Hedwig Rosa Mamsohn, geborene Neufeld

Hedwig Mamsohn stammte aus einer jüdischen Familie aus Hamburg-Harburg, wo es etwa ab dem frühen 17. Jahrhundert eine kleine jüdische Gemeinde gab. Nur etwa 0,3 bis 0,6 Prozent der Bewohner gehörten nach den späteren NS-Kategorien in der Zeit vor 1933 dieser Glaubensgemeinschaft an.[1] Ihre Mitglieder nahmen aber als Kaufleute und Kleinhändler besonders im Textilbereich dennoch im dortigen Wirtschaftsleben eine wichtige Rolle ein. Als Hedwig am 19. September 1890 zur Welt kam, hatte die jüdische Gemeinde in Harburg etwa 300 Mitglieder.

Judenhaus Bahnhofstr. 25 Wiesbaden, Hedwig Isaak, Hedwig Neufeld, Gertrud Neufeld Cohn
Stammbaum von Hedwig Mamsohn, geborene Neufeld
(GDB-PLS)

Ihr Vater, der am 4. September 1851 in Pattensen bei Hannover geborene Max Neufeld, war viele Jahre deren Vorsteher. Von Beruf war auch er Kaufmann, nebenbei aber auch als Immobilien- und Finanzmakler tätig. Mit seiner Frau Jenny, geborene Pintus,[2] hatte er neben Hedwig noch fünf weitere Kinder, die alle in dem eigenen Haus in der Mühlenstr. 18 – heute Schlossmühlendamm 16 – aufwuchsen. Nur einer der Töchter gelang es einem gewaltsamen Tod zu entgehen. Das Schicksal des am 14. Juni 1885 geborenen Sohnes Paul konnte nicht ermittelt werden.[3]

Als erstes kam das jüngste Kind, der am 11. Oktober 1891 geboren Sohn Erich, zu Tode. Er fiel am 11. Mai 1916 im Ersten Weltkrieg mit nur 24 Jahren an der Kanalküste bei Carvin. Ihm wird durch eine Inschrift auf dem Grabstein seines Vaters, der am 24. September 1925 starb, auf dem jüdischen Friedhof in Harburg gedacht. Hier steht auch das Ehrenmal für die gefallenen jüdischen Soldaten auf dem sein Name ebenfalls eingraviert ist. Die übrigen Mitglieder der Familie fielen dem Holocaust zum Opfer.

Die älteste Tochter Anna hatte Harburg bereits um die Jahrhundertwende verlassen und in Jever den Getreidegroßhändler Joshua Weinstein geheiratet. Am 2. August 1902 war ihnen die Tochter Liselott geboren worden. Nach dem frühen Tod von Joshua Weinstein im Jahr 1926 half sie der Mutter bei der Weiterführung der Firma, die sich inzwischen ganz auf den Vertrieb von Mühlenprodukten spezialisiert hatte, einen Unternehmensbereich, den der Vater zuvor schon aufgebaut hatte. Konnte die Familie bisher einen recht aufwendigen Lebensstil führen, so änderte sich das mit der „Machtergreifung“ der Nazis grundlegend. Mühlen, mit denen man bisher kooperiert hatte, wandten sich ab, sodass die Firma zuletzt aufgegeben werden musste und arisiert wurde.
An Mutter und Tochter Weinstein wurden von den NS-Behörden die gleichen Maßnahmen vollzogen, wie an allen anderen Juden auch: „Sühneleistung“, Sicherungsanordnung, Raub von Schmuck und Edelmetallen, sogar eine kurzfristige Inhaftierung musste Anna über sich ergehen lassen. Immerhin gelang der Tochter 1939 die Flucht nach England. Da auch das Haus zur Finanzierung der Judenvermögensabgabe verkauft worden war, ging Anna Weinstein danach zurück nach Harburg und wohnte wieder in ihrem Elternhaus. Die Mutter verstarb noch, bevor die Deportationen begannen. Anna Weinstein jedoch saß am 25. Oktober 1941 im ersten Transport, mit dem innerhalb weniger Wochen die Hälfte der Hamburger Juden in die Ghettos im Osten abgeschoben wurden. Im Ghetto Lodz verbrachte sie ihre letzten Lebensmonate, vielleicht auch nur Tage oder Wochen, in völligem Elend. Wann sie verstarb, ist nicht bekannt. Ihr offizieller Todestag ist – wie bei so vielen – der 8. Mai 1945.[4]

Nur knapp vier Wochen später erlitt ihre Schwester Käthe das gleiche Schicksal. Am 18. November 1941 brachte sie der Transport, der jeweils etwa zur Hälfte aus Bremer und Hamburger Juden bestand, in das Ghetto Minsk.[5] Sie trat diese Fahrt gemeinsam mit ihrem Mann Isidor Hirschfeld an, den sie am 4. August 1922 in Hamburg geheiratet hatte.[6] Wie sie im Ghetto Minsk zu Tode kamen, ist nicht bekannt.

Der schrecklichste Teil des Lebens der beiden übrigen Schwestern, Gertrud[7] und Hedwig, spielte sich Ende der dreißiger und zu Beginn der vierziger Jahre in Wiesbaden ab.

Gertrud, die ältere, war am 29.März 1883 ebenfalls in Harburg geboren worden. Hier hatte sie zunächst die Höhere Mädchenschule, dann noch eine Handelsschule besucht und war anschließend für etwa fünf Jahre als Fremdsprachenkorrespondentin in einem Exportbüro beschäftigt. Am 18. Juli 1908 heiratete sie in Harburg den Kaufmann Heinrich Cohn.[8] Seine Heimat war die kleine Stadt Eydtkuhnen an der ostpreußisch-litauischen Grenze, wo er am 8. Februar 1875 geboren worden war. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, über den aber wenig bekannt ist.[9]

Mamsohn, Judenhaus Wiesbaden
Kaufhaus Schweriner in Kaiserslautern (Bildmitte)

Im Jahr 1911 übernahmen sie gemeinsam mit dem Ehepaar Pintus das 1890 gegründete ‚Kaufhaus Schweriner’ im Zentrum von Kaiserslautern.[10] Der wohl früh verstorbene Ehemann von Emma Pintus, die später in den Akten als Mitgesellschafterin des Unternehmens immer wieder in Erscheinung tritt, war der Bruder der Mutter von Gertrud Cohn und Hedwig Mamsohn, nämlich von Jenny Pintus.[11] An der in eine GmbH. umgewandelten Firma mit einem Stammkapital von 100.000 RM besaßen Cohns einen Anteil von 49, Pintus einen von 51 Prozent.[12] Unter der neuen Geschäftsführung von Heinrich Cohn und Emma Pintus blühte das Unternehmen auf. Hatte es bei der Übernahme etwa 30 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 500.000 RM, so erwirtschaftete man nun bis zur Machtübernahme der Nazis mit 110 Angestellten mehr als 1,5 Millionen Reichsmark.[13] Gertrud Cohn war als Einkäuferin ebenfalls in einer führenden Stellung im Unternehmen tätig. Man habe damals eines sehr aufwendigen Lebensstil gehabt, schrieb der Steuerberater 1935 an das Finanzamt: „Herr Cohn hat jahrelang die teuersten Sanatorien aufgesucht und war oft ein Vierteljahr zur Kur dort. Man wird den Verbraus hierfür und die Urlaubskosten der Frau u. Sohn mit Mk. 3.000,– eher zu niedrig als zu hoch einschätzen dürfen.“ Insgesamt kam der Steuerberater für die Zeit vor 1933 auf einen Jahresverbrauch von etwa 15.000 RM, darin waren auch Zahlungen an Verwandte von 1.800 RM enthalten.[14]

Finanziell ging es Cohns so gut, dass man sich eigentlich keine Sorgen um die Zukunft hätte machen müssen; selbst die Weltwirtschaftskrise wurde trotz deutlicher Einbußen überstanden. Heinrich Cohn bezog ein Gehalt von 18.000 RM als Geschäftsführer, aber auf Grund weitere Einnahmen, die aus weiteren Beteiligungen und Wertpapiererträgen herrührten, summierte sich z. B. im Jahr 1931, also mitten in der Krise, das zu versteuernde Einkommen auf fast 50.000 RM.[15]

Als Heinrich Cohn am 23. September 1932 verstarb, übernahm seine Frau Gertrud an seiner Stelle die Geschäftsführung und geriet bald in den Strudel der politischen Ereignisse. Bereits vor den offiziellen Aktionen gegen die ausländische „Gräuelpropaganda“ am 1. April, fanden in Kaiserslautern im März 1933 erste gewalttätige Boykottaktionen gegen jüdische Warenhäusern und Geschäften statt, bei denen Scheiben zerschlagen und die Auslagen auf die Straße geworfen wurden, so auch bei ‚Wohlwert’ und ‚Schweriner’.[16] Seitdem brachen die Umsätze völlig ein, Erträge wurden nicht mehr erwirtschaftet[17] und die Firma gelangte über mehrere Schritte in arische Hände. Zunächst schied Gertrud Cohn am 24. Oktober 1933 als Geschäftsführerin aus dem Unternehmen aus,[18] blieb aber Gesellschafterin. Im Weiteren muss eine Frau Müller dann die Gesellschafteranteile von Frau Pintus übernommen haben, denn Ende 1935 waren Gertrud Cohn mit 49 Prozent Anteil am Grundkapital und Frau Müller mit dem ehemaligen 51-Prozentanteil von Emma Pintus die einzigen Gesellschafter. Am16. Mai 1936 wurde die Gesellschaft durch Gesellschafterbeschluss endgültig aufgelöst. [19] Ein weiteres bedeutendes jüdisches Geschäft war liquidiert und arisiert worden.

In welcher Beziehung die genannte Frau Müller zu den späteren Eigentümern stand, ließ sich nicht mehr klären, aber in einem Auszug des städtischen Steueramtes Kaiserslautern wird ab 1935 die Firma ‚Zeiss und Janenz’ als Eigentümer angegeben. Welche Auswirkungen der vorherige Boykott gehabt hatte, kann man daran ablesen, dass nun unter der neuen arischen Führung der rein gewerbliche Ertrag des Unternehmens innerhalb von nur drei Jahren, von 1935 bis 1938, von 12.000 RM auf 127.000 RM emporschnellte.[20]

Noch gehörte aber das Gebäude selbst und das Grundstück in der Marktstr. 40 der Mainzer Immobilien-AG, d.h. etwa zur Hälfte Gertrud Cohn. Der Einheitswert war 1935 auf 405.000 RM festgelegt worden. 1938 waren langwierige Verkaufsverhandlungen mit einem Interessenten Christian Rensing aus Köln zum Abschluss gekommen. Man hatte sich auf einen Verkaufspreis von 275.000 RM geeinigt – ein mehr als außergewöhnlicher Wertverlust innerhalb von nur drei Jahren ![21] Diesem Vertrag wurde aber behördlicherseits die Zustimmung verweigert, sodass nun mit einem anderen Bewerber, die Firma ‚Zeiss und Janenz’, die bereits Eigentümerin des Handelsunternehmens war, neu verhandelt werden musste. Ende 1938 kam es zum Vertragsabschluss, dem nun auch der Kreiswirtschaftsberater zustimmte: Der Preis betrug jetzt nur noch 240.000 RM, allerdings hatten die Käufer an das Reich eine „Ausgleichszahlung“ in Höhe von 20.000 RM zu zahlen.[22] Auf diese Weise musste der Käufer zwar nahezu die gleiche Summe zahlen, die jüdischen Verkäufer hatte man so aber um die 20.000 RM geprellt.

Im gleichen Monat hatte die Zollfahndungsstelle Mainz eine Sicherungsanordnung erwirkt, sodass die ehemaligen Eigentümer über den Verkaufserlös nicht frei verfügen konnten, nur bestehende „Belastungen zugunsten arischer Gläubiger“ durften davon abgegolten werden.[23] 1.000 RM sollten Gertrud Cohn aber monatlich als Freibetrag gewährt werden.[24]. Die behördlich angeordnete Enteignung – man kann nur vermuten, welche Strippen da gezogen worden waren – ist heute deshalb nachvollziehbar, weil der „Rechtskonsulent“ Guthmann gegen die etwa zeitgleich erfolgte Berechnung der Judenvermögensabgabe Einspruch erhob. In der Vermögenserklärung nach Stand vom 27. April 1938, auf der die Berechnungen generell gründeten, war der Wert des Hauses sogar noch mit 500.000 RM angegeben.[25] Insgesamt berechnete das Finanzamt das Vermögen von Gertrud Cohn zu diesem Zeitpunkt auf 304.000 RM, davon allein 201.000 RM an Grundvermögen. Die „Sühneleistung“ hätte danach mehr als 60.000 RM betragen, zahlbar in vier Raten mit je 15.200 RM. Die Revision der Berechnung erbrachte immer noch einen Betrag von 59.750 RM, allerdings jetzt inklusive der fünften Rate.[26]

Ein großer Teil des Erlöses für den Hausverkauf, über den sie selbstverständlich „nur im Rahmen der vorläufigen Sicherungsanordnung der Zollfahndungsstelle Mainz“ verfügen [27] – also faktisch – nicht verfügen durfte, musste für diese Sondersteuer aufgebracht werden.

Zu diesem Zeitpunkt war Gertrud Cohn schon längst entschlossen, aus Deutschland auszuwandern. Ihr Sohn lebte mindestens seit 1935 in den USA. Ein Antrag, gestellt in diesem Jahr, ihn dort besuchen zu dürfen, war abgelehnt worden.[28] Im Juli 1938 war sie vermutlich mit ihrer Schwester von Kaiserslautern nach Wiesbaden verzogen. Sie bezog allerdings eine eigene Wohnung im Dambachtal. Ihren Hausrat und die Möbel hatte sie wohl zum größten Teil nicht mit nach Wiesbaden genommen, sie waren seit Anfang 1938 bei einer Spedition in Mannheim eingelagert.[29] Die Wohnung in Wiesbaden war offensichtlich nur als Überbrückungsunterkunft gedacht. Aber die Ausreise zog sich noch eine Weile hin. Gertrud Cohn musste noch zweimal umziehen, bevor alle Formalitäten geklärt waren.[30] So wurde immer wieder die fällige Reichsfluchtsteuer neu berechnet, zuletzt kam man auf eine Summe von 33.000 RM.[31] Noch einmal 39.000 RM fielen für den Kauf eines Hausgrundstücks in den USA an, das Gertrud Cohn zusammen mit ihrer ehemaligen Mitgesellschafterin Emma Pintus im Mai 1939 erworben hatte.[32] Die Abgaben an die Kultusgemeinde bzw. die Reichsvereinigung beliefen sich weitere 15.000 RM.[33] Der abgelieferte Schmuck, das Tisch- und Tafelsilber und auch die Frachtkosten von 2.400 RM fielen demgegenüber kaum mehr ins Gewicht.[34]

Am 20. Februar 1940 konnte sie dann über Genua in die USA ausreisen, ihr Lift mit allen Möbeln blieb allerdings in Rotterdam zurück.[35] Frau Cohn lebte seitdem in New York, wo sie am 28.Oktober 1977 im hohen Alter von 94 Jahren verstarb.[36]

Ihre Schwester Hedwig, die Bewohnerin des Judenhauses, war in Wiesbaden geblieben. Auch sie war in Harburg aufgewachsen, hatte dann ihren ersten Mann Moritz Isaak aus Remscheid kennengelernt. In Remscheid wurde am 27. Juli 1914 unmittelbar vor Kriegsausbruch auch ihr Sohn Heinz Hermann geboren.[37] Moritz Isaak fiel bereits am 29. November 1916 an der Front in den Karpaten,[38] sodass Vater und Sohn sich nie wirklich kennenlernen konnten.

1920, am 16. März, ging Hedwig eine neue Ehe mit dem am 5. April 1886 in Berent geborenen Martin Mamsohn ein.[39] Aus dieser zweiten Ehe stammte der am 25. Juni 1921 ebenfalls in Remscheid geborene Erich Willy.[40] 1925 zog die Familie nach Elberfeld. Dort war Martin Mamsohn als Abteilungsleiter für die Herrenkonfektion im ‚Kaufhaus Tietz’ tätig, wo auch seine Frau eine Anstellung gefunden hatte. Seit 1927 arbeitete sie hier als Verkäuferin und Instruktorin. Bis zu ihrer Entlassung 1933 konnte sie ihr Gehalt um 50 Prozent steigern, was ganz sicher als Indiz dafür gewertet werden kann, wie zufrieden der Arbeitgeber mit ihrer Leistung war.[41]

 

Zumindest von dem jüngeren Sohn Erich weiß man, dass er in der Schule in Elberfeld nach 1933 ersten antisemitischen Anfeindungen durch das Lehrpersonal wie auch durch Mitschüler ausgesetzt war. Er wurde verprügelt oder am Betreten des Klassenraums gehindert. Ein Schild an der Tür mit der Aufschrift „Juden ist der Eintritt verboten“, aufgehängt von seinen Mitschülern, war für ihn und die Eltern der letzte Anlass, die Schule nicht länger zu besuchen.

Zwar schrieb er in einer knappen biographischen Erklärung, dass er Deutschland 1933 verlassen habe und nach Italien gegangen sei, aber unzweifelhaft war das kein eigenständiger Schritt, nicht die Entscheidung eines Zwölfjährigen, sondern die der Eltern. Verwunderlich ist allerdings der sehr frühe Zeitpunkt dieser so existenziellen Veränderung in seinem Leben. Zwar sollte die sich nachträglich als sehr weitsichtig erweisen, für den Jungen wird sie aber unmittelbar mit viel Leid verbunden gewesen sein. Vielleicht irrte Erich aber auch bei der zeitlichen Einordnung der Ereignisse, denn er gab in seiner Darstellung an, dass sich die Eltern bereits 1932 scheiden ließen, amtlich wurde die Scheidung aber erst am 13. Juli 1937 vollzogen,[42] was natürlich nicht ausschließt, dass beide schon viel länger getrennt lebten. Dies Möglichkeit ist umso wahrscheinlicher, als Hedwig Mamsohn in einem Brief aus dem Jahr 1939 an die Devisenstelle Frankfurt schrieb, dass sie seit 1933 keinen eigenen Haushalt mehr führe, sie ihre Möbel weitgehend verkauft und den Rest bei der Firma Rettenmayer eingelagert habe.[43]

Nachdem die Eltern im Zuge der rassistischen Arbeitsmarktpolitik beide ihre Anstellung verloren hatten, musste auch Erich das italienische Waisenhaus verlassen, in dem er bisher untergekommen war. Sie konnten die dafür anfallenden Kosten nicht mehr aufbringen und Erich begann sich in Italien durch die Ausbildung in einer Landwirtschaftsschule in Chiavari auf seine Ausreise nach Palästina vorzubereiten.[44] 1938 gelangte er im Alter von etwa 17 Jahren mit einem Jugendtransport in das Land, das für viele Juden zur neuen Heimstatt werden sollte. In den folgenden drei Jahren arbeitete Uri, wie er sich jetzt nannte, in einem Kibbuz und verbesserte nebenbei seine Sprachkenntnisse. 1941 schloss er sich der britischen Armee an. Darüber, wo er in den folgenden fünf Jahren eingesetzt wurde, machte er keine Angaben. Nach seiner Entlassung im Jahr 1946 verdiente er sich zunächst als Taxifahrer seinen Unterhalt, bis er dann 1951 bei der israelischen Luftfahrtgesellschaft ‚El Al’ als Steward eingestellt wurde.[45] Dennoch mussten er und seine Familie – er hatte inzwischen geheiratet und zwei Kinder – auch weiterhin in sehr bescheidenen Verhältnissen leben. Noch 1955 wohnten sie zu viert in einer Einzimmerwohnung in Holon, südlich von Tel Aviv.[46]

Dass Erich Palästina als Emigrationsland wählte, hatte sicher zwei Gründe. Zum einen sah die Mutter in einem politisch geprägten Judentum, einem zu schaffenden Staat der Juden, die langfristig einzige Überlebenschance für ihr Volk. Deshalb engagierte sie sich schon früh in zionistischen Kreisen und wollte auch selbst nach Palästina auswandern. Von diesem Engagement für die zionistische Bewegung, war sicher auch der ältere Halbbruder Heinz beeinflusst worden, der bereits 1934 nach Palästina ausgewandert war.[47] Somit gab es hier für den noch nicht einmal achtzehn Jahre alten Erich bis zur Ankunft der Mutter selbst zumindest einen Ansprechpartner. Heinz war nach Abschluss seines noch in Deutschland begonnen Studiums später in Israel Lehrer für Geschichte geworden. Auch er hatte dort seinen deutschen Namen abgelegt und sich fortan Chanan Jizchaki.

Zunächst hatte Hedwig Mamsohn Wuppertal-Elberfeld verlassen und war, anders als ihr Sohn Erich erinnert, nicht sofort nach Wiesbaden,[48] sondern zunächst nach Kaiserslautern zu ihrer Schwester Gertrud in die Adolf-Hitler-Str. 66 gezogen. Der Zeitpunkt dieses Umzugs lässt sich nicht mehr sicher bestimmen, aber schon im September 1936 war die Devisenstelle Ludwigshafen und die Zweigstelle der Auswandererberatungsstelle in Mannheim, genauer: das Palästinaamt, für sie zuständig.[49] In einer Bescheinigung dieses Amtes heißt es, „dass die in Scheidung lebende nichtarische Frau Hedwig Mamsohn, geb. Neufeld, in Kaiserslautern, Adolf Hitlerstr. 66, (…) hier die ernsthafte Absicht bekundet hat, nach Palästina auszuwandern. Sie ist bisher zeitweise Leiterin eines Kinderspielkreises gewesen und es sind keine genügende Anzahl jüdischer Kinder mehr in ihrem Wohnort vorhanden. Sie will daher in Palästina einen Kindergarten gründen, um sich damit eine neue Existenz zu schaffen.“

Sie bat um die Freigabe von 1.000 Pfund, die als „Vorzeigegeld“ bei der Einwanderung gefordert waren. Da sie selbst kein Barvermögen mehr besaß, war ihr das Geld von ihrer Schwester Gertrud, ihrer Tante Emma Pintus und einem Vetter namens Julius Schlosser geschenkt worden.[50] Ein umfassender, ausgefüllter Fragebogen zu ihren Auswanderungsabsichten lag dem Schreiben bei. Auf die Frage nach ihrem Vermögen gab sie an, ein solches nicht zu besitzen, sie erwarte allerdings etwa 3.000 RM aus dem Verkauf ihrer Möbel.[51] Der Antrag auf die Ausfuhr der Devisen wurde zwar prinzipiell genehmigt, kam aber nicht mehr zustande, weil die Auswanderung nicht mehr realisiert werden konnte.

Statt der bisherigen Tätigkeit als Kindergärtnerin fand Hedwig Mamsohn eine Anstellung als Hausgehilfin bei dem verwitweten Hermann Köster, einem ehemaligen jüdischen Unternehmer, der in der Nachbarschaft, ebenfalls in der Adolf Hitlerstraße, ein Haus besaß.[52]. Diese Anstellung, die ursprünglich wohl nur als Überbrückung bis zur Auswanderung gedacht war, sollte sich unfreiwillig als Dauerlösung erweisen.

Im Sommer 1938 war die Schwester nach Wiesbaden verzogen. Zwar liegen keine Meldunterlagen mehr vor, aber vermutlich zum gleichen Zeitpunkt werden auch Hedwig Mamsohn und ihr Arbeitgeber Köster nach Wiesbaden übersiedelt sein. Mit ihm zusammen zog sie als seine Haushälterin in das Haus in der Wiesbadener Bahnhofstr. 25, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht zum Judenhaus umfunktioniert worden war.

Hedwig Mamsohn, Judenhaus Wiesbaden, Bahnhofstr. 25, Juden
Beleg über die sogenannte Dego-Abgabe und Verbot der Mitnahme einer Nähmaschine
HHStAW 519/3 19452 (25)

Noch hatte sie ihre Auswanderungspläne nicht aufgegeben. Im Juni 1939 reichte sie eine umfassende Umzugsliste bei der Devisenstelle in Frankfurt, die nun zuständig war und für sie eine neue Akte anlegte, ein. Das gesamte Mobiliar stand bereits fertig gepackt bei der ‚Spedition Rettenmayer’ und sollte hier auch für den Transport überprüft werden. Die Liste umfasste insgesamt 320 Posten, darunter Kleinigkeiten wie zwei Nussknacker oder vier Bierglasuntersetzer. Das Wertvollste darunter war eine elektrische Nähmaschine, die ihr von „einer Verwandten“ – vermutlich der Schwester oder Tante – geschenkt worden war, um damit in Palästina eine eigene Existenz aufbauen zu können. Deren Ausfuhr wurde ihr zunächst verweigert, denn Nähmaschinen von jüdischen Emigranten oder Deportierten waren eigentlich generell in das Ghetto Litzmannstadt / Lodz zu schaffen, wo in Zwangsarbeit von Juden die Uniformen für die deutsche Wehrmacht hergestellt wurden.[53] Ihr Bitten, vielleicht auch der Verweis auf das Ehrenkreuz ihres gefallenen Mannes, konnten die oder den Bearbeiter der Devisenstelle letztlich doch umstimmen. Es gab ganz offensichtlich in den Behörden immer auch Freiräume für persönliche Entscheidungen. In diesem Fall machte ein unbekannter Bürokrat positiv davon Gebrauch, gab „ausnahmsweise“ die Nähmaschine frei und minderte sogar die zunächst auf 300 RM festgesetzte Dego-Abgabe auf 200 RM.[54]

Dass die Ausreise im Sommer 1939 nicht gelang, scheint nach Aktenlage diesmal nicht an den NS-Behörden gelegen zu haben, sondern eher an der restriktiven Einreisepolitik der Briten für Palästina. Im Dezember wurde das Verfahren der Devisenstelle sogar noch einmal aufgenommen, allerdings jetzt unter neuen Bedingungen. Eine ganze Reihe von Streichungen auf der Umzugsliste machen deutlich, wie schwierig die Versorgungslage in Deutschland inzwischen offensichtlich geworden war. Nicht nur die Nähmaschine war jetzt vom Ausfuhrverbot betroffen, sondern auch Wasch-, Putz- und Toilettenartikel, sogar die Mitnahme eines Putz- und eines Abfalleimers wurde ihr jetzt verweigert:
„Nach den neuesten Richtlinien dürfen die anstehend aufgeführten Gegenstände nicht ins Ausland verbracht werden.
Ich ersuche Sie daher dieselben zu veräußern und den Erlös mit Genehmigung der Devisenstelle Ffm. Bethmannstr. 19 auf das Auswanderer-Sperrkonto der Hedwig Sara Mamsohn einzuzahlen. Der Nachweis ist mir zu erbringen.“

Dieser Bescheid war am 4. Dezember 1940 ergangen. Am 25 Februar 1941 ist mit gleicher Hand auf dem gleichen Blatt der Vermerkt hinzugefügt: „Hedwig Sara Mamsohn ist noch nicht ausgewandert und kann daher über ihr Umzugsgut im Inland verfügen. Eine Veräußerung obiger Gegenstände erübrigt sich daher.“ [55] Am Tag zuvor hatte sie die Devisenstelle in Frankfurt darum gebeten, dass sie den bei der Firma ‚Rettenmayer’ eingelagerten Lift wieder entplomben dürfe.[56] Im Mai 1941, als sie ihre Pläne noch aus Deutschland herauszukommen wohl endgültig aufgegeben hatte, beantragte sie die Rücküberweisung des Geldes, das als „Vorzeigegeld“ bei der ‚Bank der Tempelgesellschaft’ hinterlegt war, auf ihr Konto bei der ‚Deutschen Bank’ in Wiesbaden.[57] Ein weiteres halbes Jahr später, am 23. Oktober 1941, wurde dann von Himmler das generelle Auswanderungsverbot für Juden erlassen. Die „Judenfrage“ sollte nach Auffassung der Nationalsozialisten nun nicht mehr durch deren Vertreibung aus Mitteleuropa, sondern durch deren systematische Ermordung einer „Endlösung“ zugeführt werden.

Von den 26 Juden, die dem ersten größeren Transport, am 23. Mai 1942 aus Wiesbaden nach Izbica verbracht wurden, kamen vier aus dem Judenhaus in der Bahnhofstr. 25. Eine davon war Hedwig Rosa Mamsohn. Der Tag, an dem sie in Sobibor umgebracht wurde, ist nicht bekannt. Am 8. Dezember 1952 beschloss das Amtsgericht Wiesbaden auf Antrag ihres Sohnes Erich, sie für tot zu erklären. Als Todestag wurde der 8. Mai 1949 festgesetzt.[58]

 

 

 

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Anmerkungen:

 

[1] Heyl, Matthias, „Vielleicht steht die Synagoge noch!“ – Jüdisches Leben in Harburg 1933-1945, Norderstedt 2009, S. 22-34. In der Zeit zwischen 1933 bis 1939 sank der Prozentsatz auf 0,1 Prozent.

[2] Jenny Pintus war am 4.9.1859 geboren worden, sie verstarb am 28.12.1940. Siehe die Angaben der Stolperstein-Initiative Hamburg http://stolpersteine-hamburg.de/index.php?&LANGUAGE=DE&MAIN_ID=7&p=244&BIO_ID=2511. (Zugriff: 26.5.2018).

[3] Im Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz ist für ihn kein Eintrag enthalten.

[4] Die Ausführungen zu Anna Weinstein orientieren sich im Wesentlichen an dem Artikel von Klaus Müller auf der Seite der Stolpersteininitiative Harburg, siehe http://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&BIO_ID=2511. (Zugriff: 26.5.2018).

[5] Siehe zu den Hamburger Deportationen Gottwaldt, Schulle, Judendeportationen, S. 76 f., 91, 95, 125.

[6] Isidor Hirschfeld ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Eigentümer des großen Textilkaufhauses im Zentrum von Hamburg. Ursprünglich Weinhändler, hatte der aus dem westpreußischen Bromberg stammende Ehemann von Hedwig Neufeld nach seiner Übersiedlung nach Hamburg ein Bettengeschäft eröffnet. Die Ehe blieb kinderlos, aber aus einer ersten Ehe mit Lina Treuherz war er Vater von zwei Kindern, Charlotte, geboren 1907, und Kurt, geboren 1914. Die Mutter verstarb bereits 1916. Kurt, an Schizophrenie erkrankt, starb am 3.3.1939 in der Heilanstalt Langenhorn angeblich an Lungentuberkulose. Der Schwester gelang 1938 die Auswanderung in die USA. Auch hier folgt die Darstellung den Angaben des Artikels von Frauke Steinhäuser von der Harburger Initiative, siehe http://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&r_name=Hirschfeld&r_strasse=&r_bezirk=&r_stteil=&r_sort=Nachname_AUF&recherche=recherche&submitter=suchen&BIO_ID=5223.

[7] Gertrud Cohn, geborene Neufeld, wird in den Akten immer wieder auch Gertrude genannt, in der Geburtsurkunde ist ihr Name allerdings als Gertrud angegeben, siehe 518 10120 I (29).

[8] HHStAW 518 10120 I (o.P.). Die Eltern von Heinrich waren Moses Cohn und seine Frau Rahel , geborene Glaser..

[9] Der Sohn wird in einem Schreiben des Wirtschaftsprüfers Vogel, dem Steuerberater der Cohns, 1935 einmal erwähnt. Es heißt darin: „Der Sohn war von 1927 -1932 Volontär und erhielt von seinem Vater monatlich einen Zuschuss von Mk. 200,– bis 250,–.“ HHStAW 685 118a (146).

[10] HHStAW 518 10120 I (88).

[11] Diese familiäre Verbindung ergibt sich aus einer für die Devisenstelle erstellten Bescheinigung der „Gemeinnützigen öffentlichen Auswandererberatungsstelle“ Frankfurt , in der Emma Pintus als Tante von Hedwig Mamsohn bezeichnet wird, siehe HHStAW 519/3 4894 (o.P.) vom 23.9.1936.

[12] Später war das Kaufhaus – wie ein Briefkopf aus dem Jahr 1917 nahelegt – offenbar in den Hermann Tietz-Konzern eingebunden worden, wie und mit welchen Konditionen, konnte nicht geklärt werden, siehe HHStAW 685 118 (o.P.), Schreiben vom 24.2.1917. In späteren Dokumenten der Finanzakten taucht der Name Hermann Tietz nicht mehr auf.

[13] Ebd.

[14] HHStAW 685 118a (145 f.)

[15] HHStAW 685 118 Einkommensteuererklärung 1931. Die größte Beteiligung war dabei die an der Mainzer Immobilien-Gesellschaft, die ebenfalls mit der Familie Pintus im gleichen Verhältnis wie das Kaufhaus aufgeteilt war und Eigentümer der Immobilie war, in der das Kaufhaus betrieben wurde, siehe ebd. (o.P.).

[16] http://www.vvn-bda-kl.de/spuren/srg/kl/rundgang14.html. (Zugriff: 26.5.2018).

[17] HHStAW 518 10120 I (64)

[18] Diese Angabe ist dem Schreiben eines Beamten des Amtsgerichts an die Entschädigungsbehörde entnommen, der sich darin auf einen Handelsregisterauszug bezieht, siehe HHStAW 518 10120 I (36). An die Stelle von Frau Cohn sei eine Margarete Müller aus Nordhausen Harz getreten. Gertrud Cohn gab später an, diese Stellung bis 1935 innegehabt zu haben, ebd. (40). So auch der Sohn von der zweiten Gesellschafterin Ernest Pintus, ebd. 109.

[19] Ebd.

[20] HHStAW 518 10120 I (65).

[21] HHStAW 685 118b (33).

[22] Ebd. (153, 154, 163). Ernest Pintus gab in einer eidesstattlichen Erklärung 1957 als Datum des Verkaufs der Firma an Zeiss und Janenz den 30.11.1935 an, siehe 518 10120 I (109). Das muss sich um einen Irrtum handeln.

[23] Ebd. (163), Hervorhebung K. Flick.

[24] HHStAW 685 118b (149).

[25] HHStAW 685 118b (1) Eingelegte Devisenakte.

[26] Ebd. (23, 59), eingelegte Devisenakte.

[27] Ebd. (19), eingelegte Devisenakte.

[28] HHStAW 518 10120 I (30).

[29] HHStAW 685 118 (3), eingelegte Devisenakte.

[30] Nach ihrer ersten Wohnung im Dambachtal muss sie kurzfristig in der Bierstadter Str 1 und zuletzt am Neuberg 4 gewohnt haben. Dies lässt sich den verschiedenen Adressangaben der Korrespondenz mit den Behörden entnehmen.

[31] HHStAW 685 172b (176).

[32] Ebd. (169, 178).

[33] HHStAW 518 10120 I (9, 10). Im Dezember 1938 war die Reichsfluchtsteuer ursprünglich auf 67.000 RM festgesetzt, dann auf 55.000 reduziert worden. Inzwischen hatte sich aber durch die Judenvermögensabgabe und die übrigen Belastungen das Vermögen erheblich reduziert.

[34] HHStAW Ebd. (181).

[35] HHStAW 518 10120 I (78, 182).

[36] HHStAW 518 10120 II (42).

[37] HHStAW 518 38029 (26).

[38] HHStAW 469/33 3589 (9).

[39] Dieses Geburtsdatum ist in der Heiratsurkunde angegeben, siehe HHStAW 469/33 3589 (7). Der Sohn Erich gab später im Entschädigungsantrag eigenartigerweise den 20.4.1887 als Geburtsdatum an, siehe ebd. (2).

[40] HHStAW 469/33 3589 (8).

[41] HHStAW 518 38 29 (30).

[42] HHStAW 469/33 3589 (7).

[43] HHStAW 519/3 19452 (1).

[44] Erich wohnte in dieser Zeit in einer Pension in Rapallo. Die Mutter bat die Devisenstelle Ludwigshafen im Oktober 1935 darum, monatlich 100 RM zur Begleichung der anfallenden Kosten überweisen zu dürfen, siehe 519/3 4894 (o.P.).

[45] Die biographischen Angaben folgen weitgehend den Angaben von Erich Mamsohn im späteren Entschädigungsverfahren, siehe 518 38029 (11).

[46] Ebd. (13).

[47] Hedwig Mamsohn gab 1936 im Fragebogen zu der von ihr damals geplanten Auswanderung auf die Frage, ob am Zielort andere Verwandte seien, an, dass ein Sohn 1934 von Frankfurt aus dorthin ausgewandert sei. Es kann damit nur Heinz Isaak gemeint gewesen sein. Siehe HHStAW 519/3 4894 (o.P.).

[48] HHStAW 518 38029 (11).

[49] HHStAW 519/3 4894 (o.P.). Die Stolpersteininitiative Hamburg gibt 1938 als dar Jahr des Umzugs von Wuppertal nach Kaiserslautern an, nennt aber keine Quellen für diese Angabe. http://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&BIO_ID=5076. (Zugriff: 26.5.2018). Man wird auf Grund der im HHStAW vorhandenen Korrespondenz mit der Devisenstelle Ludwigshafen den Umzug früher ansetzen müssen.

[50] Ebd.

[51] Ebd. Erich Mamsohn hatte später angegeben, dass die Familie in Elberfeld eine sehr schön eingerichtete 5-Zimmer-Wohnung bewohnt habe, die zu Schleuderpreisen vor ihrem Umzug nach Wiesbaden verkauft worden sei, siehe HHStAW 518 38029 (11).

[52] Zum Schicksal von Hermann Köster siehe unten.

[53] Siehe dazu oben das Kapitel über den Raub der übrigen Vermögenswerte.

[54] HHStAW 519/3 19452 (25, 25a, 26).

[55] Ebd. (39, dazu 15).

[56] Ebd. 41.

[57] Ebd. (13). Die endgültige Genehmigung wurde ihr nach Rücksendung der Umzugsgutliste am 11.3.1941 erteilt, siehe ebd. (42b).

[58] HHStAW 469/33 3589 (20).