiwillig geschahen, sondern – auf welche Art auch immer – erzwungen waren. In ein Judenhaus wurde sie allerdings erst am Ende einquartiert. Irgendwann zwischen 1935 und 1938 muss sie in die Niederwaldstr. 10 gezogen sein. Diese im letzten Wiesbadener Adressbuch von 1938 genannte Anschrift stimmt mit der ersten, allerdings ohne Einzugsdatum versehenen Angabe auf der Gestapo-Karteikarte überein. Am 23. Januar 1939 zog sie dann in den Kaiser-Friedrich-Ring 16, anschließend – wiederum zu einem unbekannten Datum – weiter in die Wallufer Str. 2. Hier lebten zu dieser Zeit auch ihr lediger Cousin Robert und ihre inzwischen verwitwete Cousine Selma, beides Kinder von Leopold Vogel.[23] Am 22. April 1942 kam sie dann im Judenhaus in der Bahnhofstr. 25 unter, in welcher Etage und bei wem ist nicht bekannt. Hier blieb sie genau vier Wochen. Sie gehörte zur ersten größeren Gruppe Wiesbadener Juden, die deportiert wurden. Am 23 Mai wurde sie „durch Stapo nach dem Osten abgeschoben“, wie es auf ihrer Gestapo-Karteikarte heißt. Izbica war die wohl letzte Zwischenstation vor ihrem Tod. Man muss davon ausgehen, dass sie an einem unbekannten Tag in Sobibor ermordet wurde.

Stand: 05. 04. 2019

 

 

 

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Anmerkungen:

 

[1] Die genealogischen Daten zur Familie Vogel verdanke ich der gründlichen Bearbeitung der örtlichen Quellen durch Herrn Wolfhard Klein aus Jugenheim. Ihm bin ich zu besonderem Dank verpflichtet. Die Geburts- und Todesdaten der einzelnen Familienmitglieder konnten hier nicht alle aufgeführt werden, sie sind in der Genealogische Datenbank der Paul-Lazarus-Stiftung Wiesbaden hinterlegt.

[2] Salomon Vogel war am 8.8.1848, seine Frau am 24.6.1854 geboren worden. Einer der Brüder von Moses Vogel war der am 20.5.1793 ebenfalls in Jugenheim geborene „Frucktmäkler“ Salomo Vogel. Er hatte in Wiesbaden dadurch eine gewisse Bekanntheit erworben, als seine Leiche am 31.5.1840 oberhalb von Schierstein am Rhein angeschwemmt wurde, siehe den Eintrag zu Salomo Vogel in der Genealogischen Datenbank der Paul-Lazarus-Stiftung Wiesbaden. In familyseach findet sich ein anderer Eintrag, in dem die Eltern von Salomon Vogel mit Xavier Staver und Ann Vogel angegeben sind, siehe https://www.familysearch.org/tree/person/details/KZF5-9ZQ. (Zugriff: 4.10.2018). Dass diese Angabe mit Sicherheit unrichtig ist, ergibt sich allein daraus, dass Salomon Vogel einen Bruder gehabt haben müsste, der im gleichen Jahr geboren wurde.

[3] Das Jahr 1880 der Eheschließung stammt aus Schulte, Klaus H. S., Bonner Juden und ihre Nachkommen bis um 1930, Eine familien- und sozialgeschichtliche Dokumentation, Bonn 1976 S. 101. In Geneanet hingegen ist das Jahr 1888 genannt, was aber eher unwahrscheinlich ist, da alle Kinder vor diesem Jahr geboren wurden, siehe https://www.familysearch.org/tree/person/details/MM3D-HMR (Zugriff: 4.10.2018).

[4] Leopold war am 13.3.1839 wie Salomon in Jugenheim geboren worden. Er verstarb am 19.1.1907 in Wiesbaden, siehe Sterberegister Wiesbaden 19 / 1907. Zum Testament siehe HHStAW 469/33 8375. Das Haus in der Adelheidstr. 14 wird hier im Jahr 1905 allein mit einem Wert von 140.000 RM taxiert, für die Mitgift der Töchter wurden jeweils mindestens 40.000 RM angesetzt. Insgesamt hatten Leopold und seine Frau sieben Kinder. Der älteste Sohn Moritz war noch zu Lebzeiten von Leopold als Teilhaber in die Firma aufgenommen worden. Berta Kahn, die Frau von Leopold Vogel, war die Tochter von Joseph Kahn und Johanna Blatt, die selbst auch aus Jugenheim stammte. Durch diese Heirat waren Vogels mit der aus Partenheim stammenden weitverzeigten Familie Kahn verbunden, die in vielfältiger Hinsicht eine bedeutende Rolle in Wiesbaden spielte. Siehe zur Familie Kahn auch das Kapitel über das Judenhaus Adolfsallee 24 .
Hier ein Überblick über die gesamte Familie Kahn:

Stammbaum der Familie Vogel – Kahn
(GDB-PLS)

 

 

 

 

 

 

 

[5] http://www.familienbuch-euregio.de/genius/php/show.php?tab=1&sub=PublicAll&bar=0&rlg=&eworec=0&sid=00724c7734beddd67fc383a63b635e84&rid=4f85d3bf8ac30d32ed7c0a648fc97777&print=&mod=0&winfo=&showAB=&findlist=&res=1920&tm=1538029769999&det=185387&sps=185388. (Zugriff: 20.9.2018). Hier sind nähere Angaben zu Namen und Lebensdaten der Kinder zu finden.

[6] http://familienbuch-euregio.eu/genius/?person=185389 (Zugriff: 20.9.2018). Hier sind nähere Angaben zu Namen und Lebensdaten der Kinder zu finden. Die Eltern von Eva Löwenthal waren Moritz Löwenthal (1776-1879) und seine Frau Elise Sussman (1789-1864).

[7] Inschriften auf den Grabsteinen des Paares Aaron und Eva Auerbach auf dem Bonner Friedhof:
„Hier ist begraben der Rabbiner, der weitbekannte überragende Gelehrte, der Weise und der Fromme, er liebte Frieden und erstrebte Frieden, liebte die Menschen und brachte sie der Tora nahe, es ist unser Herr, unser Lehrer und Meister, Herr Aharon, Sohn unseres Herrn, unseres Lehrers und Meisters, Herrn Awraham Auerbach, das Andenken des Gerechten sei zum Segen, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit in der heiligen Gemeinde Bonn und den Regionen, im Alter von 76 Jahren ward er versammelt zu seinem Volke mit Beginn des Vorabends des heiligen Schabbat, 6. Kislev 646 nach kleiner Zählung.
Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“
Auf dem Stein seiner Frau heißt es:
„Hier ist begraben die tüchtige Gattin, von gutem Verstand und guten Taten, Mutter der Armen und Schwester der Bedürftigen, Frau Chava, Tachter des taragelehrten Masche Halevi, das Andenken des Gerechten sei zum Segen, Gattin unseres Herrn, des Lehrers und Meisters Herrn Aharon Auerbach, das Andenken des Gerechten sei zum Segen, im Alter von 89 Jahren kehrte sie zurück in das Haus ihres Vaters der im Himmel ist, am Tage des heiligen Schabbat, 8. Ijar 665 nach kleiner Zählung.
Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“

[8] Alle Kinder wurden in Wiesbaden geboren, Franziska am 12.12.1880, Emmy am 17.2.1882, Max am 25.9.1883 und Arnold am 8.3.1885.

[9] https://gw.geneanet.org/pfdm?lang=en&pz=israel&nz=fleischmann&ocz=1&p=salomon&n=vogel. (Zugriff: 20.9.2018).

[10] https://gw.geneanet.org/pfdm?lang=en&pz=israel&nz=fleischmann&ocz=1&p=max&n=vogel. (Zugriff: 20.9.2018).

[11] Das Schicksal von Franziska Lonnerstädter, geborene Vogel, wurde von der Stolpersteingruppe Würzburg aufgearbeitet. Die Devisenstelle ihres Schicksals folgt weitgehend dieser Recherche, siehe http://www.stolpersteine-wuerzburg.de/wer_opfer_lang.php?quelle=wer_paten.php&opferid=453. (Zugriff: 20.9.2018). Hier sind auch die entsprechenden Quellenbelege nachgewiesen. Dazu Strätz, Reiner, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 359 f.

[12] Die um 1860 geborene Mutter Bertha Lonnerstädter, geborene Bing, verstarb am 28.10.1921 in der Heil- und Pflegeanstalt Werneck.

[13] Siehe Flade, Roland, Die Würzburger Juden, Würzburg 1987, S. 292 ff.

[14] Siehe zu dem Transport von Würzburg nach Theresienstadt Gottwaldt, Schulle, Judendeportationen, S. 421, zu dem von Theresienstadt nach Auschwitz ebd. S. 439. Bei letzterem sollen von den insgesamt 15000 Insassen des Zuges einige hundert gesunde Menschen, darunter 157 Frauen, nicht sofort in die Gaskammern, sondern in das Durchgangslager geschickt worden sein. Nach Gottwaldt, Schulle sind von diesem Transport 135 Überlebende bekannt. Die 57 nach Auschwitz Deportierten wohnten alle im Judenhaus in der Bibrastr. 6, wo auch Lennestädters zuletzt untergebracht waren. Siehe http://www.agfjg.de/datenbanken/theresienstadt-liste170643.pdf. (Zugriff: 4.10.2018). (Fälschlicherweise ist die Liste als die Theresienstadt-Liste bezeichnet. Es handelt sich aber um diejenige, die die nach Auschwitz Deportierten auflistet.) Es muss sich bei diesem Haus in der Bibrastr. 6, anders als bei den Judenhäusern in Wiesbaden, um ein wirkliches Massenquartier gehandelt haben.

[15] Die Eltern von der am 14.3.1877 geborenen Selma Rosenthal waren Emanuel und Röschen Rosenthal, geborene Neumark. Siehe den Einwohnermeldekarte von Arnold Vogel, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, und http://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_lastName=Vogel&s_firstName=Selma&s_place=&s_dateOfBirth=&s_inTransport=. (Zugriff: 4.10.2018).

[16] https://www.tracingthepast.org/assets/jewish_frankfurt_addressbook.pdf. (S. 104).

[17] Siehe den Eintrag im Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz.

[18] So laut der Datenbank „Deportierte Juden aus Frankfurt am Main“.

[19] Siehe die Einwohnermeldekarte von Arnold Vogel, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt.

[20] Von der Deportation, die am 11.6.1942 von Frankfurt abging, gibt es keine vollständige Namensliste, Überlebende sind nicht bekannt. Siehe zu diesem Transport auch Gottwald, Schulle, Judendportationen, S. 241 und http://db.yadvashem.org/deportation/transportDetails.html?language=en&itemId=9439240. Für Arnold und Selma Vogel wurden in Yad Vashem ‚Pages of Testimony’ hinterlegt: https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_lastName=Vogel&s_firstName=Arnold&s_place=&s_dateOfBirth=&s_inTransport= und https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1763650&ind=5. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis der oder die Übermittler/in Lebenberg oder Levenberg zu den Opfern standen, geht aus der Seite nicht hervor.

[21] Sterberegister Wiesbaden 493 / 1936.

[22] https://gw.geneanet.org/pfdm?lang=en&n=vogel&oc=0&p=max. (Zugriff: 4.10.2018).

[23] Als Robert, geboren am 23.4.1875, am 15.2.1942 verstarb, überbrachte Emmy dem Standesamt die Nachricht, siehe Sterberegister Wiesbaden 364 / 1942. Aus seinem Sterbeeintrag geht die Todesursache nicht hervor. Möglicherweise ist aber dieser Tod auch im Zusammenhang mit der Deportation seines Bruders zu sehen, der am 19.4.1942 von Berlin aus in das Ghetto Riga verschleppt wurde und dort ums Leben kam. Für eine mögliche Selbsttötung liegen aber sonst keine Hinweise vor. Seine Schwester Selma, geboren am 16.11.1880, war bereits am 21.7.1939 verstorben, siehe Sterberegister Wiesbaden 1333 / 1939. Selma war mit dem bereits vor 1935 verstorbenen Emil Rothschild verheiratet gewesen. Da der genaue Einzugstermin von Emmy Vogel in der Wallufer Straße nicht bekannt ist, könnte der Umzug in diese Wohnung auch in einem Zusammenhang mit dem Tod ihrer Cousine gestanden haben, sei es, dass dort ein Zimmer frei wurde, sei es, dass sie die Pflege ihres vielleicht erkrankten Cousins übernommen hatte. Aber das müssen Spekulationen bleiben.