Flora Wieseneck


Juden Judenhaus Wiesbaden Adelheidstr. 94
Die Adel­heidstr. 94 heu­te
Eige­ne Aufnahme
Adelheidstr 94, Judenhaus, Wiesbaden
Lage des Hauses
Adelheidstr. 94, Judenhaus Wiesbaden
Bele­gung des Juden­hau­ses

 

 

 

 

 


Wie Rosa Mei­er war auch Flo­ra Wie­sen­eck von Beruf Dienst­mäd­chen. Bis zu ihrer Ermor­dung im Ver­nich­tungs­la­ger Sobi­bor hat­te sie bereits eine lan­ge Lei­dens­ge­schich­te hin­ter sich gebracht. Eine Kran­ken­ak­te der Psych­ia­trie Eich­berg – mehr ist über ihr Leben nicht erhal­ten geblie­ben – gibt wenigs­tens einen klei­nen Ein­blick in ihr Schicksal.

Simon Wieseneck, Thekla Fürth Wieseneck, Recha Wieseneck Jeidel, Josef Jeidel, Flora Wieseneck Irma Wieseneck, Judenhaus Wiesbaden, Adelheidstr. 94
Stamm­baum der Fami­lie Wie­sen­eck
GDB

Gebo­ren wur­de sie am 26. Juni 1894 in Frank­furt als Toch­ter von Simon Wie­sen­eck und sei­ner Frau Thek­la, gebo­re­ne Fürth.[1] Das Paar, das am 9. März 1888 getraut wor­den war, hat­te ins­ge­samt vier Kin­der, von denen Flo­ra die jüngs­te war.[2] Die ältes­te Toch­ter war die am 10. Febru­ar 1889 — wie auch alle ande­ren Kin­der — in Frank­furt gebo­re­ne Recha. Die gelern­te Kran­ken­pfle­ge­rin soll­te für Flo­ra zumin­dest nach dem Tod der Eltern die wesent­li­che Bezugs­per­son aus der Fami­lie blei­ben, die auch den Kon­takt zu den ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen auf­recht­erhielt, in die Flo­ra im Lau­fe ihrer Erkran­kung ein­ge­lie­fert wurde.

Simon Wieseneck,Thekla Fürt, Recha Wieseneck Jeidel, Ernst Wieseneck, Flora Wieseneck, Irma Wieseneck, Judenhaus Adelheidstr. 94, Wiesbaden
Fami­li­en­kar­te Simon Wie­sen­eck
Insti­tut für Stadt­ge­schich­te Frank­furt ISG_A.12.02_W17426

Ihrem Bru­der Moritz, der am 29. August 1890 schon weni­ge Wochen nach der Geburt ver­starb, folg­te am 3. Dezem­ber 1892 ein wei­te­rer Bru­der mit dem Namen Ernst.[3] Nach­dem Simons Frau Thek­la am 22. Febru­ar 1896 im Alter von 44 Jah­ren ver­starb, hei­ra­te­te er noch im sel­ben Jahr am 21. Juli Ber­tha Col­lin, gebo­ren am 2. Juni 1867 in Offen­bach. Auch aus die­ser Ehe ging noch ein Kind her­vor: Irma wur­de am 1. Okto­ber 1897 gebo­ren.[4] Nach­dem auch sei­ne zwei­te Frau am 2. Febru­ar 1896 ver­starb, ging

Simon Wie­sen­eck noch eine drit­te Ehe mit einer Liset­te ein, die aber kin­der­los blieb. Er selbst starb am 22. Mai 1920 im Alter von 68 Jah­ren in Frank­furt. Die ältes­te Toch­ter Recha hat­te nur weni­ge Tage davor, am 17. Mai 1920, in Frank­furt den Deko­ra­teur Joseph Jei­del gehei­ra­tet.[5]. Für Joseph Jei­del war es die zwei­te Ehe. Er hat­te am 3. Juli 1903 in Wands­bek bei Ham­burg bereits die von dort stam­men­de Sel­ma Selig­mann geehe­licht und aus die­ser Ehe den Sohn Walt­her, gebo­ren am 24. Mai  1905, mit in die zwei­te Ehe gebracht.[6] Auch Rechas Bru­der Ernst Wie­sen­eck war im glei­chen Jahr, am 11. März 1920, eine Ehe ein­ge­gan­gen. Sei­ne Frau Mar­ga­re­te Eli­sa­beth Desser, gebo­ren am 7. Dezem­ber 1898, stamm­te aus einer Offen­ba­cher Kauf­manns­fa­mi­lie.[7]

Laut ihrer Kran­ken­ak­te war Flo­ra Wie­sen­eck erst­mals 1922 in der Kli­nik Eich­berg auf­ge­nom­men wor­den. Sie war eine von acht „Eil­fäl­len“, deren Über­füh­rung die Frank­fur­ter „Anstalts-Depu­ta­ti­on“ im August bean­tragt und für die sie auch die Pfle­ge­kos­ten vor­läu­fig über­nom­men hat­te. Mehr­fach wur­de sie in der Fol­ge­zeit wie­der ent­las­sen und neu auf­ge­nom­men. Ein Amts­pfle­ger aus Hat­ten­heim hat­te sich schon nach der ers­ten Ein­lie­fe­rung an Recha Jei­del mit der Bit­te gewandt, „eine geeig­ne­te Stel­lung und Auf­sicht für ihre Schwes­ter zu beschaf­fen.“[8] Aber – so schrieb er spä­ter erneut an die Kli­nik – weder die­se, noch der Bru­der sei­en in der Lage bzw. bereit, die Kran­ke, die nach Mei­nung des Bru­ders „bös­ar­tig und uner­träg­lich“ sei, bei sich auf­zu­neh­men.[9] Auch wei­te­re Ver­su­che, sie außer­halb unter­zu­brin­gen, schei­ter­ten letzt­lich immer wie­der. Aller­dings hat­te die Schwes­ter sie zwi­schen­zeit­lich für einen „Urlaub“ min­des­tens ein­mal zu sich kom­men lassen.

1925 war Flo­ra dann doch aus der Kli­nik ent­las­sen wor­den und hat­te eine Arbeit bei einem Igstad­ter Bau­ern auf­ge­nom­men, über deren Dau­er aber nichts bekannt ist.[10] Seit dem 26. Okto­ber 1926 war sie in Wies­ba­den in der Bären­str. 5 poli­zei­lich gemel­det,[11] wur­de aber schon weni­ge Tage dar­auf von den Städ­ti­schen Kli­ni­ken Wies­ba­den erneut in die Psych­ia­trie auf dem Eich­berg bei Kied­rich über­stellt. Ende 1926 kam sie dann in einer Hat­ters­hei­mer Pfle­ge­fa­mi­lie unter.

Sowohl auf dem Eich­berg selbst als auch bei Auf­ent­hal­ten außer­halb, so z. Bsp. für kur­ze Zeit im „Hotel Rose“ in Rüdes­heim, arbei­te­te sie meist als Küchen­hil­fe, muss­te aber nach Aus­sa­gen der Pfle­ge­rin­nen immer genau instru­iert und zur Arbeit ange­hal­ten wer­den. In einem Brief der Kli­nik vom 10. Febru­ar 1925 an den Magis­trat Frank­furt war die Dia­gno­se „ange­bo­re­ner Schwach­sinn“ gestellt wor­den,[12] eine Dia­gno­se, die ange­sichts der Eutha­na­sie-Aktio­nen der kom­men­den Jah­re eigent­lich einem Todes­ur­teil gleichkam.

Simon Wieseneck, Thekla Fürth Wieseneck, Recha Wieseneck Jeidel, Josef Jeidel, Flora Wieseneck Irma Wieseneck, Judenhaus Wiesbaden, Adelheidstr. 94
Aus­wan­de­rung von Ernst Wie­sen­eck mit sei­ner Frau Mar­ga­re­te
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Dass es ihr den­noch gelang, zumin­dest nahe­zu zehn Jah­re der Nazi­zeit zu über­le­ben, grenzt an ein Wun­der, zumal ihre Geschwis­ter auf­grund der zuneh­men­den Ver­fol­gung Mit­te der Drei­ßi­ger­jah­re Deutsch­land und damit auch sie ver­las­sen hat­ten. Aber auch von den Geflo­he­nen konn­ten am Ende nur weni­ge ihr Leben ret­ten. Wäh­rend es Ernst Wie­sen­eck und sei­ner Frau Mar­ga­re­te gelang, den Nazis über Eng­land tat­säch­lich zu ent­kom­men und 1939 in die USA aus­zu­rei­sen,[13] geriet Recha Jei­del mit ihrer Fami­lie in Hol­land in die Fän­ge ihrer Ver­fol­ger. Laut Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs Koblenz waren sie zu einem nicht bekann­ten Datum dort­hin geflo­hen und hat­ten zumin­dest zuletzt in Ams­ter­dam gelebt. Am 30. April 1943 wur­den sie ver­haf­tet und im Lager Wes­ter­bork inter­niert. Am 20. Juli brach­te ein Trans­port sie in die Todes­fa­brik Sobi­bor, wo sie mit Sicher­heit unmit­tel­bar nach ihrer Ankunft ermor­det wur­den.[14]

Walther Jeidel, Alice Paula Jeidel Rothschild,Simon Wieseneck, Thekla Fürth Wieseneck, Recha Wieseneck Jeidel, Josef Jeidel, Flora Wieseneck Irma Wieseneck, Judenhaus Wiesbaden, Adelheidstr. 94
Hei­rats­ein­trag von Walt­her und Ali­ce Pau­la Jei­del in De Bilt Hol­land
https://hetutrechtsarchief.nl/onderzoek/resultaten/archieven?mivast=39&miadt=39&miaet=54&micode=463–595-02&minr=29440216&miview=ldt.

 

 

 

Zu die­sem Zeit­punkt war ihr Sohn bzw. Stief­sohn Walt­her bereits ver­haf­tet und depor­tiert wor­den. Auch er war vom Sam­mel­la­ger Wes­ter­bork am 28. August 1942 nach Ausch­witz gebracht wor­den. Beglei­tet wur­de er von sei­ner eben­falls aus Frank­furt stam­men­den Frau Ali­ce Pau­la Selig­mann, die er vier Wochen zuvor noch im nie­der­län­di­schen De Bilt gehei­ra­tet hat­te.[15] Sein Todes­da­tum, wie auch das sei­ner Frau, ist im Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs mit dem 30. April 1943, dem Ankunfts­tag in Ausch­witz, angegeben.

Ruth, die gemein­sa­me Toch­ter von Recha und Josef Jei­del, die mit dem aus Lie­gnitz stam­men­den Alfred Braun ver­hei­ra­tet war und vor ihrer Flucht nach Hol­land in Bad Kreuz­nach leb­te, wur­de nach der deut­schen Beset­zung des Lan­des eben­falls ver­haf­tet und am 3. Juli 1943 vom Lager Vught-Her­to­gen­busch /​ Her­zo­gen­busch nach Wes­ter­bork gebracht. Am 31. August 1943 ver­ließ ihr Zug das Lager mit dem Ziel Ausch­witz, wo sie selbst ver­mut­lich unmit­tel­bar von der Ram­pe aus in die Gas­kam­mer getrie­ben wur­de. Ihr Mann, der mit ihr depor­tiert wor­den war, über­leb­te dage­gen Ausch­witz bis zum 31. März 1944.[16]

Simon Wieseneck, Thekla Fürth Wieseneck, Recha Wieseneck Jeidel, Josef Jeidel, Flora Wieseneck Irma Wieseneck, Judenhaus Wiesbaden, Adelheidstr. 94
Aus­rei­se von Irma Wie­sen­eck
https://www.ancestry.de/interactive/2997/41039_b001537-00421?pid=146531059&backurl=https://search.ancestry.de/cgi-bin/sse.dll?indiv%3D1%26dbid%3D2997%26h%3D146531059%26tid%3D%26pid%3D%26usePUB%3Dtrue%26_phsrc%3DryV403%26_phstart%3DsuccessSource&treeid=&personid=&hintid=&usePUB=true&_phsrc=ryV403&_phstart=successSource&usePUBJs=true

Die Halb­schwes­ter Irma Wie­sen­eck hin­ge­gen war bereits 1938 von Rot­ter­dam aus in die USA aus­ge­reist. Sie erreich­te am 24. Sep­tem­ber den siche­ren Hafen von New York.[17]

Eine sol­che Mög­lich­keit zur Ret­tung hat­te sich für Flo­ra Wie­se­nek nicht erge­ben. Die Zurück­ge­blie­be­ne wohn­te laut Ein­tra­gun­gen in den Wies­ba­de­ner Adress­bü­chern min­des­tens ab 1934/​35 bis 1938 in der Rhein­str. 80 im drit­ten Stock. Anfangs ver­füg­te sie sogar über einen Tele­fon­an­schluss. Ob sie hier in Diens­ten stand oder nur ihre Woh­nung hat­te, ist nicht bekannt. Laut der Kran­ken­be­rich­te in ihrer Akte war sie aber eigent­lich nicht fähig, allei­ne zu leben, sie bedurf­te viel­mehr stän­di­ger Betreu­ung.[18]

Die Kran­ken- und Pfle­ge­kos­ten waren im All­ge­mei­nen von öffent­li­chen Kas­sen, Frank­furt oder Wies­ba­den, über­nom­men wor­den.[19] Zumin­dest in den Zwan­zi­ger­jah­ren hat­te sie durch ihre Arbeit als Küchen­hil­fe klei­ne Beträ­ge für ihren Lebens­un­ter­halt auch selbst ver­die­nen kön­nen. Den­noch wird sie auch wei­ter­hin auf Gel­der der öffent­li­chen Für­sor­ge ange­wie­sen gewe­sen sein.

Nach den Ein­tra­gun­gen in der Gesta­po-Kar­tei­kar­te kam sie am 1. Novem­ber 1940 in die Adel­heidstr. 94. Der Zeit­punkt legt einen erzwun­ge­nen Woh­nungs­wech­sel nahe, aller­dings könn­te es auch sein, dass sie zusam­men mit Flo­ri­ne Strauss, die am sel­ben Tag ein­zog, gekom­men war. Viel­leicht hat­te die sie auch bereits zuvor in ihre Obhut genom­men, aber das müs­sen ange­sichts der dürf­ti­gen Akten­la­ge rei­ne Mut­ma­ßun­gen blei­ben.[20]

Über Flo­ras Leben im Juden­haus ist nichts bekannt. Mit min­des­tens elf ande­ren Bewoh­nern der Adel­heidstr. 94 trat sie am 10. Juni 1942, somit ein Jahr vor ihrer Schwes­ter Recha, den Weg in das Ver­nich­tungs­la­ger Sobi­bor an. Wie die ande­ren – von den etwa 180 bis 250 arbeits­fä­hi­gen Män­nern abge­se­hen – wur­de sie ver­mut­lich unmit­tel­bar nach der Ankunft in Lub­lin wei­ter in die Gas­kam­mern von Sobi­bor über­führt und ermor­det.[21]

 

 

Ver­öf­fent­licht: 13. 11. 2017

Letz­te Ände­rung: 12. 01. 2021

 

 

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Anmer­kun­gen:

 

[1] Geburts­re­gis­ter der Stadt Frank­furt 1738 /​ 1894.

[2] Sie­he auch zu den fol­gen­den Daten die Fami­li­en­kar­te von Simon Wie­sen­eck, Insti­tut für Stadt­ge­schich­te Frank­furt ISG_A.12.02_W17426.

[3] Geburts­re­gis­ter der Stadt Frank­furt 4815 /​ 1892.

[4] Geburts­re­gis­ter der Stadt Frank­furt 4857 /​ 1897.

[5] Hei­rats­re­gis­ter der Stadt Frank­furt 749 /​ 1920. Josef Jei­del war am 14.2.1874 in Pfung­stadt gebo­ren wor­den. Sei­ne Eltern waren Fer­di­nand und Karo­li­na Jei­del gebo­re­ne Strauss. Aus der Ehe ist zumin­dest eine Toch­ter Ruth, gebo­ren am 13.9.1921 in Frank­furt, hervorgegangen.

[6] Hei­rats­re­gis­ter Wands­bek 112 /​ 1903. Sel­ma war am 1.9.1877 als Toch­ter von Jacob und Johan­na Selig­mann gebo­ren wor­den, Geburts­re­gis­ter Wands­bek 482 /​ 1877. Ob die Ehe geschie­den wur­de oder durch den Tod der Ehe­frau auf­ge­löst wur­de, ist nicht bekannt. Aus der Ehe war zuvor bereits am 22.2.1904 in Frank­furt ein Mäd­chen namens Ber­ta gebo­ren wor­den, das aber einen Tag spä­ter ver­starb. Die Geburts­an­ga­be von Walt­her beruht auf dem Ein­trag im Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs Koblenz.

[7] Hei­rats­re­gis­ter der Stadt Frank­furt 291 /​ 1920. Die Eltern waren Leib und Rosa­lie Desser, gebo­re­ne Collin.

[8] HHStAW 430/​1 7912 (17).

[9] Ebd. (18).

[10] Wie sich aus Kos­ten­ab­rech­nun­gen erschlie­ßen lässt, muss sie aber etwa ein hal­bes Jahr von Juli bis Ende Novem­ber 1925 dort in Diens­ten gewe­sen sein, sie­he ebd. (o.P.) Brie­fe vom 19.7.1925 und vom 24.11.1925.

[11] Ebd. (o.P.) Poli­zei­li­che Anmel­dung in Wies­ba­den vom 18.10.1926.

[12] Ebd. (o.P.) In die­sem Schrei­ben wird zudem fest­ge­stellt, dass eine Kran­ken­haus­pfle­ge „wegen ihrer „Unfä­hig­keit zu selb­stän­di­ger Lebens­füh­rung auf nicht abseh­ba­re Zeit“ wei­ter­hin nötig sei.

[13] https://www.ancestry.de/interactive/2997/41039_b001537-00421?pid=146531059&backurl=https://search.ancestry.de/cgi-bin/sse.dll?indiv%3D1%26dbid%3D2997%26h%3D146531059%26tid%3D%26pid%3D%26usePUB%3Dtrue%26_phsrc%3DryV403%26_phstart%3DsuccessSource&treeid=&personid=&hintid=&usePUB=true&_phsrc=ryV403&_phstart=successSource&usePUBJs=true. (Zugriff: 3.1.2021).

[14] https://​www​.bun​des​ar​chiv​.de/​g​e​d​e​n​k​b​u​c​h​/​d​e​8​8​8​417. (Zugriff: 3.1.2021).

[15] https://hetutrechtsarchief.nl/onderzoek/resultaten/archieven?mivast=39&miadt=39&miaet=54&micode=463–595-02&minr=29440216&miview=ldt. (Zugriff: 3.1.2021).

[16] Sie­he zu den Anga­ben das Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs Koblenz. https://​www​.bun​des​ar​chiv​.de/​g​e​d​e​n​k​b​u​c​h​/​d​e​8​4​7​645 und https://​www​.bun​des​ar​chiv​.de/​g​e​d​e​n​k​b​u​c​h​/​d​e​1​5​7​3​085.  (Zugriff: 3.1.2021). Auf der Inhaf­tie­rungs­kar­te von Recha Jei­del, https://​coll​ec​tions​.arol​sen​-archi​ves​.org/​G​/​S​I​M​S​/​0​1​0​2​0​4​0​2​/​0​0​6​8​/​1​1​3​1​3​4​0​2​6​/​0​0​1​.​jpg https://​yvng​.yad​vas​hem​.org/​n​a​m​e​D​e​t​a​i​l​s​.​h​t​m​l​?​l​a​n​g​u​a​g​e​=​e​n​&​i​t​e​m​I​d​=​4​2​5​3​3​5​1​&​i​n​d=1. (Zugriff: 25.4.2020).

[17] https://​www​.ancestry​.de/​i​m​a​g​e​v​i​e​w​e​r​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​2​2​8​0​/​i​m​a​g​e​s​/​4​7​2​9​4​_​3​0​2​0​2​2​0​0​5​5​5​7​_​0​5​8​5​-​0​0​2​4​5​?​t​r​e​e​i​d​=​&​p​e​r​s​o​n​i​d​=​&​h​i​n​t​i​d​=​&​q​u​e​r​y​I​d​=​d​7​9​d​f​5​b​6​8​8​e​b​e​1​8​a​b​0​b​5​6​6​8​d​2​d​2​0​8​9​0​c​&​u​s​e​P​U​B​=​t​r​u​e​&​_​p​h​s​r​c​=​E​k​t​9​3​1​&​_​p​h​s​t​a​r​t​=​s​u​c​c​e​s​s​S​o​u​r​c​e​&​u​s​e​P​U​B​J​s​=​t​r​u​e​&​p​I​d​=​6​6​9​9​399. (Zugriff: 3.1.2021).

[18] Im Jüdi­schen Adress­buch von 1935 war sie die allei­ni­ge Bewoh­ne­rin jüdi­schen Glau­bens in dem Haus.

[19] In Frank­furt gab es neben der bereits erwähn­ten Recha Jei­del, geb. 10.2.1889, Mäd­chen­na­me Wie­sen­eck, eine wei­te­re Recha Wie­sen­eck, aller­dings mit dem Geburts­da­tum 4.11.1888, die von Beruf Kran­ken­schwes­ter war und im dor­ti­gen Jüdi­schen Kran­ken­haus arbei­te­te. In der Chro­nik über die Pfle­ge­ge­schich­te ist sie erwähnt mit einem Ver­weis auf Wies­ba­den. Es heißt dort „19.11.1938 – 27.06.1942 Rück­kehr aus Wies­ba­den in der Gagern­str. 36 (jüdi­sches Kran­ken­haus)“sie­he , http://​www​.jue​di​sche​-pfle​ge​ge​schich​te​.de/​r​e​c​h​e​r​c​h​e​/​?​d​a​t​a​I​d​=​3​3​9​8​6​9​3​1​9​6​6​4​7​1​9​&​a​t​t​r​I​d​=​3​3​9​8​7​0​2​7​8​2​9​7​6​5​6​&​o​p​e​n​e​r​=​1​3​1​7​2​4​5​1​1​9​2​9​1​9​9​&​i​d​=​1​3​1​7​2​4​5​5​5​8​7​9​4​3​5​&​s​i​d​=​5​a​5​0​b​4​8​8​5​2​3​3​e​d​9​3​5​5​a​8​f​5​2​1​9​0​b​6​2​9​2​7​#​A​3​3​9​8​7​0​2​7​8​2​9​7​656. Es könn­te sein, dass die­se ver­mut­li­che Ver­wand­te bis 1938 die Pfle­ge von Flo­ra über­nom­men hat­te. Um die Schwes­ter selbst wird es sich nicht gehan­delt haben, nicht nur wegen des unter­schied­li­chen Geburts­da­tums, son­dern auch wegen des ande­ren Schick­sals. Die zuletzt erwähn­te Recha wur­de am 27.6.1942 unmit­tel­bar von Frank­furt aus depor­tiert. Nach Aus­kunft des Pro­jekts „Jüdi­sche Pfle­ge­ge­schich­te“ in Frank­furt ver­mu­tet man, dass Recha in einem Ein­zel­trans­port auf Anwei­sung der „Sta­po“ mög­li­cher­wei­se in das Frau­en-KZ Ravens­brück über­stellt wur­de. Ein Ein­trag für sie ist im Gedenk­buch des Bun­des­ar­chivs nicht vorhanden.

[20] Mög­li­cher­wei­se gibt es eine fer­ne ver­wandt­schaft­li­che Bezie­hung, denn die Schwie­ger­mut­ter von Recha Jei­del, Karo­li­na Jei­del, war eine gebo­re­ne Strauss. Ange­sichts der Häu­fig­keit die­ses Namens ist das aber ein sehr vages Indiz.

[21] Gott­waldt /​ Schul­le, Juden­de­por­ta­tio­nen, S. 214, dazu https://​www​.bun​des​ar​chiv​.de/​g​e​d​e​n​k​b​u​c​h​/​d​e​9​9​2​262. (Zugriff: 3.1.2021).