Alexandrastr. 6


Judenhaus Alexandrastr. 6 Wiesbaden, Albert Frank
Das Juden­haus Alex­and­rastr. 6 heu­te
Eige­ne Aufnahme
Judenhaus Alexandrastr. 6, Wiesbaden
Lage des Juden­hau­ses
Judenhaus Alexandrastr. 6, Wiesbaden
Bele­gung des Juden­hau­ses Alex­and­rastr. 6

 

 

 

 


Albert Frank und Elisabeth Frank-Spier

Das Haus in der Alex­and­ra­stra­ße seit­lich der Bie­bri­cher Allee, das heu­te das Hes­sen­kol­leg beher­bergt, war eines der wich­tigs­ten Juden­häu­ser in Wies­ba­den. In dem recht gro­ßen Gebäu­de­kom­plex ver­brach­ten ins­ge­samt mehr als 20 jüdi­sche Bür­ger, dar­un­ter meh­re­re Geschwis­ter, ihre letz­te Zeit in Wies­ba­den vor den Depor­ta­tio­nen, waren hier ein­quar­tiert wor­den oder hat­ten einen Unter­schlupf gefun­den. Vier­zehn von ihnen tra­ten von hier aus den Gang in eines der Todes­la­ger im Osten an, drei Bewoh­ner setz­ten in dem Haus ihrem Leben selbst ein Ende.

Alexandrastr. 6, Frank, Lizzie Spier
Die Alex­and­ra­stra­ße frü­her
Mit Geneh­mi­gung Hr. Sauber

Eigent­lich han­del­te es sich bei dem gesam­ten Kom­plex um ein Dop­pel­haus, bestehend aus den Num­mern 6 und 8, die in den Drei­ßi­ger­jah­ren zwar bei­de in jüdi­schem Besitz, eigen­tums­recht­lich aber immer getrennt waren. Carl Bacha­rach, Eigen­tü­mer der Num­mer 8, ver­kauf­te sei­ne Haus­hälf­te bereits 1938 an einen ari­schen Arzt, zu einem Zeit­punkt also, als es zumin­dest in Wies­ba­den noch kein Kon­zept für die Errich­tung von Juden­häu­sern gab. Nur die Hälf­te mit der Haus­num­mer 6 wur­de nach 1939 zum Juden­haus.[1] Nach den Akten und Berich­ten zu urtei­len, waren aber auch in die­sem Teil nur die ers­ten bei­den Stock­wer­ke und die dazu­ge­hö­ri­gen Man­sar­den unter dem Dach für die­sen Zweck umfunk­tio­niert wor­den. Die übri­gen Stock­wer­ke bzw. Woh­nun­gen wur­den wei­ter­hin von nicht­jü­di­schen Mie­tern bewohnt.

Eigen­tü­me­rin die­ses Gebäu­de­teils war Eli­sa­beth Spier-Frank.[2] Laut Grund­buch­ein­trag hat­te sie 1922 das Haus von dem Ehe­paar Laux erwor­ben. Der Vater Albert Frank hat­te ihr die dafür not­wen­di­gen Kre­di­te gewährt.[3] Sie wohn­te selbst nie in dem Haus und hat­te auch die Ver­wal­tung ihrem Vater über­las­sen, der zum Zeit­punkt des Erwerbs in Wies­ba­den leb­te. Zuletzt zog auch er in das Juden­haus sei­ner Tochter.

 

Stamm­baum der Fami­li­en Frank — Honig — Koch
GDB

Albert Frank war am 24. April 1855 in Worms als Sohn von Nathan Frank und des­sen Frau Fran­zis­ka, gebo­re­ne Honig, zur Welt gekom­men.[4] Bei­de Fami­li­en der Eltern las­sen sich bis in das 18 Jahr­hun­dert zurück­ver­fol­gen, wobei die weit­läu­fi­ge Fami­lie der Mut­ter inso­fern von beson­de­rem Inter­es­se ist, als auch zwei ande­re Bewoh­ner, Ama­lie Ull­man, gebo­re­ne Honig, und ihre Schwes­ter Augus­te, mit den Eigen­tü­mern ver­wandt waren und spä­ter in das Haus ein­zie­hen soll­ten.[5] Dies macht deut­lich, wie stark auch über Gene­ra­tio­nen und über die ver­schie­den Zwei­ge hin­weg die Bin­dun­gen inner­halb der jüdi­schen Fami­li­en waren und wie sehr man sich in schwie­ri­gen Situa­tio­nen auf die­se Struk­tu­ren ver­las­sen konnte.

Der Groß­va­ter von Albert Franks Mut­ter, Zacha­ri­as Honig, hat­te im ers­ten Drit­tel des 19. Jahr­hun­derts in Worms eine Holz- und Eisen­hand­lung betrie­ben und das erfolg­rei­che Unter­neh­men an sei­ne Söh­ne Alex­an­der und Isaak ver­erbt. Isaak Honig führ­te im Wei­te­ren den Holz- und sein Bru­der Alex­an­der den Eisen­han­del als jeweils eige­nen Betrieb fort.[6] Fran­zis­ka Honig, die Mut­ter von Albert Frank, war eine Toch­ter von Isaak Honig, dem Holz­händ­ler, der mit sei­ner Frau Johan­net­te, gebo­re­ne Offen­bach, zumin­dest noch die bei­den Söh­ne Salo­mon und Jakob bekam. Die Kin­der erb­ten ver­mut­lich gemein­sam die väter­li­che Holzhandlung.

Am 24. Dezem­ber 1852 war zwi­schen Fran­zis­ka Honig und dem Worm­ser Kauf­mann Nathan Frank die Ehe geschlos­sen wor­den. Nathan Frank war zu die­ser Zeit noch im Staats­dienst als kauf­män­ni­scher Leh­rer und auch als Sekre­tär der Han­dels­kam­mer tätig. Drei Jah­re nach der Hoch­zeit gab er die­se Anstel­lun­gen auf und stieg in das Fami­li­en­un­ter­neh­men sei­ner Frau ein. In Mainz, wohin das Paar 1858 zog, eröff­ne­te er eine Nie­der­las­sung der Worm­ser Fir­ma, die er dann ab 1871 eigen­stän­dig betrieb.[7]

Karl Frank, Lizzi Spier, Albert Frank, Judenhaus Alexandrastr. 6 Wiesbaden
Iden­ti­täts­kar­te von Karl Frank aus Mainz
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Vor ihrem Umzug nach Mainz waren dem Paar in Worms schon vier Kin­der gebo­ren wor­den. Albert war nach Ber­tha, gebo­ren 1854, das zwei­te Kind. Ihm folg­ten 1857 noch Edu­ard Ger­son und 1858 Karl Theo­dor; die 1863 gebo­re­ne Cle­men­ti­ne war die ein­zi­ge Main­ze­rin.[8]

Albert und sein jün­ge­rer Bru­der Carl Theo­dor, die nach einer kur­zen Epi­so­de im Aus­land – die genaue­ren Hin­ter­grün­de sind nicht bekannt – wie­der nach Mainz zurück­kehr­ten, stie­gen anschlie­ßend in die Holz­hand­lung des Vaters ein. Vier Jah­re vor des­sen Tod, über­nah­men sie 1886 den Betrieb gemein­sam.[9] Aber schon in der ers­ten Kri­se der Wei­ma­rer Repu­blik, in den Infla­ti­ons­jah­ren Anfang der Zwan­zi­ger Jah­re, muss­ten sie die Fir­ma aufgeben.

Geburts­ein­trag für Eli­sa­beth Regi­na Frank
Geburts­re­gis­ter Wies­ba­den 1534 /​ 1890

Noch in Mainz ehe­lich­te Albert Frank am 6. Novem­ber 1889 die dort am 7. Sep­tem­ber 1868 gebo­re­ne Anna The­re­sia Koch.[10] Sie war die ältes­te Toch­ter des Wein­händ­lers Abra­ham Koch und sei­ner Frau Fran­zis­ka, gebo­re­ne Land­au­er.[11]

Spä­tes­tens nach der Ehe­schlie­ßung war das Paar auf die ande­re Rhein­sei­te nach Wies­ba­den gezo­gen, wo ihnen am 27. Novem­ber 1890 die Toch­ter Eli­sa­beth Regi­na, genannt Liz­zie, gebo­ren wur­de.[12] Sie war gera­de sech­zehn Jah­re alt, als ihre Mut­ter am 26. Febru­ar 1908 mit nicht ein­mal vier­zig Jah­ren verstarb.

Elisabeth Frank Spier
Eli­sa­beth Frank-Spier um 1937
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Als sei­ne Frau ver­starb, wohn­te Albert Frank in der Niko­las­str. 31, spä­ter in den Drei­ßi­ger­jah­ren zunächst in der Tau­nus­stra­ße, dann in der Hin­den­bur­g­al­lee und ab 1939 im Haus sei­ner Toch­ter in der Alex­and­ra­stra­ße. Liz­zie hat­te inzwi­schen am 1. April 1920 in Wies­ba­den den Kauf­mann Richard Mar­tin Spier gehei­ra­tet, der am 4. August 1882 in Köln gebo­ren wor­den war, damals in Zürich leb­te.[13]

Kriegs­rang­lis­te mit dem Ein­trag für Richard Spier
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Wahr­schein­lich hat­ten sich die bei­den aber schon viel frü­her in Wies­ba­den ken­nen­ge­lernt. Auf einer Kriegs­rang­lis­te aus dem Jahr 1918, aus der auch her­vor­geht, dass Richard Spier wäh­rend des Krie­ges zum Leut­nant der Infan­te­rie beför­dert und als Ver­neh­mungs­of­fi­zier ein­ge­setzt wor­den war, ist als sein Dienst­sitz in den Jah­ren 1917/​18 Wies­ba­den ange­ge­ben.[14] In Wies­ba­den wohn­te seit etwa 1910 auch sei­ne ver­wit­we­te Mut­ter Mat­hil­de Spier als Pri­va­tie­re, lan­ge Jah­re in der Emser Str. 65, dann 1917 in der Theo­do­ren­str. 3, in der dor­ti­gen ‚Vil­la Buen Reti­ro’, und zuletzt 1918 in der Her­der­str. 8 oder 3.[15] Man kann sicher davon aus­ge­hen, dass Richard, wo immer er zuvor sei­nen Wohn­sitz hat­te, des Öfte­ren zu sei­ner Mut­ter kam, um sie an ihrem Alters­itz in der Kur­stadt zu besuchen.
Im Grund­buch­ein­trag ist als Auf­ent­halts­ort von Liz­zie und Richard Spier zum Zeit­punkt des Haus­erwerbs 1922 Rot­ter­dam ange­ge­ben. Dort­hin müs­sen sie unmit­tel­bar nach der Hoch­zeit gezo­gen sein, wie man der Mel­de­kar­tei aus Rot­ter­dam ent­neh­men kann. Ver­mut­lich ging Richard Spier schon damals sei­nem Beruf als Baum­woll­händ­ler nach. Zumin­dest ist er mit die­sem Beruf, den er spä­ter auch nach der Emi­gra­ti­on der Fami­lie in die USA aus­üb­te, auf der Pas­sa­gier­lis­te einer Schiffs­pas­sa­ge von Ply­mouth nach New York im Jahr 1937 ein­ge­tra­gen.[16] Etwa vier Jah­re leb­ten sie in der nie­der­län­di­schen Hafen­stadt, wo am 5. Okto­ber 1924 ihr Sohn Oswald, spä­ter Ozwald, zur Welt kam. Im Janu­ar 1924, so die Anga­ben der Mel­de­kar­te, zog die noch klei­ne Fami­lie dann nach Ham­burg.[17]

Meldekarte Spier Holland

 

 

 

 

Mel­de­kar­te von Liz­zie und Richard Spier aus Rotterdam

Dort kamen dann 1927 und 1930 noch zwei Töch­ter zur Welt, zunächst Ani­ta, dann Eva Rena­te. Wie sich aus einem Brief­wech­sel des Ober­fi­nanz­prä­si­den­ten Ham­burg mit dem Finanz­amt Wies­ba­den aus dem Jahr 1944 ergibt, hat­ten sie dort zuletzt in der Schef­fel­str. 28 gewohnt.[18]

Albert Frank, Anna Theresiia Frank Koch, Elisabeth Lizzie Spier Frank, Richard Spier
Pas­sa­gier­lis­te der ‘Mer­ope’ von 1933
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Schon bald nach­dem in Deutsch­land Hit­ler an die Macht beför­dert wor­den war, ver­ließ die Fami­lie das Land und ging dort­hin zurück, wo man die Jah­re zuvor ver­bracht hat­te. Auf einer Pas­sa­gier­lis­te des nie­der­län­di­schen Schiffs „Mer­ope“ vom 14. Juli 1933, ein Schiff, das in Ham­burg aus­ge­lau­fen war und am nächs­ten Tag den Ziel­ha­fen Rot­ter­dam erreich­te, sind die Namen von Eli­sa­beth und ihrer drei Kin­dern ein­ge­tra­gen.[19] Beglei­tet wur­den sie von einem Kin­der­fräu­lein. Wenn bei die­ser Schiffs­pas­sa­ge der Ehe­mann bzw. Vater nicht ein­ge­tra­gen ist, dann könn­te das sei­nen Grund dar­in haben, dass er auch wei­ter­hin von Hol­land aus sei­nen Baum­woll­han­del betrieb und sich damals bereits im Nach­bar­land aufhielt.

Richard Soier
Richard Spier
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Ob Spiers Deutsch­land damals schon wegen des auf­kom­men­den Faschis­mus ver­lie­ßen, ist nicht sicher, denn – so ein Enkel von Liz­zie Spier in einer Mail – besaß die Fami­lie eigent­lich kei­ne jüdi­sche Iden­ti­tät. Weder wur­den die reli­giö­sen Vor­schrif­ten beach­tet noch die jüdi­sche Kul­tur gepflegt. Man fühl­te sich pri­mär als gute Deut­sche und war erst von den Nazis zum Juden gemacht wor­den. Ob man sich ange­sichts die­ser Grund­hal­tung damals schon bedroht fühl­te, ist zumin­dest nicht ohne Wei­te­res plau­si­bel. Aller­dings muss­ten die Boy­kott­ak­tio­nen Anfang April 1933 auch von einer nur for­mal jüdi­schen Kauf­manns­fa­mi­lie als deut­li­che War­nung ver­stan­den wor­den sein. Die nächs­ten vier Jah­re, in denen die Nazis in Deutsch­land ihre Macht immer mehr fes­tig­ten, ver­brach­ten Spiers dann in Hol­land. In die­ser Zeit – so wird in der Fami­lie erin­nert – besuch­te Liz­zie wohl zum letz­ten Mal ihren Vater Albert Frank in Wiesbaden.

Im Febru­ar 1937 konn­ten Richard Spier mit sei­ner Frau und den Kin­dern dann vom bri­ti­schen Sout­hamp­ton mit dem Schiff ‚Man­hat­tan’ in die USA aus­rei­sen. Am 19. des Monats erreich­ten sie New York, zogen aber bald wei­ter an die ame­ri­ka­ni­sche West­küs­te, wo bereits Mat­hil­de Spier, die Mut­ter von Richard, am Oce­an Park­way in Los Ange­les leb­te. Sie war in den Rei­se­un­ter­la­gen als Kon­takt­per­son in den USA ange­ge­ben wor­den.[20] Mat­hil­de Spier war bereits im Dezem­ber 1934 von Rot­ter­dam aus zu ihrer Toch­ter nach Ame­ri­ka emi­griert, die dort in New York leb­te.[21]

Über­fahrt der Fami­lie Spier 1937 nach Ame­ri­ka
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Im Som­mer 1937 muss Richard noch ein­mal – ver­mut­lich allei­ne – nach Euro­pa zurück­ge­kehrt sein. Sein Name, zusam­men mit der Berufs­be­zeich­nung „Cot­ton Mer­chant“, steht wie­der auf einer Pas­sa­gier­lis­te eines Schiffs, das ihn erneut von Sout­hamp­ton zurück nach New York brach­te. Was er in Euro­pa woll­te, ob er auch noch ein­mal in Deutsch­land war, ist nicht bekannt. Ver­mut­lich ging es aber um geschäft­li­che Ange­le­gen­hei­ten. Ihm war es offen­bar gelun­gen, an sei­ne bis­he­ri­ge Geschäfts­tä­tig­keit anzu­knüp­fen und sehr schnell ein eige­nes Unter­neh­men in der Baum­woll­bran­che auf­zu­bau­en. Da er damals noch kei­ne ame­ri­ka­ni­sche, son­dern nur die deut­sche Staats­bür­ger­schaft besaß, muss­te er Aus­kunft geben, wo er sich in den USA auf­hal­ten wol­le. Er sei Fir­men­be­sit­zer in Los Ange­les, trug er in das For­mu­lar ein.[22]

‘Cot­ton Box’ von Richard Spier mit  Pro­ben ver­schie­de­ner Baum­woll­qua­li­tä­ten
Mit Dank an Toby Halliday

Die Groß­stadt am Pazi­fik ist auch im Zen­sus von 1940 als Ort ange­ge­ben, wo Eli­sa­beth Spier mit zwei ihrer Kin­der, Oswald und Eva, und einer Haus­häl­te­rin namens Mar­tha Becker damals wohn­te. Auf­fäl­lig ist, dass sie selbst als Fami­li­en­ober­haupt bezeich­net wird, ihr Mann dage­gen nicht erwähnt ist. Der war damals laut den glei­chen Volks­zäh­lungs­un­ter­la­gen allei­ne in dem nahe gele­ge­nen San­ta Moni­ca gemel­det. Es muss sich aber hier um eine begrenz­te Tren­nung der bei­den, mög­li­cher­wei­se aus geschäft­li­chen Grün­den, gehan­delt haben, denn in ihrem am 19. Febru­ar 1942 gestell­ten Ein­bür­ge­rungs­an­trag schreibt Eli­sa­beth Spier, dass sie mit ihrem Ehe­mann Richard zusam­men­le­ben wür­de.[23]

US-Cen­sus von 1940
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Beim nächs­ten Zen­sus 1950 sind sie dann auch wie­der gemein­sam auf­ge­führt, aller­dings jetzt allei­ne, ohne ihre Kin­der. Dass die Toch­ter Ani­ta bereits im Zen­sus von 1940 nicht mehr genannt ist, hat­te einen sehr trau­ri­gen Hin­ter­grund. Bei einem Unfall war sie im Alter von nur zwölf Jah­ren bald nach der Ankunft in Ame­ri­ka ums Leben gekom­men.[24]

Ozwald Spier als Stu­dent
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Eva Renate Spier
Eva Rena­te Spier als Stu­den­tin
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Die bei­den noch leben­den Kin­der Eva Rena­te und Ozwald waren 1950 offen­bar bereits aus­ge­zo­gen, um eige­ne Fami­li­en zu grün­den. Letz­te­rer war zuvor im Juni 1943 für drei Jah­re in die Army ein­ge­tre­ten und trug somit zum Sieg der Alli­ier­ten über Nazi-Deutsch­land bei.[25]

Wäh­rend der Fami­lie sei­ner Toch­ter somit die Flucht in die Frei­heit gelun­gen war, blieb ihr Vater in Deutsch­land zurück. Sei­ne Toch­ter und ihre Fami­lie waren zeit­le­bens dank­bar dafür, dass sie finan­zi­ell so gut gestellt waren, dass ihre recht­zei­ti­ge Flucht aus Deutsch­land nicht an den feh­len­den Mit­teln schei­ter­te. Wenn Albert Frank die­sen Schritt nicht voll­zog, dann sicher wegen sei­nes fort­ge­schrit­te­nen Alters. Als die Nazis zur Macht kamen, stand er kurz vor Voll­endung sei­nes 80. Lebensjahrs.

Lizzi Spier, Albert Frank, Judenhaus Alexandrastr. 6 Wiesbaden
Siche­rungs­an­ord­nung für Albert Frank
HHStAW 519/​2 2119 (g)

In den Jah­ren der Wei­ma­rer Repu­blik ging es ihm auch finan­zi­ell noch gut. Nicht nur durch die Betei­li­gung an dem Worm­ser Holz­han­dels­be­trieb war er zu einem beträcht­li­chen Ver­mö­gen gekom­men, er war zudem Inha­ber der Fir­ma „Her­mann Gas­ser“, die Kur-Inha­la­to­ren ver­trieb. Im Novem­ber 1926 hat­te er die Fir­ma von der Wit­we des ver­stor­be­nen Her­mann Gas­ser erwor­ben.[26] Das Unter­neh­men fir­mier­te in den fol­gen­den Jah­ren in der Hin­den­bur­g­al­lee 16, in dem Haus, in dem auch Albert Frank in die­ser Zeit wohnte.

So wie die Holz­hand­lung in Worms bereits 1933 auf­ge­ge­ben wur­de, war aller­dings auch die Blü­te­zeit der Fir­ma Gas­ser inzwi­schen vor­über. Nur noch 416 RM umsatz­steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­men konn­te das Unter­neh­men in dem Jahr des Macht­an­tritts der NSDAP dem Finanz­amt mel­den.[27] Es war danach so sehr über­schul­det, dass die Akti­vi­tä­ten zunächst ruh­ten, dann mit Datum 25. Novem­ber 1938 gänz­lich ein­ge­stellt wur­den und das Amts­ge­richt Wies­ba­den die Löschung der Fir­ma bekannt­gab.[28]

Gleich­wohl hat­ten Franks in den bes­se­ren Zei­ten ein beträcht­li­ches Ver­mö­gen ange­häuft. Die ent­spre­chen­de Auf­lis­tung, die die Zoll­fahn­dungs­stel­le Mainz im Dezem­ber 1938 über den Besitz von Albert Frank erstellt hat­te, ent­hielt neben Bank­gut­ha­ben und Wert­pa­pie­ren im Wert von rund 17.000 RM auch Hypo­the­ken­for­de­run­gen über 25.000 RM und Grund­be­sitz in Wies­ba­den. Dar­un­ter befan­den sich neben einem Gar­ten und einem Acker auch ein Lager am Güter­bahn­hof im Wert von 40.000 RM. Laut Ver­mö­gens­ver­zeich­nis nach Stand April 1938 ver­füg­te Albert Frank ins­ge­samt über Wer­te von etwa 80.000 RM.[29] Im Mai 1939 erging die Siche­rungs­an­ord­nung, die ihm einen Frei­be­trag von 600 RM gewähr­te.[30] Sein hohes Ver­mö­gen und die Tat­sa­che, dass die Toch­ter bereits im Aus­land leb­te, wur­den als Grund für die Maß­nah­me ange­ge­ben. Betrof­fen davon waren sowohl Wert­pa­pier­de­pots bei der Wies­ba­de­ner Bank als auch bei der Com­merz­bank, aber auch For­de­run­gen aus ver­äu­ßer­ten Ver­mö­gens­wer­ten. Frank hat­te meh­re­re Grund­stü­cke, Acker‑, Gar­ten- und Lager­grund­stü­cke ver­kauft, die zumin­dest noch nicht alle bezahlt wor­den waren. Auch die Stadt Wies­ba­den hat­te ein Grund­stück in der Holz­stra­ße von ihm für 16.000 RM erwor­ben.[31] Ban­ken und Nota­re wur­den unter­rich­tet, dass Rest­zah­lun­gen nur auf das gesi­cher­te Kon­to zu über­wei­sen sei­en.[32]

Der Ein­heits­wert für das etwas mehr als 11 a gro­ße Haus­grund­stück in der Alex­and­ra­stra­ße war 1935 auf 43.400 RM, der Feld­ge­richts­tax­wert 1939 sogar auf 55.000 fest­ge­legt wor­den.[33] Liz­zy Spier besaß zudem den hal­ben Anteil des Hau­ses in der Tau­nus­str. 19, für das 1935 der Ein­heits­wert von 27.100 RM ermit­telt wor­den war.[34]

Beim Macht­an­tritt der Nazis war Albert Frank nahe­zu 80 Jah­re alt und stand daher nicht mehr im Berufs­le­ben. Aller­dings fir­mier­te er in irgend­ei­ner behörd­li­chen Akte noch als Immo­bi­li­en­händ­ler, was zur Fol­ge hat­te, dass die Steu­er­fahn­dung ange­sichts feh­len­der Umsät­ze allein 1938 zwei­mal sei­ne ‚Agen­tur’ über­prüf­te.[35] Die ers­te Prü­fung war für den 2. Juni 1938 ange­ord­net und wur­de am glei­chen Tag durch­ge­führt, war also unan­ge­kün­digt. Obwohl der Prü­fer kei­ne Bean­stan­dun­gen fest­stel­len konn­te, mach­te er den Vor­schlag, die Fir­ma bei Gele­gen­heit erneut prü­fen zu las­sen. Das geschah nur zwei Mona­te spä­ter, wie­der unan­ge­kün­digt, wie­der ohne jeden Makel. Alle not­wen­di­gen Bele­ge konn­ten vor­ge­legt wer­den. Albert Frank hat­te schon beim ers­ten Mal bestrit­ten, über­haupt Immo­bi­li­en­mak­ler zu sein. Er ste­he im 83. Lebens­jahr und habe zudem über­haupt kei­nen Erlaub­nis­schein für das Gewer­be. Nur ein­mal, im Jahr 1927, sei er als Bevoll­mäch­tig­ter am Ver­kauf eines Hau­ses in der Wil­helm­stra­ße betei­ligt gewe­sen. Inzwi­schen ver­wal­te er nur noch sei­ne eige­nen Grund­stü­cke und das Haus sei­ner Toch­ter, in das er Mit­te August 1938 selbst ein­ge­zo­gen war.[36]

Aus dem Bericht des Steu­er­prü­fers geht zudem her­vor, dass Liz­zy Spier-Frank offen­bar plan­te, das Haus gegen Über­nah­me der dar­auf ruhen­den Hypo­thek in der Höhe von 28.500 RM auf­zu­ge­ben. „Nach Anga­ben Franks soll die Haus­ei­gen­tü­me­rin bei der Devi­sen­stel­le Frank­furt a.M. die Geneh­mi­gung zur schen­kungs­wei­sen Über­las­sung des Grund­stücks an eine Inlän­de­rin (Arie­rin) bean­tragt haben. (…) Der Antrag soll zustän­dig­keits­hal­ber an die Devi­sen­stel­le Ham­burg wei­ter­ge­lei­tet wor­den sein.“[37] Namen wer­den hier nicht genannt, aber aus der Steu­er­ak­te geht her­vor, dass Albert Frank und sei­ne Toch­ter das Haus in der Alex­and­ra­stra­ße der lang­jäh­ri­gen Haus­häl­te­rin Hen­ri­et­te Groß über­las­sen woll­ten. Auch der Anteil am Haus in der Tau­nus­stra­ße soll­te ver­schenkt wer­den, und zwar an ein Frl. Främ­ke in Ham­burg.[38] Ob die­se Geschen­ke aus Dank­bar­keit für lang­jäh­ri­ge Unter­stüt­zung und Hil­fe gemacht wer­den soll­ten oder ob es dar­um ging, den Besitz in ver­trau­ens­wür­di­gen Hän­den bis zum Ende der Nazi­zeit zu sichern, lässt sich nicht mehr klären.

Dass Dank­bar­keit bei die­sen Über­le­gun­gen aber eine wesent­li­che Rol­le gespielt haben muss, zeigt sich auch dar­in, dass Frank sei­ner Haus­häl­te­rin noch 1939 laut Steu­er­ak­te 11.000 RM zum Geschenk gemacht hat­te. Er sah dies als „mora­lisch unbe­dingt gebo­ten“, weil sie ihn seit 32 Jah­ren gepflegt und nach dem Tod sei­ner Frau im Jahr 1908 den Haus­halt geführt habe. Er woll­te ihr mit die­ser Schen­kung eine ange­mes­se­ne Alters­ver­sor­gung zukom­men las­sen, aber auch sich die wei­te­re Pfle­ge für den Rest sei­nes Lebens sichern.[39]

Die Schen­kung an Frau Groß war nicht die ein­zi­ge gewe­sen. In einem Brief an das Finanz­amt Wies­ba­den vom 13. Novem­ber 1939 schrieb er, dass er „an jüdi­sche Ver­wand­te im letz­ten Jah­re Zuwen­dun­gen gemacht (habe), weil sie in gro­ßer Not sind“ und nach sei­ner rea­lis­ti­schen Ein­schät­zung auch blei­ben wer­den. Unter ande­rem war dabei ein Betrag von 1.500 RM für Hele­ne Honig in Worms vor­ge­se­hen.[40] Hele­ne Honig war sei­ne Cou­si­ne, eine gebo­re­ne Eger, die mit Fried­rich Honig, dem Sohn sei­nes Onkels Salo­mon, ver­hei­ra­tet war, und eine wich­ti­ge Rol­le in der jüdi­schen Gemein­de in Worms spiel­te.[41] Er führ­te die­se Aus­ga­ben auch an, um eine Min­de­rung der 5. Rate der Juden­ver­mö­gens­ab­ga­be zu erreichen.

Dass Groß­her­zig­keit gegen­über ande­ren Juden oder auch nur „Juden­freun­den“ für die Her­ren in den Amts­stu­ben kein Argu­ment sein wür­de, war eigent­lich im Vor­hin­ein klar. Albert Frank hat­te selbst­ver­ständ­lich die­se Zusatz­steu­er in vol­lem Umfang zu leis­ten. zunächst soll­ten es 16.400 RM sein, mit der 5. Rate wur­den es 20.500 RM. Es lie­gen zwar kei­ne Bele­ge für die Zah­lung vor, aber der Antrag auf Stun­dung der letz­ten Rate, bedeu­tet zunächst ein­mal, dass die ers­ten vier Raten gezahlt wor­den sein müs­sen. Die Bit­te um Abmil­de­rung der letz­ten wur­de vom hie­si­gen Finanz­amt genau­so abge­lehnt, wie vom Ober­fi­nanz­prä­si­den­ten Kas­sel, an den sich Frank mit sei­ner Bit­te auch noch gewandt hat­te.[42]

Hät­te Albert Frank nicht sein Ver­mö­gen im Hin­ter­grund gehabt und statt­des­sen nur von sei­nen Ein­nah­men leben müs­sen, dann wäre er in arge Not gera­ten. 1938 hat­te er ein ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ges Ein­kom­men von 618 RM, er war daher genö­tigt, sei­nen Lebens­un­ter­halt von sei­nem Erspar­ten zu bestrei­ten.[43] Im Mai 1938 erhielt er 1.000 RM als Schen­kung von sei­ner Toch­ter Liz­zie, wobei es sich ver­mut­lich um die Miet­ein­nah­men aus dem Haus Alex­and­ra­stra­ße han­del­te, die Liz­zie ihm als Auf­wands­ent­schä­di­gung für sei­ne Haus­ver­wal­tungs­tä­tig­keit über­las­sen hat­te.[44]

Karl Frank, Lizzi Spier, Albert Frank, Judenhaus Alexandrastr. 6 Wiesbaden
Albert Frank unter­stütz­te sei­nen Bru­der Karl
HHStAW 519/​3 2119 (18)

Für sei­nen Lebens­un­ter­halt hat­te die Devi­sen­stel­le ihm zunächst einen Frei­be­trag von 600 RM monat­lich ein­ge­räumt. Albert Frank gelang es bei der Devi­sen­stel­le, einen höhe­ren Betrag durch­zu­set­zen. Man habe ihm als einem inzwi­schen 84-jäh­ri­gen, an ver­schie­de­nen Gebre­chen lei­den­den Mann, der stän­dig auf Hil­fe ange­wie­sen sei, einen Frei­be­trag von 800 RM ver­spro­chen. Auch als er dar­um bat, den Betrag noch ein­mal auf 1000 RM anzu­he­ben, weil er eine fes­te Haus­an­ge­stell­te ein­stel­len müs­se, zeig­te sich die Behör­de im Mai 1939 noch gera­de­zu mensch­lich. Selbst die Frei­ga­be von wei­te­ren 4.250 RM wur­de von der Frank­fur­ter Devi­sen­stel­le geneh­migt. Damit woll­te Albert Frank es sei­nem in Mainz leben­den Bru­der ermög­li­chen, die im Som­mer 1939 fäl­li­ge Rate der Juden­ab­ga­be zu leis­ten.[45]

Dann wur­de im Febru­ar 1940 der Frei­be­trag unter Auf­he­bung der bis­he­ri­gen Rege­lung will­kür­lich auf 250 RM her­ab­ge­setzt. Frank muss­te erneut sei­ne finan­zi­el­le Situa­ti­on dar­le­gen. Danach gestand man ihm wie­der die 800 RM zu. [46]

Am 15. April 1940 wand­te sich Frank erneut an die Devi­sen­stel­le Frank­furt und bat um die Frei­ga­be von 1.000 RM. Das war offen­sicht­lich der Zeit­punkt, an dem man auch das Haus in der Alex­and­rastr. 6 zum Juden­haus machen woll­te, denn Frank begrün­de­te die Anfra­ge wie folgt: „Frl. Gross [die das Geld erhal­ten soll – K.F.] ist die Ver­wal­te­rin des mei­ner in Hol­ly­wood woh­nen­den Toch­ter gehö­ri­gen Hau­ses Wies­ba­den Alex­and­rastr. 6. Ich selbst bin Mie­ter einer 7 Zim­mer-Woh­nung in die­sem Hau­se und bin behörd­li­cher­seits dazu ver­an­lasst, 3 Zim­mer die­ser Woh­nung abzu­tre­ten.“ Mit dem Geld soll­ten die dafür not­wen­di­gen Instal­la­ti­ons­ar­bei­ten wie die Ver­le­gung von Was­ser­lei­tun­gen finan­ziert wer­den. Das Geld soll­te dann durch die zusätz­lich ein­ge­hen­den Mie­ten von 90 RM wie­der auf das Siche­rungs­kon­to zurück­flie­ßen.[47] Anfang Mai 1940 wur­de dann mit dem Ein­zug des Ehe­paars Heil­bron und Frau Aman­da Quandt[48] das Haus tat­säch­lich zum Juden­haus.

Im Som­mer 1941 wur­den wei­te­re jüdi­sche Mie­ter ein­quar­tiert. Ver­mut­lich kam es auch in die­sem Zusam­men­hang zu Umbau­ten, denn wie­der wur­den Hand­wer­ker­rech­nun­gen bei der Devi­sen­stel­le ein­ge­reicht und geneh­migt. Aber die­se konn­ten von Albert Frank nicht mehr bezahlt wer­den, er war am 3. Juni 1941 ver­stor­ben.[49] Sein Tes­ta­ments­voll­stre­cker bat nun dar­um, die Siche­rungs­an­ord­nung auf­zu­he­ben, damit er die For­de­run­gen beglei­chen kön­ne. Dies wur­de bis zum Abschluss einer end­gül­ti­gen Erb­re­ge­lung ver­wei­gert, nur ein Frei­be­trag von 150 RM wur­de ihm für sol­che Zwe­cke zugestanden.

 

Der Tod von Albert Frank warf aber noch wei­te­re Pro­ble­me auf. 10.000 RM hat­te er per Ver­mächt­nis drei Frau­en zuge­dacht, dar­un­ter war auch wie­der sei­ne lang­jäh­ri­ge ari­sche Haus­an­ge­stell­te Hen­ri­et­te Gross mit 5.000 RM. Auch die zwei eben­falls volks­deut­schen Ger­da Schneid in der Nero­stra­ße und Frie­da Schrei­ber aus Bier­stadt soll­ten 2.000 RM bzw. 1.000 RM erhal­ten. Dies wur­de von der Devi­sen­stel­le genau­so geneh­migt, wie die Zah­lung der Beer­di­gungs­kos­ten von etwa 1.000 RM an die Israe­li­ti­sche Kul­tus­ge­mein­de Wies­ba­den und die eige­nen Ansprü­che des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers Wag­ner für sei­ne Tätig­kei­ten in etwa der glei­chen Höhe.

Im Hin­blick auf die Ver­mächt­nis­se an die bei­den Jüdin­nen Maria Kahn in Frank­furt, Beet­ho­ven­str. 64, und Hele­ne Honig in Worms, Molt­ke-Anla­ge 10, wur­de zunächst zur Bedin­gung gemacht, dass die­se Zah­lun­gen nur auf ein Siche­rungs­kon­to erfol­gen dürf­ten, ein sol­ches gege­be­nen­falls anzu­le­gen sei. Eine Über­wei­sung der Beträ­ge konn­te aber nicht erfol­gen, weil auf Franks Kon­to ein solch hoher Betrag nicht mehr vor­han­den war und die Bank sich wei­ger­te, ohne Zustim­mung des Ober­fi­nanz­prä­si­den­ten Ber­lin, der noch zustän­dig für die Ver­mö­gen der sich im Aus­land befind­li­chen Juden war, also für das Ver­mö­gen der erb­be­rech­tig­ten Toch­ter, Wert­pa­pie­re zu ver­äu­ßern.[50] Dafür hät­te aber wie­der­um ein Erb­schein aus­ge­hän­digt sein müs­sen. Eli­sa­beth Spier wur­de als allei­ni­ge Toch­ter zwar for­mal durch gesetz­li­che Erb­fol­ge auch Allein­er­bin des Ver­mö­gens ihres Vaters, aber ein Erb­schein konn­te zunächst nicht aus­ge­stellt wer­den, weil der staats­bür­ger­li­che Sta­tus der Erbin unklar war. War Liz­zie Spier Ame­ri­ka­ne­rin oder Deut­sche? Im Hin­blick auf ihr eige­nes wie auch das als Erbin in Aus­sicht gestell­te Ver­mö­gen war ent­schei­dend, wann sie die ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ger­schaft erwor­ben hat­te. Hat­te sie die­se vor dem 25. Novem­ber 1941, an dem die Ver­ord­nung über den Ver­mö­gens­ver­fall im Aus­land leben­der Juden erlas­sen wor­den war, oder danach erwor­ben? War ers­te­res der Fall, dann war auf das Ver­mö­gen die nach dem Kriegs­ein­tritt der Ame­ri­ka­ner am 4. August 1941 erlas­se­ne Ver­ord­nung über die Anmel­de­pflicht von ame­ri­ka­ni­schem Ver­mö­gen anzuwenden.

Der von Frank ein­ge­setz­te Tes­ta­ments­voll­stre­cker Wag­ner ver­such­te in einem län­ge­ren Brief­wech­sel mit den unter­schied­li­chen Behör­den und staat­li­chen Stel­len, Klar­heit in die­ser Fra­ge zu fin­den.[51] Zunächst hat­te er die Ver­mö­gens­wer­te gemäß der 11. Ver­ord­nung zum Reichs­bür­ger­ge­setz ange­mel­det, obwohl sich nach sei­ner Auf­fas­sung aus „einer vor Kriegs­aus­bruch ein­ge­lau­fe­nen Nach­richt“ ergibt, dass Liz­zy Spier ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ge­rin sei. Dem folg­te dann auch der Ober­fi­nanz­prä­si­dent Ber­lin: „Die Elf­te Ver­ord­nung zum Reichs­bür­ger­ge­setz vom 25. Novem­ber 1941 fin­det auf das Inlands­ver­mö­gen von Fr. Eli­sa­beth Spier kei­ne Anwen­dung, wenn Frau S. vor dem Inkraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung im Besitz der Staats­an­ge­hö­rig­keit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten war und die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit bereits ver­lo­ren hat­te.“[52] Das Ver­mö­gen müs­se daher gemäß der Ver­ord­nung vom 4. August 1941 ange­zeigt wer­den. Ent­spre­chend wur­de das Ver­mö­gen dann auch als „ame­ri­ka­ni­sches Ver­mö­gen“ ange­mel­det.[53] Aber ganz sicher war sich der Notar Wag­ner doch nicht, denn abge­se­hen von der erwähn­ten Nach­richt gab es offen­sicht­lich ein wei­te­res Schrei­ben vom 17.11.41 in dem – so Wag­ner – „die Genann­te bekannt (gibt), dass sie mit dem Ein­tref­fen des Brie­fes ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ge­rin gewor­den sei. Der Brief traf aber hier erst nach Erlass der Ver­ord­nung ein“, war aber – so wäre zu ergän­zen – noch vor die­sem Ter­min geschrie­ben wor­den, zu einem Zeit­punkt also, an dem sie nach ihrem eige­nen Schrei­ben noch deut­sche Staats­bür­ge­rin war, womit der Ver­mö­gens­ver­fall theo­re­tisch noch infra­ge gekom­men wäre.

Weil inzwi­schen die Ver­wal­tung und Ver­wer­tung der jüdi­schen Ver­mö­gen gene­rell von Ber­lin an die ursprüng­lich zustän­di­gen Finanz­äm­ter abge­ge­ben wor­den war, über­sand­te auch in die­ser Ange­le­gen­heit der Ober­fi­nanz­prä­si­dent Ber­lin die Akten nach Wies­ba­den. Das Finanz­amt Wies­ba­den wand­te sich am 18. August 1942 – woher auch sonst konn­te Klä­rung in der Sache kom­men? – an die Gesta­po Frank­furt mit der Bit­te, zu klä­ren, „ob die Vor­aus­set­zun­gen für einen Ver­mö­gens­ver­fall vor­lie­gen“.

Lizzi Spier, Albert Frank, Judenhaus Alexandrastr. 6 Wiesbaden
Schrei­ben der Gesta­po Ham­burg vom 20.10.1942
HHStAW 519/​2 2189

Für die Gesta­po war die Sache klar: „Die Jüdin …, zuletzt wohn­haft Ham­burg, Schef­fel­stra­ße 28, ist von hier aus am 26.9.33 nach Hol­land zur Abmel­dung gelangt. Sie besaß bei der Aus­rei­se die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. Die Vor­aus­set­zun­gen für einen Ver­mö­gens­ver­fall lie­gen vor. Die dazu nöti­gen Fest­stel­lun­gen sind von hier aus in Angriff genommen.“

Ohne die­se Ant­wort abzu­war­ten, es waren inzwi­schen zwei wei­te­re Mona­te ver­stri­chen und Wag­ner, der auch die Haus­ver­wal­tung für die Lie­gen­schaf­ten in der Alex­and­ra­stra­ße und der Tau­nus­stra­ße inne­hat­te, war mit Miet­ge­su­chen kon­fron­tiert, setz­te sich der zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­ter im Finanz­amt mit Wag­ner und einem Ver­tre­ter der Lan­des­bank zusam­men, um die Ange­le­gen­heit zu einem Abschluss zu brin­gen. In einer Gesprächs­no­tiz wur­de fest­ge­hal­ten: „Es ist anzu­neh­men, dass Frau Spier die ame­ri­ka­ni­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit erwor­ben hat. … Das Grund­stück wird des­halb vom Reichs­kom­mis­sar für die Behand­lung feindl. Verm. ver­wal­tet. Herr Wag­ner kann im Rah­men der ihm erteil­ten Voll­macht Miet­ver­trä­ge abg­schlie­ßen. Das FA ist an der Sache nicht beteiligt.
Die­ser Stand­punkt ist auch maß­ge­bend für die Tau­nus­str. 19 …“
[54]

In einem kur­zen Schrei­ben an die Gesta­po Frank­furt wur­de zwar noch ein­mal auf die schwie­ri­ge recht­li­che Lage ver­wie­sen und dar­auf, dass man Zwei­fel habe, ob die Genann­te tat­säch­lich der Ver­ord­nung vom Novem­ber 1941 unter­lie­ge, aber dass man inzwi­schen eine inter­ne Ent­schei­dung getrof­fen hat­te, ver­schwieg man der Gestapo.

For­mal­recht­lich blieb die Sache aber wei­ter in der Schwe­be, wie aus einer Anfra­ge des Ver­mes­sungs­amts der Stadt Wies­ba­den vom 28. Novem­ber 1942 beim Finanz­amt im Zusam­men­hang mit der fäl­li­gen Haus­zins­steu­er und einem wei­te­ren Schrei­ben des Ver­mö­gens­ver­wal­ters Wag­ner in der glei­chen Sache vom Ende März 1943 her­vor­geht.[55]

Die Pro­fi­teu­re
HHStAW 519/​2 2180 (14)

Etwa zur glei­chen Zeit tra­ten auch Inter­es­sen­ten am „jüdi­schen Besitz“ an das Finanz­amt her­an. Ein „Chef­arzt a.D.“, Eigen­tü­mer der ande­ren Hälf­te des Dop­pel­hau­ses Alex­and­rastr. 6 /​ 8 mach­ten den Vor­schlag zu einem Haus­tausch. Er, auch Besit­zer des Hau­ses Bären­str. 4, in der die NSDAP-Orts­grup­pe und die Müt­ter­schu­le tag­ten, woll­te die­ses Haus gegen das Juden­haus tau­schen. Zum einen woll­te er das Haus in der Bären­stra­ße wegen „Miet­dif­fe­ren­zen“ mit der NSDAP los­wer­den, zum ande­ren habe er – wie er schrieb – nicht nur als Nach­bar Inter­es­se dar­an, son­dern er wol­le für sei­nen Sohn, „der im Feld steht, eine Nie­der­las­sungs­mög­lich­keit schaf­fen“. Er selbst sei 100 Pro­zent kriegs­be­schä­digt, füg­te er als wei­te­res Argu­ment an. Das Finanz­amt lehn­te das Ansin­nen mit dem übli­chen Satz ab, dass laut Anwei­sung des Reichs­fi­nanz­mi­nis­ters jüdi­scher Grund­be­sitz bis zum Ende des Krie­ges nicht mehr ver­äu­ßert wer­den dür­fe, um allen Kriegs­teil­neh­mern die Chan­ce zu geben, am gro­ßen Rei­bach teil­zu­ha­ben.[56]

Im August 1944 teil­te der Ober­fi­nanz­prä­si­dent in Ham­burg, der sich für Liz­zie Spier zustän­dig fühl­te, der Wies­ba­de­ner Ver­mö­gens­ver­wer­tungs­stel­le beim Finanz­amt mit, dass die Gesta­po Ham­burg den Ver­mö­gens­ver­fall bereits im Novem­ber 1942 bean­tragt habe. Die Ent­schei­dung des Chefs der Sicher­heits­po­li­zei und des SD ste­he der­zeit noch immer aus. Das Wies­ba­de­ner Finanz­amt sol­le des­halb die Ver­wer­tung „vor­sorg­lich“ über­neh­men, eine – nicht nur vor­sorg­li­che — Ver­wal­tung des Grund­be­sit­zes dür­fe nach Sach­la­ge jedoch erst nach Ein­gang der Ver­falls­fest­stel­lung erfol­gen. Man möge danach doch bit­te mit­tei­len, zu wel­chem Preis das Grund­stück ver­kauft wor­den sei.

Dazu kam es aber nicht mehr. Das Haus blieb im Besitz der Bür­ge­rin des ‚Feind­staats’ USA, Liz­zie Spier.[57] Ein Hin­weis dar­auf, dass es dem Deut­schen Reich ‚ver­fal­len’ oder die Schen­kungs­ab­sicht rea­li­siert wor­den wäre, ist in den Akten nicht vorhanden.

Liz­zie Spier leb­te mit ihrem Mann in Hol­ly­wood, als die­ser am 6. Novem­ber 1958 im Alter von 76 Jah­ren ver­starb. Auch Liz­zie ver­brach­te ihren Lebens­abend in der kali­for­ni­schen Metro­po­le, wo sie am 14. Juli 1971 im Alter von 80 Jah­ren zu Gra­be getra­gen wur­de.[58] Auch ihre früh ver­stor­be­ne Toch­ter Ani­ta hat auf dem glei­chen Fried­hof ihre letz­te Ruhe­stät­te gefunden.

https://​www​.fin​da​gra​ve​.com/​m​e​m​o​r​i​a​l​/​6​4​2​8​1​1​8​/​e​l​i​z​a​b​e​t​h​-​r​-​s​p​ier
https://​www​.fin​da​gra​ve​.com/​m​e​m​o​r​i​a​l​/​6​4​2​8​1​2​0​/​r​i​c​h​a​r​d​-​m​-​s​p​ier
https://​www​.fin​da​gra​ve​.com/​m​e​m​o​r​i​a​l​/​6​4​2​8​1​1​6​/​a​n​i​t​a​-​m​-​s​p​ier

Grä­ber der Fami­lie Spier
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Ihr Sohn Oswald, der sei­nen Vor­na­men in Ozwald änder­te und in den fünf­zi­ger Jah­ren bei einer Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft tätig war, hat­te im März 1949 Lois Richard­son gehei­ra­tet.[59] Fünf Kin­der sind aus die­ser Ehe her­vor­ge­gan­gen. Er ver­starb am 12. Mai 1993 im kali­for­ni­schen Red­wood Val­ley.[60]

Sei­ne Schwes­ter Eva Rena­te ehe­lich­te am 1. Janu­ar 1952 Euge­ne Hall­i­day. Das Paar zog 1958 nach Napa, dem berühm­ten Wein­bau­ge­biet im Nor­den Kali­for­ni­ens. Sogar sie­ben Kin­der, von denen sechs noch leben, wur­den von dem Ehe­paar groß­ge­zo­gen. Wäh­rend ihr Ehe­mann am 8. Okto­ber 2011 ver­starb, ist Eva Rena­te jetzt im Jahr 2025 nur noch weni­ge Jah­re von ihrem hun­derts­ten Geburts­tag entfernt.

 

 

Ver­öf­fent­licht am: 16. 11. 2017

Letz­te Revi­si­on: 24. 09. 2025

 

 

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Anmer­kun­gen:

[1]. Stadt­ar­chiv Wies­ba­den WI /​ 3 983. Falsch ist die lei­der auch in der Neu­auf­la­ge der Doku­men­ta­ti­on über die Gedenk­stät­te für die ermor­de­ten Juden in Wies­ba­den von 2017 nicht kor­ri­gier­te Anga­be von Man­fred Ger­ber, Carl Bacha­rach sei Eigen­tü­mer des Juden­hau­ses Alex­and­rastr. 6 – 8 gewe­sen. Sie­he Ger­ber, Man­fred, Glanz und Elend des David­sterns. Abriss der jüdi­schen Geschich­te Wies­ba­dens, in: Gedenk­stät­te für die ermor­de­ten Juden Wies­ba­dens. Eine Doku­men­ta­ti­on, Wies­ba­den 2017 (2. Aufl.), S. 25. Auch im jüngst ver­öf­fent­lich­ten Stadt­le­xi­kon der Stadt Wies­ba­den wird im Arti­kel über die ‚Gedenk­stät­ten’ fälsch­li­cher­wei­se die Num­mer 8, statt der 6 als Haus­num­mer des Juden­hau­ses in der Alex­and­ra­stra­ße angegeben.

[2] Im Adress­buch des Jah­res 1934/​35 und eben­so im Jüdi­schen Adress­buch von 1935 ist fälsch­li­cher­wei­se Albert Frank als Besit­zer des Hau­ses Alex­and­rastr. 6 ver­zeich­net, im Jahr zuvor war noch L[izzie]. Spier, Ham­burg, als Eigen­tü­me­rin und ihr Vater nur als Ver­wal­ter ange­ge­ben. Die­se Funk­ti­on nahm er dann auch in den Fol­ge­jah­ren ein. Ab 1936/​37 wird im Wies­ba­de­ner Adress­buch dann als Besit­ze­rin Liz­zie Spier-Frank geführt. Albert Frank war selbst aber nie Eigen­tü­mer des Hauses.

[3] HHStAW 519/​2 2180 (3). Der Koh­le­händ­ler Laux besaß ein grö­ße­res Are­al in die­ser Flur, auf dem im letz­ten Jahr­zehnt des 19. Jh. von ihm meh­re­re Häu­ser errich­tet wur­den. Zu den vor­ge­streck­ten Gel­dern des Vaters sie­he HHStAW 685 160 d (132).

[4] Sie­he Stadt­ar­chiv Worms StadtA Wo Abt. 12/​3 Nr. 10; in der ‚Daten­bank Jüdi­sche Bür­ger des Stadt­ar­chivs Wies­ba­den’ ist lei­der das fal­sche Geburts­da­tum der Gesta­po-Kar­tei­kar­te, der 24. Mai 1855, über­nom­men worden.

[5] Alberts Vater, Nathan Frank, war am 9.6.1821 in Worms gebo­ren wor­den. Sein Groß­va­ter väter­li­cher­seits war Ger­son Frank, ein um 1793 gebo­re­ner Frucht­händ­ler aus Wie­sen­feld, der am 22.2.1820 die um 1796 gebo­re­ne Regi­na Gug­gen­heim, eben­falls aus Wie­sen­feld, hei­ra­te­te. Er starb am 17.2.1857, sie am 9.8.1874. Stadt­ar­chiv Worms StadtW Wo Abt. 12/​1 Nr. 01–02/21 und Nr. 01–03/58, auch Stadt­ar­chiv Worms Abt. 203 188a. Zumin­dest die Namen der Urgroß­el­tern die­ser Linie von Albert Frank sind auch bekannt. Es sol­len Nathan Frank und Rachel Selig­mann für den Groß­va­ter und Löb Gug­gen­heim und Johan­na Oppen­heim bei der Groß­mutter gewe­sen sein. Die­se letz­ten Anga­ben sind nicht zwei­fels­frei gesi­chert, son­dern wur­den durch Inter­net­re­cher­chen gefun­den, die auf den Stan­des­un­ter­la­gen des Archivs Worms beru­hen sol­len. http://forum.ahnenforschung.net/archive/index.php/t‑109064.html. (Zugriff: 15.11.2017).

[6] Alex­an­der Honig war der Groß­va­ter von Augus­te und Ama­lie Honig, die, wie bereits erwähnt, spä­ter in die Alex­and­rastr. 6 ein­zie­hen soll­ten, sie­he unten.

[7] Die Worm­ser Fir­ma wur­de von den Cou­sins Fried­rich und Otto Honig geführt. Fried­rich Honig, gebo­ren am 26.2.1871, gestor­ben am 25.2.1935 in Worms, war der Sohn von Salo­mon Honig (1844–1916) und sei­ner Frau Jako­bi­ne Stern (1848–1916). Er war ver­hei­ra­tet mit Hele­ne Eger aus Bam­berg, gebo­ren am 23.11.1874. Das Paar hat­te 2 Kin­der, Else und Lot­te, denen bei­den die Flucht nach Eng­land gelang. Hele­ne blieb mit der Enke­lin Edith, Toch­ter von Else, in Deutsch­land. Bei­de wur­den Opfer der Shoa. Otto, gebo­ren am 5.11.1868, ist am 14.12.1943 in The­re­si­en­stadt ums Leben gekom­men. Er, der Sohn von Jakob Honig. war ver­hei­ra­tet mit Johan­na Schön­feld. Das Paar hat­te eben­falls zwei Kin­der, den am 14.9.1899 gebo­re­nen Jakob und die am 21.12.1905 gebo­re­ne Erna Julie, über deren wei­te­res Schick­sal kei­ne Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen. http://​www​.worm​ser​ju​den​.de/. (Zugriff: 15.11.2017). Die ein­zel­nen Per­so­nen müs­sen dort über die Namens­lis­te recher­chiert werden.

[8] Brü­chert, Hed­wig, Fami­lie Frank, in: Der Neue Jüdi­sche Fried­hof in Mainz, Son­der­heft der Main­zer Geschichts­blät­ter, Mainz 2013, S. 84–89 nennt die wesent­li­chen Lebens­da­ten der Main­zer Mit­glie­der der Fami­lie Frank. Ber­tha, die 1873 den Frank­fur­ter Kauf­mann Samu­el Blum gehei­ra­tet hat­te, wur­de mit 88 Jah­ren am 18.8.1942 nach The­re­si­en­stadt depor­tiert. Sie starb dort am 25.1.1943. Edu­ard, Arzt und enga­gier­ter Sozi­al­de­mo­krat, gelang recht­zei­tig mit sei­ner Fami­lie die Flucht in die USA, wohin auch Cle­men­ti­ne Frank, die 1887 den Kauf­mann Lou­is Stig­litz geehe­licht hat­te, emi­griert war.

[9] Der Vater ver­starb am 21.3.1900, die Mut­ter am 11.3.1908. Albert war zeit­wei­lig in Eng­land, Carl sogar in Ame­ri­ka gewe­sen, sie­he Brü­chert, Fami­lie Frank, S. 87.

[10] Hei­rats­re­gis­ter Mainz 510 /​ 1889.

[11] Über die Geschwis­ter von Anna The­re­sia Koch ist nur wenig bekannt. Die fol­gen­de Schwes­ter Kla­ra, gebo­ren am 20.11.1871, hei­ra­te­te am 15.9.1892 Max Rosen­heim, gebo­ren am 21.10.1860, Hei­rats­re­gis­ter Mainz 409 /​ 1892. Ama­lia Koch, die nächst fol­gen­de Schwes­ter, gebo­ren am 1.12.1873, hei­ra­te­te am 3.1.1895 in Mainz Mar­kus Strauss, gebo­ren am 22.9.1864. Die jüngs­te Schwes­ter Ali­ce Hen­ri­et­te Sara, gebo­ren am 6.6.1877, hei­ra­te­te am 14.12.1899 in Mainz den am 15.2.1870 in Wies­ba­den gebo­re­nen Moritz Vogel. Hei­rats­re­gis­ter Mainz 755 /​ 1899. Er, selbst auch Wein­händ­ler, war der Sohn des Wein­händ­lers Leo­pold Vogel und sei­ner Frau Ber­tha, gebo­re­ne Kahn. Moritz Vogel konn­te mit sei­ner Frau und den bei­den Kin­dern Fritz Adolf, gebo­ren am 10.9.191 in Wies­ba­den,  Hans, gebo­ren am 5.6.1905 eben­falls in Wies­ba­den, am 21.5.1939 nach Schwe­den aus­rei­sen. Am 15.2.1870 wur­de noch Anna The­re­si­as Bru­der Alex­an­der gebo­ren. Er hei­ra­te­te am 17. 11.1910 in ihrer Geburts­stadt Mainz Mar­tha Sichel, gebo­ren am 14.11.1887. Auch sie war die Toch­ter eines Wein­händ­lers, näm­lich von Juli­us Sichel und sei­ner Frau Ber­ta, gebo­re­ne Marx, sie­he Hei­rats­re­gis­ter Mainz 600 /​ 1910

[12] Geburts­re­gis­ter Wies­ba­den 1534 /​ 1890. In einem Schrei­ben des Ober­fi­nanz­prä­si­den­ten Ham­burg vom 4.8.1941 an das Finanz­amt Wies­ba­den wird als deren Geburts­da­tum fälsch­li­cher­wei­se der 25.11.1890 ange­ge­ben, sie­he HHStAW 519/​2 2180 (16).

[13] Hei­rats­re­gis­ter Wies­ba­den 300 /​ 1920. Sei­ne Eltern waren Aron und Mat­hil­de Spier, gebo­re­ne Kloßmann.

[14] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​1​6​3​1​/​i​m​a​g​e​s​/​3​1​4​2​1​_​B​H​1​7​6​2​5​-​0​0​1​1​1​?​p​I​d​=​4​0​4​3​750. (Zugriff: 30.9.2025).

[15] Sie Wies­ba­de­ner Adress­buch 1917 und 1918.

[16] https://​www​.ancestry​.de/​s​e​a​r​c​h​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​1​5​1​8​/​r​e​c​o​r​d​s​/​8​9​4​9​193. (Zugriff: 30.9.2025). Unter „Pro­fes­si­on“ heißt es da „Cot­ton busi­ness Holland“.

[17] https://preserve-gar.archieven.nl/proxy/fonc-gar/494–03/851–449/NL-RtGAR_494-03_851-449_0483383R.jp2?h=Zm4ybWF0PWVtYmVkJmtleT03OTQ1RjcwQjIyQzA1MzUzQzIDNTgDRjdEMzFEOTIxRSZtaWFkdE0xOEQmbWlhaGQ4MTgxNTc2MTg2MCZtaXZhc3Q4MTIDJnRva2VuPUY1M0UwMEU1NzQ1RTJ9OTF9RkNEOTRCRUFBOTRFN0FBJnJkdE0yMEIwMEUwMyZzZXNzaW4uX2lkPTk2MzRvNEUDaWdtaGN2cWJmMEQxM3BrNWkD&params=&redirect=1 und https://preserve-gar.archieven.nl/proxy/fonc-gar/494–03/851–449/NL-RtGAR_494-03_851-449_0483383V.jp2?h=Zm4ybWF0PWVtYmVkJmtleT03REcyMEM0OTc2QjRBNUQ5O9J9NTIxRTIDRT90QjZBRiZtaWFkdE0xOEQmbWlhaGQ4MTgxNTc2MTg2MSZtaXZhc3Q4MzQmdG4rZWD4QTFBQTA1NEg3RUIyNUFBRjlCN095MEB9MzM3MjFFRT9mcmR0PTIwMjAwNTAzJnNlc3Npb25faWQ4dWt0OHJjYmIDbGpjdGNjMmNmZzlmbnYxOTQ&params=&redirect=1. (Zugriff: 30.9.2025).

[18] HHStAW 519/​2 2180 (16)

[19] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​1​0​6​8​/​i​m​a​g​e​s​/​K​_​1​9​9​9​_​0​8​0​7​5​8​-​0​5​2​6​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​8​5​c​a​1​c​6​9​f​d​7​f​d​a​6​f​c​4​b​8​4​6​a​7​a​f​8​f​5​6​4​0​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​r​y​V​1​7​4​9​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​7​3​2​1​560. (Zugriff: 10.8.2020).

[20] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​3​9​9​8​/​i​m​a​g​e​s​/​4​0​7​3​5​_​1​2​2​0​7​0​1​4​3​9​_​0​0​5​0​-​0​0​1​8​0​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​1​7​8​2​160. (Zugriff: 10.8.2020).

[21] https://​www​.ancestry​.de/​s​e​a​r​c​h​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​r​e​c​o​r​d​s​/​2​0​1​7​8​2​7​443. (Zugriff: 30.9.2025).

[22] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​4​8​8​/​i​m​a​g​e​s​/​N​Y​T​7​1​5​_​5​9​9​5​-​0​0​2​4​?​p​I​d​=​2​1​4​0​9​330. (Zugriff: 30.9.2025). In der Zei­tungs­an­zei­ge anläss­lich sei­nes Todes heißt es. „The owner of the Richard Spier Cot­ton Export­ing Co.“, sie­he https://www.ancestry.de/mediaui-viewer/collection/1030/tree/10924918/person/142441103871/media/16b762ca-8c25-4605-ac91-e9d527543cde?queryId=250c720d-9370–47f2-8197–0f62cd5f4329&searchContextTreeId=&searchContextPersonId=&_phsrc=svo7505&_phstart=successSource. (Zugriff: 30.9.2025).

[23] https://www.ancestry.de/imageviewer/collections/2442/images/m‑t0627-00399–00153?treeid=&personid=&hintid=&usePUB=true&usePUBJs=true&pId=73650994 (Zugriff: 10.8.2020).

[24] Aus­kunft ihres Nef­fen Toby Halliday.

[25] https://​www​.ancestry​.de/​s​e​a​r​c​h​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​2​4​4​1​/​r​e​c​o​r​d​s​/​7​3​0​5​301. (Zugriff: 30.9.2025).

[26] HHStAW 685 160b 13. Sol­che Inha­la­to­ren wer­den in Inter­net­auk­tio­nen noch heu­te als Anti­qui­tä­ten angeboten.

[27] HHStAW 685 160 b (67).

[28] HHStAW 685 160 b (16, 46, 61).

[29] HHStAW 685 160 b (150). Zunächst war er sogar mit fast 100.000 RM taxiert wor­den, sie­he HHStAW 685 160e (8). Frank konn­te aber mit Hin­weis auf sei­ne hohen Krank­heits­kos­ten eine Neu­be­rech­nung durch­set­zen, die den  nied­ri­ge­ren Wert her­vor­brach­te, ebd. (9, 10).

[30] HHStAW 519/​3 2119 (6).

[31] HHStAW 519/​3 2119 (2 f.) und  HHStAW 685 160d.

[32] HHStAW 519/​3 2119 (6).

[33] Stadt­ar­chiv Wies­ba­den WI/​3 983.

[34] Stadt­ar­chiv Wies­ba­den WI/​3 983. und HHStAW 519/​2 2180 (o.P.). Die ande­re Hälf­te gehör­te Albert Hess und des­sen Ehe­frau. Sie­he zu Albert Hess unten. Wel­che ver­wandt­schaft­li­che Bezie­hung zwi­schen Albert Hess und Liz­zie Spier-Frank bestand, konn­te bis­her nicht geklärt werden.

[35] Bei der ers­ten Prü­fung hat­te der Fahn­der eine Lis­te von 7 jüdi­schen Mak­lern abzu­ar­bei­ten, sie­he HHStAW 519/​3 9138 (1–4).

[36] HHStAW 519/​3 9138 (4).

[37] HHStAW 519/​3 9138 (9).

[38] HHStAW 685 160 e (7).

[39] HHStAW 685 160e (13).

[40] HHStAW 519/​3 2119 (40). Der glei­che Betrag war für die Frank­furt leben­de Maria Köhn vor­ge­se­hen. In wel­chem Ver­hält­nis er zu ihr stand, konn­te nicht geklärt wer­den. Die Devi­sen­stel­le geneh­mig­te die Schen­kun­gen unter der Vor­aus­set­zung, dass das Geld auf ein gesi­cher­tes Kon­to flösse.

[41] Zu Helen Honig und dem Schick­sal ihrer Fami­lie sie­he ihren Ein­trag in http://www.wormserjuden.de/Biographien/Honig‑I.html. (Zugriff: 15.11.2017). Hier ist die gesam­te Geschich­te der Fami­lie Honig nachzulesen.

[42] 685 160 e (13, 14) Eine Anfra­ge der Bun­des­ver­mö­gens­stel­le bei der Com­merz­bank im spä­te­ren Ent­schä­di­gungs­ver­fah­ren, ob die Juden­ver­mö­gens­ab­ga­be gezahlt wor­den sei, wur­de mit dem Hin­weis beschie­den, dass alle Kon­ten­un­ter­la­gen „durch die Beschlag­nah­me unse­res Bank­ge­bäu­des im Jah­re 1945 ver­nich­tet wur­den.“ (!) HHStAW 519/​3 2556 (o.P.).

[43] HHStAW 685 160e (13, 15).

[44] HHStAW 685 160d (147).

[45] HHStAW 519/​3 2119 (18) Der Bru­der in Mainz, Carl Theo­dor Frank, war inzwi­schen völ­lig ver­armt. Sei­ne Frau Mat­hil­de, gebo­ren Eberts­heim, war bereits am 11.4.1933 ver­stor­ben. Ihn selbst, der frü­her eine stadt­be­kann­te und belieb­te Per­sön­lich­keit war, muss die Ent­rech­tung und Dis­kri­mi­nie­rung, der Aus­schluss aus den diver­sen Ver­ei­nen beson­ders hart getrof­fen haben. Zuletzt leb­te er fast erblin­det in dem Jüdi­schen Alters­heim  in der Brei­den­ba­cher Str. 25. Von dort wur­de er am 27.9.1942 im Alter von 84 Jah­ren nach The­re­si­en­stadt depor­tiert, wo er am 16.11.1942 umkam. Sie­he dazu die Todes­fall­an­zei­ge aus The­re­si­en­stadt https://​ca​.jewish​mu​se​um​.cz/​m​e​d​i​a​/​z​m​a​r​c​h​/​i​m​a​g​e​s​/​3​/​7​/​1​/​7​2​7​3​2​_​c​a​_​o​b​j​e​c​t​_​r​e​p​r​e​s​e​n​t​a​t​i​o​n​s​_​m​e​d​i​a​_​3​7​1​4​2​_​l​a​r​g​e​.​jpg. (Zugriff: 15.11.2017).

[46] HHStAW 519/​3 2119 (15, 18, 22 und 23).

[47] HHStAW 519/​3 2119 (25) Dem­nach hat­te die Haus­häl­te­rin Frl. Groß inzwi­schen auch die Haus­ver­wal­tung über­nom­men, ver­mut­lich hat­te sich der Gesund­heits­zu­stand von Albert Frank zuse­hends verschlechtert.

[48] Aman­da Quandt wohn­te nur ein Vier­tel­jahr in der Alex­and­rastr. 6. Im August 1941 zog sie in das Juden­haus Wie­land­str. 10. Sie­he zu ihrem Schick­sal das Kapi­tel zu die­sem Juden­haus unten.

[49] In einem der Brie­fe von Sebald Strauss, dem Eigen­tü­mer des Juden­hauses in der Bahn­hofstr. 46 an sei­nen im süd­ame­ri­ka­ni­schen Exil leben­den Sohn  Alfred wird der Tod von Albert Frank kurz erwähnt. Er schreibt am 10.6.1941: „Dein alter Gön­ner Albert Frank hat das zeit­li­che geseg­net. Das bra­ve und flei­ßi­ge Jet­t­chen [gemeint ist ver­mut­lich die Haus­häl­te­rin Hen­ri­et­te Gross – K.F.] ist an des­sen Todes­tag ins Kran­ken­haus gekom­men … Heu­te soll­te die Bei­set­zung sein u. wur­de abge­sagt.” Grün­de für die Absa­ge nann­te er nicht. HHStAW 1183 1.

[50] HHStAW 519/​2 2189. Ob das Geld je auf dem Sicher­heits­kon­to ein­ging, muss offen blei­ben, einen Nut­zen hät­ten sie ohne­hin nicht gehabt, auch abge­se­hen von der Tat­sa­che, dass sie kei­nen frei­en Zugriff auf das Geld gehabt hät­ten. Maria Köhn wur­de am 18.8.1942 nach The­re­si­en­stadt depor­tiert und starb am 15.5.1944 in Ausch­witz. Auch Hele­ne Honig wur­de etwa einen Monat spä­ter, am 27.11.1942, von Darm­stadt aus nach The­re­si­en­stadt ver­schleppt, wo sie am 22.8.1943 ermor­det wurde.

[51] Sie­he dazu auch bezüg­lich der fol­gen­den Zita­te HHStAW 519/​2 2189 passim

[52] HHStAW 519/​2 2189 (o.P.). [52] Gera­de bei Bür­gern des „Feind­staats“ USA war man in der deut­schen Regie­rung sehr vor­sich­tig, wie man  aus einem  Rund­schrei­ben des Finanz­mi­nis­ters vom 19.5.1942 erken­nen kann: „Die Ver­ord­nung über die Behand­lung feind­li­chen Ver­mö­gens vom 15.1.1940 RGBl I S. 191 bezweckt die Sicher­stel­lung und Erhal­tung des Ver­mö­gens und steht daher grund­sätz­lich der Anwen­dung von Zwangs­maß­nah­men gegen die Eigen­tü­mer ent­ge­gen. Gera­de gegen­über der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist die genaue Ein­hal­tung der in der Feind­Verm­VO gege­be­nen Beschrän­kun­gen gebo­ten, um Rück­wir­kun­gen auf das deut­sche Ver­mö­gen sowohl in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, als auch nament­lich in den wei­te­ren Staa­ten des ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nents zu ver­mei­den.“ HHStAW 519/​2 1373 (o.P.).

[53] HHStAW 519/​2 2180 (o.P.).

[54] HHStAW 519/​2 2180 (o.P.).

[55] Ebd.

[56] Ebd.

[57] Ebd.

[58] https://​search​.ancestry​.de/​c​g​i​-​b​i​n​/​s​s​e​.​d​l​l​?​d​b​i​d​=​5​1​8​0​&​h​=​6​9​6​7​4​0​4​&​i​n​d​i​v​=​t​r​y​&​o​_​v​c​=​R​e​c​o​r​d​:​O​t​h​e​r​R​e​c​o​r​d​&​r​h​S​o​u​r​c​e​=​1​193. (Zugriff: 10.8.2020).

[59] https://​www​.ancestry​.de/​s​e​a​r​c​h​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​5​1​8​6​/​r​e​c​o​r​d​s​/​1​2​5​2​075. (Zugriff: 30.9.2025).

[60] https://​www​.ancestry​.de/​s​e​a​r​c​h​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​5​1​8​0​/​r​e​c​o​r​d​s​/​6​9​6​7​465. (Zugriff: 30.9.2025).