
Eigene Aufnahme

Johanna Metzler und ihr Sohn Willy, die vermutlich schon seit 1938 in der Rheinstr. 81 wohnten, gehörten zu den zehn Bewohnern des Judenhauses, die schon bei der großen Deportation im Juni 1942 in den Tod geschickt wurden. Die beiden waren von der ursprünglich siebenköpfigen Familie, die ursprünglich nicht in Wiesbaden verwurzelt war, übrig geblieben, als die Züge nach Osten rollten.

GDB
Johanna Metzler war in Dreieichenhain im südlichen Umland von Frankfurt geboren worden. Ihr Vater, David Neu, dort ebenfalls kein Einheimischer, stammte aus Oberklingen, einem Ortsteil des heutigen Otzberg bei Dieburg, wo seine Eltern Heyum und Hendel Neu, geborene Siegel, lebten. Der am 26. Oktober 1857 Geborene war nach Dreieichenhain gezogen, weil er dort seine Ehefrau Karoline Manasse gefunden hatte, die er am 23. August 1881 in deren Heimatort heiratete.[1] Die Familie seiner Schwiegereltern Seligmann und Babette Manasse, geborene Stern, gehörte mit ihren insgesamt elf Kindern zu den alteingesessenen Bürgern des Ortes. In ihrem sehr schönen Fachwerkhaus in der Fahrgasse 46 lebte später auch Karoline mit ihrem Mann.[2]
Ein Jahr nach der Eheschließung kam am 25. Juli 1882 Johanna zur Welt.[3] Im Herbst des folgenden Jahres wurde am 21. Oktober ihre Schwester Bertha geboren, aber sie verstarb schon bald nach ihrem ersten Geburtstag am 29. Dezember 1884. Das war nicht das einzige Unglück, das die Familie in dieser Zeit erleiden musste. Schon im folgenden Jahr, am 22. Juni 1885, verstarb auch die Mutter der noch kleinen Johanna.[4] David Neu ging daraufhin am 8. Juli 1886 noch eine zweite Ehe mit einer Julchen / Juliane Hess ein, die aus Nieder-Mockstadt bei Friedberg stammte, inzwischen aber in Frankfurt wohnte.[5] Mit ihr hatte er dann noch drei weitere Kinder. Max, geboren am 1. Oktober 1889, Klara, geboren am 29. Januar 1891, und Ida, geboren am 3. April 1892.[6] Alle drei blieben unverheiratet, lebten in Dreieichenhain, und alle drei wurden in der NS-Zeit deportiert und umgebracht. Von Max und Klara ist zumindest bekannt, dass sie am 15. Juni 1942 „evakuiert“ wurden, Wo und wann sie ermordet wurden, ist von keinem der Geschwister bekannt.[7]
Johanna Neu soll ihren zukünftigen Ehemann Siegmund Metzler in Frankfurt kennengelernt haben, wohin sie 1907 als ledige Köchin auf Arbeitssuche gegangen war.[8] Er kam zumindest nicht aus dem unmittelbaren Umfeld, sondern aus dem damaligen Langenschwalbach, dem heutigen Bad Schwalbach. Dort war er am 31. März 1880 als eines von insgesamt vierzehn Kindern des Ehepaars Jakob und Karolina Metzler, geborene Rosenthal, geboren worden.[9] Wie aus späteren Unterlagen, hauptsächlich den Krankenakten verschiedener Kinder, hervorgeht, lebte die Familie auch angesichts der großen Kinderschar in sehr prekären Verhältnissen. Auch wird der Vater in seinem Beruf als Althändler, Lumpen- und Knochensammler gewiss kein allzu großes Einkommen erwirtschaftet haben. Ihr Geschäft und ihr Haus lagen am Schmidberg 4. Vermutlich mussten die Kinder, im Besonderen die Söhne, ihrem Vater bei der Arbeit, die den häufigen Besuch der umliegenden Ortschaften erforderte, zur Seite stehen, zumal dieser aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 einen Lungenschaden mitgebracht hatte, der ihm seine Arbeitskraft auf Dauer raubte und an dem er am 27. November 1903 in seiner Heimatgemeinde verstarb.[10] Wahrscheinlich übernahm danach Max, der älteste, am 1. Juni 1878 geborene Sohn,[11] die Führung des Geschäfts, wenngleich der Betrieb selbst bis zu ihrem Tod am 15. Juli 1936 noch mehr als drei Jahrzehnte auf den Namen der Mutter lief.[12] Aber auch auf Siegmund, dem Zweitältesten, kamen damals vermutlich wichtige Aufgaben zu.
Nach seiner Eheschließung mit Johanna am 3. Januar 1908, an der deren Vater David Neu noch die Aufgabe als Trauzeuge wahrnehmen konnte,[13] blieb das junge Paar zunächst noch in Langenschwalbach wohnen, sicher auch , um die Mutter zu unterstützen. Dort kam am 29. Oktober 1908 ihr erstes Kind, die Tochter Mathilde, zur Welt. Erst der drei Jahre später, am 16. Mai 1911 geborene Sohn Paul Jakob, wurde, wie auch die folgenden Kinder, ins Geburtsregister der Stadt Wiesbaden bzw. in das des damals noch eigenständigen Vororts Dotzheim aufgenommen. Am 21. Mai 1912 erblickte Else Caroline und am 14. November 1913 Betti das Licht der Welt. Zuletzt wurde mit Willy am 12. November 1914 noch einmal ein Sohn geboren.[14]
Auch nach dem frühen Tod des älteren Bruders Max am 16. März 1920 in Langenschwalbach,[15] kehrten sie nicht dorthin zurück, sondern blieben in Dotzheim. Die Familie wohnte zunächst in der dortigen Wilhelmstr. 20, wo auch sie in der Tradition des Vaters eine Altwarenhandlung eingerichtet hatten. Danach zog sie noch mehrfach innerhalb von Dotzheim um, erst in die Ludwigstr. 5, dann Ende des Jahrzehnts in die Adolfstr. 11. Aber schon bald danach, im Adressbuch des Jahres 1922, war sie in dem Vorort mit der Adresse Kirchgasse 17 gemeldet, wo sie dann auch die folgenden Jahre bis zum Beginn der nationalsozialistischen Zeit blieb.
Allerdings hatte sich inzwischen die Familie auf tragische Weise verkleinert. Am 2. Januar 1914 war Betti, die jüngste Tochter, verstorben.[16] Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof an der Platter Straße in Wiesbaden beigesetzt. Wenige Monate später wurde der Vater nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im September 1914 an die Westfront eingezogen. Es waren nur wenige Wochen, die er dieses Gemetzel überstand. Schon am 29. September 1914 wurde der Wehrmann der 8. Kompanie eines Landwehr-Infanterie-Regiments auf der Höhe Schlangenburg / Pierre Piquée in der Nähe der französischen Stadt Celles so schwer verwundet, dass er noch am selben Tag beim Transport in das Lazarett verstarb.[17]
Es dauerte 111 Jahre, bis man ihm 1925 im Rahmen einer vom Volksbund organisierten Gedenkveranstaltung im Beisein vieler Enkel/innen und Urenkel/innen auf dem französischen Soldatenfriedhof Bertrimoutier in den Vogesen zu einem würdigen Grab verhalf. Hatte man in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg den Opfermut der jüdischen Soldaten schon weitgehend verleugnet, die Juden im Rahmen der ‚Dolchstoßlegende‘ sogar für die Niederlage verantwortlich gemacht, so wurde ihre Rolle auch dadurch verschleiert und geleugnet, dass man die Gräber der Gefallenen mit dem christlichen Kreuz versah. Im Rahmen der ‚Operation Levi’ soll dieses endlich korrigiert und ihre Gräber sollen sukzessive mit einer Stele, die mit dem Davidstern gekennzeichnet ist, versehen werden. Bei der Zeremonie, die im Mai 2025 unter Anteilnahme vieler Gäste stattfand, sprach ein Militärrabbiner das Kaddisch für den Verstorbenen.[18]
Mit dem frühen Tod ihres Mannes war die 32-jährige Witwe nun allein verantwortlich für die ihr gebliebenen vier Kinder. Samuel Willy, der zwei Monate nach dem Tod von Siegmund Metzler zur Welt kam, hatte seinen Vater nicht mehr kennenlernen dürfen. Aber auch die zuvor geborenen Kinder konnten sich später an ihn nicht erinnern.
Man muss davon ausgehen, dass die Familie in den Zwanzigerjahren ein sehr kärgliches Leben geführt haben muss, auch wenn die Mutter das Geschäft weiter betrieb, aber noch kaum auf die Hilfe der kleinen Kinder bauen konnte. Immerhin gelang es ihr, 1922 ein kleines Haus in der Dotzheimer Kirchgasse 17, der heutigen Glockengasse, zu erwerben.
Nur zwei der Kinder, die beiden Töchter Mathilde, genannt Tilly, und Else Caroline, überlebten auch die Zeit des Nationalsozialismus und konnten später Zeugnis ablegen. Die beiden Söhne Paul Jacob und Sigmund Willy fielen, wie auch ihre Mutter, dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer.
Über die Kindheit und Jugend von Mathilde liegen keine Informationen vor. Um 1930 heiratete sie in ihrer Heimatstadt den aus Messel bei Darmstadt stammenden Metzger Gottfried Marx. Er war der am 19. Juli 1907 geborene Sohn von Lazarus Marx und seiner Frau Fanny, geborene Merkel.[19] Während seine Mutter am 29. Juni 1934 in Messel verstarb und auf dem Dieburger Jüdischen Friedhof begraben wurde, [20] gehörte sein Vater zu den Opfern des Holocaust. Er wurde am 19. August 1942 von Frankfurt aus nach Theresienstadt deportiert und am 7. Juni 1943 dort ermordet. In seiner Heimatstadt Messel hat man für die gesamte Familie, auch für den überlebenden Sohn und seine Frau Mathilde, am 3. März 2017 in der Germannstr. 2 Stolpersteine verlegt.[21]
Das junge Paar hatte sich aber zunächst in Heidelberg niedergelassen, wo die beiden in der Hauptstr. 103 eine Metzgerei betrieben, die damals ein Jahreseinkommen von 6.000 bis 8.000 RM abgeworfen hatte.[22] In Heidelberg wurde im selben Jahr dann auch am 27. November 1931 ihr Sohn Eric Siegmund geboren, wobei der zweite Vorname an den Großvater mütterlicherseits erinnern sollte. Ihre Metzgerei in einer „exponierten Lage in der Altstadt“ wäre sicher eine Goldgrube gewesen, hätten die Nazis diese nicht sofort nach der Machtübernahme auf die Liste der zu boykottierenden Geschäfte gesetzt.[23] Allein das 1933 erlassene Schächtungsverbot entzog ihr mit den traditionellen Juden einen wichtigen Kundenkreis. Noch im selben Jahr gab Gottfried Marx auf, verließ mit seiner Familie die Stadt am Neckar und zog mit ihr zunächst zu seinen Eltern nach Messel. Dort wurde um 1936 die Tochter Edith geboren. Nachdem die Eltern ihr Haus in Messel verkauft hatten, zogen diese Ende März 1938 nach Frankfurt, wo sie eine Unterkunft an der Obermainanlage 2 gefunden hatten. Seit der Geschäftsaufgabe lebten sie von den noch vorhandenen Ersparnissen und der finanziellen Unterstützung seitens der Eltern von Gottfried. Deren Umzug nach Frankfurt war vermutlich auch der Anlass für die Familie ihres Sohnes, Deutschland ganz zu verlassen, zumal es dort für sie keine berufliche Perspektive mehr gab. Ihre Visa für die Einreise in die USA waren am 7. Oktober 1938 ausgestellt worden. Allerdings bekamen sie wohl keine direkte Passage von Deutschland aus, sondern ihr Schiff, die ‚Hansa‘, das sie in Sicherheit brachte, lief am 11. November 1938 von Southamton aus und erreichte eine Woche später den Hafen von New York.[24] Die Kosten der Emigration musste zumindest zum Teil vom Vater übernommen werden, da Gottfried seine Ersparnisse weitgehend aufgebraucht hatte.[25] Auch hatten sie einen Teil ihrer Möbel, die sie nicht hatten mitnehmen können, zurückgelassen und für wenig Geld verkaufen müssen.[26]
Aber auch der Anfang in den USA war für die Familie Marx nicht einfach. Nur zu Beginn konnte auch Mathilde zum Einkommen beitragen und ihr Mann verdiente in den 40er Jahren meist nur zwischen 1.000 und 3.000 Dollar.[27] Erst allmählich, die Familie lebte in den 50er Jahren in New Jersey, stabilisierte sich ihre Lage. Gottfried Marx verstarb am 16. Februar 1983 allerdings in Kalifornien, wo er auf dem Friedhof von San Diego auch begraben wurde.[28] Seine Frau überlebte ihren Mann um 15 Jahre. Sie verstarb am 9. Februar 1998 in Palm Beach in Florida.[29] Sie überlebte sogar ihren Sohn Eric, der am 25. November 1994 ebenfalls in Florida verstarb.[30]
Da Mathildas jüngere Schwester Else nach dem Krieg einen eigenen Entschädigungsantrag in Wiesbaden stellte, ist über ihr früheres Leben in der Stadt etwas mehr bekannt. Sie hatte zunächst von 1919 bis 1927 in Dotzheim die Volksschule am Landgraben besucht und anschließend noch zwei Jahre die Kunstgewerbeschule Beppler in Wiesbaden. 1930 begann sie in Frankfurt in der Damenschneiderei Irma Ganz Simon mit einer Lehre. Immerhin erhielt sie damals schon ein kleines Gehalt, das sich im Laufe der Jahre von 30 auf 50 RM monatlich steigerte. Eine Gesellenprüfung legte sie allerdings nicht mehr ab, weil ihr gesagt worden war, sie würde als Jüdin dazu ohnehin nicht mehr zugelassen werden, was allerdings für die ersten Jahre der NS-Herrschaft noch nicht zutreffend war.
Statt in ihrem erlernten Beruf, arbeitete sie in den folgenden fünf Jahren als Haushaltshilfe, Kindermädchen und Gouvernante in verschiedenen Haushalten in Frankfurt. Neben freier Kost und Logis erhielt sie auch immer einen allerdings nicht allzu hohen Lohn. Zuletzt war sie knapp ein Jahr für eine Frau Hackenbroch tätig, die ihr ein hervorragendes Zeugnis ausstellte. Die Dame wohnte am Untermainanlage, wo auch die Schwiegereltern ihrer Schwester nach deren Wegzug aus Messel untergekommen waren, aber in einem anderen Haus. Aber ob man sich kannte, ist ungewiss.
Sie selbst verließ Deutschland am 4. Mai 1938 auf dem Schiff ‚Manhattan‘ von Hamburg aus. Die Kosten für die Billetts hatte ihr eine Tante E. Freund in Amerika vorgestreckt.[31] Nach ihrer Ankunft in New York am 13. Mai blieb sie in der Metropole an der Ostküste und verdingte sich, da sie die englische Sprache nicht beherrschte, zunächst weiterhin als Kindermädchen. Erst ab 1940 erhielt sie Arbeit als Näherin in verschiedenen Kleiderfabriken.[32]
Am 31. Januar 1942 heiratete sie den jüdischen Emigranten Berthold Benni Wetzler aus Frankfurt.[33] Er war am 9. Juli 1911 dort als Sohn von Hermann Wetzler und seiner Frau Berta, geborene Stern, zur Welt gekommen.[34] Mit Ilse, geboren am 27. Oktober 1912, hatte er noch eine jüngere Schwester. Ihr gelang 1939 die Flucht in die Niederlande, wo sie die Jahre der Verfolgung überlebte. Die Eltern der beiden wurden aber mit dem Transport vom 15. September 1942 zunächst nach Theresienstadt und dann von dort aus weiter nach Auschwitz deportiert. Wann sie dort ermordet wurden, ist nicht bekannt. Im Frankfurter Nordend, vor dem Haus Bäckerstr. 43, wurden zur Erinnerung an sie 2017 unter Teilnahme mehrerer Familienangehöriger aus den USA Stolpersteine verlegt.[35]
Berthold Benjamin war wohl bald nach seiner Freilassung aus Buchenwald zunächst nach Großbritannien emigriert, wo er dann in London Paddington registriert wurde, aber von einer Internierung verschont blieb. Im März 1940 trat auch er von Liverpool aus auf der ‚Britanic‘ die Schiffsreise nach New York an, wo er nur wenige Wochen später einen Antrag auf Erhalt der amerikanischen Staatsbürgerschaft stellte. Seine zukünftige Frau hatte diesen Antrag bereits im Mai 1938 gestellt. Nach ihrer Eheschließung wurden den beiden zwei Kinder geboren. Ihre Tochter Barbara kam 1949, ihr Sohn Howard 1957 zur Welt. Als ihre Mutter 1957 den Entschädigungsantrag für ihre ermordete Mutter stellte, waren die beiden neun bzw. ein Jahr alt.[36]
Da die beiden überlebenden Töchter die letzten Jahre des Lebens ihrer Mutter nicht mehr miterleben konnten, vielleicht bestenfalls noch vereinzelte Briefe erhielten, enthält die Akte kaum Informationen über die Zeit bis zu ihrer Deportation. Auch ließ sich nicht mehr rekonstruieren, wann sie aus ihrer bisherigen Wohnung in der Dotzheimer Kirchgasse in das Judenhaus Rheinstr. 81 umziehen musste. Eine Datumsangabe fehlt auf der Gestapokarteikarte, sodass man annehmen muss, dass das geschehen war, bevor die Karte angelegt wurde, also wohl vor oder im Laufe des Jahres 1938. Im Wiesbadener Adressbuch von 1938 ist sie schon als Bewohnerin des Seitenbaus in der Rheinstraße verzeichnet. Dort bewohnten Mutter und ihr Sohn Willy zuletzt zwei Zimmer mit Küche.[37]
Am 18. Juli 1940 legte die Devisenstelle in Frankfurt eine JS-Mappe, eine „Judensicherungsmappe“, mit der Nummer 6071 an. Man wollte sicherstellen, dass die Witwe kein Vermögen außer Landes schaffen würde. Ihr wurde zugebilligt, dass sie monatlich 300 RM von ihrem Konto ohne besondere Bewilligung ausgeben könne. Mit diesem Schreiben verlangte man aber erst einmal eine dezidierte Aufstellung ihres vorhandenen Vermögens und ihrer monatlichen Ausgaben. Vermögen besaß sie keines, wie sie auf dem Formular deutlich machte. Ihr jährliches Einkommen belief sich insgesamt auf etwa 1.550 RM, mit etwa 600 RM wurde sie von ihrem Sohn unterstützt, 952 RM erhielt sie als Kriegshinterbliebenenrente vom Staat. Für den zweiköpfigen Haushalt standen somit monatlich etwa 120 RM zur Verfügung.[38] Es war offensichtlich, dass Johanna Metzler zu irgendwelchen Devisenvergehen nicht in der Lage war, weshalb man in Frankfurt auch auf eine Sicherung ihres Kontos verzichtete.
Auch bei Willy verzichtete man auf ein solches Sicherungskonto, nachdem man ihn aufgefordert hatte, ebenfalls eine Aufstellung seines Vermögens und Einkommens zu übermitteln. Eigentlich hatte man ihn sogar in der Devisenstelle selbst einbestellt, aber Willy konnte das durch ein Schreiben abwenden. Er müsse zu dem angegebenen Termin an seiner Arbeitsstelle – er sei im Straßenbau beschäftigt – erscheinen.[39] Die Fahrkarte, Kosten 4 RM, könne er sich zudem nicht leisten, da der Wochenlohn erst am kommenden Freitag ausgezahlt würde. Allein das macht deutlich, wie schwierig die finanzielle Situation von Mutter und Sohn damals war.
Aus der Zeit danach bis zur Deportation liegen keine weiteren Quellen über die Situation der beiden mehr vor. Zwei Tage davor hatten auch sie das Schreiben der ‚Bezirksstelle Hessen-Nassau der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland‘ erhalten, das sie dazu aufforderte, sich am 10. Juni 1942 morgens um 8 Uhr in ihrer Wohnung für die „Abwanderung“ bereitzuhalten. In dem Schreiben waren genaueste Verhaltensregeln vorgegeben, etwa was mitzunehmen sei und was zuvor abgeliefert werden musste. Es war verboten, etwaige Wertgegenstände zuvor zu verschenken oder zu verkaufen. Das gesamte Vermögen, über das eine genaue Aufstellung bereitzuhalten war, galt mit diesem Schreiben als beschlagnahmt.
Johanna und Willy hatten nichts zu verschenken und auch der Raubzug der Nazis wird bei ihnen kaum erfolgreich gewesen sein. Vielleicht konnten sie nur ihre Haare verwerten, die man ihnen geschoren hatte, bevor sie in die Gaskammern von Sobibor eingeschlossen und ermordet wurden. Die Mordfabrik im sogenannten Generalgouvernement war das Ziel des Zuges ‚Da 18‘ , der am 10. Juni den Bahnhof in Wiesbaden mit etwa 370 Jüdinnen und Juden verließ, um bei einem Halt in Frankfurt knapp 900 weitere Menschen aus der Stadt selbst und aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden aufzunehmen. Am folgenden Tag erreichte er Lublin, wo eine größere Gruppe, etwa 190 bis 250 Männer, zum Aufbau des Konzentrationslagers Majdanek selektiert wurde. Für die übrigen ging die Fahrt weiter in das nahegelegene Sobibor, wo sie bald nach Ankunft in die Gaskammern getrieben wurden.
Auch Johannas älterer Sohn Paul Jakob wurde Opfer des Holocaust, allerdings sind die Quellen dazu, wie zu seinem gesamten Leben, sehr dürftig und vage. So ist nicht bekannt, wann er Wiesbaden bzw. Dotzheim verließ und wo er sich dann niederließ. Möglicherweise hatte er sogar Deutschland zu einem unbekannten Zeitpunkt ganz verlassen. Schon im Jüdischen Adressbuch von 1935 ist er nicht mehr als Bewohner Wiesbadens aufgeführt. Bei der Volkszählung im Mai 1939 hielt er sich offenbar schon nicht mehr in Deutschland auf. Er soll bereits 1932 nach Frankreich emigriert sein und sich in Marseille noch mit seiner Schwester Else getroffen haben. Auch hatten sie wohl bis 1942 noch Briefkontakt miteinander. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings schon im angeblich freien Südfrankreich, in Villeurbane bei Lyon nach einer Razzia interniert worden.[40] Sein Name Paul Metzler taucht dann auf der Liste des Transports auf, der am 2. September 1942 mit fast 1000 Juden, darunter 120 Kinder, das Lager Drancy bei Paris mit dem Ziel Auschwitz verließ. Sie waren zuvor bei verschiedenen Razzien im unbesetzten Frankreich aufgegriffen und in drei Sammellager verbracht worden.[41] Ob Paul Jakob Metzler aus Dotzheim tatsächlich unter den Deportierten war, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, ist aber sehr wahrscheinlich. Es fehlen leider weitere Angaben, wie etwa das Geburtsdatum oder wenigstens der Geburtsort, die eine eindeutige Identifikation ermöglichen würden. [42]
Da aber seine Schwestern im Zusammenhang mit dem Antrag auf die Todeserklärung ihrer Mutter Johanna, auch angaben, dass ihr Bruder Paul deportiert wurde und seitdem verschollen sei, kann man in jedem Fall davon ausgehen, dass Opfer der Shoa wurde.[43]
Die Geschwister von Siegmund Metzler
Aber auch im weiteren Familienkreis von Johanna Metzler gab es noch Opfer der Shoa zu beklagen.[44] Manche verstarben schon im Kindesalter – so Moritz, geboren am 30. April 1884, verstorben mit nicht einmal drei Jahren am 10. März 1887 –,[45] andere zogen weiter weg, auch nach Amerika,[46] bei anderen wiederum konnte nicht ermittelt werden, was mit ihnen geschah.
Nur von einem der vielen Geschwister von Siegmund Metzler ist sicher, dass er die Zeit des Nationalsozialismus im amerikanischen Exil überlebte. Er war im August 1938 mit seiner Frau Olga, geborene Bär, und seiner am 10. September 1921 geborenen Tochter Elsie auf dem Schiff ‚Britanic‘ von Le Havre aus nach New York gelangt,[47] wo sie auch 1950 noch wohnten.
Unklar ist, welchen Lebensweg die älteste Schwester von Siegmund, Caroline, geboren am 1. Juni 1876,[48] eingeschlagen hat. Vermutlich emigrierte auch sie schon sehr früh in die USA, und möglicherweise handelt es sich bei der Caroline Metzler, die bei der Volkszählung im Jahr 1900 als Angestellte in einem Haushalt in Montpellier / Vermont registriert wurde, um die Gesuchte. Zumindest stimmen die Geburtsjahre überein, und auch diese Caroline gab an, aus Deutschland eingewandert zu sein.[49] Wann sie verstarb und ob sie den Sieg über Nazideutschland noch erlebte, ist nicht bekannt.
Unter den Geschwistern war aber auch seine am 28. Juli 1895 geborene jüngste Schwester Lina, die sich mit ihrem Mann Aron Seelig, der auch als Altwarenhändler sein Geld verdiente, ebenfalls in Wiesbaden niedergelassen hatte, nachdem beide bei dem Novemberpogrom aus ihrem Wohnort Osthofen geflohen waren. Die sechsköpfige Familie fand damals zunächst Aufnahme im Haus Rheinstr. 81, vermutlich sogar in der Wohnung der Schwägerin Johanna Metzler und ihrem Sohn. Im Juni 1939 bezogen Seeligs dann eine Wohnung im späteren Judenhaus Adelheidstr. 94, von wo aus sie dann bei verschiedenen Transporten in den Osten verfrachtet wurden und in unterschiedlichen Lagern zu Tode kamen.[50]
Auch die am 4. Januar 1893 geborene Emmy Metzler, eine weitere Schwester, wurde mit ihrem Mann im Holocaust ermordet. Am 27. März 1921 hatte sie den Kaufmann Rudolf Rafael Lewkowitz, geboren am 11. Februar 1897 in Ludwigshafen, in ihrem Heimatort Langenschwalbach geheiratet.[51] Am 24. Februar 1924 war ihre Tochter Ruth Rachel zur Welt gekommen, die bei der Volkszählung im Mai 1939 bei ihren Eltern in Frankfurt in der Hölderlinstr. 27 wohnte. Zuvor war sie allerdings in Wiesbaden tätig – vielleicht durch Vermittlung ihrer Tanten Johanna Metzler oder Lina Seelig. Angestellt war sie – seit wann, ist nicht bekannt – als Haushaltshilfe bei dem aus Polen stammenden Antiquitätenhändler Aaron Moses Zytnik, wohnhaft in der Taunusstr. 9. Nachdem dessen Geschäft in der Reichspogromnacht demoliert und er selbst in Buchenwald inhaftiert worden war, floh er nach seiner Entlassung im Februar 1939 nach England, wohin ihm im folgenden Monat seine Frau und der Sohn Abraham folgten.[52] Ruth Rachel verließ danach laut Gestapokarteikarte Wiesbaden am 1. April und ging nach Bad Schwalbach zu ihrer Großmutter in die Brunnenstr. 1. Das kann aber nur eine Zwischenlösung für kurze Zeit gewesen sein, da sie – wie bereits gesagt – im Mai, als die Volkszählung stattfand, bei ihren Eltern in Frankfurt gemeldet war. Später zog sie in den Gärtnerweg 9, wo die 16-Jährige in der Pension Reis für einen Monatslohn von 35 RM arbeitete, wie aus dem Dokument ihres Vaters über dessen finanzielle Verhältnisse hervorgeht. Die Devisenstelle hatte Ende April 1940 eine entsprechende Auskunft angefordert.[53] Die Adresse im Gärtnerweg ist auch auf einer erhaltenen Karteikarte unbekannten Ursprungs genannt. Mit Bleistift wurde diese dann aber wieder gestrichen und durch „Berlin“ ersetzt. [54] Wann genau sie dorthin verzog, ist nicht bekannt.
In der Reichshauptstadt taucht ihr Name dann mit der Adresse Wilmersdorf, Gasteiner Str. 28, im Rahmen eines Strafprozesses wieder auf.[55] Sie war eine von insgesamt zehn Personen unterschiedlichen Alters, die sich laut Anklage des Passvergehens und der Urkundenfälschung schuldig gemacht hatten. Ob sie untereinander in Verbindung standen, geht aus der Akte nicht hervor. Bei der Auflistung der gefällten Urteile fehlt dann allerdings der Name von Ruth Lewkowitz, weshalb der Polizeipräsident am 21. Juni 1943 beim Generalstaatsanwalt des Landgerichts nachfragte, ob die Angeklagte freigesprochen worden sei. Die knappe Antwort der Behörde vom 7. Juli offenbart das schreckliche Schicksal von Ruth Rachel Lewkowitz: „Die Angeklagte Ruth Sara Lewkowitz konnte zum Gerichtsverhandlungstermin nicht geladen werden. Sie soll evakuiert sein.“[56] Laut Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz war sie am 12. März 1943 von Berlin aus nach Auschwitz überstellt worden.[57] Wann sie dort ermordet wurde, ist nicht bekannt.
Die Eltern erlebten das Schicksal ihrer Tochter nicht mehr. Sie waren zu diesem Zeitpunkt schon längst selbst ermordet worden. Im Juni 1939 war bei der Devisenstelle eine Akte mit dem Vermerk auf der ersten Seite „vorladen“ für sie angelegt worden.[58] Rudolf Lewkowitz hatte darum gebeten, ihm monatlich 200 RM zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten aus einem Erbteil freizugeben. Um welches Erbteil es sich handelte, ist nicht gesagt, aber vermutlich betraf es das, welches durch den Tod seiner Schwiegermutter Carolina Metzler freigeworden war. Als Betreff hatte er „Haus Verkauf Metzler – Klocke“ angegeben. Zwar war Carolina Metzler schon am 15. Juli 1936 verstorben, aber bis die Erbangelegenheiten bei den zahlreichen, zum Teil unmündigen und sich in Amerika befindlichen Kindern geklärt waren, bis dann das Haus verkauft werden konnte – vermutlich war Klocke der Käufer –, konnten einige Jahre ins Land gegangen sein.[59]
Die Bitte um Freigabe des monatlichen Betrags wurde bewilligt. Im folgenden April, inzwischen war ein fester Freibetrag von 300 RM festgelegt worden, erhielt er dann die Aufforderung, seine finanziellen Verhältnisse offenzulegen. In dem ausgefüllten Formular bekundete er, keinerlei Vermögen zu besitzen, aber ein Jahreseinkommen von 1.650 RM zu beziehen. Weiterhin gab er an, dass er für einen Wochenlohn von 25-28 RM bei den Tonwerken Strauch in Heppenheim tätig sei – ganz offensichtlich ein Zwangsarbeitsverhältnis.[60]
Der bisherige Freibetrag wurde daraufhin auf 200 RM reduziert.[61] Ein letztes Blatt in der Akte vom 28. November 1941 belegt das Lebensende von Rudolf Rafael und Emmy Lewkowitz: Beide waren damals von Frankfurt aus „evakuiert“ worden.[62]
Im Herbst 1941 kam es dort zu drei Massendeportationen. Bei der ersten vom 20. Oktober waren fast zwölfhundert Jüdinnen und Juden in das Ghetto von Litzmannstadt / Lodz verbracht worden. Bei der folgenden vom 11. bzw. 12. November war das Ghetto von Minsk das Ziel für mehr als 1000 Menschen. Bei der dritten Deportation vom 22. November traf es weitere knapp 1000 jüdische Bürger aus der Stadt und der Umgebung, darunter auch Emmy und Rudolf Lewkowitz.[63] Angeblich sollten sie in das Ghetto von Kowno / Kaunas verbracht werden. Als sie am dortigen Bahnhof ankamen, wurden sie aber an diesem vorbei direkt zum Fort IX geführt, das sich wenige Kilometer südöstlich der Stadt befand. Dort waren die Gruben, in die einzelne Gruppen von jeweils etwa 80 Menschen unter Schlägen nacheinander gestoßen wurden, bereits ausgehoben. Mit Maschinengewehrsalven wurden sie erschossen. Zur „Sicherheit“ wurden anschließend noch Granaten in die Massengräber geworfen. Manche hatten vielleicht das Unglück, nur verletzt worden zu sein. Sie blieben zwischen den Leichen liegen, als anschließend die Gruben mit Erde zugeschüttet wurden.[64]
Auch Bert(h)a Metzler, geboren am 7. April 1904 und damit das letzte der Kinder von Jakob und Carolina Metzler, wurde von den Nazis ermordet. Sie starb sogar noch vor ihrer Schwester Emmy am 5. Februar 1941. Man hatte sie aber nicht „in den Osten“ verbracht, sondern das Schicksal ereilte sie ganz in der Nähe, nämlich in Hadamar.
Erstmals war sie am 18. Februar 1931 in der Anstalt Eichberg aufgenommen worden. Nur wenige Tage, nachdem sie am 13. November desselben Jahres wieder entlassen worden war, kam sie am 24. November wieder zurück. Sie blieb dort, bis man sie mit den anderen jüdischen PatientInnen am 5. Februar 1942 nach Hadamar verlegte.[65] Über sie war in zweifacher Weise das Todesurteil gefällt worden: Sie starben als Juden und waren aufgrund ihrer Erkrankung nach Meinung der Rassenhygieniker nicht des Lebens wert, sondern nur Ballast für den gesunden Volkskörper.
328 Menschen wurden in den Tagen zwischen dem 4. und dem 15. Februar in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet. Zuvor hatte man diese in verschiedenen Zwischenanstalten zusammengeführt und dann mit den bekannten GEKRA-Bussen, den grauen Bussen der „Krankentransport G.m.b.H., dorthin gefahren. Versehentlich waren wohl die 19 Patienten vom Eichberg nicht erst in ein solches Zwischenlager eingeliefert worden, sie brachte man an ihrem Todestag direkt nach Hadamar.[66]
Den weiteren Weg der jüdischen Patienten in Hadamar muss man sich etwa so vorstellen: „Der Bus fuhr auf dem Hof in eine speziell erbaute, von außen nicht einsehbare Holz-Garage, die Kranken stiegen aus und betraten über einen hölzernen Gang – ähnlich einer Schleuse – das Erdgeschoss im östlichen Flügel des Haupthauses. Die Menschen wurden dort nackt ausgezogen, alte Militärmäntel wurden ihnen umgehängt, gegebenenfalls erhielten sie noch eine Beruhigungsspritze. Man sagte ihnen, dass sie in ein Bad gehen sollten. Dann wurden sie die Treppe hinunter in den Keller durch einen Vorraum in einen gekachelten, als Duschraum getarnten Raum geführt, in dem maximal 60 Personen Platz hatten. Die gasdichten Türen wurden geschlossen und im Nebenraum der Gashahn aufgedreht. Kohlenmonoxyd strömte durch ein Rohr in die Gaskammer. Nach Minuten des Todeskampfes erstickten die Menschen, durch ein kleines Wandfenster beobachtet von dem verantwortlichen Arzt. Die Leichen wurden im Krematorium verbrannt.“[67]
Zur Tarnung der Verbrechen wurde aber nicht Hadamar als Ort ihres leidvollen Sterbens auch gegenüber den Verwandten angegeben, sondern Cholm bzw. polnisch Chelm. Die dortige Anstalt war aber bereits 1940 von der SS geräumt worden, sprich: Die Patienten waren ermordet worden. Man trat nun in der Berliner Zentrale des Euthanasieprogramms in der Tiergartenstr. 4 – daher der Tarnbegriff für das Programm ‚Aktion T4‘ – so, als seien die Patienten aus Hadamar zuvor nach Cholm verlegt worden und dann dort verstorben. Die Verwandten hatten so kaum eine Möglichkeit, die Vorgänge selbst zu überprüfen. Sie erhielten nur die in Berlin erstellte Todesnachricht, die aber per Bote zunächst nach Cholm gebracht, dort von der Post abgestempelt und dann an die Verwandten geschickt wurde.[68]
Wären sie nicht früher verstorben, so hätte das gleiche Schicksal vermutlich vier weitere Geschwister von Berta ereilt, denn in der Familie hatte sich zumindest seit zwei Generationen bekannt, eine genetisch bedingte psychische Erkrankung eingenistet, die vermutlich auf den beschränkten Genpool in den jüdischen Landgemeinden im Taunus zurückzuführen ist. In der Akte des ebenfalls von der Krankheit gezeichneten Bruders Adolf, geboren am 24. Dezember 1893,[69] heißt es in einem Fragebogen, in dem nach entsprechenden Erkrankungen von Blutsverwandten gefragt wurde: „Großmutter geistig nicht normal, 4 Schwestern in Irrenanstalt“.[70]
Bei Adolf, von Beruf Tapezierer, war die Krankheit 1916 erstmals aufgetreten, und zwar bei einem Heimaturlaub während des Ersten Weltkriegs, an dem er in einem Armierungs-Bataillon teilnahm. Zunächst wurde er im August in die Nervenstation des Mainzer Festungs-Lazaretts eingeliefert, dann, da sich sein Zustand weiter verschlimmerte, am 28. September 1916 in die Heilanstalt Eichberg überführt. Dort verstarb er am 13. April 1917 an einer Lungenentzündung, ohne dass sich in den folgenden Monaten seine psychische Erkrankung noch einmal gebessert hätte,[71] Um ihn hatte sich zuletzt die später von den Nazis ermordete Schwester Emma gekümmert. Zumindest ist ein Brief von ihr – in den Akten seiner Schwester Johanna – erhalten geblieben, in dem sie sich nach seinem Gesundheitszustand erkundigte. Offenbar hatte sie ihm auch ein Lebensmittelpaket geschickt, denn sie bat die Klinikleitung „herzlich sorge (sic) zu tragen, daß (ihr) Bruder dieselben Sachen auch bekömmet, da hier die Sachen auch so rar sind und wier (sic) die Sachen uns absparen“.[72]
Nur vier Monate später verstarb dort am 9. August 1917 auch Adolfs Schwester Selma, bei der die Krankheit allerdings schon wesentlich früher ausbrach. Die am 27. August 1887 Geborene war 1901 als Vierzehnjährige zusammen mit ihrer um ein Jahr älteren Schwester Betti, geboren am 16. Mai 1887, in die USA gefahren bzw. wohl eher geschickt worden.[73] Verantwortlich dafür war vermutlich die schwierige wirtschaftliche Situation der kinderreichen Familie. Laut Passagierliste befand sich auch noch eine Line Kraus aus Langenschwalbach an Bord, die immerhin schon 19 Jahre alt war. Allerdings decken sich die Angaben, die Selma in einer Befragung durch Ärzte auf dem Eichberg machte, nicht mit den durch Quellen verifizierbaren Fakten. Sie sagte damals, sie sei mit ihrer um zehn Jahre älteren Schwester nach Amerika gekommen. Etwa zehn Jahre älter als Selma war ihre Schwester Caroline, die am 1. Juni 1876 als erstes Kind von Siegmund und Johanna Metzler zur Welt gekommen war.[74] Vermutlich war auch sie zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Amerika ausgewandert, und vielleicht haben sich die Schwestern dann dort auch getroffen, aber sie stand definitiv nicht auf der Passagierliste der ‚Fürst Bismarck‘, mit der die anderen gereist waren. Betti und Selma lebten, laut Selma, in den USA bei einer Tante, die dort ein Kleidungsgeschäft besaß. Gegen Kost und Logis halfen ihr die beiden mit Nähen und Bügeln aus. Sie sei in der Zeit in Amerika immer kränklich gewesen, bemerkte Selma in dem erwähnten Arztgespräch. Fünf Jahre nach ihrer Ankunft in der Neuen Welt brach auch bei ihr die Krankheit aus und sie musste per Schiff zurück nach Deutschland, wo sie am 4. Juli 1906 zunächst in einer Hamburger Klinik aufgenommen und dann am 25. Juli nach Kiedrich / Erbach auf den Eichberg überstellt wurde.[75] Dort blieb sie dann bis zu ihrem Tod am 9. August 1917.[76] Schon bei Selma konnte die Mutter verständlicherweise die Kosten der Unterbringung und Pflege nicht selbst aufbringen, weshalb diese, wie auch bei den anderen kranken Geschwistern, von der Gemeinde Langenschwalbach aufgebracht wurden. Das einzige Vermögen der Mutter bestand in deren Haus im Wert von 18.000 RM, auf dem aber Schulden von 7.000 RM lasteten.[77]
Schon früher muss eine ältere Schwester von Selma laut Auskunft eines namentlich nicht genannten Bruders wegen derselben Erkrankung aus Amerika zurück nach Deutschland gekommen sein. Leider wurde auch der Name dieser Schwester, die inzwischen – 1906 – wieder genesen sein soll, nicht angegeben.[78] Als ältere Schwestern kommen nur Caroline, Regine, genannt Rosa, und Betty in Frage. Letztere war diejenige, die mit Selma die Fahrt damals angetreten hatte. Dass sie bereits vor ihr noch nach Deutschland zurückgekehrt war, hätte der Bruder vermutlich erwähnt. Zudem gab es später eine Betty Metzler, die um 1886 geboren wurde und mit einem Isaac Marks verheiratet war. Aber ob es sich um die Tochter von Jakob und Carolina Metzler handelt, ist sehr ungewiss. Über die älteste Schwester Carolina liegen, abgesehen vom Geburtseintrag, keine Informationen vor. Sicher ist hingegen, dass auch Regine, genannt Rosa, geboren am 10. März 1882,[79] von der Krankheit befallen war. Nicht bekannt, aber auch nicht ausgeschlossen ist allerdings, ob sie sich vor ihrer Einlieferung in den USA befunden hatte und sich nach ihrer Rückkehr dann zunächst auch wieder erholt hatte, wie der Bruder angab. Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Johanna, geboren am 29. November 1889,[80] wurde sie am im Juli 1913 auf ärztlichen Antrag auf den Eichberg eingewiesen.[81] Rosa soll schon in den letzten vier Jahren Symptome der heimtückischen Krankheit gezeigt haben. Im September 1913 wurde sie von einer Familie in Hausen v. d. Höhe in Pflegschaft genommen. Aber schon ein halbes Jahr später verstarb sie dort an Lungenentzündung.[82]
Bereits zwei Jahre zuvor war am 18. April 1918 Johanna in der Pflegeeinrichtung Eichberg verstorben.[83]
Zuletzt musste die Mutter Carolina Metzler noch erleben, dass auch ihre Tochter Mina, geboren am 4. Oktober 1897,[84] der Krankheit erlag. Sie wurde am 11. Juni 1913 dort aufgenommen, war aber zwischenzeitlich auch in der ‚Dr. Wolff’schen Heilanstalt‘ in Katzenelnbogen untergebracht. Mehr als 15 Jahre verbrachte sie in einem der Pflegeheime, bevor sie am 8. September 1828 auf dem Eichberg verstarb. Ihre Schwester bat darum, dass sie auf dem dortigen Friedhof bestattet werden solle.
An das unermessliche Leid dieser Familie aus Langenschwalbach – der frühe Tod des Vaters, die vielen schweren Erkrankungen der Kinder, die materielle Not, die in einer so kinderreichen Familie unweigerlich herrschte, die Trennungen durch die verschiedenen Auswanderungen und zuletzt die Verfolgung durch die Nazis und der Tod von mehreren Angehörigen in den Gaskammern –, an diesen unermesslichen Schmerz kann auch dieser Artikel nur unzureichend erinnern.
Veröffentlicht: 28. 02. 2026
Anmerkungen:
[1] Heiratsregister Dreieichenhain 6 / 1881
[2] Siehe dazu Zur Erinnerung an die letzten Juden in Hayn, online unter file:///C:/Users/k-fli/Downloads/Zur_Erinnerung-rotated.pdf. (Zugriff: 28.02.2026).
[3] Geburtsregister Dreieichenhain 22 / 1882. Der Ort ist heute Stadtteil von Dreieich im Kreis Offenbach.
[4] https://www.geni.com/family-tree/index/6000000080339393738. (Zugriff: 28.02.2026).
[5] Heiratsregister Dreieichenhain 9 /1886. Geboren worden war sie am 22.8.1858, sie verstarb am 30. 10.1936 und ist auf dem jüdischen Friedhof von Dreieichenhain zusammen mit ihrem Mann begraben.
[6] Geburtsregister Dreieichenhain 50 / 1889, 4 / 1891 und 22 / 1892.
[7] Zur Erinnerung an die letzten Juden in Hayn, online unter file:///C:/Users/k-fli/Downloads/Zur_Erinnerung-rotated.pdf. (Zugriff: 28.02.2026). Sie im Einzelnen das Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de936812, https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de936083 und https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de936049. (Zugriff 28.02.2026).
[8] Stolpersteine in Wiesbaden 2005-2008, 46. Eine Quelle für diese Aussage ist aber nicht angegeben.
[9] Geburtsregister Langenschwalbach 32 / 1880. Wie dem Heiratseintrag zu entnehmen ist, war Jakob der Sohn des Handelsmanns Moses Metzler und seiner Frau Regine, geborene Marx, wohnhaft in Langenschwalbach. Siehe Heiratsregister Langenschwalbach 6 / 1876.
[10] HHStAW 430/1 6114 (4) und Sterberegister Langenschwalbach 63 / 1903.
[11] Geburtsregister Langenschwalbach 39 / 1878.
[12] Sterberegister Bad Schwalbach 39 /1936.
[13] Heiratsregister Langenschwalbach 1 / 1908.
[14] Die Geburtsangaben der Kinder sind zu finden in der Todeserklärung für die Mutter, siehe HHStAW 469/33 4920 (1).
[15] Sterberegister Langenschwalbach 17 / 1920.
[16] Sterberegister Dotzheim 2 / 1914.
[17] Sterberegister Dotzheim 69 / 1914.
[18] Siehe zu diesem Festakt https://www.volksbund.de/nachrichten/siegmund-metzler-ruht-nun-unter-dem-davidstern. (Zugriff: 28.02.2026). Zu seinem Leben, zum Grab und zu den militärischen Hintergründen seines Todes siehe auch https://www.volksbund.de/fileadmin/redaktion_BG/Bereiche/Erinnern_und_Gedenken/Levi/MetzlerSiegmund_DEU_korr.pdf. (Zugriff: 28.02.2026).
[19] Geburtsregister Messel 17 / 1907.
[20] Fanny Marx war die am 29.6.1870 geborene Tochter von Gumbel und Rosine Merkel, siehe https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/xsrec/current/3/sn/juf?q=YToxOntzOjI6InhzIjthOjI1OntzOjY6InBlcnNvbiI7czoxMzoiRWZyYWltIE1lcmtlbCI7czo1OiJ6ZWl0MSI7czowOiIiO3M6NToiemVpdDIiO3M6MDoiIjtzOjU6ImFsdGVyIjtzOjA6IiI7czoxMDoiZ2VzY2hsZWNodCI7TjtzOjU6ImJlcnVmIjtzOjA6IiI7czo4OiJmdW5rdGlvbiI7czowOiIiO3M6ODoiZnJpZWRob2YiO047czozOiJvcnQiO3M6MDoiIjtzOjU6InNhY2hlIjtzOjA6IiI7czo4OiJtYXRlcmlhbCI7TjtzOjEwOiJzcHJhY2hlX3ZzIjtOO3M6MTA6InNwcmFjaGVfcnMiO047czoxNDoic3ByYWNoZV9zb2NrZWwiO047czo2OiJicmVpdGUiO047czo1OiJob2VoZSI7TjtzOjU6InRpZWZlIjtOO3M6MTE6InBsYXR6aWVydW5nIjtOO3M6NzoienVzdGFuZCI7TjtzOjEwOiJncmFibnVtbWVyIjtOO3M6Mzoib2t6IjtOO3M6MjoiaWQiO047czo5OiJiaWxkZGF0ZWkiO3M6MToiMCI7czoxMDoidHJ1bmtpZXJlbiI7czoxOiIwIjtzOjU6Im9yZGVyIjtOO319. (Zugriff: 28.02.2026).Siehe auch https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=messel&ID=19071907M&lang=de. (Zugriff: 28.02.2026).
[21] https://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20444/stolpersteine_in_messel_2017.pdf. (Zugriff: 28.02.2026).
[22] HHStAW 518 30257 (5). Es handelte sich um die ehemalige Metzgerei von Isidor und Sara Blumberg, der ursprünglich aus Trebur stammte. Da ihr Sohn im Ersten Weltkrieg gefallen war, verpachteten sie 1931, als sie sich zur Ruhe setzten, ihre Metzgerei an Gottfried Marx, siehe https://www.biografisches-gedenkbuch-bk.de/datenbank/38559.Datenbank.html?detID=56&page_biografischeshandbuch=2. (Zugriff: 28.02.2026). Die früheren Besitzer wurden im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion nach Gurs in Frankreich deportiert, wo sie beide im Dezember 1940 verstarben.
[23] Ebd.
[24] https://www.ancestry.de/search/collections/7488/records/24976174?tid=&pid=&queryId=27e76611-4bea-4d15-84b4-9c9163da2c99&_phsrc=SbT1124&_phstart=successSource. (Zugriff: 28.02.2026). Als Kontakt zu Hause ist die Adresse des Vaters in Frankfurt angegeben, in New York gab es einen Kontakt mit einem Onkel namen J. Rees.
[25] HHStAW 518 30257 (5, 24-26).
[26] Ebd. (41, 68 f.).
[27] Ebd. (50 f.).
[28] https://images.findagrave.com/photos/2019/26/UNCEM_8003_6f2e0742-fc6b-49aa-acca-dd996f249c6e.jpeg. (Zugriff: 28.02.2026).
[29] https://www.ancestry.de/search/collections/7338/records/4697985. (Zugriff: 28.02.2026).
[30] https://de.findagrave.com/memorial/80305888/eric-sigmund-marx. (Zugriff: 28.02.2026).
[31] https://www.ancestry.de/search/collections/7488/records/23460649. (Zugriff: 28.02.2026). Dazu HHStAW 518 63174 (25-28). Auf dem Schiff befanden sich auch der 43-jährige jüdische Klempner Isidor Philipp und seine 36-jährige nichtjüdische Frau Hedwig aus Wiesbaden, die ebenfalls damals emigrierten.
[32] HHStAW 518 63174 (41).
[33] Ebd. (5).
[34] Geburtsregister Frankfurt 1301 / 1911.
[35] Initiative Stolpersteine Frankfurt – 15. Dokumentation 2017, S. 55.In der Dokumentation ist gesagt, dass Berthold und sein Vater im Zusammenhang mit der Reichspogromnacht in Buchenwald inhaftiert wurden. Im Arolsen Archiv liegen zumindest Veränderungsmeldungen für Hermann Metzler vor.
[36] HHStAW 518 63174 (1).
[37] Yad Vashem Archives Record Group O.8, File Number 43.1 (38).
[38] HHStAW 519/3 5109 (3).
[39] HHStAW 519/3 5079 (3).
[40] Information Stadtarchiv Wiesbaden vom 26.2.2026.
[41] Siehe zu diesem Transport https://collections.yadvashem.org/en/deportations/5092599. (Zugriff: 28.02.2026).
[42] https://collections.yadvashem.org/en/names/3203151. (Zugriff: 28.02.2026). Memorial of the Jews deported from France 1942-1944 by Serge Klarsfeld.
[43] HHStAW 469/33 4920 (17).
[44] Im gegebenen Rahmen kann nicht allen Schicksalen der dreizehn Geschwister von Siegmund Metzler nachgegangen werden.
[45] Geburtsregister Langenschwalbach 45 / 1884 und Sterberegister Langenschwalbach 23 / 1887.
[46] Ein nicht namentlich genannter Bruder von Selma Metzler sagte bei der Übergabe seiner Schwester in die Heilanstalt Eichberg im Juli 1906: „fast alle Verwandten (seien) in Amerika“, was allerdings so auch nicht richtig gewesen sein kann. HHStAW 430/1 6114 (4).
[47] https://www.ancestry.de/search/collections/2280/records/6717967. (Zugriff: 28.02.2026). Olga Metzler war am 29.1.1892 geboren worden. Siehe https://www.ancestry.de/search/collections/60901/records/790971?tid=&pid=&queryId=e44a8af7-2cdd-451d-879a-9edf827ce8eb&_phsrc=SbT1265&_phstart=successSource. (Zugriff: 28.02.2026).
[48] Geburtsregister Langenschwalbach 76 / 1876.
[49] https://www.ancestry.de/search/collections/7602/records/62135347?tid=&pid=&queryId=1a13248c-7963-435a-9987-ada8c9751351&_phsrc=SbT1271&_phstart=successSource. (Zugriff: 28.02.2026).
[50] Siehe dazu ausführlich oben
[51] Heiratsregister Bad Schwalbach 8 / 1921.
[53] HHStAW 519/3 3490 (6). t, siehe
[54].
[55] Siehe die Akte unter https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/12102112?s=Ruth%20Lewkowitz&t=5429333&p=19. (Zugriff: 28.02.2026).
[56] https://collections-server.arolsen-archives.org/G/SIMS/01020201/0026/112316317/005.jpg. (Zugriff: 28.02.2026).
[57] https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1106016. (Zugriff: 28.02.2026).
[58] HHStAW 519/3 34901 (1).
[59] Ebd. (2). Rechtskonsulent Berthold Guthmann aus Wiesbaden erhielt für seine Mühen und Unkosten einen Betrag von 472 RM.
[60] Ebd. (6). Zu den Tonwerken Strauch siehe . https://www.dachziegelarchiv.de/seite.php?kat_typ=30&sei_id=18262#grossbildview. (Zugriff: 28.02.2026). In der Festschrift der Firma von 1955 heißt es lapidar: „Vor dem Krieg bot das Tonwerk Heppenheim zu Zeiten hoher Baukonjunktur bis zu 150 Arbeitern Beschäftigung.“ Von Zwangsarbeit erfährt man nichts! Siehe auch https://www.dachziegelarchiv.de/archiv/Heppenheimer_Tonwerk/Historie_1900/Heppenheim_Historie_1900_04.jpg. (Zugriff 28.02.2026).
[61] HHStAW 519/3 34901 (7).
[62] Ebd. (8).
[63] https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de914879 und https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de914917. (Zugriff: 28.02.2026).
[64] Siehe zu den Deportationen im Herbst 1941 aus Frankfurt Kingreen, Deportation der Juden aus Hessen, S. 42-96, zu der vom 22.11.1941 S. 85-96,
[65] Auskunft Gedenkstätte Hadamar vom 24.2.2026.
[66] Kingreen, Hadamar, S. 208 f.
[67] Ebd.
[68] Zu denTarnungsabläufen siehe ebd. S. 209, auch Klee, „Euthanasie“, S. 258 ff.
[69] Geburtsregister Langenschwalbach 129 / 1893.
[70] HHStAW 430/1 6251 (o.P.). Allerdings ist in den verschiedenen Fragebögen in den Patientenakten der Betroffenen immer wieder festgehalten, dass die Eltern in keinem nahen verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander standen.
[71] HHStAW 430/1 6251 (47).
[72] HHStAW 43071 6350 (22 f.).
[73] https://www.ancestry.de/search/collections/1068/records/894390?tid=&pid=&queryId=b4a6986f-8cd2-4165-b1a1-53526043e7fe&_phsrc=SbT1192&_phstart=successSource. zg
[74] Geburtsregister Langenschwalbach 76 / 1876.
[75] HHStAW 430/1 6114 (4).
[76] Ebd. (82).
[77] HHStAW 430/1 6693 (o.P.).
[78] Es gab allerdings eine Betti Metzler, die um 1886 geboren wurde und in den USA verheiratet war, aber ob es sich um die Tochter von Jakob und Carolina Metzler handelt, ist sehr ungewiss.
[79] Geburtsregister Langenschwalbach 19 / 1882.
[80] Geburtsregister Langenschwalbach 121 / 1889.
[81] HHStAW 430/1 6350 (o.P.) und
[82] HHStAW 430/1 6693 (o.P.) und Sterberegister Bärstadt 3 / 1920.
[83] HHStAW 430/1 6350 (24).
[84] Geburtsregister Langenschwalbach 48 / 1897.