Hedwig Loeb

Zwar war Wilhelm Dreyer der erste Bewohner der Alexandrastr. 6, der dem Nazi Terror zum Opfer gefallen war, Hedwig Loeb war aber die erste des Hauses, die „nach dem Osten“ deportiert und dort ermordet wurde.

Wann Hedwig Loeb nach Wiesbaden gekommen war, ist nicht mehr genau feststellbar. Aber auch sie wird wie viele andere Juden aus dem Umland spätestens Ende der dreißiger Jahre der wachsenden antisemitischen Hetze in den Landgemeinden entflohen sein. Sie stammte aus Staffel bei Limburg, wo sie am 23. Februar 1903 geboren worden war.[1] Ihr Vater, der Viehhändler Raphael Felix Loeb kam aus Könen bei Trier, dem heutigen Konz-Könen, wo er am 18. September 1873 zur Welt gekommen war. [2] Ihre Mutter war die am 10. Juli 1873 in Gaudernbach bei Weilburg geborene Johanna Kron, genannt Hannele. Am 6. Dezember 1899 hatten die beiden in Limburg die Ehe geschlossen.

Die Mutter von Felix Loeb war die damals noch ledige Barbara / Berta Levy, die aber sechs Jahre später den Vater ihres Sohnes, den Viehhändler Isaak Loeb aus Enkirch bei Traben-Trarbach heiratete. Am 25. Januar 1881 wurden dort noch Johanna und am 19. April 1884 Bertha Elise in Enkirch geboren.[3]

Hedwig Löb, Judenhaus Alexandrastr. 6, Wiesbaden
Stammbaum der Familie von Hedwig Loeb
(GDB-PLS)

Am 5. Dezember 1899 ehelichte Felix Loeb in Limburg die am 10. Juli 1873 geborene Johanna Kron, die damals schon in Staffel bei Limburg wohnte, aber aus dem etwa 20 km entfernten Gaudernbach bei Weilburg kam.[4] Neben Hedwig, die ledig blieb, hatte das Paar noch vier weitere Kinder, die alle in Staffel am Schulplatz 26 ihre Kindheit verbrachten. Die zweitälteste Tochter Klara verstarb allerdings bereits 1903 im Alter von nicht einmal zwei Jahren.[5] Der älteste Sohn Emil, geboren am 27. August 1900, trat beruflich in die Fußstapfen seinen Vaters und Großvaters und wurde Viehhändler, zunächst im elterlichen Geschäft, dann nach seiner Heirat 1930 in Diez an der Lahn.[6] 1936 wird er zur Aufgabe seines Handels gezwungen. Zwar gelingt es der Familie 1937 zunächst nach Frankreich zu entkommen, aber in Folge der deutschen Besetzung 1940 wird die Familie auseinandergerissen. Alle drei werden Opfer des NS-Terrors. Die Mutter stirbt bereits 1940 durch „Kriegseinwirkungen“,[7] Vater und die zehnjährige Tochter werden durch unbekannte Umstände voneinander getrennt und unabhängig von einander zunächst nach Drancy, dann nach Auschwitz verschleppt und umgebracht.[8]

Das Schicksal der jüngsten Schwester von Hedwig Loeb, der am 28. November 1906 geborenen Frieda, ist bisher nur partiell aufgeklärt. Aus den beiden in der Entschädigungsakte von Julius Loeb enthaltenen divergierenden Angaben, nach denen sie einmal am 27.Januar 1941 in Frankfurt an einer Gehirnhautentzündung, zum andere in einem Konzentrationslager umgekommen sei, hat Hüttmann den plausiblen Schluss gezogen, dass sie vermutlich in Frankfurt zu Zwangsarbeiten interniert worden war und dort während dieser Zeit an dieser Erkrankung verstarb. Keine sichere, aber eine naheliegende Schlussfolgerung.[9]

Auch der jüngere Bruder von Hedwig wurde Opfer des NS-Regimes. Im Unterschied zu allen seinen Geschwistern war es ihm aber durch glückliche Fügung gelungen, die insgesamt sechs Lager, in die er zwischen 1935 und 1945 eingewiesen worden war, zu überleben – sogar Auschwitz. Als Zeuge im Auschwitz-Prozess berichtete er von seinem Schicksal, das ihn zuletzt dorthin geführt hatte.[10] Aber wie unangebracht Worte wie „Glück“ oder „glückliche Fügung“ im Zusammenhang mit der Geschichte eines Überlebenden von Auschwitz in Wirklichkeit sind, offenbart die Tatsache, dass er sich noch 33 Jahre nach seiner Befreiung das Leben nahm.

Hedwig Loeb Löb
Haftzeiten von Julius Loeb
HHStAW 518 2832 IV (17)

Auch er war in Staffel aufgewachsen, hatte hier die Schule besucht und im benachbarten Limburg eine Ausbildung als kaufmännischer Angestellter abgeschlossen. Bis 1935 war er an unterschiedlichen Standorten für die Firma Bamberger & Herz beschäftigt, verlor aber seinen Arbeitsplatz, als das Unternehmen 1935 arisiert wurde. Noch im gleichen Jahr wurde er erstmals von der Gestapo festgenommen und für ein halbes Jahr in Dachau interniert. Abgesehen von einer kurzfristigen Anstellung bei einer jüdischen Firma in Limburg, die aber ebenfalls bald arisiert wurde, fand er nach seiner ersten Inhaftierung keine Arbeit mehr. Der Bürgermeister von Staffel muss dabei eine üble Rolle gespielt haben. Er erreichte, dass das Arbeitsamt ihn nicht mehr registrieren wollte und sogar seine arische Frau später ihren Arbeitsplatz verlor.[11] Jeden Tag hatte er sich zumindest für eine gewisse Zeit bei der Polizei in Staffel zu melden. Im Gefolge der Reichspogromnacht wurde er in Wiesbaden erneut verhaftet und diesmal bis zum Februar 1939 in Buchenwald eingekerkert. Nur die Bereitschaft aus Deutschland auszuwandern, führte zu seiner Freilassung. Seine Frau hatte die notwendigen Papiere für eine Ausreise nach Holland bereits beschafft. Aber kaum hatte er die Grenze überschritten, wurde er auch hier interniert, zunächst in Zeeburger Dyk bei Amsterdam, dann in Sluis in der Provinz Zeeland, und nach dem Überfall der deutschen Truppen im Mai 1940 im Lager Westerborg. Anders als die holländischen Juden, die man hier bis zu ihrer Deportation in die Vernichtungslager sammelte, wurde er als Partner in einer „privilegierten Mischehe“ Mitte 1942 wieder entlassen und konnte bis Ende 1943 in einer Kleiderfabrik in Amsterdam arbeiten. Dann wurde er erneut nach Westerborg verbracht. Mit dem letzten Transport aus Westerborg am 5. September 1944 gelangte er mit etwa 1.800 Mitgefangenen, darunter ca. 350 Kinder, nach Auschwitz-Birkenau.[12] Bei der Selektion, durchgeführt von Dr. Mengele unmittelbar nach Ankunft auf der Rampe, habe dieser etwa 350 als arbeitsfähig angesehen, die übrigen wurden sofort in den Gaskammern ermordet.

Julius Loeb Löb
Schild am Deportationszug Westerbork – Auschwitz

Der zu „verwertende Rest“, zu dem auch Julius Loeb gehörte – ihm war die Häftlingsnummer 195 356 noch in der gleichen Nacht in den Arm tätowiert worden -, zog am nächsten Tag in das Stammlager. Wegen einer Erkrankung wurde Julius Loeb später in das Krankenlager überstellt. Das rette ihm und den anderen etwa 1.000 Kranken dieses Blocks auf wundersame Weise das Leben.[13]

Nach der Befreiung durch die sowjetische Armee und weiteren Aufenthalten in Kattowitz und Krakau sei er nach Ostern 1945  „von den Russen in Richtung Heimat in Marsch gesetzt“ worden.[14] Dass Julius Loeb nach seiner Übersiedlung nach Wiesbaden in einem ehemaligen Judenhaus, dem in der Adelheidstr. 94, wohnte, war ihm vermutlich selbst nicht bewusst.

Nach seiner Rückkehr begann nun ein neuer Kampf mit Behörden um die Anerkennung der erlittenen Leiden, um Entschädigung für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die finanziellen Einbußen.[15] Eine Dorfbewohnerin strengte sogar einen Prozess gegen ihn an, um die Möbel, die die Militärregierung ihm nach seiner Rückkehr zugewiesen hatte, wieder einzufordern. Ohne Scham und ohne einen Hauch der Reue bestand sie auf der „Zahlung eines Schadenersatzes für die Beschädigungen an den Möbeln, einer Abnutzungsgebühr und auf den Ersatz der (ihr) durch die Entziehung (ihres) Eigentums inzwischen entstandenen Unkosten.[16]

Es werden nicht nur die vielen Toten gewesen sein, allein in seiner Familie waren die Eltern, drei Geschwister und einige Mitglieder der Familie seiner Tante Opfer der Shoa geworden, genauso müssen solche Briefe und auch die unsäglichen und anmaßenden Schreiben der Behörden, die seine in den Konzentrationslagern erlitten Schäden nicht anerkennen wollten, ihn zutiefst deprimiert und letztlich in den Tod getrieben haben. Am 6. Dezember 1976 nahm er sich in Königsbrunn, seinem letzten Wohnort, das Leben.[17]

Zu den Verwandten, die er verloren hatte, gehörte auch seine ältere Schwester Hedwig, eine sehr eigenständige Frau, die bereits im Alter von gerade mal 22 Jahren 1925 im Haus der Eltern ein Laden eröffnet hatte, in dem – wie auf dem Land üblich – sowohl Lebensmittel als auch Kleidung und andere Güter des täglichen Bedarfs angeboten wurden. Die Geschäfte liefen gut, Gewinne wurden zumeist in den Ausbau des Lagers investiert, das nach Angaben des Bruders in den frühen dreißiger Jahren einen Wert von ca. 75.000 RM gehabt haben soll. Etwa 1.000 RM soll das Geschäft monatlich abgeworfen haben.[18]

Der Machtantritt der Nazis vernichtete schon bald diese Quelle eines bescheidenen Wohlstands. Die DAF (Deutsche Arbeitsfront) setze 1935 einen Treuhänder ein, der nicht nur die Geschäfte überwachen sollte, sondern allein durch seine Anwesenheit dafür sorgte, dass immer mehr Kunden ausblieben, entweder aus Angst oder aus Überzeugung.

Ein Jahr später gab Hedwig auf und „verkaufte“ das Geschäft an ein nichtjüdisches Ehepaar. Eine geldliche Entschädigung hat Hedwig nach Auskunft ihres Bruders für diese Arisierung nie erhalten.[19]

In einer Liste der Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Limburg vom Jahr 1933 ist Hedwig neben ihren Eltern noch aufgeführt, nicht aber in der nächsten erhaltenen Liste von 1937. Desgleichen fehlt sie in der Liste von 1938. [20] Daraus kann man schließen, dass Hedwig Loeb bald nachdem man ihr die Existenzgrundlage geraubt hatte, ihren Heimatort Staffel verlassen hatte und nach Wiesbaden gezogen war.

Hier wohnte sie in der Weinbergstr. 6, im Haus des jüdischen Rechtsanwalts Dr. Cosmann, in dessen Familie sie eine Stelle als Hausgehilfin gefunden hatte.[21] Sie erhielt nur einen geringen Lohn von 40 RM im Monat, allerdings bei freier Wohnung und Verpflegung. Hin und wieder bekam sie von ihrem Arbeitgeber kleine Zuwendungen, etwa an Weihnachten. Ihr kleines Sparguthaben von 400 RM, das sie als „Notpfennig“ für den Fall einer etwaigen Arbeitslosigkeit eingerichtet hatte, wurde jährlich mit 10 RM verzinst. Außenstände, die noch aus ihrem Geschäft in Staffel herrührten, waren inzwischen verjährt und konnten nicht mehr eingetrieben werden.[22]

Angesichts ihrer finanziellen Situation bat sie die Devisenstelle auf eine Sicherungsanordnung zu verzichten. Die Bitte wurde zwar gewährt, aber dennoch hatte sie die übersandten Formulare über ihre Einkommenssituation auszufüllen. Diesen ist zu entnehmen, dass sie unter der steuerpflichtigen Einkommensgrenze lag, zudem von den 40 RM Gehalt nur 10 RM für sich verwendete. Die restlichen 30 RM schickte sie ihren Eltern, die sicher auf Grund der Anfeindungen in ihrem bisherigen Wohnort nach Frankfurt gezogen waren.[23]

Im Juni 1941 veränderte sich ihre Lebenssituation grundlegend, wenngleich die genauen Abläufe nicht mehr exakt zu rekonstruieren sind. Laut Gestapo-Karteikarte von Dr. Cosmann zog dieser am 5. Juni mit seiner Familie aus seinem Haus aus und bezog eine Wohnung in der Schiersteiner Str. 31. Diese Adresse war kein Judenhaus, war auch nicht in jüdischem Besitz, umso verwunderlicher ist es, dass ein solcher Umzug zu dieser Zeit noch möglich war. Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass Dr. Cosmann eine besondere Bindung an Siegfried Jaffe, den etwa 30 Jahre älteren letzten Juden in diesem Haus hatte, aber ausgeschlossen ist es natürlich auch nicht. Die Gründe für diesen Umzug bleiben somit im Dunkeln, zumal das Haus in der Weinbergstraße nicht verkauft wurde und die Familie später auch wieder in das eigene Haus zurückgezogen sein soll.[24]

Für Hedwig Loeb bedeutete diese Veränderung mit einem Mal den Verlust des Einkommens wie auch der Wohnung. Vor diesem Hintergrund wird ihr gar nichts anderes übrig geblieben sein, als in ein Judenhaus einzuziehen. Möglicherweise hatte ihr die Wiesbadener Verwaltungsstelle der Reichsvereinigung das Zimmer in der Alexandrastr. 6, in das sie am 23. Juni 1941 einzog, zugewiesen.

Aber auch bei den Behörden und der Gestapo erzeugte der Umzug Verwirrung. Auf der Gestapo-Karteikarte ist nämlich als Adresse nicht die Alexandrastr. 6, sondern die 5 eingetragen. Dass Hedwig Loeb aber in der Nummer 6 wohnte, bestätigten im späteren Entschädigungsverfahren die Verwandten. Trotz der falschen Eintragung hatte die Gestapo sie sicher nicht aus den Augen verloren, anders die Devisenstelle in Frankfurt. Ein Brief vom 9. Februar 1941, der noch mit Weinbergstraße adressiert war, kam als unzustellbar zurück. Die folgende Anfrage beim Einwohnermeldeamt bestätigte den Umzug am 23. Juni in die Alexandrastr. 6.[25] Ein weiterer Brief, in dem Hedwig Loeb Maßnahmen wegen des nicht gemeldeten Umzugs angedroht werden sollten, diesmal an die richtig Adresse gerichtet, ging eigenartigerweise wieder als unzustellbar zurück an den Absender.[26]

Über die fünf Monate, die sie im Judenhaus verbrachte ist sonst nichts bekannt. Es werden Wochen der Not und der Ängste gewesen sein.

Wieso neben drei anderen Wiesbadener Juden die Wahl gerade auf sie fiel, wieso sie für den Transport am 22. November 1941 bestimmt worden war, ob es Zufall war oder eine im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbare Systematik dahinter steckte, wird nicht mehr zu klären sein.[27] Es war die dritte Massendeportation, die im Spätherbst 1941 von Frankfurt aus hauptsächlich jüdische Bürger der Stadt in die Vernichtungslager brachte. Schon am 19. Oktober war ein Zug mit etwa 1.100 Juden von dort aus nach Lodz bzw. Litzmannstadt abgegangen, der zweite Transport am 11. November, diesmal mit sogar 1.200 Opfern, führte nach Minsk. Insgesamt wurden bei diesen verschiedenen Transporten zwischen Oktober 1941 und September 1942 etwa 8.000 jüdische Bürger aus Frankfurt und noch einmal etwa 1.000 Juden aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden verschleppt. Nur etwa 200 davon haben auf wundersame Weise überlebt.[28]

Ob auch in Wiesbaden die Opfer, wie in Frankfurt, drei Tage vor dem Termin über ihre Deportation informiert wurden, ist nicht bekannt. Man kann aber vermuten, dass sie wie auch die aus den anderen weiter entfernten Orten, wie etwa aus Herborn, unter Begleitung von Polizei zur Sammelstelle gebracht wurden. Aber offensichtlich war es möglich, dass Verwandte sie auf diesem Weg begleiten konnten, denn Käte Loeb, die Frau ihres Bruders Julius, sagte später aus, sie selbst habe „noch vor Abgang dieses Transports aus der Markthalle Frankfurt (ihre) Schwägerin letztmals gesprochen.“[29]

Möglicherweise wurde Hedwig Loeb auch gar nicht von Wiesbaden, sondern direkt von Frankfurt aus deportiert. Denn es ist sicher kein Zufall, dass auch ihre Eltern, Raphael Felix und Johanna Loeb, auf diesem Transport waren.[30] Vielleicht hatten sie die Aufforderung erhalten, sich für die Deportation bereits zu halten, und hatten ihrer Tochter eine entsprechende Mitteilung zukommen lassen. Vielleicht ist sie daraufhin, wie auch die Schwägerin, nach Frankfurt geeilt und wurde dann dort festgenommen. Vielleicht war sie aber auch schon früher zu ihren Eltern gekommen, ohne den Behörden davon eine Mitteilung zu geben. Es sind sehr viele „Vielleichts“ Die genauen Umstände werden nicht mehr zu klären sein. Man kann nur hoffen, dass die drei die letzten grauenhaften Tage ihres Lebens zusammenbleiben und gemeinsam in den Tod gehen durften.

Wie auch bei den anderen Transporten diente die Großmarkthalle als Sammelstelle, weil diese sich aus Sicht der Gestapo besonders dafür eignete. Sie verfügte über einen eigenen Bahnanschluss und war zudem groß genug, um die im folgenden geschilderten organisatorischen Abläufe ohne zu großes Chaos zu bewältigen:

„Von mittags 13 Uhr bis zum Mittag des nächsten Tages verfügte die Gestapo über den Keller der Markthalle. Er wurde als Sammellager für die Deportation so eingerichtet, dass die verhafteten und bewachten sowie mit Wartenummern versehenen Menschen den Keller vom Ostflügel her über eine breite Rampe betraten, dann den etwa 300 Meter langen Weg vor den Lagerräumen im Süden entlang geführt wurden, die Westseite passierten und dann an aufgestellten Tischen und einzelnen Kontrollstationen Durchgeschleust wurden‘: zuerst die Annahmestelle, Eintrag in die vorhandene Liste, dann Gepäckdurchsuchung mit brutaler entwürdigender Leibesvisitation. Danach war das Finanzamt zuständig: die Vermögensliste sowie die Wertgegenstände mit einem noch in der Wohnung erstellten Verzeichnis und auch den Wohnungsschlüssel, an dem ein Schild mit genauer Adresse hing, mussten die Menschen hier abgeben. Dann wurden ihnen die Lebensmittelkarten abgenommen, ihre Kennkarten mit „evakuiert“ abgestempelt, das Bargeld war abzugeben, und es musste der Abschluss dieser Kontrollstationen bestätigt werden. Nach diesen Abfertigungen, die sich weit bis in die Nacht hinzogen, wurden die Menschen in einen Raum im Ostflügel geführt, der mit Matratzen ausgelegt war. Im Keller der Großmarkthalle kam es zu Misshandlungen – wohl auch zu Todesfällen.“[31]

In den kalten, zugigen Kellern warteten die Menschen auf den Befehl zum Besteigen der Züge. Eigentlich sollte der Transport vom 22. November nach Riga fahren, er wurde aber wegen zu geringer Aufnahmekapazitäten dort in letzter Minute nach Kaunas / Kowno in das besetzte Litauen umgeleitet.[32]

Weil Hedwig Loeb die einzige Insassin eines Wiesbadener Judenhauses war, die mit diesem Transport verschleppt wurde, soll dessen weiteres Schicksal im Zusammenhang mit ihrem Namen hier ausführlicher betrachtet werden.

In Kaunas kamen die Frankfurter wenige Tage nach den Berlinern und den Münchnern an. Sie gingen den sechs Kilometer langen Weg vom Bahnhof durch die Stadt am Rande des jüdischen Ghettos entlang zum Fort IX, auf einem Hügel im Südosten der Stadt gelegen. Das Fort war im 19. Jahrhundert als Teil eines massiven militärischen Festungsringes um die Stadt zur Verteidigung des zaristischen Gebietes gegen Preußen angelegt und nach dem ersten Weltkrieg zum Gefängnis umgebaut worden. Der große Gebäudekomplex war mit Gefängniszellen und Mannschaftsunterkünften um einen trapezförmigen Innenhof angeordnet und von sechs Meter hohen Wänden umgeben. Die Frankfurter wurden, getrennt von den anderen Deportierten aus Berlin und München, in die Zellen des Fort IX gebracht und verbrachten dort die Nacht. Hinter den hohen Mauern des Forts, außerhalb des Innenhofes – für die Ankommenden nicht sichtbar -, waren bereits große Gruben ausgehoben. Nach einem Augenzeugenbericht geschah folgendes: Die verantwortlichen Deutschen und Litauer ließen am nächsten Tag die Deportierten in Gruppen von 80 Leuten in Reihen antreten. Sie ließen sie eine Art Frühsportübung im Hof des Forts durchführen und begannen schließlich, die Menschen im Dauerlauf aus dem Innenhof heraus zu den Gruben außen an der Mauer zu treiben. Als diese auseinanderzulaufen begannen, prügelte man sie in die Gruben hinein. Die meisten Opfer wurden, nachdem sie unten lagen, erschossen. Das Feuer kam aus Maschinengewehren, die auf den bewaldeten Hügeln oberhalb der Gruben versteckt gewesen waren. Aber auch diejenigen, die nicht gelaufen oder in eine andere Richtung gerannt waren, wurden von den Litauern und den Deutschen, wo sie sich gerade befanden, erschossen. Von den Opfern, die bis zum letzten Moment getäuscht worden waren, hat niemand überlebt.

Alle in den drei Transporten aus Frankfurt, Berlin und München deportierten Menschen sind am 25. November 1941 ohne jegliche Ausnahme im Fort IX erschossen worden. Es war die erste systematische Vernichtung ganzer Transporte verschleppter Juden aus Deutschland.[33]

Seite des ‚Jägerberichts‘ mit den Erschießungen am 25.11.1941 in Kauen / Kowno https://phdn.org/archives/www.david-irving.de/jaeger.html.

Ausgeführt wurde die Massenerschießung, bei der an diesem 25. November 1941 insgesamt 2943 Menschen ermordet wurden, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A unter der Leitung des SS-Standartenführers Karl Jäger, der eine peinlich genaue „Gesamtaufstellung der im Bereich des EK 3 bis zum 1. Dez. 1941 durchgeführten Exekutionen“ hinterlassen hat.[34] Diese Liste ist der Inbegriff dessen, was unter einem bürokratisch organisierten Massenmord zu verstehen ist. Für jeden Tag wurden von Jäger die Orte aufgelistet, in denen das Kommando aktiv war, wie viele umgebracht wurden, differenziert nach Juden, Jüdinnen und jüdischen Kindern. Andere Opfer wie Kommunisten oder Terroristen, sprich: Partisanen, oder Russen, wurden gesondert aufgeführt. Manchmal wurden zusätzliche Angaben gemacht wie „Säuberung des Ghettos von überflüssigen Juden“ – so am 29.Oktober 1941, wo in Kaunas „2007 Juden, 2920 Jüdinnen und 4273 Judenkinder“ umgebracht wurden, dann, z. Bsp am 18. August, ist die Erschießung von „711 Intell.-Juden aus dem Ghetto als Repressalie für eine Sabotage-Handlung“ notiert.

Am 29. November, dem Tag an dem Hedwig Loeb in Kowno ankam, lautet der Eintrag: „1159 Juden, 1600 Jüdinnen, 152 jüdische Kinder – Umsiedler aus Berlin, München u. Frankfurt a.M.“

Am Ende eines jeden Blattes wurde buchhalterisch der „Übertrag“ festgehalten. Die „Endsumme“ betrug unglaubliche 137.346 Ermordete allein durch diese Einsatzgruppe.[35]

Hedwig Loeb war eine davon. Sie wurde nicht, wie fälschlicher Weise in der Wiesbadener Opferliste steht, am 31. Dezember irgendwo in Polen, sondern am 25. November 1941 in Kowno in Litauen ermordet.[36] Auch ihre Eltern sind am gleichen Tag dieser bestialischen Mordaktion zum Opfer gefallen.

In dem irrigen Glauben, ein solches monströses Verbrechen ließe sich vertuschen, wurden ein Jahr später jüdische Gefangene gezwungen, die Leichen wieder auszugraben und sie unter größter Geheimhaltung zu verbrennen. Einige Gefangene diese Kommandos gelang später die Flucht und sie konnten Zeugnis ablegen von dem Grauen, mit dem sie an diesem Ort konfrontiert waren: (…) unter den 12 000 verbrannten Leichen befanden sich die Körper von etwa 5000 Juden aus Wien, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hamburg und anderen deutschen Städten (…). Die Juden aus Deutschland waren bekleidet erschossen worden, alle anderen hatte man vor der Exekution gezwungen, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen. Die Lage der Leichen zeugt davon, daß man die Menschen in Gruppen in die Gruben getrieben hatte. Dort mußten sie sich hinlegen, dann wurde auf sie geschossen. Das hatte zur Folge, daß viele von ihnen nur leicht oder gar nicht verwundet begraben worden sind.“[37]

Auch wurden später noch Gepäckstücke, Kennkarten und andere Gegenstände gefunden, die zur Identifizierung der Toten dienten – so etwa die Kennkarte von Meier Horowitz, einem ehemaligen Bewohner des Jüdischen Altersheims in Frankfurt. Von Hedwig Loeb wurde nichts gefunden, ihre Asche wurde in Litauens Wäldern verstreut.

 

 

 

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Anmerkungen:

[1] HHStAW 469-33 2768 (2) Geburtsurkunde. Der Zweitname Felix ist hier nicht angegeben. In den Listen der Mitlieder der jüdischen Gemeinde  Limburg ist dagegen immer nur Felix Loeb genannt. Es handelt sich aber um die identische Person, siehe http://www.alemannia-judaica.de/koenen_synagoge.htm.

[2] Umfassend untersucht ist die Geschichte der Enkircher Juden in dem Typoskript von Thomas Hüttman, „… dass einmal dem Juden das Land auf diese Weise abgenommen wird …“ – Die jüdischen Einwohner von Enkirch vor und während der Zeit des Nationalsozialismus, 2018, siehe die Onlineversion auf http://mondregenbogen.de/aufarbeitung/Die_juedischen_Einwohner_von_Enkirch.pdf. Hüttmann hat sich auch intensiv mit der Familie von Felix und Johanna Loeb, den Eltern von Hedwig Loeb, befasst und mir sehr wichtige Hinweise zur Familie zukommen lassen. Siehe dazu i. B. S. 154-162. Ihm sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

[3] Zum Schicksal von Johanna Loeb, verheiratete Klinger, und ihrer Familie sie ausführlich Hüttmann, S. 163- 168 und zu Elise Loeb S. 47. Während ihr Mann noch in ihrem Wohnort verstarb, wurde sie mit ihrer Tochter 1940 im Rahmen der Wagner-Bürckel Aktion zunächst nach Gurs, 1942 dann nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das gleiche Schicksal ereilte die Tochter Luci, die von Mannheim aus verschleppt wurde. Den übrigen der insgesamt sechs Kinder gelang die Flucht. Die Schwester Berta Elise war schon 1910 in die USA ausgewandert.

[4] HHStAW 469-33 2768 (8) Heiratsurkunde. Die Familie von Raphael Felix Loeb scheint aber auch nicht länger in Könen gelebt zu haben, zumindest haben sie keine Spuren hinterlassen. In dem umfänglichen Werk von Willi Körtels, Geschichte der Juden von Könen, Kaltenengers, 2011 ist einzig Raphael Loeb erwähnt und hier nur in einer Auflistung der Opfer des Nationalsozialismus.

[5] Klara war am 25.2.1902 geboren worden, ihr Todestag war der 10.6.1903. Auskunft Stadtarchiv Limburg vom 26.4.2018.

[6] Kurz nach seiner Heirat mit einer Irma, deren Geburtsname nicht bekannt ist, gingen die beiden, für einen nicht bekannten Zeitraum nach Südafrika, kehrten aber spätestens kurz vor der Geburt der Tochter Florine am 3.10.1932 nach Deutschland zurück. Hüttmann, Enkirch S.155.

[7] HHSTaW 518 22562 (3).

[8] Hüttmann, Enkirch, S. 155, dazu Auskunft Stadtarchiv Limburg vom 26.4.2018.

[9] HHStAW 518 2823 V (301, 314), dazu Hüttmann, Enkirch, S. 161 f.

[10] HHStAW 461 37638/26 (4137-4142).

[11] HHStAW 518 2832 Bd. IV (126, 132). Seine Frau war Käte Loeb, geb. Schalenberg, eine Katholikin. Bei der Eheschließung trat auch Julius Loeb in die katholische Kirche ein. Das Paar hatte einen Sohn namens Heinz, geboren 1930. Ein schier unglaublicher Beleg für die Ignoranz oder auch die Verleugnung des Geschehenen ist ein Schreiben des Direktors des Limburger Arbeitsamts von 1954 im Rahmen des Entschädigungsverfahrens. Darin heißt es, dass „die nationalsozialistische Arbeitseinsatz-Gesetzgebung ein grundsätzliches Beschäftigungsverbot für Juden nicht vorgesehen (hatte), die Juden demnach zu dieser Zeit ohne Weiteres vermittelt werden konnten. Ob und inwieweit eine Vermittlung des L. aus  anderen Gründen nicht möglich war, vermag ich heute nicht mehr festzustellen, da Unterlagen von Löb aus dieser Zeit beim hiesigen Amt nicht mehr vorhanden sind. An gutem kaufmännischem Personal bestand seit mindestens Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 ein fühlbarer Mangel, so dass spätestens ab diesem Zeitpunkt – sofern L. entsprechende berufliche Kenntnisse nachweisen konnte – eine Vermittlungsmöglichkeit für den Genannten vorhanden gewesen sein dürfte.“ HHStAW 518 2832 Bd. IV (133).

[12] Die genauen Inhaftierungsdaten sind in den Entschädigungsakten aufgelistet, siehe HHStAW 518 2832 Bd. IV (17). Hier sind auch weitere Belege für die Inhaftierungen zu finden.

[13] Zu seiner Zeit in Auschwitz siehe im Besonderen das Protokoll des Auschwitz-Prozesses HHStAW 461 37638/26 (4137-4142).

[14] HHStAW 461 37638/26 (4138).

[15] Seine Entschädigungsakte 518 2823 umfasst fünf Bände!

[16] HHStAW 518 2832 Bd. IV (33).

[17] Auskunft Stadtarchiv Limburg vom 26.4.2018.

[18] HHStAW 518 22578 (8, 11) Eine Bildpostkarte aus dieser Zeit ist in den Entschädigungsakten erhalten geblieben. Titel „Gruß aus Staffel“. Sie zeigt neben einer Panoramaaufnahme des Ortes, das Kriegerdenkmal und das Haus der Eltern mit dem Laden. In der Tür steht eine Frau, den Blick auf den Fotografen gerichtet, vermutlich die Inhaberin Hedwig Löb. Allein die Tatsache, dass eine solche Postkarte sicher in größerer Stückzahl angefertigt wurde, zeigt, dass das Geschäft recht gut gelaufen sein muss.

[19] HHStAW 518 22578 (3)

[20] HHStAW 365 537 (6, 14, 19) In der letzten Liste ist allerdings ihr Bruder Julius aufgenommen, der in den beiden vorherigen Listen fehlte.

[21] Die Verbindung zu ihm war möglicherweise dadurch zustande gekommen, dass ihr Bruder Julius mit Dr. Cosmann zusammen in Buchenwald interniert war. HHStAW 518 2832 Bd. II (23).

[22] HHStAW 519/3 5078 (3). Zur Erich Cosman siehe Faber, Rönsch, Wiesbadens jüdische Juristen, a.a.O. S. 38-41 und das Erinnerungsblatt des Aktiven Museum Spiegelgasse. Hier ist auch eine Abbildung des sehr schönen Hauses unterhalb des Nerobergs abgedruckt. Siehe http://www.am-spiegelgasse.de/wp-content/downloads/erinnerungsblaetter/EB-Cosmann.pdf.

[23] HHStAW 519/3 5078 (4).

[24] Stadtarchiv W/3 983. Dazu Faber, Rönsch, Wiesbadens jüdische Juristen, a.a.O. S. 40.

[25] HHStAW 519/3 5078 (8).

[26] Ebd. (10). Das Verfahren gegen sie wurde allerdings eingestellt, „da kein Vermögen vorhanden ist.“ Ebd. (12).

[27] Kingreen vermutet, dass die Einsparungspotentiale bei der Fürsorge bei der Auswahl zumindest in Frankfurt eine erhebliche Rolle gespielt haben dürften. Ob das auch für Wiesbaden gilt, muss in Anbetracht der nur vier Deportierten angezweifelt werden. Kingreen, Monica, Gewaltsam verschleppt aus Frankfurt. Die Deportationen der Juden in den Jahren 1941-1945, in: „Nach der Kristallnacht“. Jüdisches Leben und antijüdische Politik in Frankfurt am Main 1938-1945, hg. Kingreen, Monica, Frankfurt, New York 1999, S. 366.

[28] Die Großmarkthalle und die gewaltsame Verschleppung der jüdischen Bevölkerung Frankfurts und des Regierungsbezirks Wiesbaden ab 1941 bis 1945, in: Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle. Die Deportation der Juden 1941-1945, München – London – New York 2016, S. 153.

[29] HHStAW 469-33 2768 (3).

[30] Siehe die Einträge für Raphael Felix Loeb und Johanna Loeb im Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz.

[31] Kingreen, Großmarkthalle, a.a.O. S. 157. Monica Kingreen hat in dem Buch zur Eröffnung der Gedenkstätte Großmarkthalle berührende und sehr eindrucksvolle Erinnerungen von Zeitzeugen über die Ereignisse an diesem Ort vor der Abfahrt der Züge zusammengetragen.

[32] Kingreen, Gewaltsam verschleppt, a.a.O. S. 367, i.B. auch Anm. 65. Der ursprüngliche Zielort Riga wurde in der älteren Literatur, aber auch auf  Gedenksteinen fälschlicher Weise vielfach zugleich als der Sterbeort übernommen. In der Wiesbadener Opferliste ist das für Jakob Bergheimer und seine Frau Elisabeth, geb. Heumann, und auch Julius Löwensberg korrigiert, nicht aber für Johanna Strauss, geb. Frank, die länger in Wiesbaden gelebt hatte, im September 1939 allerdings schon nach Frankfurt verzogen war. Bei ihr steht zwar als Sterbeort Kaunas, als Deportationsziel aber noch Riga.

[33] Kingreen, Gewaltsam verschleppt, a.a.O. S.365 f.

[34] Gottwaldt, Schulle, Judendeportationen, a.a.O. 101 – 107. Diese Liste ist als Faksimile abgedruckt in: Arzt, Heinz, Mörder in Uniform, München 1979, S. 185 – 193..

[35] Im  abschließenden Resümee schreibt Jäger: „Ich kann heute festhalten, dass das Ziel, das Judenproblem für Litauen zu lösen, vom EK.3 erreicht worden ist. In Litauen gibt es keine Juden mehr, außer den Arbeitsjuden incl. Ihrer Familien. … Die Arbeitsjuden incl. Ihrer Familien wollte ich ebenfalls umlegen, was mir jedoch scharfe Kampfansage der Zivilverwaltung (dem Reichskommissar) und der Wehrmacht eintrug und das Verbot auslöste: Diese Juden und ihre Familien dürfen nicht erschossen werden.
Das Ziel, Litauen judenfrei zu machen, konnte nur erreicht werden, durch die Aufstellung eines Rollkommandos mit ausgesuchten Männern unter Führung des SS-Obersturmführer Hamann, der sich meine Ziele voll und ganz aneignete …“
Artzt, Mörder in Uniform, a.a.O. S. 191. Dass es bei dem hier angedeuteten Konflikt zwischen den Einsatzgruppen auf der einen und der Armee, ‚zivilen’ Stellen auf der anderen Seite nicht um den Schutz der Juden, sondern um deren ‚sinnvolle’ Verwertung ging, ist offensichtlich.

[36] Die Todesdaten der anderen Wiesbadener Opfer sind mit dem 25.11.1941 richtig angegeben.

[37] Wassili Grossmann, Ilja Ehrenburg, Das Schwarzbuch: Der Genozid an den sowjetischen Juden, Reinbeck 1995, S. 593 f., zit. nach Kingreen, Gewaltsam verschleppt, a.a.O. S.368 f