Hilde Seligmann, geborene Levy


Hirschkind, Dora
Das Juden­haus in der Albrecht­str. 13 heu­te
Eige­ne Aufnahme
Judenhaus Wiesbaden, Liebmann, Albert
Lage des ehe­ma­li­gen Juden­hau­ses Albrecht­str. 13
Albrechtstrf. 13, Judenhaus, Wiesbaden
Bele­gung des Juden­hau­ses Albrecht­str. 13

 

 

 

 

 


Hil­de Selig­mann war die Ers­te, die in das Haus ein­zog, nach­dem es zum Juden­haus erklärt wor­den war. Sie kam am 1. April 1940 von Bier­stadt, wo sie zuletzt in der Wies­ba­de­ner Str. 21, der heu­ti­gen Patrick­stra­ße, gewohnt hat­te. Mit ihrem Mann Juli­us Selig­mann führ­te sie zuletzt in der Rat­haus­stra­ße ein Geschäft für Fut­ter­mit­tel und Saat­gut. Damit schloss sie an eine alte Fami­li­en­tra­di­ti­on an, denn sie ent­stammt einer alt­ein­ge­ses­se­nen jüdi­schen Fami­lie, deren Wur­zeln sich bis in das 17. Jh. zurück­ver­fol­gen las­sen. Schon der Groß­va­ter Jakob Joseph Levy und auch der Urgroß­va­ter Joseph David waren wie ihr Vater Abra­ham Levy in Bier­stadt als „Han­dels­män­ner“ tätig gewe­sen.[1]

Abraham Levy, Emma Levy, Hilde Levy Seligmann, Julius SEligmann, Berthold Seligmann, Judenhaus Albrechtstr. 13, Juden Bierstadt, Wiesbaden
Stamm­baum der Fami­lie Selig­mann — Levy
GDB

Aus der Ehe ihres Vaters Abra­ham Levy mit Ester Emma Sichel waren neben Hil­de noch sechs wei­te­re Kin­der her­vor­ge­gan­gen. Sie selbst, am 16. Dezem­ber 1880 gebo­ren, war die Zweit­jüngs­te. Zwei ihrer Brü­der, Juli­us und Jakob,[2] erlern­ten das Metz­ger­hand­werk und der älte­re Juli­us betrieb spä­ter in Bier­stadt eine um 1900 in der Rat­haus­stra­ße gegrün­de­te Metz­ge­rei. Bedingt durch die anti­se­mi­ti­schen Aktio­nen, die sich früh­zei­tig gegen die jüdi­schen Metz­ger rich­te­ten, muss­te der Laden aber in den Drei­ßi­ger­jah­ren auf­ge­ge­ben wer­den. Juli­us Levy selbst erleb­te das nicht mehr. Er war bereits am 21. August 1931 im Alter von 56 Jah­ren in Bier­stadt ver­stor­ben,[3] aber sein Sohn Arthur Levy, der eben­falls Metz­ger gewor­den war, hat­te ver­geb­lich ver­sucht, das Geschäft durch die schwie­ri­gen Zei­ten zu brin­gen. Er konn­te weder das Geschäft, noch sich selbst ret­ten.[4]
Dem Bru­der Jakob hin­ge­gen gelang mit sei­ner Frau und dem Sohn Juli­us recht­zei­tig die Flucht in die USA, wo sie spä­ter in Chi­ca­go eine neue Hei­mat fan­den. Jakob Levy selbst ver­starb aber noch vor Ende des Krie­ges am 6. April 1944 in der Stadt am Lake Michigan.
Vom jüngs­ten Bru­der Moritz, gebo­ren am 18. Dezem­ber 1882, ist bekannt, dass er noch in jun­gen Jah­ren nach Stutt­gart ging. Er fiel am 5. Juli 1915 als Sol­dat des Ers­ten Welt­kriegs.[5]
Emil Levy, gebo­ren am 31. Okto­ber 1882, leb­te wäh­rend der NS-Herr­schaft in Regens­burg, wo er mit Clot­hil­de Grü­ne­baum ver­hei­ra­tet war. Schon nach dem Novem­ber­po­grom hat­te man ihn in Dach­au inhaf­tiert, Anfang April wur­den bei­de in das Get­to Pia­ski depor­tiert, wo sie zu einem nicht bekann­ten Datum ums Leben kamen.[6] Völ­lig unbe­kannt ist das Schick­sal der ältes­ten Schwes­ter Johan­na.[7]

Hil­de Levy hat­te am 5. Janu­ar 1911 in Bier­stadt den aus Bei­en­heim im Kreis Fried­berg stam­men­den Kauf­mann Juli­us Selig­mann gehei­ra­tet,[8] ein – wie es in einem Erin­ne­rungs­blatt für die Bier­stad­ter Juden heißt – “reel­ler Geschäfts­mann und gut­mü­ti­ger Mensch”.[9] Er war am 17. Mai 1878 als Sohn von Bern­hard und sei­ner Frau Johan­na, gebo­re­ne Grün­blatt, in der klei­nen mit­tel­hes­si­schen Ort­schaft, die heu­te zu Rei­chels­heim gehört, zur Welt gekom­men.[10]

Abraham Levy, Emma Levy, Hilde Levy Seligmann, Julius SEligmann, Berthold Seligmann, Judenhaus Albrechtstr. 13, Juden Bierstadt, Wiesbaden
Kauf­haus Wron­ker in Frank­furt auf der Zeil
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/97/Frankfurt_am_Main%2C_Zeil%2C_Kaufhaus_Wronker_AK_1925.jpg

Am 19. Novem­ber 1911 war ihnen das ein­zi­ge Kind Bert­hold gebo­ren wor­den,[11] der eben­falls eine kauf­män­ni­sche Leh­re absol­vier­te, aller­dings, mit Blick auf den gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Wan­del, nicht mehr im land­wirt­schaft­li­chen Sek­tor, son­dern im Mode­haus Frank & Marx in Wies­ba­den. Anschlie­ßend war er sechs Jah­re als Ver­käu­fer in dem bekann­ten Frank­fur­ter Kauf­haus Wron­ker auf der Zeil ange­stellt, das in jüdi­schem Besitz war.[12] Unmit­tel­bar nach der Macht­über­nah­me der Nazis durf­ten die Eigen­tü­mer ihr Unter­neh­men nicht mehr betre­ten und nach der for­ma­len Ari­sie­rung im fol­gen­den Jahr wur­den alle jüdi­schen Ange­stell­ten ent­las­sen, so auch Ber­told Selig­mann. Wei­te­re kurz­fris­ti­ge Anstel­lun­gen in sei­nem erlern­ten Beruf bei ver­schie­de­nen Fir­men in Würz­burg und Mainz ver­lor er nach deren jewei­li­ger Ari­sie­rung eben­falls wie­der. Im guten Zeug­nis, das ihm sein letz­ter Arbeit­ge­ber, die jüdi­sche Fir­ma Lietz in Mainz, aus­stell­te, war die zwangs­wei­se aus ras­sis­ti­schen Grün­den vor­ge­nom­me­ne Kün­di­gung als „Betriebs­um­stel­lung“ ver­brämt wor­den.[13]

1935 leb­te er nach den Ein­tra­gun­gen im Jüdi­schen Adress­buch wie­der in Bier­stadt bei sei­nen Eltern in der Wies­ba­de­ner Str. 21. Seit sei­ner Ent­las­sung als Ver­käu­fer schlug sich Bert­hold für wenig Geld mit Gele­gen­heits­ar­bei­ten durch, über­nahm Haus­meis­ter- und Gärtnereiarbeiten.

Ob die Eltern zu die­ser Zeit noch ihren Laden besa­ßen, ist nicht bekannt. Aber spä­tes­tens mit dem Tod des Vaters am 25. Dezem­ber 1937 wäre die mini­ma­le Geschäfts­tä­tig­keit ohne­hin sicher zum Erlie­gen gekom­men. Ein knap­pes Jahr konn­te der Sohn der Mut­ter noch zur Sei­te ste­hen. Wäh­rend des Novem­ber­po­groms 1938 wur­de auch er – wie ins­ge­samt weit über 30.000 ande­re – ver­haf­tet und in eines der jeweils nächst­ge­le­ge­nen Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ver­schleppt. Im Rhein-Main-Gebiet war die Frank­fur­ter Fest­hal­le zum Sam­mel­punkt der Ergrif­fe­nen ein­ge­rich­tet wor­den. Von hier aus wur­de er wie die meis­ten ande­ren aus Wies­ba­den nach Buchen­wald ver­bracht, stän­dig Schmä­hun­gen und Miss­hand­lun­gen aus­ge­setzt.[14]

Ganz sicher gehör­te Bert­hold Selig­mann nicht zu den „wohl­ha­ben­den“ Juden, auf die die soge­nann­te „Akti­on Rath“ eigent­lich abziel­te, um ihnen die Zustim­mung zu den Ari­sie­rungsvor­ha­ben abzu­pres­sen. Aber er war der zwei­ten Kate­go­rie, näm­lich der Grup­pe der „gesunde(n) männlich(en) Jugendliche(n) nicht zu hohen Alters“, zuzu­ord­nen,[15] die man offen­sicht­lich als poten­zi­el­len Herd jüdi­scher Wider­stands­ak­tio­nen aus­schal­ten woll­te. Fest­ge­nom­me­ne, die ihre Aus­wan­de­rungs­ab­sicht durch kon­kre­te Bele­ge, wie etwa ent­spre­chen­de Papie­re, nach­wei­sen konn­ten, sei­en, so die Anwei­sung an die Land­rä­te vom 14. Novem­ber 1938, „umge­hend zum Zwe­cke der Aus­wan­de­rung zu ent­las­sen.“[16] Sicher nicht ohne Beden­ken im Hin­blick auf sei­ne dann allein auf sich gestell­te Mut­ter hat­te Bert­hold Selig­mann sich die­ser Erpres­sung gebeugt.

Bis er die not­wen­di­gen Unter­la­gen zusam­men hat­te, dau­er­te es noch eine Wei­le, denn erst im April 1939 wur­de er aus Buchen­wald ent­las­sen, hat­te sich aber wei­ter­hin bis zu sei­ner Emi­gra­ti­on täg­lich bei der Gesta­po in Wies­ba­den zu mel­den.[17] Der SS-Stand­ort­arzt von Buchen­wald im Ran­ge eines SS-Unter­sturm­füh­rers hat­te ihm in sei­ner Funk­ti­on als Amts­arzt noch ein Gesund­heits­zeug­nis aus­ge­stellt, in dem es hieß, dass Bert­hold Selig­mann „frei von anste­cken­den Krank­hei­ten“ sei, „kei­ne kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Lei­den“ habe und „zu kör­per­li­chen Arbeit unbe­schränkt taug­lich“ sei.[18] Die Bestä­ti­gung der Reichs­ver­ei­ni­gung der Juden, dass sei­ne Aus­wan­de­rung in die USA gesi­chert sei, erhielt er am 3. Mai. 1939.[19]

In den Unter­la­gen des spä­te­ren Ent­schä­di­gungs­ver­fah­rens ist der Ori­gi­nal­rei­se­pass von Bert­hold Selig­mann erhal­ten geblie­ben. Aus­ge­stellt wur­de der für ein Jahr gül­ti­ge Pass am 13. Mai 1939 in Wies­ba­den. Er hat­te dar­in „Gärt­ner“ als sei­nen Beruf ange­ge­ben, sicher nicht zuletzt wegen der damit ver­bun­de­nen bes­se­ren Aus­sich­ten, im Aus­land Arbeit zu finden.

Abraham Levy, Emma Levy, Hilde Levy Seligmann, Julius SEligmann, Berthold Seligmann, Judenhaus Albrechtstr. 13, Juden Bierstadt, Wiesbaden
Rei­se­pass von Bert­hold Seligmann
Abraham Levy, Emma Levy, Hilde Levy Seligmann, Julius Seligmann, Berthold Seligmann, Judenhaus Albrechtstr. 13, Juden Bierstadt, Wiesbaden
HHStAW 518 59759

 

 

 

 

 

 

 

 

Abraham Levy, Emma Levy, Hilde Levy Seligmann, Julius Seligmann, Berthold Seligmann, Judenhaus Albrechtstr. 13, Juden Bierstadt, WiesbadenAbraham Levy, Emma Levy, Hilde Levy Seligmann, Julius Seligmann, Berthold Seligmann, Judenhaus Albrechtstr. 13, Juden Bierstadt, Wiesbaden

 

 

 

 

 

Auch wenn er in dem bereits erwähn­ten Ver­merk auf der Gesta­po-Kar­tei­kar­te als „Ehe­mann“ bezeich­net wird, so fehlt hier der sonst übli­che Ein­trag des Namens der Ehe­frau. Im Rei­se­pass gibt es eben­falls kei­nen Hin­weis dar­auf, dass er zu die­sem Zeit­punkt bereits ver­hei­ra­tet war.[20] Auch in sei­nen spä­te­ren Anga­ben zu sei­ner Flucht wird eine mög­li­che Part­ne­rin nicht erwähnt. Man muss also davon aus­ge­hen, dass er Deutsch­land damals allein ver­ließ. Ein Akten­ver­merk der Ent­schä­di­gungs­be­hör­de vom Okto­ber 1958 hielt fest, dass er außer diver­sen Klei­dungs­stü­cken, die er in zwei Kof­fern und einem „Rei­se­sack“ zusam­men­ge­packt hat­te, nichts mit­neh­men konn­te.[21]

Anhand der diver­sen Stem­pel ist sein Weg in die Emi­gra­ti­on genau zu ver­fol­gen. Per Bahn ging es zunächst von Wies­ba­den nach Köln. Ein bel­gi­sches Tran­sit­vi­sum, aus­ge­stellt am 6. Juli 1939 in Ber­lin, erlaub­te ihm am 13. Juli den Grenz­über­tritt. Noch am sel­ben Tag bestieg er in Ost­ende die Fäh­re nach Eng­land. Der „Immi­gra­ti­on Offi­cer“ in Dover drück­te sei­nen Stem­pel eben­falls noch am 13. Juli in den Pass, da er ein am 5. Juli eben­falls in Ber­lin aus­ge­stell­tes Visum für das König­reich vor­le­gen konn­te – „good for sin­gle jour­ney only“ war sicher­heits­hal­ber noch ein­ge­tra­gen wor­den. Einen Tag spä­ter mel­de­te er sich bei der „Con­s­ta­bu­la­ry“ des Kent Coun­tys. Im dort gele­ge­nen Rich­bo­rough Camp war­te­te er auf das Ein­wan­de­rungs­vi­sum für die USA. „Erst als ich im Jahr 1940 das Ein­wan­de­rungs­vi­sum der USA und dann einen Schiffs­platz erlangt hat­te, konn­te ich nach USA wei­ter­wan­dern. Ich fuhr am 22. März 1940 mit der Bahn über Lon­don und Liver­pool und von da mit der Britt­a­ny, Cunard Line, nach New York, von wo ich mit dem Bus Chi­ca­go, Illi­nois, mein Aus­wan­de­rungs­ziel, erreich­te.“[22]

In den USA konn­te Bert­hold Selig­mann nach eige­nen Anga­ben rela­tiv schnell wie­der Arbeit fin­den. Als er 1957 sein Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren anstreng­te, gab er an Pols­te­rer zu sein und auch zwei Kin­der im Alter von 10 bzw. 5 Jah­ren zu haben.[23]

Mit der Aus­wan­de­rung scheint der Kon­takt zur Mut­ter in Wies­ba­den gänz­lich abge­bro­chen zu sein. Ihr letz­ter Wohn­sitz sei – „wie ich hör­te“ – die Albrecht­str. 18 (!) gewe­sen. Die­se vage bzw. was die Haus­num­mer betrifft fal­sche Anga­be macht er im Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren. „Ich habe gehört, dass mei­ne Mut­ter bei Lip­mann gewohnt hat, wer das war, weiß ich nicht“, ergänz­te er in einem wei­te­ren Schrei­ben.[24]

Hilde Seligmann, Judenhaus Wiesbaden, Albrechtstr. 13
Mel­dung des Zel­len­warts über die in sei­ner Zel­le woh­nen­den Juden, dar­un­ter auch Hil­de Selig­mann
HHStAW 483 10127 (39)

Genau zu dem Zeit­punkt, als er Eng­land Rich­tung USA ver­ließ, wur­de sei­ne Mut­ter in das Juden­haus in der Albrecht­stra­ße ein­quar­tiert. Sie bekam ein Zim­mer im drit­ten Stock, wo auch Josef Stein­berg wohn­te. Die­se Anga­be mach­te der zustän­di­ge Zel­len­lei­ter am 9. Novem­ber 1941 in einer Mit­tei­lung an den Orts­grup­pen­lei­ter Wei­ler­swist, der über den Fort­schritt bei der Zusam­men­le­gung der jüdi­schen Bür­ger infor­miert wer­den woll­te. Neben dem Besit­zer­ehe­paar wohn­te zu die­sem Zeit­punkt außer dem Alt­mie­ter Josef Stein­berg nur der Ende 1938 ein­ge­zo­ge­ne Alfred Marx als jüdi­scher Mie­ter im Haus.[25]

Die Mit­tei­lung des Zel­len­warts ist die letz­te Spur von Hil­de Selig­mann in Wies­ba­den, sieht man davon ab, dass ihr Name noch ein­mal auf der Trans­port­lis­te für die Depor­ta­ti­on am 10. Juni 1942 erscheint. Zuletzt hat­te sie laut der dor­ti­gen Anga­ben ihr Zim­mer im vier­ten Stock des Hau­ses gehabt. Nur weni­ge Tage, nach­dem der Zug mit sei­nen etwa 400 Insas­sen die Lade­ram­pe am Schlacht­hof ver­las­sen hat­te, wur­de das Leben der 61-jäh­ri­gen Hil­de Selig­mann in Sobi­bor mit­tels Gas gewalt­sam ausgelöscht.

 

Ver­öf­fent­licht: 15. 11. 2017

Letz­te Ände­rung: 14. 01. 2021

 

 

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Anmer­kun­gen:

 

[1] Ster­be­re­gis­ter der Gemein­de Bier­stadt 1878 /​ 14. Es han­delt sich um den Ster­be­ein­trag für Jakob Joseph Levy, der am 13.4.1878 ver­starb. Dar­in wer­den auch des­sen Eltern mit der Berufs­be­zeich­nung aufgeführt.

[2] Juli­us war am 3.8.1875, sein Bru­der Jakob am 15.11. 1878 gebo­ren wor­den, sie­he Geburts­re­gis­ter Bier­stadt 35 /​ 1875 und 65 /​ 1878.

[3] Ster­be­re­gis­ter Bier­stadt 21 /​ 1931.

[4] Zum Schick­sal der Fami­lie Juli­us Levy, sei­ner Frau Lina und den bei­den Kin­dern Arthur und Jen­ny sie­he unten das Kapi­tel zum  Juden­haus Hall­gar­ter Str. 6, von wo aus Lina Levy nach The­re­si­en­stadt depor­tiert wurde.

[5] http://​www​.ale​man​nia​-judai​ca​.de/​b​i​e​r​s​t​a​d​t​_​s​y​n​a​g​o​g​e​.​htm. (Zugriff: 15.11.2017).

[6] Vor ihrer letz­ten Woh­nung in Regens­burg hat man zu ihrer Erin­ne­rung Stol­per­stei­ne ver­legt, sie­he http://​www​.stol​per​stei​ne​-regens​burg​.de/​f​r​3​_​3​8​_​r​.​htm.

[7] Im Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs Koblenz ist sie nicht aufgeführt.

[8] Hei­rats­re­gis­ter Bierstadt

[9] Fest­schrift zur 1075-Jahr-Fei­er Bier­stadts im Jah­re 2002, im Auf­trag der Inter­es­sens­ge­mein­schaft Bier­stad­ter Orts­ver­ei­ne, Wies­ba­den o.J. S. 84.

[10] Geburts­re­gis­ter Bei­en­heim 7 /​ 1878.

[11] HHStAW 518 59791 (5) Geburtsurkunde.

[12] Her­mann Wron­ker war ein Nef­fe der Gebrü­der Leo­nard und Oscar Tietz, den Begrün­dern der Her­tie-Kauf­häu­ser. Sie­he zur Geschich­te des Waren­hau­ses und zum Schick­sal ihres Besit­zers Her­mann Wron­ker http://​www​.spie​gel​.de/​e​i​n​e​s​t​a​g​e​s​/​a​r​i​s​i​e​r​u​n​g​e​n​-​a​-​9​4​8​6​8​9​.​h​tml. (Zugriff 8.9.2017) Dort ist auch eine Abbil­dung des impo­san­ten Gebäu­des zu sehen.

[13] HHStAW 518 59791 (4, 8).

[14] Sie­he dazu Kro­pat, Arno, Kris­tall­nacht in Hes­sen. Der Juden­po­grom vom Novem­ber 1938, Wies­ba­den 1988, S. 167 f.; Juden in Wies­ba­den, a.a.O. S. 66 f.

[15] Kro­pat, Kris­tall­nacht in Hes­sen,  S.167.

[16] Staats­ar­chiv Mar­burg 180 4829, zit. nach Kro­pat, Kris­tall­nacht in Hes­sen, a.a.O. S.172.

[17] HHStAW 518 59791 (4). Auf der Gesta­po-Kar­tei­kar­te von Bert­hold Selig­mann steht der etwas kryp­ti­sche Ver­merk: „Ehe­mann soll lt. Sta­po Fm. v.13.4.39 bis 15.6.39“. Ver­mut­lich ist damit die Mel­dauf­la­ge gemeint, denn die Ent­las­sung aus Buchen­wald war am 13.4.39 erfolgt.

[18] HHStAW 518 59791 (6) vom 10.2.1939.

[19] HHStAW 518 59791 (7).

[20] Das Feld, in dem die Ehe­frau den Pass eben­falls hät­te unter­schrei­ben müs­sen, ist durchgestrichen.

[21] HHStAW 518 59791 (22). Der Ver­merk bezieht sich auf den Inhalt der Devi­sen­ak­te von Bert­hold Selig­mann, die inzwi­schen ver­lo­ren ist, aber laut Ver­merk auch nur das For­mu­lar über das Umzugs­gut ent­hal­ten haben soll. Der Antrag sei ohne Strei­chun­gen und ohne eine Dego-Abga­be am 3.7.1939 geneh­migt worden

[22] HHStAW 518 59791 (3, 4). Die Über­fahrt mit dem Schiff „Britanic“kostete damals 33 bri­ti­sche Pfund., ebd. (31).

[23] HHStAW 518 59791 (1).

[24] HHStAW 518 59791 (1, 5). Gemeint ist der Haus­ei­gen­tü­mer Albert Lieb­mann.

[25] HHStAW 483 10127 (39). Das blieb auch bis 1941 so. Erst danach zogen noch vier wei­ter Per­so­nen ein, zunächst im Som­mer 1941 für ein Vier­tel­jahr das Ehe­paar Hirsch­kind, dann 1942 noch Isi­dor Ganz und Johan­na Wind­mül­ler.