Weitere Bewohner

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Henriette Heinrich Leoni Juden Wiesbaden
Das ehemalige Judenhaus im Chewruskerweg 3
Eigene Aufnahme
Judenhaus Wiesbaden Cheruskerweg 3 Leoni Henriette Heinrich Heinz Rosa Rosaline Gutman Wiesbaden
Lage des ehemalöigen Judenhauses Cheruskerweg 3 in Wiesbaden-Biebrich
Belegung des Judenhauses Cheruskerweg 3

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Außer den Familienmitgliedern der Eigentümer und Amalie Blühdorn lebten noch zwei weitere Personen eher kurzfristig und auch erst ab dem Jahr 1942 in dem Judenhaus.

Martha Hoff, geborene Fraenkel

Als erste war am 16. April 1942 Martha Hoff, geborene Fraenkel, in das Haus gekommen.[1] Auch sie war wie die Hauseigentümer zur evangelischen Kirche konvertiert, hatte sogar 1927 im Alter von 37 Jahren in Mannheim den evangelischen Pfarrer Dr. Hans Hoff geheiratet. Mit ihm war sie 1933 von dort nach Wiesbaden gekommen. Sie lebten hier zunächst in der Rüdesheimer Str. 13, ab Juli 1936 in der Richard-Wagner-Str. 26, wo ihr Mann am 1. Juli 1939 verstarb. In den folgenden zweieinhalb Jahren wohnte sie in der Oranienstr. 53. Ob ihr Einzug in den Cheruskerweg 3 am 16. April 1942 auf einer direkten Einweisung beruhte, ist nicht sicher. Wahrscheinlich ist vielmehr, dass sie, ebenfalls aktiv in der ‚Bekennenden Kirche’, über diese kirchlichen Verbindungen auch Henriette Leoni gut kannte und von ihr aufgenommen wurde, als sie – vielleicht gezwungenermaßen – ihre bisherige Wohnung verlassen musste. Es blieben ihr ohnehin nur noch fünf Wochen. Am 23. Mai 1942 wurde sie nach Izbica deportiert und wohl bald darauf in Sobibor ermordet.

 

Ein weiterer jüdischer Mieter war Hermann Meyer, der durch seine Mischehe mit Fredericke Meyer, geborene Derkum, zumindest einen, wenn auch eher unsicheren Schutz genoss. Er war am 18. Juni 1942 eingezogen, musste dann, als das Haus renoviert wurde, am 20. November 1942 ausziehen. Eine neue Unterkunft fand er im Judenhaus Rheinstr. 81, das aber diese Funktion nach dem Ende der Massendeportationen inzwischen verloren hatte.[2]

 

 

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Anmerkungen:

 

[1] Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden sind keine Unterlagen zu Martha Hoff vorhanden, weshalb bisher keine eigenen Recherchen zu ihrem Schicksal angestellt wurden. Es sei hier auf das ihr gewidmete Erinnerungsblatt des Aktiven Museums Spiegelgasse verwiesen, siehe http://www.am-spiegelgasse.de/wp-content/downloads/erinnerungsblaetter/EB-Hoff-Martha.pdf. (Zugriff: 05.04.2018).

[2] Zu seinem Schicksal siehe das Kapitel Rheinstr. 81.