Familie Aron und Lina Seelig

Als Aron Seelig mit seiner Frau Lina und seinen Kindern am 1. Juni 1939 in die Adelheidstraße einzog, hatten diese bereits hinreichend Erfahrung mit dem Nazi-Mob in ihrer Heimatstadt Osthofen gemacht. Aber auch ihre Zufluchtsstätte Wiesbaden sollte für sie kein sicherer Ort mehr werden, sondern nur die letzte Station vor der Vernichtung.

Aron Seelig geb. am 30. Mai 1879, stammte aus dem hessischen Schlüchtern. Er war dort als jüngsten Kind des „Handelsmanns“ Mosche / Markus Seelig und seiner Frau Caroline, geb. Marx, aufgewachsen.[1] Wann er die aus Osthofen stammende Laura Meyer, geb. 1888, geheiratet hat, ist unbekannt, aber durch sie hat es ihn dann nach Rheinhessen verschlagen, wo auch die beiden Söhne Ludwig Markus, genannt Louis, und Siegfried geboren wurden.[2]

Die Ehe scheint aber nicht lange gehalten haben, denn der nächste Sohn Emil wurde am 12. August 1915 nicht in Osthofen, sondern in Mannheim geboren, wo laut Geburtsurkunde auch der Vater Aron Seelig inzwischen gemeldet war. Die Mutter war auch nicht seine Ehefrau Laura Seelig, sondern Lina Metzler aus Langenschwalbach, dem heutigen Bad Schwalbach im Taunus.

Laura Seelig starb bereits 1919 mit nur 31 Jahren und Aron heiratete im folgenden Jahr, am 20. Januar 1920, die Mutter von Emil.[3] Sie war die Tochter des Altwarenhändlers Jakob Metzler und dessen Ehefrau Karoline, geb. Rosenthal. Unbekannt ist, mit welchem Gewerbe die erste Familie von Aron Seelig sich ihren Lebensunterhalt verdient hatte. Spätestens nach der erneuten Heirat waren Seeligs in der Berufssparte von Linas Eltern tätig. Laut Auskunft der Gemeindeverwaltung Osthofen handelten sie damals „mit Rohprodukten, Alteisen, Lumpen, Knochen und Papier“. Interessanterweise war der Betrieb auf den Namen von Lina und nicht auf Aron Seelig angemeldet,[4] was die Vermutung nahelegt, dass durch die Heirat diese bescheidene Lebensgrundlage geschaffen wurde. Möglicherweise war aber Aron auch schon zuvor in diesem Bereich tätig und die geschäftliche oder berufliche Verbindung hatte die neue Ehe angebahnt.

Am 11. Oktober 1920 ging aus der neuen Partnerschaft ein weiterer Sohn Adolf Josef hervor[5] und am 2. Mai 1923 folgte noch Rudolf als letztes Kind.[6]

Die zunächst in das örtliche Leben integrierte Familie musste mit der Machtübernahme zusehends erfahren, wie dünn der Firnis der Akzeptanz in Wirklichkeit war.

Siegfried, der zweitälteste Sohn, war nach seinem Schulabschluss in das väterliche Gewerbe eingestiegen und hatte hier weitgehend selbstständig den Einkauf übernommen, weil den schwerhörigen Vater diese Aufgabe zunehmend überforderte. Der Sohn Ludwig Seelig hat später in einer eidesstattlichen Erklärung ausgesagt, dass den beiden entweder Ende 1937 oder Anfang 1938, also noch vor dem offiziellen Erlass zur Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben vom November 1938, der Gewerbeschein entzogen worden sei und sie damit von diesem Zeitpunkt ab faktisch einkommenslos gewesen seien.[7]

Dies wog umso schwerer als auch der Bruder Emil Jakob zur gleichen Zeit seine Arbeit verlor. Er hatte von 1929 bis 1932 bei der jüdischen Metzgerei und Wurstfabrik Fraenkel in Biblis eine Ausbildung gemacht und war nach deren Abschluss bis zur Emigration des Inhabers im Jahr 1935 dort angestellt gewesen. Anschließend erhielt er eine Stellung als Geselle in der Metzgerei von Adolf Morgenthau in Crumstadt. Neben einem bescheidenen Lohn hatte er hier wie schon zuvor Kost und Logis frei und fiel somit den Eltern bisher nicht zur Last. Aber schon sein Ansinnen, die Ausbildung mit einer Meisterprüfung abzuschließen, blieb ihm als Jude behördlicherseits verwehrt. Als auch die Metzgerei von Adolf Morgenthau Anfang 1938 geschlossen wurde, kehrte Emil wieder zurück zu seinen Eltern nach Osthofen.[8]

Der jüngste der Söhne, Rudolf David, musste nach vier Jahren Volksschule in Osthofen auf eine jüdische Schule nach Worms wechseln. Eigentlich habe er, so Louis Seelig, die dortige Oberrealschule besuchen sollen, sei aber dort schon 1933 nicht mehr aufgenommen worden. Auch die jüdische Schule wurde 1937 geschlossen und Rudolf David blieb ohne Abschluss, was zur Folge hatte, dass er nirgendwo eine Anstellung fand. Er sei, so sein Bruder, ohne jegliche Beschäftigung gewesen, bis er zu Zwangsarbeiten herangezogen wurde.[9]

Adolf Josef hatte nach der Volksschule in Osthofen ebenfalls die jüdische Schule in Worms besucht und dort 1935 noch einen Abschluss machen können. Anschließend begann er eine kaufmännische Lehre im „Papierwerk Osthofen, Ludwig Ebert & Sohn“, das in jüdischem Besitz war. Nach zwei Jahren brach er die Lehre in der Gewissheit ab, in Deutschland ohnehin keine berufliche Zukunft zu haben. Wie recht er damit hatte, zeigte sich schon bald, als auch dieser Betrieb 1938 arisiert wurde.[10]

Ludwig, der die Entschädigungsverfahren nach dem Krieg in die Wege leitete und darin über das Schicksal der Familie berichtete, war selbst bereits zuvor im Jahr 1938 nach Amerika ausgewandert. Über die genauen Umstände seiner eigenen Flucht, den genauen Zeitpunkt und darüber, wieso gerade er und später sein Bruder Adolf Josef diese Chance erhielten, nicht aber die übrigen Geschwister und Eltern, machte er damals leider keine Angaben.

Da er aber nur knapp auf die Ereignisse in der Reichspogromnacht in Osthofen hinweist, kann man vermuten, dass er diese selbst nicht mehr erlebt hat.

Am 10.November hatten hier örtliche SA-Leute, angeblich auf Geheiß übergeordneter SA Stellen, auf jeden Fall mit Duldung der örtlichen Polizei und anderer Behörden die Synagoge in Brand gesteckt und die jüdischen Bewohner drangsaliert. Fensterläden wurden vernagelt, die Jüdin Rebekka Meyer wurde, nachdem man ihr die Haare abgeschnitten hatte, in einen Stall gesperrt und das Haus der Seeligs am Flutgraben 52 wurde völlig verwüstet.[11]

Bei Nacht und Nebel seien sie, von Haus und Hof vertrieben, nach Wiesbaden zu Verwandten geflüchtet. In der Rheinstr. 81, einem Haus, das auch bald zum Judenhaus erklärt werden sollte, fanden sie Unterkunft bei Verwandten aus Linas Familie, bei Johanna Metzler und ihrem Sohn Willy.

Ob der nächste Umzug am 1. Juni 1939 in das spätere Judenhaus in der Adelheidstraße erzwungen war oder möglicherweise aus anderen Gründen erfolgte, ist nicht zu klären. Das Datum spricht aber eher für die zweite Möglichkeit. Es war sicher nicht einfach die sechsköpfige Familie zusätzlich in der Wohnung unterzubringen.[12]

Ihre neue Unterkunft lag nach Aussage von Louis Seelig damals im dritten Stock. Dies stimmt mit dem Eintrag in der Liste unbekannter Herkunft überein, nach der sie sich diese Wohnung mit Helene Strauss teilen mussten. Sie selbst verfügten nur über zwei Zimmern und eine Küche, was bedeutete, dass sie auch weiterhin sehr beengt leben mussten, zumal inzwischen eine weitere Person in die Familie aufgenommen worden war. Emil hatte an einem nicht bekannten Datum die am 15. April 1922 in Wiesbaden geborene Gertrude / Trude Hanau geheiratet.[13]

 

Gertrud Hanau war am 4. Mai 1922 zwar in Wiesbaden geboren worden, eigentlich lebten die Eltern, der am 28. Februar 1885 in Bosen bei Oldenburg geborene Metzger Albert Hanau und die am 19. März 1893 geborene Hilda, geb. Löser, aber in Laufersweiler im Hunsrück, dem Geburtsort von Hilda.[14] Hier wuchsen auch Gertrud und ihr am 16. Juli 1923 ebenfalls in Wiesbaden geborener Bruder Heinz auf. Zwei Bilder aus der Kindheit bzw. Jugend von Gertrud Hanau sind erhalten geblieben und erwecken den Eindruck einer glücklichen Zeit.[15] Auf dem einen, 1934 aufgenommenen Bild, sitzt sie zusammen mit sechs weiteren jüdischen Kindern, darunter auch ihr Bruder Heinz, mit einer Badekappe, unter der die langen Zöpfe hervorschauen, im Schwimmbad von Laufersweiler. Alle lächeln freudig in die Kamera. Auch bei dem zwei Jahre später wohl in der jüdischen Schule entstandenen Foto ist die inzwischen gewachsene Bedrohung noch nicht zu erkennen. Das Leben von vier der hier abgebildeten vierzehn Kinder sollte wenige Jahre später in einem der Lager enden, so auch das von Gertrud.[16]

Auch die Eltern ihrer Mutter Hilda, der am 12. Januar 1868 geborene Isaak Löser und seine am 8. Januar 1864 geborene Frau Magdalena, überlebten die NS-Zeit nicht. Hilda und ihr Mann Albert Hanau wurden mit dem gleichen Transport wie Magdalena Löser am 27. Juli 1942 von Köln aus nach Theresienstadt deportiert. [17] Ihr Sohn Heinz, später Henri, hat dagegen überlebt. Er war noch 1939 nach Frankreich entkommen und hatte sich hier der Resistance angeschlossen und gegen die deutschen Truppen gekämpft.

 

In dieser Zeit muss auch der zweitjüngste Sohn der Seeligs, der Schwager von Gertrud, Adolf Josef beschlossen haben, Deutschland zu verlassen und nach Palästina auszuwandern. Laut einem Eintrag auf der Gestapo-Karteikarte der Seeligs war er am 30 September 1939 nach Ahrendorf in der Nähe von Berlin gegangen, um sich dort durch eine landwirtschaftliche Ausbildung auf die Auswanderung vorzubereiten.[18] Zwischenzeitlich muss er an einem nicht genannten Ort zu „Strafbauarbeiten“ herangezogen worden sein. Über den Umfang dieser Strafe und den Grund ist allerdings nichts vermerkt. Im April 1940 konnte er dann die Ausbildung fortsetzen und noch im selben Jahr verließ er mit dem Schiff „Patria“ seine Heimat. Glücklich geworden ist er in Palästina aber nicht. Er sei „mit seinem Los als landwirtschaftlicher Arbeiter keineswegs zufrieden“ gewesen, habe aber keine andere Ausbildung gehabt, sodass sich ihm nach Aussage seines Bruders Louis keine andere Lebensperspektive zu öffnen schien.[19] Sein Selbstmord am 29. September 1952 im Kibbuz Huliot in Sdeh Nehemia wird aber ganz sicher noch andere Gründe als diese berufliche Unzufriedenheit gehabt haben. Immerhin musste ihm zu diesem Zeitpunkt klar sein, dass er seine ganze Familie verloren hatte. Der einzige überlebende Bruder, Louis, war in den USA, sodass auch die Kontaktaufnahme zu ihm sehr schwierig war.

 

Die in der Adelheidstr. 94 verbliebenen Familienmitglieder, der Vater Aron, die Mutter Lina, der Halbbruder Siegfried und die Brüder Rudolf und Emil mit seiner Frau Gertrud, waren mit dem Transport vom 10 Juni 1942 über Frankfurt nach Lublin deportiert worden. Man weiß zwar, dass es von diesem Transport keine Überlebenden gab, aber nicht alle sind sofort in das Vernichtungslager Sobibor verbracht worden. Mit großer Sicherheit gilt das aber für die Frauen Lina und Gertrud Seelig. Lina wurde laut Gedenkbuch des Bundesarchivs am 11. Juni 1942, also unmittelbar nach Ankunft, dort ermordet. Ob Gertrude tatsächlich von Lublin noch in das Ghetto Minsk gelangte, in dem sie laut Gedenkbuch 1942 zu Tode kam, ist angesichts des Schicksals der Menschen dieses Transports eher zweifelhaft. Ihr Bruder Henri Hanau hat 1996 in einer Page of Testimony angegeben, dass seine Schwester in Riga ums Leben gekommen sei.[20] Auch diese Angabe muss bezweifelt werden.

Die Männer wurden aber wahrscheinlich in Lublin selektiert und zum Arbeitseinsatz in das KZ Majdanek überstellt. Siegfried, Emil und Rudolf sind vermutlich hier umgebracht worden. Für Emil nennt des Gedenkbuch des Bundesarchivs als Todeszeitpunkt den 15. August 1942 und für Rudolf den 30 Juli 1942, beide im KZ Majdanek.[21] Der Vater wurde mit großer Wahrscheinlichkeit noch nach Auschwitz verbracht. Er soll hier am 31 Dezember 1943 gestorben oder umgebracht worden sein.

Auf Antrag von Louis Seelig wurden Aron, Lina, Emil, Jakob, Siegfried und Rudolf Seelig am 11. September 1950 bzw. am 24. November 1950 mit dem Datum 31. Dezember 1943 vom Amtsgericht Wiesbaden für tot erklärt.[22]

 

 

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Anmerkungen:

 

[1] Siehe die Geburtsurkunde in HHStAW 469-33 3009 (3). Die Geschwister von Aron waren nach GENI Regina (geb. 1866), Hannchen (geb. 1868), Joseph (geb. 1870) und Benjamin (geb. 1874), siehe https://www.geni.com/family-tree/index/6000000006374352526.

[2] Louis war am 13.10.1910 in Osthofen geboren worden, siehe Geburtsurkunde in HHStAW 469-33 3009 (13). Sein Bruder Siegfried am 7.12.1912 ebenfalls in Osthofen, ebd. (15)

[3] HHStAW 469-33 3009 (12), Heiratsurkunde.

[4] Siehe die Auskunft vom 9.11.57 der Gemeindeverwaltung Osthofen im späteren Entschädigungsverfahren für Lina Seelig, HHStAW 518 38354 (14).

[5] HHStAW 518 59247 (33) Geburtsurkunde. Im Exil in Israel hat Josef später seinen zweiten Vornamen aus verständlichen Gründen abgelegt.

[6] HHStAW 518 59267 (3).

[7] HHStAW 518 59271 (3).

[8] HHStAW 518 59247 (5).

[9] HHStAW 518 59267 (3, 11). Darüber, über welchen Zeitraum und zu welcher Zwangsarbeit Rudolf David herangezogen wurde, machte Louis in seiner eidesstattlichen Erklärung keine Aussage.

[10] Ludwig Ebert, der Besitzer, ein sozial wie politisch engagierter Bürger war auch im Vorstand der Osthofener Synagoge aktiv. Schon kurz nach der Machtübernahme der Nazis war er verhaftet worden. Trotz aller Widerstände gelang es ihm das Unternehmen, das über die deutschen Grenzen hinaus am Markt aktiv war, bis 1938 zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war ein Teil der Familie bereits ausgewandert und auch Ludwig Ebert plante seine Flucht über Holland, nachdem er die Firma erheblich unter Wert verkauft hatte. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in den Niederlanden wurde die Flucht gestoppt. Ebert und seine Tochter mit ihrer Familie wurden über das Lager Westerbork nach Auschwitz deportiert und umgebracht. Die Paperfabrik von Ludwig Ebert ist nicht zu verwechseln mit einem zweiten Papierwerk in Osthofen im Ziegelhüttenweg, das ebenfalls einem jüdischen Besitzer gehörte, aber bereist 1933 geschlossen und zum KZ Osthofen umgebaut worden war.

[11] Siehe dazu den Artikel „Ein Tag voller Terror und Zerstörung“ von Hans Dieter Graf in der Wormser Zeitung vom 9.11.2015: http://www.wormser-zeitung.de/lokales/osthofen/ein-tag-voller-terror-und-zerstoerung_16360614.htm. (Zugriff: 13.11.2017).

[12] Da auf der Gestapo-Karteikarte bis auf Louis, der wohl schon ausgewandert war, alle übrigen Kinder aufgelistet sind, kann man annehmen, dass die gesamte Restfamilie nach Wiesbaden gekommen war. Louis ging allerdings davon aus, dass Adolf Josef 1938 schon in Berlin war, er vermutete sogar, dass er nach der Flucht der Familie aus Dirmstein keinen Kontakt mehr zu dieser gehabt habe, siehe HHStAW 518 59240 (4)

[13] Diese Angabe stammt dem Census von 1939, siehe https://www.tracingthepast.org/index.php/en/minority-census/census-database. Da sie hier als Trude Hanau, also noch mit ihrem Mädchenname verzeichnet ist, muss die Eheschließung nach dem Mai 1939 stattgefunden haben. Zudem ist hier zu erfahren, dass sie 1939 in Mainz  im Israelischen Kranken- und Altershaus arbeitete. Ihr Bruder hat ihren Beruf in seiner Page of Testimony dagegen mit „Fabrikarbeiterin“ angegeben. Möglicherweise war sie aber nach ihrer  Schwesterntätigkeit in einer Fabrik zur Zwangsarbeit verpflichtet worden..

[14] Die Verbindung nach Wiesbaden hatte sich vermutlich dadurch ergeben, dass auch die jüngere Schwester von Hilda, also die Tante von Gertrud, in Wiesbaden lebte und dort mit Heinrich Berney verheiratet war. Zur Familie Berney siehe unten XXX

[15] Die Bilder und auch wichtige Hinweise und Daten zur Familie Löser / Hanau verdanke ich Christof Pies vom „Förderkreis Synagoge Laufersweiler e.V.“ Abgedruckt ist das erste Bild in Pies, Christof, Jüdisches Leben im Rhein-Hunsrück-Kreis, Laufersweiler 2003, S. 253. Das zweite Bild war quasi Leitmotiv einer Ausstellung unter dem Titel „Sie gehörten zu uns“, mit der 2004 versucht wurde den jüdischen Familien von Laufersweiler und Umgebung, wieder einen Platz im kollektiven Gedächtnis der Region zu geben.

[16] Die Page of Testinony für Gertrud Hanau siehe: https://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/24030842_276_5609/134.jpg. (Zugriff: 13.11.2017)

[17] Isaak Löser verstarb im Mai 1942 in Laufersweiler, während seine Frau Magdalena am 27.7.1942 von Köln aus mit der Tochter und dem Schwiegersohn  nach Theresienstadt deportiert wurde. Der Todestag von Magdalena Löser ist im Gedenkbuch des Bundesarchivs mit dem 1.9.1942 angegeben. Während Albert Hanau am 24.8.1944 ebenfalls in Theresienstadt verstarb, wurde seine Frau Hilda am 19.10.1944 noch nach Auschwitz gebracht und wohl direkt nach Ankunft in die Gaskammer geschickt. Siehe http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=4828550&ind=2.

[18] HHStAW 518 59247 (4)

[19] HHStAW 518 59240 (4)

[20] https://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/24030842_276_5609/134.jpg. (Zugriff: 13.11.2017).

[21]  Zu Rudolf Seelig macht das Gedenkbuch diesbezüglich keine Angaben. Für Emil und Rudolf Seelig hat sein Halbbruder Louis in Yad Vashem je eine Page of Testimony hinterlegt, in der angibt, diese seien 1943 in Theresienstadt in einer Gaskammer ermordet worden, was angesichts des belegten Transports nach Lublin als sehr unwahrscheinlich angesehen werden muss,  siehe https://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/24021125_286_1505/83.jpg. (Zugriff: 13.11.2017). Eine zweite Page of Testimony für Emil, erstellt von seinem Schwager, Henri Hanau gibt als Todesjahr 1942 und als Sterbeort Riga an, aber auch dafür gibt es keine weiteren Anhaltspunkte, siehe https://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/24030842_276_5609/135.jpg. (Zugriff: 13.11.2017).

[22] HHStAW 469-33 3009 (20, 35) Das in Yad Vashem vermerkte Todesdatum von Aron Seelig ist das amtlich festgelegte und sagt nichts über den tatsächlichen Todestag aus, siehe http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=11631535&ind=2, (Zugriff: 13.11.2017). Auch für seinen Vater hat Louis Seelig  zwar in einer Page of  Testimony in Auschwitz als Todesort Theresienstadt angegeben, aber vor dem Hintergrund des gesicherten Transports vom 10.6.42 scheint dies wenig plausibel. Siehe http://yvng.yadvashem.org/remote/namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/24021125_286_1505/71.jpg?width=700. (Zugriff: 13.11.2017).