Emmy Vogel


Wiesbaden, Guthmann Jakob, Berthold, Claire Paul Charlotte Opfermann
Das Juden­haus in der Bahn­hofstr. 25 heu­te
Eige­ne Aufnahme
Judenhaus Wiesbaden Guthmann Jakob Berthold Claire Paul Charlotte Opfermann Michel
Lage des Juden­hau­ses Bahn­hofstr. 25
Judenhaus Wiesbaden Juden
Bele­gung des Juden­hau­ses Bahn­hofstr. 25

 

 

 

 

 

 


 

Obwohl Emmy Vogel 1882 in Wies­ba­den gebo­ren wur­de, sie zudem müt­ter­li­cher­seits wie auch väter­li­cher­seits aus sehr alten jüdi­schen Fami­li­en abstamm­te, die zum Teil bis weit in das frü­he 18. Jahr­hun­dert nach­weis­bar sind, gibt es nur weni­ge Infor­ma­tio­nen über sie selbst. Nicht ein­mal eine ein­zi­ge Akte ist im Hes­si­schen Haupt­staats­ar­chiv über sie vorhanden.

Inzwi­schen ist aber auch die väter­li­che Linie von der aus Jugenheim in Rhein­hes­sen stam­men­den Emmy Vogel sehr gut auf­ge­ar­bei­tet wor­den.[1] Sie ent­stamm­te der größ­ten jüdi­schen Fami­lie des Ortes. Ihr Urgroß­va­ter war der um 1766 gebo­re­ne Rapha­el Vogel, der mit Bel­la /​ Mar­tha Teutsch ver­hei­ra­tet war und in Jugenheim Im Schan­zen­borb 6 ein Haus besaß.[2] Aus die­ser Ehe sind – soweit bekannt – sechs Kin­der her­vor­ge­gan­gen. Eines davon war Moses Vogel, der am 8. Juli 1798 gebo­ren wur­de und seit 1838 mit Eva Haas aus Sta­de­cken bei Lim­burg ver­mählt war. Sie betrie­ben dort einen Han­del mit diver­sen Tex­til­pro­duk­ten, aber auch mit Wein. Die bei­den hat­ten elf Kin­der, von denen Salo­mon, der Vater von Emmy, das sechs­te war.[3]

Emmy Vogel, Salomon Vogel, Henriette Auerbach, Franziska Vogel,, JUdenhaus Wiesbaden, Bahnhofstr. 25
Stamm­baum der Fami­li­en Vogel — Auer­bach
GDB

Ver­mut­lich im Jahr 1880 hat­te die­ser die aus Bonn stam­men­de Hen­ri­et­te Auer­bach gehei­ra­tet und sich mit ihr in Wies­ba­den nie­der­ge­las­sen.[4] Hier war er als Wein­händ­ler tätig, ein Beruf, der eine lan­ge Tra­di­ti­on in der Fami­lie hat­te. Auch sein älte­rer Bru­der Leo­pold Vogel, der Ber­tha Kahn aus Par­ten­heim geehe­licht hat­te, war eben­falls im Wein­han­del aktiv. Er hat­te ver­mut­lich das väter­li­che Unter­neh­men über­nom­men und es spä­ter nach Wies­ba­den ver­legt. Wie aus sei­nem Tes­ta­ment her­vor­geht, scheint er aber wesent­lich erfolg­rei­cher als sein Bru­der Salo­mon gewe­sen zu sein.[5]

Die am 24. Juni 1836 in Bonn gebo­re­ne Hen­ri­et­te Auer­bach, Salo­mon Vogels Frau, kam aus einer bedeu­ten­den Rab­bi­ner­fa­mi­lie. Nicht nur ihr Vater, der am 27. Febru­ar 1810 in Neu­wied gebo­re­ne Dr. Aaron Auer­bach, hat­te von 1839 bis 1877 in Bonn die Stel­le eines Ober­rab­bi­ners inne, auch ihr Groß­va­ter Abra­ham Auer­bach, gebo­ren um 1760 im elsäs­si­schen Bux­wei­ler, übte die­ses hohe Amt dort bereits vor sei­nem Sohn aus. Meh­re­re der acht Söh­ne — ins­ge­samt hat­te der zwei­mal ver­hei­ra­te­te Abra­ham Auer­bach sieb­zehn Nach­kom­men – waren in ihren Gemein­den als Rab­bi tätig.[6] Kaum min­der frucht­bar war die 1842 geschlos­se­ne Ehe von Aaron Auer­bach und sei­ner am 16. Janu­ar 1816 in Laden­burg gebo­re­nen Frau Eva Löwen­thal. Sie gebar immer­hin auch drei­zehn Kin­der, Hen­ri­et­te war das sieb­te.[7] Aaron Auer­bach starb am 2. Dezem­ber 1886, sei­ne Frau am 13. Mai 1905. Bei­de sind auf dem jüdi­schen Fried­hof in Bonn begra­ben.[8]

Judenhaus Wiesbaden, Juden, Bahnhofstr. 25
Grab­stein von Aaron Auer­bach
Stein­heim-Insti­tut: Digi­ta­le Edi­ti­on ─ Jüdi­scher Fried­hof Bonn-Schwarz­rhein­dorf, bns-4074 URL: http://​www​.stein​heim​-insti​tut​.de:50580/​c​g​i​-​b​i​n​/​e​p​i​d​a​t​?​i​d​=​b​n​s​-​4​074 (last modi­fied — 2015-01-02 16:21)
Eva Chava Auerbach, geb. Löwenthal
Grab­stein von Eva Auer­bach, geb. Löwen­thal
Stein­heim-Insti­tut: Digi­ta­le Edi­ti­on ─ Jüdi­scher Fried­hof Bonn-Schwarz­rhein­dorf, bns-4073
URL: http://​www​.stein​heim​-insti​tut​.de:50580/​c​g​i​-​b​i​n​/​e​p​i​d​a​t​?​i​d​=​b​n​s​-​4​073
(last modi­fied — 2015-01-02 16:24)

In der Ehe von Hen­ri­et­te Auer­bach und Salo­mon Vogel wur­den zunächst die bei­den Töch­ter Fran­zis­ka und Emmy, danach die Söh­ne Max und Arnold gebo­ren, Max am 25. Sep­tem­ber 1883 und Arnold am 8. März 1885.[9] In der Zeit, als Emmy zur Welt kam, wohn­te die Fami­lie in Wies­ba­den in der Ora­ni­en­str. 27. Nach der Geburt von Arnold ver­ließ Salo­mon Vogel aus nicht bekann­ten Grün­den die Fami­lie und wan­der­te in die USA aus, wo er am 7. Novem­ber 1907 ver­starb.[10]

Dar­über, wie Hen­ri­et­te Vogel es schaff­te, die vier Kin­der allei­ne auf­zu­zie­hen, ist nichts bekannt, aber es wer­den ganz sicher schwie­ri­ge Zei­ten für alle gewe­sen sein, auch dann, wenn sie mög­li­cher­wei­se von ihrer eige­nen gro­ßen Fami­lie oder der ihres Man­nes unter­stützt wor­den war.

Emmy Vogel, Salomon Vogel, Henriette Auerbach, Franziska Vogel,, JUdenhaus Wiesbaden, Bahnhofstr. 25
Grab von Hen­ri­et­te Vogel auf dem Jüdi­schen Fried­hof an der Plat­ter Stra­ße
Eige­ne Aufnahme

Wäh­rend die Mut­ter, die am 22. März 1936 in Wies­ba­den ver­starb, zwar die Macht­über­nah­me der Natio­nal­so­zia­lis­ten noch erleb­te, aber nicht mehr der Ver­nich­tung anheim­fiel, über­leb­te von den Kin­dern allein Max die­se Schre­ckens­zeit. Er soll am 24. Novem­ber 1956 im Alter von 73 Jah­ren ver­stor­ben sein.[11] Wo und wie es ihm gelun­gen war, die Zeit zu über­ste­hen, ist nicht bekannt.

Trotz der sicher nicht ein­fa­chen Kind­heit war es der am 12. Dezem­ber 1880 gebo­re­nen ältes­ten Toch­ter Fran­zis­ka [12] gelun­gen, sich zu einer Opern­sän­ge­rin aus­bil­den zu las­sen. Zwar konn­te nicht ermit­telt wer­den, in wel­chen Häu­sern und mit wel­chem Erfolg sie damals auf­ge­tre­ten war, aber auch unab­hän­gig davon konn­te sie durch ihre Hei­rat im Jahr 1913 mit dem Würz­bur­ger Kauf­mann Karl Anton Lon­ner­städ­ter einen Platz in einem geho­be­nen bür­ger­li­chen Milieu fin­den. Der Vater ihres Ehe­manns, Mei­er Lon­ner­städ­ter, war noch als Rei­sen­der mit Woll‑, Weiß- und Strick­wa­ren im Raum Würz­burg unter­wegs gewe­sen, hat­te aber dann in der Stadt selbst ein Tex­til­ge­schäft eröff­net, das offen­sicht­lich sehr gute Erträg­nis­se abwarf. Nach dem Tod des Vaters hat­te Karl Anton das Geschäft zunächst mit sei­ner Schwes­ter Emma über­nom­men, die aber nach ihrer Ehe­schlie­ßung aus dem Unter­neh­men aus­schied und nach Dres­den ver­zog, sodass er ab 1912 Allein­in­ha­ber der Fir­ma war.
In dem sehr zen­tral am Markt­platz 32 gele­ge­nen Geschäfts­haus wohn­te zunächst auch das Paar zusam­men mit Karl Antons Mut­ter[13] und seit 1914 mit der Toch­ter Ger­trud, die am 17. Juni 1914 in Würz­burg gebo­ren wor­den war. Auch die Kriegs­teil­nah­me des Fir­men­in­ha­bers und die Welt­wirt­schafts­kri­se hat­ten die Geschäfts­ent­wick­lung offen­sicht­lich kaum beein­träch­tigt, denn 1932 zog die Fami­lie in ein gro­ßes, schön gele­ge­nes Haus mit Gar­ten um, das sie bald dar­auf auch käuf­lich erwer­ben konnte.
Aber bald danach begann der poli­tisch erzwun­ge­ne wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Abstieg. 1938 muss­te das Geschäft an einen lang­jäh­ri­gen Ange­stell­ten ver­kauft wer­den, sodass Karl Anton Lon­ner­städ­ter gezwun­gen war, eine Anstel­lung bei der Jüdi­schen Gemein­de anzu­neh­men. Dass im Jahr 1939 der NSDAP-Gau­lei­ter Dr. Otto Hell­muth in ihre unmit­tel­ba­re Nach­bar­schaft zog, wird dazu bei­getra­gen haben, dass auch das Haus kein siche­rer Rück­zugs­ort mehr war. Die Toch­ter Ger­trud hat­te zu die­ser Zeit Würz­burg bereits ver­las­sen und war zunächst nach Eng­land gegan­gen, wo sie zunächst in einem Haus „Home­ly Water“ in Fern­hurst unter­ge­kom­men war.[14] Im August 1940 konn­te sie dann von Liver­pool mit dem Schiff „Scy­thia“ nach New York aus­wan­dern,[15] wo sie am 16. April 1941 einen Antrag auf Ein­bür­ge­rung stell­te.[16] Am 20. Mai 1946 wur­de ihr Antrag – sie hat­te inzwi­schen den Namen Ger­tru­de Lon­ner ange­nom­men – posi­tiv beschie­den.[17] Sie zog spä­ter nach San Fran­cis­co, wo sie am 4. Janu­ar 1974 als Ger­trud Koe­nig verstarb.

Gertrude LonnerstädtEmmy Vogel, Salomon Vogel, Henriette Auerbach, Franziska Vogel,, JUdenhaus Wiesbaden, Bahnhofstr. 25
Erwerb der ame­ri­ka­ni­schen Staats­bür­ger­schaft
https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​1​6​2​9​/​i​m​a​g​e​s​/​3​1​1​9​3​_​1​2​2​2​1​2​-​0​1​1​0​1​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​3​3​7​a​8​8​a​f​a​e​3​d​5​4​4​8​0​5​d​8​4​b​7​8​f​f​3​7​e​e​8​9​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​r​y​V​2​2​7​8​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​5​7​5​7​644.
Gertrude Lonnerstädt, Emmy Vogel, Salomon Vogel, Henriette Auerbach, Franziska Vogel,, JUdenhaus Wiesbaden, Bahnhofstr. 25
Antrag auf Erwerb der ame­ri­ka­ni­schen Staats­bür­ger­schaft von Ger­tru­de Lon­ner­städt
https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​3​9​9​8​/​i​m​a​g​e​s​/​0​0​5​1​9​7​5​4​7​_​0​1​3​0​3​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​3​7​3​4​050.

Die Eltern hat­ten sich frü­her in ihrer Hei­mat­stadt in dem 1933 in Ber­lin gegrün­de­ten Jüdi­schen Kul­tur­bund, der gera­de in den Jah­ren 1935–1938 den Würz­bur­ger Juden ein sehr viel­fäl­ti­ges und abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm bot. Mit Kon­zer­ten, Kaba­rett- und Gesangs­aben­den ver­such­te man ange­sichts der immer uner­träg­li­cher wer­den­den Lebens­si­tua­ti­on ein wenig Ablen­kung zu ver­schaf­fen.[18] Auch Lon­ner­städ­ters drang­sa­lier­te man mit Haus­durch­su­chun­gen aus will­kür­li­chem Anlass, kon­fis­zier­te gro­ße Tei­le des Haus­stan­des und nötig­te sie im Janu­ar 1942 zum Ver­kauf des Hau­ses, sodass sie gezwun­gen waren, zunächst für ein hal­bes Jahr in das Juden­haus Hin­den­burg­str. 21, dann für ein wei­te­res Jahr in das Juden­haus in der Bibrastr. 6 zu ziehen.

Depor­ta­ti­on von Karl Anton und Fran­zis­ka Lonnerstädter

Bis Juni 1943 waren sie von den Depor­ta­tio­nen auf wun­der­li­che Wei­se ver­schont geblie­ben. Als aber im Mai 1943 Himm­ler die Anwei­sung erteil­te, alle nicht in Misch­ehe leben­den Juden in Deutsch­land bis Ende Juni nach The­re­si­en­stadt oder Ausch­witz zu ver­schlep­pen, gehör­ten auch Lon­ner­städ­ters zu den letz­ten noch ver­blie­be­nen jüdi­schen Ehe­paa­ren. Sie waren unter den 7 Juden, die am 17. Juni zunächst nach The­re­si­en­stadt depor­tiert wur­den, 56 wei­te­re wur­den am glei­chen Tag direkt nach Ausch­witz ver­frach­tet. Wie­der­um etwa ein Jahr spä­ter, am 16. Okto­ber 1944, muss­ten auch Karl Anton und Fran­zis­ka Lon­ner­städ­ter von The­re­si­en­stadt die Fahrt nach Ausch­witz antre­ten. Wann sie dort ermor­det wur­den, ist nicht bekannt.[19]

Jedenhaus Wiesbaden Bahnhofstr. 25 Emmy Vogel
Ein­woh­ner­mel­de­kar­tei­kar­te Arnold und Sel­ma Vogel
Insti­tut für Stadt­ge­schich­te Frank­furt a. M.
Judenhaus Wiesbaden Bahnhofstr. 25, Emmy Vogel, Arnold Vogel
Gewer­be­kar­te Arnold Vogel
Instut für Stadt­ge­schich­te Frank­furt a. M.

Weni­ge Infor­ma­tio­nen gibt es auch über das Schick­sal des jüngs­ten Bru­ders Arnold. Wann er Wies­ba­den, wo er am 8. März 1885 gebo­ren wor­den war, ver­las­sen hat, ist nicht bekannt. Er leb­te seit 1914, ver­mut­lich aus der Hegel­str. 6 kom­mend, zusam­men mit sei­ner aus Frank­furt stam­men­den Frau Sel­ma Rosen­thal in der Augs­bur­ger Str. 11, die ab 1934 in Ingol­städ­ter Stra­ße umbe­nannt wor­den war.[20] Mit die­ser Adres­se erscheint er mit der Berufs­be­zeich­nung Kauf­mann auch im Jüdi­schen Adress­buch Frank­furts aus dem Jahr 1935.[21] Aus dem Ein­trag in der Gewer­be­kar­tei erfährt man, dass er zumin­dest seit 1932 einen Han­del mit Bett­fe­dern und Möbeln betrieb, der im Brü­cken­weg 36 im zwei­ten Stock gele­gen war. Im Zuge der Ver­haf­tun­gen nach der Reichs­po­grom­nacht wur­de auch Arnold Vogel nach Dach­au ver­bracht und dort vom 14. Novem­ber bis zum 9. Dezem­ber 1938 fest­ge­hal­ten.[22] Nach sei­ner Rück­kehr konn­te er das Geschäft nicht wei­ter betrei­ben, am 19. Dezem­ber wur­de der Betrieb abge­mel­det. Zuletzt leb­te das Paar in Frank­furt in der Schef­fel­str. 26.[23] Etwas ver­wir­rend sind die letz­ten Ein­tra­gun­gen in der Mel­de­kar­tei. Es heißt hier einer­seits, dass er und sei­ne Frau am 11. Juni 1942 „eva­ku­iert“ wor­den sei­en, dane­ben ist aber auch mit der Datums­an­ga­be 18. Novem­ber 1943 notiert, dass bei­de „n[ach] unbe­kannt“ ver­zo­gen sei­en.[24] Soll­ten Arnold und Sel­ma Vogel am 11. Juni depor­tiert wor­den sein, dann gehör­ten sie zu dem Trans­port mit der Bezeich­nung „Da 18“, der etwa 1200 Juden, dar­un­ter auch 371 aus Wies­ba­den, in das Ver­nich­tungs­la­ger Sobi­bor brach­te. Trotz gewis­ser Unklar­hei­ten kann mit Sicher­heit ange­nom­men wer­den, dass bei­de in einem der Todes­la­ger im Osten ermor­det wur­den.[25] Nach dem Ende der Nazi­herr­schaft wur­de der Todes­tag der bei­den Ver­schol­le­nen auf den 8. Mai 1945 festgelegt.

Auch über den zwei­ten, am 25. Sep­tem­ber 1883 gebo­re­nen Bru­der Max gibt es weni­ge Infor­ma­tio­nen.[26] Er war der­je­ni­ge, der am 23. März 1936 beim Stan­des­amt den Tod sei­ner Mut­ter vom Vor­tag mel­de­te. In der Nie­der­schrift ist sein Beruf mit Schau­spie­ler ange­ge­ben.[27] Wie sei­ne Schwes­ter hat­te auch er offen­sicht­lich eine künst­le­ri­sche Kar­rie­re ange­strebt. Sei­ne Adres­se ist auf dem Ein­trag mit Kör­ner­str. 5 in Wies­ba­den ange­ge­ben, die glei­che Anschrift, wie die der Ver­stor­be­nen. Im Jüdi­schen Adress­buch von 1935 ist er aller­dings nicht ver­merkt. Dass er im Cen­sus von 1939 nicht mehr ent­hal­ten ist, könn­te dar­auf hin­deu­ten, dass er zu die­ser Zeit Deutsch­land bereits ver­las­sen hat­te, denn er soll den Holo­caust über­lebt haben. Sein Todes­tag ist mit dem 24. Novem­ber 1956 ange­ge­ben, unklar ist aller­dings, wo der Drei­und­sieb­zig­jäh­ri­ge ver­stor­ben sein soll.[28]

Auch über Emmy Vogel, die Bewoh­ne­rin des Juden­hau­ses, gibt es nicht viel mehr Infor­ma­tio­nen. Erst­mals, nach ihrem Ein­trag in das Wies­ba­de­ner Geburts­re­gis­ter, tritt sie im Jüdi­schen Adress­buch von 1935 wie­der in Erschei­nung. Wäh­rend sie hier noch als Ver­käu­fe­rin bezeich­net wird, steht auf ihrer um 1939 erstell­ten Gesta­po-Kar­tei­kar­te im ent­spre­chen­den Feld „berufs­los“. 1935 leb­te sie noch mit ihrer Mut­ter Hen­ri­et­te, viel­leicht auch mit ihrem Bru­der Max, zusam­men in der Kör­ner­str. 5. Danach begann auch für sie die Zeit, in der ihr das Zuhau­se genom­men wur­de. Vier­mal muss­te sie in den fol­gen­den Jah­ren die Woh­nung wech­seln. Auch wenn es kei­ne Doku­men­te dar­über gibt, so ist sicher davon aus­zu­ge­hen, dass die­se Umzü­ge nicht frei­wil­lig gescha­hen, son­dern – auf wel­che Art auch immer – erzwun­gen waren. In einem Juden­haus wur­de sie aller­dings erst am Ende ein­quar­tiert. Irgend­wann zwi­schen 1935 und 1938 muss sie in die Nie­der­wald­str. 10 gezo­gen sein. Die­se im letz­ten Wies­ba­de­ner Adress­buch von 1938 genann­te Anschrift stimmt mit der ers­ten, aller­dings ohne Ein­zugs­da­tum ver­se­he­nen Anga­be auf der Gesta­po-Kar­tei­kar­te über­ein. Am 23. Janu­ar 1939 zog sie dann in den Kai­ser-Fried­rich-Ring 16, anschlie­ßend – wie­der­um zu einem unbe­kann­ten Datum – wei­ter in die Wall­ufer Str. 2. Hier leb­ten zu die­ser Zeit auch ihr ledi­ger Cou­sin Robert und ihre inzwi­schen ver­wit­we­te Cou­si­ne Sel­ma, bei­des Kin­der von Leo­pold Vogel.[29] Am 22. April 1942 kam sie dann im Juden­haus in der Bahn­hofstr. 25 unter, in wel­cher Eta­ge und bei wem, ist nicht bekannt. Hier blieb sie genau vier Wochen. Sie gehör­te zur ers­ten grö­ße­ren Grup­pe Wies­ba­de­ner Juden, die depor­tiert wur­den. Am 23. Mai 1942 wur­de sie „durch Sta­po nach dem Osten abge­scho­ben“, wie es auf ihrer Gesta­po-Kar­tei­kar­te heißt. Izbica war die wohl letz­te Zwi­schen­sta­ti­on vor ihrem Tod. Man muss davon aus­ge­hen, dass sie an einem unbe­kann­ten Tag in Sobi­bor ermor­det wurde.

Aber es waren in der Fami­lie Vogel nicht nur Opfer des NS-Regimes zu bekla­gen. Mit Wal­ter Ernst Marx gab es auch einen Nach­kom­men, der sich in sei­nem Exil­land Frank­reich dem Wider­stand ange­schlos­sen hat­te und aktiv gegen die Besat­zungs­macht und das mit ihr kol­la­bo­rie­ren­de Régime in Vichy kämpf­te.[30] Wal­ter Ernst Marx war der Sohn einer Cou­si­ne von Emmy Vogel. Sein Groß­va­ter Adolph Vogel, ver­hei­ra­tet mit Flo­ra Koch aus Framers­heim, war der jüngs­te Bru­der von Salo­mon Vogel, Emmys Vater. Adolph Vogel war bereits 1911 ver­stor­ben, hat­te aber eine Toch­ter, Elly, gebo­ren am 4. April 1899 in Worms, hin­ter­las­sen. Die­se hat­te 1920 den stu­dier­ten Che­mi­ker und Fabrik­be­sit­zer Richard Marx aus Bad Kreuz­nach geehe­licht.[31]

Richard Marx, Elly Vogel Marx
Archiv Roy­er Mars

Mit dem Macht­an­tritt der Nazis wur­de die Fir­ma ari­siert und die Fami­lie, zu der inzwi­schen auch die bei­den 1923 und 1924 gebo­re­nen Kin­der Wal­ter Ernst und Hil­da gehör­ten, ging 1935 mit Ellys Mut­ter Flo­ra Vogel über die Gren­ze nach Frank­reich. Bis 1942 konn­ten sie zusam­men in Brie sur Mar­ne unbe­hel­ligt leben, wur­den aber dann gefasst und, abge­se­hen von Wal­ter Richard, in das berüch­tig­te Lager Dran­cy ver­bracht. Alle vier wur­den spä­ter nach Ausch­witz depor­tiert und ermordet.

Richard Marx, Elly Vogel Marx
Kenn­kar­te der ‘Forces Fran­çai­ses de l’Intérieur’ für Ernest Adol­phe Mars
Archiv Roy­er Mars
Das Foto zeigt das Cover von Aimé Vielzeuf’s Buch “note­pad 44”. Zu sehen ist die Para­de der Resis­tance-Kämp­fer nach der Befrei­ung von Nîmes im August 1944
Archiv Roy­er Mars

Nur Wal­ter Ernst, der in das Arbeits­la­ger Cha­nac in den Ceven­nen gebracht wor­den war, gelang es zu über­le­ben. Am 28. August 1943 konn­te er von dort deser­tie­ren und sich den Par­ti­sa­nen in den Ceven­nen anschlie­ßen. Auf einem Foto, das die deut­schen Kämp­fer der 104. Kom­pa­nie des 5. Batal­li­ons der KFTP-MOI (Franc-Tir­eur-Par­ti­san – Main d’oeuvre Immi­g­rée) zeigt, mar­schiert er bei einer Para­de nach der Befrei­ung von Nîmes am 4. Sep­tem­ber 1944 in einer der vor­ders­ten Rei­hen.[32]

Ernest Mars, wie er sich in Frank­reich nann­te, blieb nach dem Krieg in dem Land, für des­sen Frei­heit er gekämpft hat­te, und grün­de­te dort eine Fami­lie.[33]

 

Ver­öf­fent­licht: 10. 10. 2018

Letz­te Ände­rung: 2. 11. 2020

 

 

 

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Anmer­kun­gen:

 

[1] Die genea­lo­gi­schen Daten zur Fami­lie Vogel ver­dan­ke ich der gründ­li­chen Bear­bei­tung der ört­li­chen Quel­len durch Herrn Wolf­hard Klein aus Jugenheim. Ihm bin ich zu beson­de­rem Dank ver­pflich­tet. Inzwi­schen sind sei­ne Recher­chen auch als Buch erschie­nen, sie­he Klein, Wolf­hard, Juden in Jugenheim. Zur Erin­ne­rung an eine 500-jäh­ri­ge Geschich­te, o.O., o.J., S. 94–104. Die Geburts- und Todes­da­ten der ein­zel­nen Fami­li­en­mit­glie­der konn­ten hier nicht alle auf­ge­führt wer­den, sie sind in der Genea­lo­gi­schen Daten­bank der Paul-Laza­rus-Stif­tung Wies­ba­den hinterlegt.

[2] Klein, Jugenheim, S. 94. Bis zur Ver­pflich­tung von 1808, ein­deu­ti­ge Fami­li­en­na­men zu tra­gen, hieß Rapha­el Vogel Rapha­el Lewi, sei­ne Frau Beh­le Salomon.

[3] Salo­mon Vogel war am 8.8.1848, sei­ne Frau am 24.6.1854 gebo­ren wor­den. Einer der Brü­der von Moses Vogel war der am 20.5.1793 eben­falls in Jugenheim gebo­re­ne „Fruckt­mäk­ler“ Salo­mo Vogel. Er hat­te in Wies­ba­den dadurch eine gewis­se Bekannt­heit erwor­ben, als sei­ne Lei­che am 31.5.1840 ober­halb von Schier­stein am Rhein ange­schwemmt wur­de, sie­he den Ein­trag zu Salo­mo Vogel in der Genea­lo­gi­schen Daten­bank der Paul-Laza­rus-Stif­tung Wies­ba­den. In fami­ly­seach fin­det sich ein ande­rer Ein­trag, in dem die Eltern von Salo­mon Vogel mit Xavier Sta­ver und Ann Vogel ange­ge­ben sind, sie­he https://​www​.fami​ly​se​arch​.org/​t​r​e​e​/​p​e​r​s​o​n​/​d​e​t​a​i​l​s​/​K​Z​F​5​-​9ZQ. (Zugriff: 4.10.2018). Dass die­se Anga­be mit Sicher­heit unrich­tig ist, ergibt sich allein dar­aus, dass Salo­mon Vogel einen Bru­der gehabt haben müss­te, der im glei­chen Jahr gebo­ren wurde.

[4] Das Jahr 1880 der Ehe­schlie­ßung stammt aus Schul­te, Klaus H. S., Bon­ner Juden und ihre Nach­kom­men bis um 1930, Eine fami­li­en- und sozi­al­ge­schicht­li­che Doku­men­ta­ti­on, Bonn 1976, S. 101. In Genea­net hin­ge­gen ist das Jahr 1888 genannt, was aber eher unwahr­schein­lich ist, da alle Kin­der vor die­sem Jahr gebo­ren wur­den, sie­he https://​www​.fami​ly​se​arch​.org/​t​r​e​e​/​p​e​r​s​o​n​/​d​e​t​a​i​l​s​/​M​M​3​D​-​HMR (Zugriff: 4.10.2018).

[5] Leo­pold war am 13.3.1839 wie Salo­mon in Jugenheim gebo­ren wor­den. Er ver­starb am 19.1.1907 in Wies­ba­den, sie­he Ster­be­re­gis­ter Wies­ba­den 19 /​ 1907. Zum Tes­ta­ment sie­he HHStAW 469/​33 8375. Das Haus in der Adel­heidstr. 14 wird hier im Jahr 1905 allein mit einem Wert von 140.000 RM taxiert, für die Mit­gift der Töch­ter wur­den jeweils min­des­tens 40.000 RM ange­setzt. Ins­ge­samt hat­ten Leo­pold und sei­ne Frau sie­ben Kin­der. Der ältes­te Sohn Moritz war noch zu Leb­zei­ten von Leo­pold als Teil­ha­ber in die Fir­ma auf­ge­nom­men wor­den. Ber­ta Kahn, die Frau von Leo­pold Vogel, war die Toch­ter von Joseph Kahn und Johan­na Blatt, die selbst auch aus Jugenheim stamm­te. Durch die­se Hei­rat waren Vogels mit der aus Par­ten­heim stam­men­den, weit­ver­zweig­ten Fami­lie Kahn ver­bun­den, die in viel­fäl­ti­ger Hin­sicht eine bedeu­ten­de Rol­le in Wies­ba­den spiel­te. Sie­he zu ein­zel­nen Zwei­gen der Fami­lie Kahn die Kapi­tel Juden­haus Adolfs­al­lee 24.

[6] http://​www​.fami​li​en​buch​-eure​gio​.de/​g​e​n​i​u​s​/​p​h​p​/​s​h​o​w​.​p​h​p​?​t​a​b​=​1​&​s​u​b​=​P​u​b​l​i​c​A​l​l​&​b​a​r​=​0​&​r​l​g​=​&​e​w​o​r​e​c​=​0​&​s​i​d​=​0​0​7​2​4​c​7​7​3​4​b​e​d​d​d​6​7​f​c​3​8​3​a​6​3​b​6​3​5​e​8​4​&​r​i​d​=​4​f​8​5​d​3​b​f​8​a​c​3​0​d​3​2​e​d​7​c​0​a​6​4​8​f​c​9​7​7​7​7​&​p​r​i​n​t​=​&​m​o​d​=​0​&​w​i​n​f​o​=​&​s​h​o​w​A​B​=​&​f​i​n​d​l​i​s​t​=​&​r​e​s​=​1​9​2​0​&​t​m​=​1​5​3​8​0​2​9​7​6​9​9​9​9​&​d​e​t​=​1​8​5​3​8​7​&​s​p​s​=​1​8​5​388. (Zugriff: 20.9.2018). Hier sind nähe­re Anga­ben zu Namen und Lebens­da­ten der Kin­der zu finden.

[7] http://​fami​li​en​buch​-eure​gio​.eu/​g​e​n​i​u​s​/​?​p​e​r​s​o​n​=​1​8​5​389 (Zugriff: 20.9.2018). Hier sind nähe­re Anga­ben zu Namen und Lebens­da­ten der Kin­der zu fin­den. Die Eltern von Eva Löwen­thal waren Moritz Löwen­thal (1776–1879) und sei­ne Frau Eli­se Suss­man (1789–1864).

[8] Inschrif­ten auf den Grab­stei­nen des Paa­res Aaron und Eva Auer­bach auf dem Bon­ner Friedhof:
„Hier ist begra­ben der Rab­bi­ner, der weit­be­kann­te über­ra­gen­de Gelehr­te, der Wei­se und der From­me, er lieb­te Frie­den und erstreb­te Frie­den, lieb­te die Men­schen und brach­te sie der Tora nahe, es ist unser Herr, unser Leh­rer und Meis­ter, Herr Aha­ron, Sohn unse­res Herrn, unse­res Leh­rers und Meis­ters, Herrn Awra­ham Auer­bach, das Andenken des Gerech­ten sei zum Segen, Vor­sit­zen­der der Gerichts­bar­keit in der hei­li­gen Gemein­de Bonn und den Regio­nen, im Alter von 76 Jah­ren ward er ver­sam­melt zu sei­nem Vol­ke mit Beginn des Vor­abends des hei­li­gen Schab­bat, 6. Kis­lev 646 nach klei­ner Zählung.
Sei­ne See­le sei ein­ge­bun­den in das Bün­del des Lebens“
Auf dem Stein sei­ner Frau heißt es:
„Hier ist begra­ben die tüch­ti­ge Gat­tin, von gutem Ver­stand und guten Taten, Mut­ter der Armen und Schwes­ter der Bedürf­ti­gen, Frau Cha­va, Tach­ter des tara­ge­lehr­ten Masche Hale­vi, das Andenken des Gerech­ten sei zum Segen, Gat­tin unse­res Herrn, des Leh­rers und Meis­ters Herrn Aha­ron Auer­bach, das Andenken des Gerech­ten sei zum Segen, im Alter von 89 Jah­ren kehr­te sie zurück in das Haus ihres Vaters der im Him­mel ist, am Tage des hei­li­gen Schab­bat, 8. Ijar 665 nach klei­ner Zählung.
Ihre See­le sei ein­ge­bun­den in das Bün­del des Lebens“

[9] Alle Kin­der wur­den in Wies­ba­den gebo­ren, Fran­zis­ka am 12.12.1880, Emmy am 17.2.1882, Max am 25.9.1883 und Arnold am 8.3.1885.

[10] https://​gw​.genea​net​.org/​p​f​d​m​?​l​a​n​g​=​e​n​&​p​z​=​i​s​r​a​e​l​&​n​z​=​f​l​e​i​s​c​h​m​a​n​n​&​o​c​z​=​1​&​p​=​s​a​l​o​m​o​n​&​n​=​v​o​gel. (Zugriff: 20.9.2018).

[11] https://​gw​.genea​net​.org/​p​f​d​m​?​l​a​n​g​=​e​n​&​p​z​=​i​s​r​a​e​l​&​n​z​=​f​l​e​i​s​c​h​m​a​n​n​&​o​c​z​=​1​&​p​=​m​a​x​&​n​=​v​o​gel. (Zugriff: 20.9.2018).

[12] Das Schick­sal von Fran­zis­ka Lon­ner­städ­ter, gebo­re­ne Vogel, wur­de von der Stol­per­stein­grup­pe Würz­burg auf­ge­ar­bei­tet. Die Dar­stel­lung ihres Schick­sals folgt weit­ge­hend die­ser Recher­che, sie­he http://​www​.stol​per​stei​ne​-wuerz​burg​.de/​w​e​r​_​o​p​f​e​r​_​l​a​n​g​.​p​h​p​?​q​u​e​l​l​e​=​w​e​r​_​p​a​t​e​n​.​p​h​p​&​o​p​f​e​r​i​d​=​453. (Zugriff: 20.9.2018). Hier sind auch die ent­spre­chen­den Quel­len­be­le­ge nach­ge­wie­sen. Dazu Strätz, Rei­ner, Bio­gra­phi­sches Hand­buch Würz­bur­ger Juden 1900–1945, Würz­burg 1989, S. 359 f.

[13] Die um 1860 gebo­re­ne Mut­ter Ber­tha Lon­ner­städ­ter, gebo­re­ne Bing, ver­starb am 28.10.1921 in der Heil- und Pfle­ge­an­stalt Werneck.

[14] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​6​1​6​6​5​/​i​m​a​g​e​s​/​4​8​7​4​1​_​b​4​2​9​0​1​2​-​0​0​0​8​4​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​4​0​241. (Zugriff: 25.10.2020)

[15] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​6​4​8​9​-​0​1​2​9​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​0​c​c​c​7​1​8​0​5​9​4​1​2​3​e​b​8​4​c​d​8​4​d​7​e​2​9​0​3​2​0​0​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​r​y​V​2​2​7​7​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​0​0​6​9​3​7​027. (Zugriff: 25.10.2020)

[16] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​3​9​9​8​/​i​m​a​g​e​s​/​0​0​5​1​9​7​5​4​7​_​0​1​3​0​3​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​3​7​3​4​050. (Zugriff: 25.10.2020)

[17] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​1​6​2​9​/​i​m​a​g​e​s​/​3​1​1​9​3​_​1​2​2​2​1​2​-​0​1​1​0​1​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​3​3​7​a​8​8​a​f​a​e​3​d​5​4​4​8​0​5​d​8​4​b​7​8​f​f​3​7​e​e​8​9​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​r​y​V​2​2​7​8​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​5​7​5​7​644. (Zugriff: 25.10.2020)

[18] Sie­he Fla­de, Roland, Die Würz­bur­ger Juden, Würz­burg 1987, S. 292 ff.

[19] Sie­he zu dem Trans­port von Würz­burg nach The­re­si­en­stadt Gott­waldt, Schul­le, Juden­de­por­ta­tio­nen, S. 421, zu dem von The­re­si­en­stadt nach Ausch­witz ebd. S. 439. Bei letz­te­rem sol­len von den ins­ge­samt 1500 Insas­sen des Zuges eini­ge hun­dert gesun­de Men­schen, dar­un­ter 157 Frau­en, nicht sofort in die Gas­kam­mern, son­dern in das Durch­gangs­la­ger geschickt wor­den sein. Nach Gott­waldt /​ Schul­le sind von die­sem Trans­port 135 Über­le­ben­de bekannt. Die 57 nach Ausch­witz Depor­tier­ten wohn­ten alle im Juden­haus in der Bibrastr. 6, wo auch Len­ne­städ­ters zuletzt unter­ge­bracht waren. Sie­he http://​www​.agfjg​.de/​d​a​t​e​n​b​a​n​k​e​n​/​t​h​e​r​e​s​i​e​n​s​t​a​d​t​-​l​i​s​t​e​1​7​0​6​4​3​.​pdf. (Zugriff: 4.10.2018). (Fälsch­li­cher­wei­se ist die Lis­te als die The­re­si­en­stadt-Lis­te bezeich­net. Es han­delt sich aber um die­je­ni­ge, die die nach Ausch­witz Depor­tier­ten auf­lis­tet.) Es muss sich bei die­sem Haus in der Bibrastr. 6, anders als bei den Juden­häu­sern in Wies­ba­den, um ein wirk­li­ches Mas­sen­quar­tier gehan­delt haben.

[20] Gehei­ra­tet hat­ten die bei­den am 31.3.1914 in Frank­furt, sie­he Hei­rats­re­gis­ter Frank­furt Stan­des­amt IV 204 /​ 1914. Die Eltern von der am 14.3.1877 gebo­re­nen Sel­ma Rosen­thal waren Ema­nu­el und Rös­chen Rosen­thal, gebo­re­ne Neu­mark. Sie­he die Ein­woh­ner­mel­de­kar­te von Arnold Vogel, Insti­tut für Stadt­ge­schich­te Frank­furt, und http://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​i​n​d​e​x​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​s​_​l​a​s​t​N​a​m​e​=​V​o​g​e​l​&​s​_​f​i​r​s​t​N​a​m​e​=​S​e​l​m​a​&​s​_​p​l​a​c​e​=​&​s​_​d​a​t​e​O​f​B​i​r​t​h​=​&​s​_​i​n​T​r​a​n​s​p​ort=. (Zugriff: 4.10.2018).

[21] https://​www​.tra​cin​g​the​past​.org/​a​s​s​e​t​s​/​j​e​w​i​s​h​_​f​r​a​n​k​f​u​r​t​_​a​d​d​r​e​s​s​b​o​o​k​.​pdf. (S. 104).

[22] Sie­he den Ein­trag im Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs Koblenz.

[23] So laut der Daten­bank „Depor­tier­te Juden aus Frank­furt am Main“.

[24] Sie­he die Ein­woh­ner­mel­de­kar­te von Arnold Vogel, Insti­tut für Stadt­ge­schich­te Frankfurt.

[25] Von der Depor­ta­ti­on, die am 11.6.1942 von Frank­furt abging, gibt es kei­ne voll­stän­di­ge Namens­lis­te, Über­le­ben­de sind nicht bekannt. Sie­he zu die­sem Trans­port auch Gott­wald, Schul­le, Judend­por­ta­tio­nen, S. 241 und http://​db​.yad​vas​hem​.org/​d​e​p​o​r​t​a​t​i​o​n​/​t​r​a​n​s​p​o​r​t​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​9​4​3​9​240. Für Arnold und Sel­ma Vogel wur­den in Yad Vas­hem ‚Pages of Tes­tim­o­ny’ hin­ter­legt: https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​i​n​d​e​x​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​s​_​l​a​s​t​N​a​m​e​=​V​o​g​e​l​&​s​_​f​i​r​s​t​N​a​m​e​=​A​r​n​o​l​d​&​s​_​p​l​a​c​e​=​&​s​_​d​a​t​e​O​f​B​i​r​t​h​=​&​s​_​i​n​T​r​a​n​s​p​ort= und https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​n​a​m​e​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​1​7​6​3​6​5​0​&​i​n​d=5. In wel­chem ver­wandt­schaft­li­chen Ver­hält­nis der oder die Übermittler/​in Leben­berg oder Leven­berg zu den Opfern stan­den, geht aus der Sei­te nicht hervor.

[26] Geburts­re­gis­ter Wies­ba­den 994 /​ 1883.

[27] Ster­be­re­gis­ter Wies­ba­den 493 /​ 1936.

[28] https://​gw​.genea​net​.org/​p​f​d​m​?​l​a​n​g​=​e​n​&​n​=​v​o​g​e​l​&​o​c​=​0​&​p​=​max. (Zugriff: 4.10.2018).

[29] Als Robert, gebo­ren am 23.4.1875, am 15.2.1942 ver­starb, über­brach­te Emmy dem Stan­des­amt die Nach­richt, sie­he Ster­be­re­gis­ter Wies­ba­den 364 /​ 1942. Aus sei­nem Ster­be­ein­trag geht die Todes­ur­sa­che nicht her­vor. Mög­li­cher­wei­se ist aber die­ser Tod auch im Zusam­men­hang mit der Depor­ta­ti­on sei­nes Bru­ders zu sehen, der am 19.4.1942 von Ber­lin aus in das Ghet­to Riga ver­schleppt wur­de und dort ums Leben kam. Für eine mög­li­che Selbst­tö­tung lie­gen aber sonst kei­ne Hin­wei­se vor. Sei­ne Schwes­ter Sel­ma, gebo­ren am 16.11.1880, war bereits am 21.7.1939 ver­stor­ben, sie­he Ster­be­re­gis­ter Wies­ba­den 1333 /​ 1939. Sel­ma war mit dem bereits vor 1935 ver­stor­be­nen Emil Roth­schild ver­hei­ra­tet gewe­sen. Da der genaue Ein­zugs­ter­min von Emmy Vogel in der Wall­ufer Stra­ße nicht bekannt ist, könn­te der Umzug in die­se Woh­nung auch in einem Zusam­men­hang mit dem Tod ihrer Cou­si­ne gestan­den haben, sei es, dass dort ein Zim­mer frei wur­de, sei es, dass sie die Pfle­ge ihres viel­leicht erkrank­ten Cou­sins über­nom­men hat­te. Aber das müs­sen Spe­ku­la­tio­nen bleiben.

[30] Sie­he dazu Klein, Jugenheim S. 102 ff.

[31] Roy­er Mars schrieb dem Ver­fas­ser zu die­sem Bild fol­gen­den Kom­men­tar: “The­se pho­to­graphs have a very asto­nis­hing histo­ry. They are taken from the poli­ti­cal asyl­um file reques­ted by my grand­par­ents in 1933. The­se files were coll­ec­ted by the Ger­man army in 1939 which brought them to Ber­lin. In 1945 the Rus­si­ans picked them up and brought them to Moscow. In 2012 they were retur­ned to France, the­se are the only exis­ting pho­to­graphs of my grand­par­ents. The ori­gi­nals are in the natio­nal archives.“

[32] Sie­he dazu auch den Arti­kel https://​www​.decou​ver​te​-ceven​nes​.fr/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​6​/​0​6​/​a​r​t​i​c​l​e​-​M​i​d​i​L​i​b​r​e​2​5​8​2​0​1​8​.​pdf. (Zugriff: 25.10.2020).

[33] Sei­nem Sohn Roy­er Mars ver­dankt der Ver­fas­ser sowohl die Infor­ma­tio­nen über die Geschich­te des Wider­stands­kämp­fers Ernest Mars, wie auch die hier ver­öf­fent­lich­ten Bilder.