Die Familie von Arthur Levy aus Bierstadt


Juden Wiesbaden, Judenhäuser
Das ehe­ma­li­ge Juden­haus in der Hall­gar­ter Str. 6
Eige­ne Aufnahme
Judenverfolgung Wiesbaden
Lage des ehe­ma­li­gen Juden­hau­ses Hall­gar­ter Str. 6
Judenhaus Wiesbadaen, Judenäuser Wiesbaden, Juden Wiesbaden
Bele­gung des Juden­hau­ses Hall­gar­ter Str. 6
Das Juden­haus Hall­gar­ter Str. 6 frü­her
Mit Geneh­mi­gung M. Sauber

 

 

 

 

 


Levy Bierstadt, Julius Levy, Arthur Levy, Carolina Levy, Irma Levy
Stamm­baum der Fami­lie Levy
(GDB-PLS)

Ähn­lich, aber mit einem ande­ren Aus­gang als bei Juli­us Löwen­thal ver­lief die Lei­dens­ge­schich­te einer ande­ren jüdi­schen Metz­ger­fa­mi­lie, näm­lich die von Arthur Levy und sei­ner Frau Irma. Sie besa­ßen eine Metz­ge­rei in Wies­ba­den Bier­stadt, wo Arthur Levy am 21. Dezem­ber 1901 als Sohn von Juli­us Levy und des­sen Frau Caro­li­ne, gebo­re­ne Cohen, gebo­ren wor­den war.[1] Ein Jahr zuvor war am 18. Dezem­ber 1900 bereits sei­ne Schwes­ter Jen­ny eben­falls in Bier­stadt zur Welt gekom­men.[2] Bei­de Geschwis­ter hal­fen als Kin­der und Jugend­li­che in dem väter­li­chen Betrieb, den Arthur nach sei­ner Meis­ter­prü­fung spä­ter auch über­nahm. Er soll­te die lan­ge Fami­li­en­tra­di­ti­on erfolg­reich wei­ter­füh­ren. Die Levys gehör­ten zu den ältes­ten jüdi­schen Fami­li­en in dem damals noch selbst­stän­di­gen Bier­stadt. Bis in das frü­he 18. Jahr­hun­dert lässt sich der Stamm­bau die­ser Metz­ger­fa­mi­lie zurück­ver­fol­gen.[3]

Irma Levy, Arthur Levy, Jenny Levy, Juden Bierstadt
Das Eltern­haus von Irma Hirsch­hei­mer im frän­ki­schen Thün­gen
G. Schnei­der

In dem Wies­ba­de­ner Vor­ort hat­ten Arthur und Irma, gebo­re­ne Hirsch­hei­mer, am 17. August 1928 auch gehei­ra­tet.[4] Irma kam aus dem mit­tel­frän­ki­schen Thün­gen und war dort am 26. Janu­ar 1901 gebo­ren wor­den.[5] Ihre Eltern, Samu­el und Ricka Hirsch­hei­mer, gebo­re­ne Kraft, waren in der frü­her größ­ten jüdi­schen Gemein­de des heu­ti­gen Main-Spes­sart-Krei­ses eben­falls als Metz­ger und Vieh­händ­ler tätig. Irma war die zweit­äl­tes­te von ver­mut­lich ins­ge­samt sie­ben Kin­dern des Paa­res, das selbst den Holo­caust nicht über­leb­te.[6]

In der Ehe der Levys wur­de hin­ge­gen nur ein Kind, näm­lich Emma Lucie, am 9. Mai 1935 gebo­ren. Aller­dings hat­te Irma bereits am 10. Juni 1920 in Frank­furt einen unehe­li­chen Sohn, Har­ry Hirsch­hei­mer, zur Welt gebracht, der aber nicht mit nach Wies­ba­den kam, son­dern bei den Groß­el­tern in Thün­gen blieb. Ihm gelang recht­zei­tig die Flucht in die USA, wo Har­ry Hirsch­hei­mer den Nach­na­men Hirst annahm.

Corelina Cohen, Abraham Levy, Ester Emma Sichel, Wiesbaden Bierstadt, Judenhäuser,
Juli­us Levy
AMS-Archiv

Die Metz­ge­rei in der Rat­haus­str. 19 in Bier­stadt war um 1900 gegrün­det wor­den und gehör­te beson­ders wegen ihrer aus­ge­zeich­ne­ten Rinds­würs­te nach Aus­sa­ge der Toch­ter Jen­ny zu den recht erfolg­rei­chen Metz­ge­rei­en, wie sie frü­her in allen Wies­ba­de­ner Vor­or­ten zum Teil mehr­fach vor­han­den waren.[7] Vor 1933 sei, nicht zuletzt weil man auch Hotels als Kun­den akqui­riert hat­te, ein durch­schnitt­li­cher Jah­res­ge­winn von etwa 8.000 RM erzielt wor­den. Bis 1935 sei dann das Ein­kom­men auf nicht viel mehr als 1.000 RM gesun­ken und 1936 sei man gezwun­gen gewe­sen, das Geschäft zu schlie­ßen.[8]

Ähn­lich wie bei der Metz­ge­rei Löwen­thal stim­men die Aus­sa­gen der Hin­ter­blie­be­nen nicht immer mit den Fak­ten, wie sie sich in amt­li­chen Doku­men­ten nie­der­schla­gen, über­ein. Skep­tisch frag­te die Ent­schä­di­gungs­be­hör­de im Ver­fah­ren bei der Innung an, ob eine Metz­ge­rei in Bier­stadt tat­säch­lich sol­che Ein­nah­men wie vor­ge­tra­gen zu die­ser Zeit hät­te erwirt­schaf­ten kön­nen.[9] Die Fra­ge war inso­fern berech­tigt, als schon 1926, eigent­lich in einer wirt­schaft­li­chen Boom­pha­se, die finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se so deso­lat waren, dass das Haus in der Rat­haus­stra­ße zwangs­ver­stei­gert wer­den muss­te und die dor­ti­ge Metz­ge­rei seit­dem geschlos­sen blieb, wenn­gleich Levys wei­ter­hin in die­sem Haus wohn­ten. Zwar hat­ten Arthur und Irma Levy im August 1928 erneut beim Finanz­amt einen Metz­ge­rei­be­trieb ange­mel­det, der lag aber jetzt in der Bahn­hofstr. 8, also im eigent­li­chen Stadt­be­reich von Wies­ba­den. Die mit die­ser Lage ver­mut­lich ver­bun­de­nen Erwar­tun­gen erfüll­ten sich jedoch nicht. Nur weni­ge Jah­re nach der Neu­grün­dung, am 21. August 1931, ver­starb der Vater Juli­us Levy. Auch das mag eine Rol­le für den erneu­ten Zusam­men­bruch des Betriebs gespielt haben, den der Sohn jetzt allei­ne wei­ter­führ­te. Inzwi­schen hat­te sich aber die wirt­schaft­li­che Lage zudem grund­le­gend zum Nega­ti­ven gewen­det und auch die wach­sen­de anti­se­mi­ti­sche Het­ze in der End­pha­se der Wei­ma­rer Repu­blik wird zum Schei­tern die­ses Ver­suchs bei­getra­gen haben.

Im Lau­fe des Jah­res 1933 wur­de auch die­se Metz­ge­rei geschlos­sen und Maschi­nen und ande­re Gerät­schaf­ten muss­ten im Betrieb zurück­ge­las­sen wer­den, weil sie nach Aus­sa­gen des Haus­ei­gen­tü­mers nicht bezahlt wor­den waren. Bereits 1930 hat­ten die Levys einen Offen­ba­rungs­eid leis­ten müs­sen. Der Betrieb habe bes­ten­falls ein Ein­kom­men von etwa 200 RM abge­wor­fen.[10]

Nach der Schlie­ßung des Betriebs hat Arthur Levy bei der Stra­ßen­bau­fir­ma Scheid in Lim­burg gear­bei­tet. Zwar konn­ten dar­über kei­ne detail­lier­ten Infor­ma­tio­nen im Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren vor­ge­legt wer­den, aber die Fir­ma war bekannt dafür, dass sie jüdi­sche oder auch aus­län­di­sche Arbei­ter zu mise­ra­bels­ten Bedin­gun­gen anstell­te. Sei­ne Schwes­ter Jen­ny erklär­te, dass er bei Scheid auf Befehl der NSDAP zwangs­wei­se gear­bei­tet habe, die Ent­schä­di­gungs­be­hör­de ging dage­gen von einem eher mit­tel­ba­ren Zwang aus. Er habe, weil er wegen sei­ner jüdi­schen Abstam­mung kei­ne ande­re Beschäf­ti­gung habe fin­den kön­nen, not­ge­drun­gen die­se Arbeit ange­nom­men.[11] Auch so kann man Ver­bre­chen umdeu­ten und beschö­ni­gen. Wie lan­ge er dort arbei­ten muss­te, ist den Akten nicht zu entnehmen.

Irma Hirschheimer, Julius Levy, Carolina Cohen
Aus­zug der Lis­te von Häft­lin­gen im Zusam­men­hang mit dem Novem­ber­po­grom 1938, dar­auf Arthur Levy und sein Schwa­ger Nathan Hirschheimer

Die Novem­ber­po­gro­me von 1938 bedeu­te­ten auch für die Levys eine neue Stu­fe der Ver­fol­gung und Bedro­hung. Arthur wur­de als soge­nann­ter „Akti­ons­ju­de“[12] am 12. Novem­ber von der Gesta­po ver­haf­tet und mit der Häft­lings­num­mer 24813/​4234 in das KZ Buchen­wald ein­ge­lie­fert. Hier hielt man ihn bis Ende April 1939 gefangen.

Nach sei­ner Ent­las­sung muss die Fami­lie in äußerst pre­kä­ren wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen gelebt haben. In sei­ner Ver­mö­gens­er­klä­rung, die mit der Anla­ge der JS-Akte ver­bun­den war – sei­ne trug die Num­mer 4169 –, schrieb er der Devi­sen­stel­le Frank­furt, dass er nur aus­hilfs­wei­se arbei­te und sei­ne Frau als „Monats­frau“ ein Ein­kom­men von RM 36,- pro Monat ver­die­ne. Das monat­li­che Gesamt­ein­kom­men gab er mit höchs­tens 120,- RM an. Der ange­füg­te Satz, „Ich bit­te des­halb, die Siche­rungs­an­ord­nung auf­zu­he­ben und mir mei­ne gerin­gen Ein­künf­te zur Bewirt­schaf­tung zu über­las­sen, da ich in nächs­ter Zeit kei­ner­lei Aus­sicht habe, mei­ne wirt­schaft­li­che Lage zu ver­bes­sern“, zeugt von der Resi­gna­ti­on, die ihn inzwi­schen befal­len hat­te.[13]
Die Mut­ter Lina Levy, hat­te eben­falls eine sol­che Siche­rungs­an­ord­nung erhal­ten. Auch sie gab in einem kur­zen Schrei­ben an die Devi­sen­stel­le einen bedrü­cken­den Ein­blick in die Lage der Fami­lie: „Die mir am 26. April zuge­stell­te Siche­rungs­an­ord­nung sieht für mich einen Frei­be­trag von RM 300 pro Monat vor.
Da mein Ehe­mann seit August 1931 ver­stor­ben ist und mir kei­ner­lei Wer­te geblie­ben sind, war ich gezwun­gen, mei­nen Lebens­un­ter­halt von mei­nem Soh­ne Arthur Isra­el Levy – Wies­ba­den – Bier­stadt, Rat­haus­str. 19 bestrei­ten zu lassen.
Der­sel­be sorgt aus sei­nem nied­ri­gen Ein­kom­men für mich, Unter­stüt­zung von Wohl­fahrts­ein­rich­tun­gen oder ande­ren Ver­wand­ten erhal­te ich nicht.“
[14]

Man könn­te sagen: im Gegen­teil. Nach Aus­sa­ge von Har­ry Hirst, dem Stief­sohn von Arthur, leb­te im Haus in der Rat­haus­stra­ße in Bier­stadt auch des­sen Schwes­ter Jen­ny „und die ange­hei­ra­te­ten Ver­wand­ten Hirsch­hei­mer, die oft mona­te­lang dort waren.“[15]

Die Devi­sen­stel­le hielt eine Siche­rungs­an­ord­nung vor die­sem Hin­ter­grund in bei­den Fäl­len damals für nicht erfor­der­lich und senk­te aber jeweils den Frei­be­trag von den vor­läu­fi­gen 300 RM auf 150 RM ab.[16]

Der nächs­te Schlag wur­de der Fami­lie ver­setzt, als sie am 26. Juni 1940 gezwun­gen wur­de, das elter­li­che Haus in Bier­stadt in der Rat­haus­str. 19, das ihr zwar nicht mehr gehör­te, aber den­noch all die Jah­re die ver­trau­te Umge­bung dar­ge­stellt hat­te, zu ver­las­sen und in das Juden­haus in der Hall­gar­ter Str. 6 in den drit­ten Stock zu zie­hen, wo bereits das jüdi­sche Ehe­paar Haas wohnte.

Julius Levy, Carolina Levy, geborene Cohen, Judenhaus Hallgarter Str. 6
Schrei­ben von Caro­li­na Levy an die Devi­sen­stel­le, in dem sie ihren Umzug und den Tod ihres Soh­nes mel­det
HHStAW 519/​3 3327 (5)

Ob die Mut­ter Lina Levy auch mit umzie­hen muss­te, ist nicht klar, eher unwahr­schein­lich. Zwar gab Jen­ny an, dass die­se immer bei ihrem Sohn gelebt habe[17], aber erst mehr als ein Jahr spä­ter, am 20. August 1942, mel­de­te Lina der Devi­sen­stel­le Frank­furt, dass ihre Anschrift jetzt Hall­gar­ter Str. 6 III sei. In die­sem Brief mel­det sie der Stel­le zudem, dass ihr Sohn Arthur nicht mehr lebe.[18] Man hat­te Arthur am 23. Mai 1941 erneut ver­haf­tet und als „Schutz­häft­ling“ mit der Num­mer 25585 im KZ Dach­au inter­niert. Knapp einen Monat spä­ter, am 17. Juni, wur­de er in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Gross Rosen in Nie­der­schle­si­en über­stellt. Hier trug er die Häft­lings­num­mer 848.[19] Wie er dort zu Tode kam, ob er, was nicht unwahr­schein­lich ist, den Stra­pa­zen der Arbeit in den berüch­tig­ten Gra­nit­stein­brü­chen zum Opfer fiel oder auf eine ande­re grau­sa­me Wei­se zu Tode kam, ist unbe­kannt. Der Ein­trag im Ster­be­buch des Stan­des­amts der Gemein­de Gross-Rosen datiert den Tod von Arthur Levy auf den 7. Novem­ber 1941.[20]

Irma Hirschheimer Levy, Jenny Levy, Jenny Eichwald, Caroline Levy, Carolina Cohen, Judenhäuser Wiesbaden
Todes­an­zei­ge für Arthur Levy in der Zei­tung “Auf­bau” — New York
http://freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~alcalz/aufbau/1941/obitj7a51s16.gif

Einen Monat spä­ter erschien im „Auf­bau“, dem in New York gegrün­de­ten „Nach­rich­ten­blatt des Ger­man-Jewish Club New York“ eine Todes­an­zei­ge für ihn. [21] Sie war ver­mut­lich von sei­ner Schwes­ter Jen­ny auf­ge­ge­ben wor­den, die am 23. Febru­ar 1939 mit dem Schiff „Ham­burg“ der Hapag-Lloyd in die USA aus­ge­wan­dert war und in New York einen neu­en Lebens­mit­tel­punkt gefun­den hat­te.[22] Hier hat­te sie am 7. Janu­ar 1941 den eben­falls in der Anzei­ge auf­ge­führ­ten Juli­us Eich­wald gehei­ra­tet, der aus dem nord­hes­si­schen Hof­geis­mar stamm­te. Er war bereits am 27. Novem­ber 1937, somit mehr als zwei Jah­re vor sei­ner zukünf­ti­gen Frau, in New York ange­kom­men.[23]

Etwa ein hal­bes Jahr nach Arthur Levys Able­ben folg­ten ihm auch sei­ne Frau und Toch­ter in die Lager und damit in den Tod. Irma und Emma Lucy Levy muss­ten am 10. Juni 1942 in Wies­ba­den den Zug bestei­gen, der sie an den Ziel­ort Lub­lin brach­te. Im nahen Ver­nich­tungs­la­ger Sobi­bor wur­den bei­de ver­mut­lich unmit­tel­bar nach ihrer Ankunft ermor­det. Ihr Todes­tag wur­de spä­ter amt­lich auf den 8. Mai 1945 fest­ge­legt.[24]

Die zurück­ge­blie­be­ne Lina Levy, die mög­li­cher­wei­se erst jetzt in die Hall­gar­ter Str. 6 kam, hät­te in die­sem Fall hier nur eine kur­ze Zeit ver­bracht. Sie wur­de nicht ein­mal zwei Wochen nach­dem sie der Devi­sen­stel­le ihren Umzug gemel­det hat­te, am 1. Sep­tem­ber 1942 mit dem Trans­port XII/​2 Nr. 783 nach The­re­si­en­stadt depor­tiert. In die­sem Lager leb­te sie noch ein­ein­halb Jah­re. Ihr Todes­tag ist mit dem 29. Mai 1944 ange­ge­ben.[25]

Bereits am 30. Sep­tem­ber 1942 war für die Devi­sen­stel­le der „Fall“ Lina Levy erle­digt. Mit dem knap­pen Ver­merk „eva­ku­iert“ wur­de die JS-Akte 4293 geschlos­sen.[26]

Stand: 17. 01. 2020

 

 

 

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Anmer­kun­gen:

 

[1] HHStAW 469/​33 2493 (10). Caro­li­ne Cohen, gebo­ren am 9.5.1868, kam aus Ger­res­heim bei Düs­sel­dorf, sie­he HHStAW 518 82727 (24). Sie war die Toch­ter von Aron Cohen und sei­ner Frau Jea­nette, gebo­re­ne Mey­er. Caro­li­na hat­te zumin­dest noch eine Schwes­ter namens Hen­ri­et­te, die ihren KZ‑Aufenthalt in The­re­si­en­stadt über­leb­te. Ebd. (8).

[2] Neben den eige­nen Kin­dern schei­nen Levys auch noch Pfle­ge­kin­der gehabt zu haben, zumin­dest hat eine Irma Ram­cke aus Ham­burg nach dem Krieg Caro­li­ne Levy als ihre Pfle­ge­mut­ter bezeich­net, sie­he ebd. (12).

[3] Auf dem Grab­stein von Joseph David Levy, gestor­ben am 30.3.1852, ist die fol­gen­de Inschrift zu lesen:
“Hier ruht
ein lau­te­rer und auf­rich­ti­ger Mann, er wandelte
auf unta­de­li­gem Pfa­de von sei­ner Jugend bis zum Tage
sei­nes Todes, um den Wil­len sei­nes Schöp­fers mit Leib und
See­le zu erfül­len. Stets such­te er
sei­ne Frau und sei­ne Kin­der von sei­ner Hän­de Arbeit zu ernähren.
Dies ist Joseph, Sohn des David ha-Levi
aus Bier­stadt. Er ging ein
in sei­ne Welt am Mitt­woch, den 13. Nisan,
und er wur­de begra­ben am Don­ners­tag, den 14. desselben
612 n.d.k.Z.
Sei­ne See­le sei ein­ge­bun­den im Bun­de des Lebens.”

„Levi, Joseph ha- (1852) – Wies­ba­den, Alter Jüdi­scher Fried­hof“, in: Jüdi­sche Grab­stät­ten https://​www​.lagis​-hes​sen​.de/​d​e​/​s​u​b​j​e​c​t​s​/​i​d​r​e​c​/​s​n​/​j​u​f​/​i​d​/​9​085. (Stand: 1.7.2014).

[4] HHStAW 689/​33 2493 (7), in einer Anfra­ge des Amts­ge­richt Wies­ba­den bei der ört­li­chen Poli­zei wegen der Fest­le­gung des Todes­tags hat­te die­se aller­dings den 27.8.1928 als Tag der Ehe­schlie­ßung benannt, sie­he ebd. (4).

[5] Ebd. (12).

[6] Zum fami­liä­ren Hin­ter­grund von Irma Levy sie­he http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/Datenbank/detailsinclude.php?global=;search;24694;unscharf;;1;Hirschheimer;Samuel;;;;;;;;;;;;;alle;;;;;~ORDER~BY~name,vorname~;;;;;;1;111111111111111111;000_speziell_gesucht;ENDE;2~24693~24694~. (Zugriff: 20.6.2019) In Thün­gen hat­te es bereits 1923 blu­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit nicht orts­an­säs­si­gen „Haken­kreuz­lern“ und gege­ben. Zwar stand die Bevöl­ke­rung noch auf Sei­ten der jüdi­schen Mit­bür­ger, den­noch wur­de den Juden der Tod eines in den Aus­ein­an­der­set­zun­gen ersto­che­nen Arbei­ters ange­las­tet, was sich in einer spä­te­ren Gerichts­ver­hand­lung aber als halt­los erwies. Sie­he dazu http://​www​.ale​man​nia​-judai​ca​.de/​t​h​u​e​n​g​e​n​_​s​y​n​a​g​o​g​e​.​htm. (Zugriff: 20.6.2019).

[7] So Mari­an­ne Kahn, Toch­ter des jüdi­schen Metz­gers Adolf Kahn, zit. nach Bem­ben­eck /​ Dick­el, Kein deut­scher Patri­ot mehr, S. 31, auch Fest­schrift Bier­stadt, S. 83.

[8] HHStAW 518 38020 (20, 21).

[9] HHStAW 518 38020 (45).

[10] Sie­he zur dama­li­gen wirt­schaft­li­chen Lage des Betriebs die ver­schie­de­nen Dar­le­gun­gen von Finanz­be­hör­den, Innung und Detek­tei Blum HHStAW 518 38020 (53, 56, 58, 59).

[11] HHStAW 518 38020 (90, 67).

[12] Ebd. (3, 4, 11). Der Begriff „Akti­ons­ju­de“ wur­de im Beson­de­ren im KZ Buchen­wald für die im Rah­men der Pogro­me ver­haf­te­ten etwa 25.000 Juden ver­wen­det. Der Begriff selbst ist ver­mut­lich dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass die Pogro­me auch als „Akti­on Rath“ bezeich­net wur­den. Sie­he Ste­fa­nie Schü­ler-Spring­orum, Mas­sen­ein­wei­sun­gen in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger. In: Wolf­gang Benz, Bar­ba­ra Dis­tel (Hrsg.): Der Ort des Ter­rors. Bd. 1, Mün­chen 2005, S. 161 mit Anm. 2 auf S. 164.

[13] HHStAW 519/​3 3327 (3).

[14] HHStAW 519/​3 3448 (3).

[15] HHStAW 518 38020 (82). Nathan Hirsch­ei­mer, gebo­ren am 4.6.1903, der Bru­der von Irma, war laut Ein­trag auf sei­ner Gesta­po-Kar­tei­kar­te seit dem 5.5.1939 stän­di­ger Mit­be­woh­ner im Haus in der Rathausstraße.

[16] HHStAW 519/​3 3327 (4) und HHStAW 519/​3 3448 (4).

[17] HHStAW 518 38020 (90).

[18] HHStAW 519/​3 3327 (5).

[19] HHStAW 518 38020 (11) Anga­be des IRK. Gross Rosen war ursprüng­lich als Außen­la­ger des KZs Sach­sen­hau­sen von des­sen Häft­lin­gen errich­tet wor­den, stand aber seit 1. Mai 1941, unmit­tel­bar vor dem Ein­tref­fen von Arthur Levy, unter eige­ner Verwaltung.

[20] http://​de​.gross​-rosen​.eu/​b​a​z​a​-​z​m​a​r​l​y​c​h​-​w​i​e​z​n​i​o​w​/​p​r​z​e​g​l​a​d​a​j​-​b​a​ze/ (Zugriff: 20.6.2019).

[21] http://freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~alcalz/aufbau/1941/obitj7a51s16.gif. (Zugriff: 20.6.2019)

[22] HHStAW 518 82727 (12, neue Paginierung).

[23] Jen­ny Mil­li Levy war am 18.12.1900 in Wies­ba­den-Bier­stadt gebo­ren wor­den, ihr Ehe­mann am 19.5.1897 in Hof­geis­mar. Die Trau­ung im Jahr 1941 war ver­mut­lich zunächst nur nach jüdi­schem Ritus voll­zo­gen wor­den, denn am 27.12.1944 wur­de eine zivil­recht­li­che Ehe­schlie­ßung noch nach­ge­holt. Zumin­dest ist die­ser Hin­weis bei MyHe­ri­ta­ge gege­ben. Die Daten wur­den mir freund­li­cher­wei­se von J. Cohen zur Ver­fü­gung gestellt. Dar­aus geht zudem her­vor, dass das Paar spä­ter wie­der nach Deutsch­land zurück­ge­kehrt zu sein scheint. Zumin­dest sind bei­de in Düs­sel­dorf, der Hei­mat­stadt von Jen­nys Mut­ter Caro­li­na Levy, ver­stor­ben – Juli­us Eich­wald am 30.12.1965, Jen­ny Eich­wald am 24.12.1980.

[24] HHStAW 469/​33 2493 (22).

[25] http://​www​.holo​caust​.cz/​d​e​/​o​p​f​e​r​d​a​t​e​n​b​a​n​k​/​o​p​f​e​r​/​2​1​3​3​8​-​l​i​n​a​-​l​evy (Zugriff: 20.6.2019).

[26] HHStAW 519/​3 3448 (6).